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Leidensmystik im Mittelalter mit Schwerpunkt Mittelalterliche Frauenmystik

Title: Leidensmystik im Mittelalter mit Schwerpunkt Mittelalterliche Frauenmystik

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Suzana Dulabic (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Meine Hausarbeit beschäftigt sich mit den Themen der Christlichen Mystik, vor allem der männlichen und der weiblichen Form der Leidensmystik. Ich gebe einen Überblick über den Terminus Mystik und die damit in Verbindung stehenden Begriffe der Magie, der Vision und der Erscheinung. Daraufhin beschreibe ich wie die mittelalterliche Leidensmystik bzw. die Frauenmystik entstanden sind und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Auch die Beweggründe, die hinter dieser Art der Frömmigkeit stehen, sollen in dem darauffolgenden Kapitel ausführlich erläutert werden. Nennenswert sind im Zusammenhang mit der Frauenmystik auch einige Frauengemeinschaften, insbesondere die Beginen, die Zisterzienserinnen und Reklusinnen. Die Tatsache, dass der menschliche Körper im Mittelalter verehrt wurde, weil er dem mittelalterlichen Menschen einen Zugang zum Glauben ermöglichte, wird ebenfalls erwähnt. Dass es Unterschiede zwischen frommen Männern und frommen Frauen gibt, zeigt sich in der Ausübung und Erfahrung der erstrebten Vereinigung mit Gott. Die Aspekte der Leidensimitation und des Asketismus werden anhand von verschiedenen Beispielen bekannter Mystiker und Mystikerinnen dargestellt und genauer untersucht. Auch soll ein Vergleich zwischen männlicher und weiblicher Leidensmystik gezogen werden. Da sich in dem erlebnisbezogenen Bereich der Mystik eindeutig die Frauen hervorgetan haben, entstand im Mittelalter eine religiöse Frauenbewegung, aus der die mittelalterliche Frauenmystik hervorgegangen ist. Sie wurde vor allem im späten Mittelalter sehr populär im Volk, da sie weniger theoretisch, sonder sehr individuell, persönlich, und in Volkssprache gehalten, für alle verständlich und zugänglich war. Da die weibliche Leidensmystik, mehr als die männliche Variante, eine Erlebnismystik war, klang sie für den Großteil der Bevölkerung glaubhafter, sodass viele Mystikerinnen schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt wurden. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Frauenmystik, da diese einerseits innovativ und prägend für das Mittelalter war, andererseits jedoch nur eine plötzliche Erscheinung war, die sich über einen Zeitraum vollzog und in der frühen Neuzeit unterging. Die sich daraus ergebenden Änderungen in der Rollenverteilung der Geschlechter in der Welt der Kirche sind darauf zurückzuführen, dass Frauenmystik eine Form weiblicher Machtausübung war...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mystik

2.1 Magie

2.2 Vision

2.3 Erscheinung

3. Frauenmystik

3.1 Entstehung und Entwicklung

3.2 Gründe

3.3 Verschiedene Frauengruppen

3.3.1 Beginen

3.3.2 Zisterzienserinnen

3.3.3 Reklusinnen

3.4 Männer und Frauenmystik

3.4.1 Gegner der Frauenmystik

3.4.2 Anhänger der Frauenmystik

3.5 Betrügerinnen

4. Der Körper im Mittelalter

5. Leidensimitation und Askese

6. Männliche und Weibliche Leidensmystik im Vergleich

7. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die mittelalterliche Leidensmystik unter besonderer Berücksichtigung der Frauenmystik. Dabei soll aufgezeigt werden, wie diese religiöse Bewegung Frauen einen Weg zur Machtausübung und Anerkennung innerhalb einer männlich dominierten kirchlichen Welt ermöglichte, indem sie ihren Körper als zentrales Medium ihrer Frömmigkeit und mystischen Erfahrung nutzten.

  • Historische Entstehung und Entwicklung der Frauenmystik.
  • Die Rolle des Körpers als Zugang zum Glauben und als Instrument der Askese.
  • Wichtige Frauengemeinschaften wie Beginen, Zisterzienserinnen und Reklusinnen.
  • Der Vergleich zwischen männlicher und weiblicher Leidensmystik sowie die geschlechtsspezifische Wahrnehmung und Verarbeitung mystischer Erfahrungen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Gründe

Natürlich kam diese Art der weiblichen Mystik nicht von ungefähr auf. Wohl einer der wichtigsten Gründe habe ich bereits in 3.1 genannt. Da Frauen kein geistliches Amt besaßen, dass es ihnen hätte möglich machen können, zu sprechen und zu predigen, mussten sie auf eine andere Art und Weise den Klerus und das gläubige Volk überzeugen. Sie mussten sich etwas einfallen lassen, dass bisher noch nicht da gewesen war. Da Frauen, in der Sicht der Männer, keine großen geistlichen Fähigkeiten hatten und ihnen somit der Weg zu intellektueller Bildung versagt blieb, mussten sie einen anderen Weg finden, um ihre Geistlichkeit nach außen zu tragen: den Körper. Er war quasi eine „Alternative zur Autorität des Priesteramtes“. Der Körper spielte im Mittelalter eine ganz besonders große Rolle. Man glaubte, dass er einen Zugang zum Glauben ermöglichte. Der Körper spielte auch insoweit eine gewichtige Rolle, da die Gesellschaft von Frauen erwartete, dass sie sich um die Körper anderer – der Kinder, der Kranken und der Sterbenden – kümmerten. Sie halfen bei der Geburt, richteten Leichen für die Begräbnisse her und pflegten alte Menschen. Zu einem gewissen Grad erfüllten auch Mystikerinnen diese Aufgaben, jedoch ließ die neue Spiritualität sie erkennen, dass das Christuskind und Maria ihnen mehr Dank entgegenbrachten als ihre schreienden Kinder zu Hause, die ewig nörgelnden Ehemänner und die verbitterten Bettler.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der christlichen Leidensmystik ein und begründet den Fokus auf die mittelalterliche Frauenmystik als eine Form weiblicher Emanzipation.

2. Mystik: Dieses Kapitel definiert den Begriff Mystik als religiöses Bestreben der Unio mystica und differenziert zwischen theoretischer sowie erlebnismäßiger Mystik, ergänzt um die Phänomene Magie, Vision und Erscheinung.

3. Frauenmystik: Es werden die Ursprünge, Beweggründe und verschiedenen Gemeinschaften der Frauenmystik analysiert, wobei auch die Spannungsfelder zwischen Anhängern und Gegnern sowie Fälle von Betrug beleuchtet werden.

4. Der Körper im Mittelalter: Das Kapitel erläutert den Stellenwert des menschlichen Körpers als Medium für den Zugang zum Glauben sowie für die religiöse Huldigung und Heilung.

5. Leidensimitation und Askese: Hier wird die Praxis der Selbstgeißelung, des Hungerns und der Krankheitserfahrung als individuelle Methode zur Nachfolge Christi und Erreichung von Erlösung untersucht.

6. Männliche und Weibliche Leidensmystik im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die erlebnisorientierte, körpernahe Mystik der Frauen der eher rationalen, theoretischen Mystik der Männer gegenüber.

7. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Frauenmystik primär eine Glaubensbewegung war, die Frauen jedoch unbewusst zu mehr gesellschaftlicher und religiöser Anerkennung verhalf.

Schlüsselwörter

Leidensmystik, Frauenmystik, Mittelalter, Beginen, Askese, Körperlichkeit, Unio mystica, Visionen, Frömmigkeit, Imitatio Christi, Religion, Emanzipation, Zisterzienserinnen, Erlebnismystik, Klerus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die christliche Leidensmystik des Mittelalters mit einem klaren Schwerpunkt auf der weiblichen Form dieser Frömmigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Mystik als religiöses Phänomen, die Bedeutung des Körpers in der religiösen Praxis, verschiedene Formen weiblicher Gemeinschaften und der Vergleich zwischen männlicher und weiblicher Leidensmystik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Frömmigkeit des Mittelalters zu untersuchen und aufzuzeigen, wie die Frauenmystik Frauen eine Möglichkeit bot, trotz gesellschaftlicher Benachteiligung als religiöse Autoritäten in Erscheinung zu treten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Aufarbeitung und Analyse historischer Quellen und Forschungsliteratur zur Mystik und mittelalterlichen Lebenswelt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Mystik, die Entwicklung der Frauenmystik, spezifische Gruppen wie Beginen oder Reklusinnen, die Rolle von Askese und Leidensimitation sowie den Vergleich der mystischen Praxis zwischen den Geschlechtern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Leidensmystik, Frauenmystik, Körperlichkeit, Askese, Imitatio Christi, Visionen und Emanzipation.

Wie wurde die Rolle des Körpers in der Frauenmystik instrumentalisiert?

Da Frauen der Zugang zu geistlichen Ämtern und intellektueller Bildung verwehrt war, nutzten sie den eigenen Körper als "Alternative zur Autorität des Priesteramtes", um ihre Frömmigkeit öffentlich und sichtbar zu manifestieren.

Warum galt die Frauenmystik als besonders glaubwürdig?

Die Frauenmystik wurde als Erlebnismystik in Volkssprache praktiziert. Da sie weniger theoretisch und stärker persönlich sowie unmittelbar war, wirkte sie auf die Bevölkerung glaubwürdiger als die in lateinischer Sprache gehaltene Theologie des Klerus.

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Details

Title
Leidensmystik im Mittelalter mit Schwerpunkt Mittelalterliche Frauenmystik
College
University Karlsruhe (TH)
Grade
1,7
Author
Suzana Dulabic (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V31843
ISBN (eBook)
9783638327350
Language
German
Tags
Leidensmystik Mittelalter Schwerpunkt Mittelalterliche Frauenmystik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Suzana Dulabic (Author), 2004, Leidensmystik im Mittelalter mit Schwerpunkt Mittelalterliche Frauenmystik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31843
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