Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Auswirkungen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) auf die geographische, soziale und Arbeitsmobilität hätte. Dazu vergleicht sie die Auswirkungen des BGE auf die Dimensionen des sozioökonomischen Wohlstandes der einzelnen Sinus-Milieus.
Nicht jeder hat dieselben Voraussetzungen, um wirklich das Leben zu leben, nach dem man als eigenständiges und selbst denkendes Individuum womöglich strebt. Eine Idee, wie man diese soziale Ungerechtigkeit überwinden könnte, liefern Yannick Vanderborght und Philippe Van Parijs in Ihrem Buch: „Ein Grundeinkommen für alle?“ (2005). Zusammenfassend wird eine bisher noch als utopisch eingestufte Idee unter die Lupe genommen, die einen positiven Einfluss auf zahlreiche Lebenssituationen haben könnte.
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser zunächst einen generellen Überblick über die vorhandenen Forschungsansätze des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zu nennen. Dabei soll bereits zu Beginn die Idee samt seiner Modalitäten und verschiedenen Ausprägungen umfangreich dargestellt werden. Anschließend folgt eine Gegenüberstellung verschiedenster Vor- und Nachteile, um die Frage zu klären, inwiefern ein bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt sinnvoll bzw. umsetzbar ist.
Durch die Darstellung der Vor- und Nachteile soll eine kritische Würdigung des Konzepts erfolgen, welche jedoch keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit besitzt, dem Leser jedoch die wichtigsten Argumente für und gegen die Einführung eines BGE eindringlich näher bringen soll. Im Folgenden gilt es dann herauszuarbeiten, inwiefern man ein bedingungsloses Grundeinkommen mit dem Stichwort Mobilität sinnvoll miteinander verknüpfen kann. Es folgt eine Exploration des Begriffs „Mobilität“, welche die inhaltliche Tragweite dieses Begriffs fernab der populärwissenschaftlich-technischen Nutzung darstellt und somit einen Rahmen liefert, in dem die Auswirkungen der Einführung des BGE betrachtet werden können. Dieser Betrachtung schließt sich eine zusammenfassende Schlussbetrachtung an, welche, flankiert von einem konkreten Forschungsvorhaben, den Ausgangspunkt für eine weitere tiefergehende Erörterung des Themas ermöglicht.
Das Vorgehen dieser Arbeit ist somit rein qualitativ-explorativ und stützt sich auf die Fusion verschiedener Gedanken der vorliegenden Literatur. Dies ist vor allem dem Umstand der bisher rein fiktiven Einführung des BGE geschuldet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodik
2. Das bedingungslose Grundeinkommen
2.1 Definition und Idee des Grundeinkommens
2.2 Modalitäten des BGE
2.3 Eine sinnvolle Idee?
2.3.1 Vorteile eines BGE
2.3.2 Nachteile eines BGE
3. Mobilität
3.1 Begriffsexplikation Mobilität
3.2 Betrachtung der Mobilitätskategorien
4. Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens auf die Mobilität
4.1 Auswirkungen auf die geographische Mobilität
4.2 Auswirkungen auf die Arbeitsmobilität
4.3 Auswirkungen auf die soziale Mobilität
5. Schlussbetrachtung und Ergebnisse
5.1 Zusammenfassung und Fazit
5.2 Implikationen für die Forschung & Praxis
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) auf die Mobilität der Gesellschaft, wobei sie theoretische Grundlagen des Grundeinkommens mit soziologischen Mobilitätskategorien verknüpft, um zu prüfen, ob ein BGE zur Verbesserung individueller Lebenssituationen beitragen kann.
- Konzeptionelle Grundlagen und Modalitäten des bedingungslosen Grundeinkommens
- Systematische Einordnung und Differenzierung des Mobilitätsbegriffs
- Analyse der geographischen Mobilität durch Freizügigkeit und Infrastrukturentwicklung
- Untersuchung der Arbeitsmobilität im Kontext eines veränderten Arbeitsbegriffs
- Soziale Mobilität als Mittel zur Bekämpfung von Stigmatisierung und Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
4.1 Auswirkungen auf die geographische Mobilität
Die Auswirkungen auf die geographische Mobilität beschränken sich nicht nur auf die praktizierte Mobilität sondern in ebenso großem Maße auch auf die potenzielle geographische Mobilität bzw. die Ermöglichung der potenziellen Mobilität anderer. So ist der Punkt, dass die Einführung eines Grundeinkommens es ermöglicht, Zeit und Geld für die Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen bezüglich Transport und Wohnens aufzuwenden und diese zur Serienreife zu bringen, das Hauptargument in Hinsicht auf die geographische Mobilität.
Eine der größten Revolutionen des Automobilmarktes der letzten Jahre ist der kometenhafte Aufstieg der Elektroautomobilmarke Tesla. Ihrem Gründer und Besitzer Elon Musk kommt natürlich ein gewisses unternehmerisches Kalkül zugute, dass ihn ermutigte diese Gründung zu tätigen, nichtsdestotrotz ist diese jedoch erst durch die finanzielle Unabhängigkeit, die ihm aus seinen vorherigen Projekten wie PayPal erwuchs, möglich gewesen (vgl. Kwasniewski, 2013). Ähnlich verhält es sich mit dem Marktplatz für Übernachtungsangebote Airbnb, der durch eine massive Startfinanzierung der Durchbruch und die Revolution des Tourismusmarktes gelang (vgl. AltAssets, 2011). Beide neuen Konzepte haben einen großen Einfluss vor allem auf die kurzfristige Mobilität, sei es national oder regional.
Die Realisierung der Freizügigkeit als Argument für den positiven Einfluss des Grundeinkommens auf die geographische Mobilität spielt vor allem auf die Tatsache an, dass vielen Menschen die grundrechtlich verbriefte Freizügigkeit durch einen Mangel an finanziellen Mitteln nicht möglich erscheint (vgl. Krupa / Pinzler, 2013, S. 2). Der Teil dieses Problems, der beispielsweise die Vertreibung von Alteingesessenen Einwohnern aus einer bestimmten Gegend zu Gunsten neuer, zahlungskräftigerer Mieterkohorten beschreibt, die Gentrifizierung, könnte nach einer ersten Betrachtung durch ein Grundeinkommen verringert werden (vgl. Initiative146, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Problemstellung sozialer Ungleichheit und definiert die Zielsetzung sowie die qualitativ-explorative Methodik der Arbeit.
2. Das bedingungslose Grundeinkommen: Dieses Kapitel definiert das BGE, diskutiert dessen Modalitäten und stellt die wichtigsten Vor- und Nachteile sowie philosophische Hintergründe gegenüber.
3. Mobilität: Hier erfolgt eine theoretische Herleitung des Mobilitätsbegriffs sowie eine differenzierte Betrachtung der Kategorien geographische, Arbeits- und soziale Mobilität.
4. Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens auf die Mobilität: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse verknüpft, um den Einfluss des BGE auf die verschiedenen Mobilitätsdimensionen systematisch zu analysieren.
5. Schlussbetrachtung und Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Thesen zusammen, leitet Implikationen für Forschung und Praxis ab und gibt einen Ausblick auf die zukünftige politische und gesellschaftliche Debatte.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Mobilität, Geographische Mobilität, Arbeitsmobilität, Soziale Mobilität, Soziale Ungleichheit, Arbeitsbegriff, Freizügigkeit, Stigmatisierung, Sozialstaat, Lebensqualität, Humankapital, Gesellschaftliche Teilhabe, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Zusammenhänge zwischen einem bedingungslosen Grundeinkommen und der Mobilität einer Gesellschaft unter Berücksichtigung soziologischer und ökonomischer Perspektiven.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Definition und Ausgestaltung eines BGE, die systematische Unterteilung des Mobilitätsbegriffs sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu erörtern, inwiefern ein BGE als Antwort auf soziale Ungleichheiten die Mobilität (geographisch, beruflich und sozial) positiv beeinflussen und somit die Teilhabechancen des Einzelnen verbessern könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine rein qualitativ-explorative Arbeit, die auf der Fusion und Analyse existierender Fachliteratur sowie gedanklichen Exkursen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des BGE, die Definition der Mobilitätskategorien und die detaillierte Zusammenführung beider Konzepte zur Bewertung potenzieller Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bedingungsloses Grundeinkommen, Soziale Mobilität, Arbeitsmobilität, Freizügigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Formen der Mobilität?
Die Arbeit nutzt die Definition des IDGS, um Mobilität in die drei Hauptkategorien geographische Mobilität, Arbeitsmobilität und soziale Mobilität zu unterteilen und deren Abhängigkeiten aufzuzeigen.
Welche Rolle spielt das in der Arbeit erwähnte Gedankenexperiment?
Das Gedankenexperiment zur Veränderung sozioökonomischer Güter nach Rawls verdeutlicht, wie ein BGE das Niveau der gesellschaftlichen Teilhabe heben kann, um soziale Durchlässigkeit zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Felix Zappe (Autor:in), Daniel Gräbener (Autor:in), 2015, Grundeinkommen für alle? Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens auf die Mobilität einer Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318435