Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Sonstiges

Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft. Eine wichtige Tradition oder sinnloser Brauch?

Titel: Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft. Eine wichtige Tradition oder sinnloser Brauch?

Hausarbeit , 2014 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johanna Oelze (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als das Landesgericht im Sommer 2012 in Köln die Beschneidung eines muslimischen Jungen als rechtswidrig verurteilte, entbrannte in Deutschland eine Debatte über die religiöse Beschneidung sowohl bei Moslems, als auch bei Juden. Ergebnis dessen war, dass bereits am Ende des Jahres 2012 ein Gesetz erlassen wurde, welches die religiöse Beschneidung in Deutschland erlaubt. Damit endete die Diskussion jedoch nicht. Gegner der Beschneidung behaupten, es handele sich dabei um Körperverletzung und fragen sich, warum Eltern ihren Kindern so etwas Grausames antun können.

Juden hingegen sehen die Beschneidung als jahrtausendealte Tradition an, die sie nicht aufgeben wollen. Aber ist es in der heutigen Zeit wirklich noch so wichtig einen jüdischen Jungen beschneiden zu lassen? Wiegen die negativen Folgen, welche einige Ärzte deklarieren, nicht viel mehr? Der Frage, ob es sich bei der Beschneidung um eine wichtige Tradition oder um einen sinnlosen, vielleicht sogar gefährlichen Brauch handelt, möchte ich bei der folgenden Arbeit nachgehen.

Ich beschränke mich in meinen Ausführungen dabei auf die jüdische Beschneidung. Zu Beginn werde ich einen allgemeinen Überblick über die Zirkumzision geben, welcher Formen, Verbreitung, Herkunft, Alter und Gründe der Beschneidung enthält. Es folgt ein Abschnitt über die Beschneidung im Judentum, der sich damit befasst, wer überhaupt beschnitten wird und wie die Zeremonie, die sogenannte Brit Mila, abläuft. Danach wird darauf eingegangen, inwiefern die Beschneidung in den jüdischen Texten Tora und Talmud erwähnt wird. Die rechtliche Lage der Beschneidung und Kritik an dem neuen Paragraphen, sowie an der Tradition der jüdischen Gemeinschaft, folgen im Anschluss. Schließlich werden medizinische Vor- und Nachteile erläutert, ehe ein abschließendes Resümee die Arbeit beendet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeiner Überblick über die Beschneidung

2.1 Definition

2.2 Formen

2.3 Verbreitung

2.4 Herkunft

2.5 Alter

2.6 Gründe der Beschneidung

2.6.1 Religion

2.6.2 Sexualität

2.6.3 Soziales

2.6.4 Medizin

3. Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft

3.1 Wer wird beschnitten?

3.2 Beschneidungszeremonie

3.3 Die Beschneidung in den vier Strömungen des Judentums

4. Beschneidung in jüdischen Texten

4.1 Tora

4.2 Talmud

5. Rechtliche Grundlage in Deutschland

6. Kritik an der Beschneidung

6.1 Kritik am § 1631d

6.2 Kritik an der Tradition der jüdischen Gemeinschaft

7. Medizinische Vor- und Nachteile der Beschneidung

8. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Beschneidung im Judentum vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Debatte in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob es sich um eine unverzichtbare religiöse Tradition oder einen potenziell kritischen Brauch handelt, wobei sowohl theologische Grundlagen als auch rechtliche und medizinische Aspekte beleuchtet werden.

  • Religionsgeschichtliche Ursprünge und Begründungen der Zirkumzision.
  • Durchführung und religiöse Bedeutung der Brit Mila im Judentum.
  • Rechtliche Situation in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des § 1631d BGB.
  • Kontroverse um das Kindeswohl und die körperliche Unversehrtheit.
  • Medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung des operativen Eingriffs.

Auszug aus dem Buch

3.2 Beschneidungszeremonie

Das Ritual der Beschneidung enthält viele traditionelle Bestandteile und kann sowohl in einer Synagoge, als auch in einem Krankenhaus durchgeführt werden (vgl. Steiner 2014, 33).

Sie wird in der Regel von einem Mohel (= ausgebildeter Beschneider) oder auch von einem approbierten Arzt traditionell morgens durchgeführt (vgl. ebd.) .

Der zu beschneidende Knabe wird dabei vom Sandak (häufig Großvater) gehalten, meist wird das Kind vorher von der sogenannten Kvatterin in den Raum, in dem die Beschneidung stattfinden soll, getragen. Dort wird es vom Kvatter übernommen, der es dem Sandak überreicht (vgl. Deusel 2012, 15f).

Zum eigentlichen Eingriff der Beschneidung gehören drei wichtige Schritte (vgl. Steiner 2014, 32).

Der erste Schritt ist die Abtrennung des äußeren Vorhautblattes (Chituch), im zweiten Schritt wird die Eichel vollkommen freigelegt (Peri'a), im dritten und somit letzten Schritt, wird die Wunde dann ausgesaugt, was Metzitza genannt wird (vgl. ebd.). Früher tat der Mohel dies mit dem Mund, welchen er vorher mit einem Schluck Wein desinfizierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die nach 2012 entbrannte deutsche Debatte über die religiöse Beschneidung ein und stellt die Forschungsfrage nach der Notwendigkeit dieses Brauches.

2. Allgemeiner Überblick über die Beschneidung: Es werden Definitionen, weltweite Formen und Ursprungstheorien der Zirkumzision sowie medizinische, soziale und religiöse Begründungsmuster erläutert.

3. Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft: Dieses Kapitel beschreibt die rituelle Durchführung der Brit Mila und deren unterschiedliche Einbettung in die Strömungen des Judentums.

4. Beschneidung in jüdischen Texten: Hier werden die Verankerung der Beschneidung als religiöse Pflicht in der Tora sowie die detaillierten Auflagen des Talmuds dargelegt.

5. Rechtliche Grundlage in Deutschland: Es wird die Einführung und der Inhalt des § 1631d BGB erläutert, der die Beschneidung von Jungen rechtlich legitimiert.

6. Kritik an der Beschneidung: Die Argumentation von Gegnern, die das Kindeswohl sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und negative Religionsfreiheit in Gefahr sehen, wird kritisch betrachtet.

7. Medizinische Vor- und Nachteile der Beschneidung: Es erfolgt eine wissenschaftliche Abwägung zwischen präventiven gesundheitlichen Vorteilen und den möglichen chirurgischen sowie psychischen Risiken des Eingriffs.

8. Resümee: Die Autorin zieht ein Fazit, das die religiöse Freiheit und elterliche Verantwortung gegen die Vorbehalte einer modernen, säkularen Gesellschaft abwägt.

Schlüsselwörter

Beschneidung, Judentum, Brit Mila, Zirkumzision, Kindeswohl, Religionsfreiheit, § 1631d BGB, Mohel, körperliche Unversehrtheit, Tora, Talmud, medizinische Indikation, Tradition, Religion, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kontroversen Diskussion um die religiöse Beschneidung von Jungen in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die religiöse Praxis (Brit Mila), rechtliche Rahmenbedingungen (§ 1631d BGB), medizinische Auswirkungen sowie ethische Grundrechtsabwägungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Beschneidung im Judentum eine unverzichtbare Tradition darstellt oder ob sie als sinnloser, potenziell gefährlicher Brauch kritisch zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die religiöse Quellentexte (Tora, Talmud), medizinische Fachliteratur und rechtliche Dokumente auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Ursprünge, die konkrete Durchführung der Zeremonie, die rechtliche Legitimierung in Deutschland sowie die medizinische Nutzen-Risiko-Bilanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Brit Mila, Kindeswohl, Religionsfreiheit, Körperliche Unversehrtheit und jüdische Tradition.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der jüdischen Strömungen zur Beschneidung?

Während alle Strömungen die Brit Mila als essenziell betrachten, gab es historisch gesehen Diskurse zwischen der orthodoxen Dogmatisierung und reformerischen Tendenzen, die das Ritual teils hinterfragten.

Welche Rolle spielt die medizinische Abwägung im Resümee?

Das Resümee betont, dass medizinische Komplikationen zwar möglich sind, aber bei fachgerechter Ausführung in einem klinischen Rahmen die Entscheidung bei den Eltern unter Wahrung der Religionsfreiheit verbleiben sollte.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft. Eine wichtige Tradition oder sinnloser Brauch?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Lebensgestaltung Ethik und Religion)
Note
1,0
Autor
Johanna Oelze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V318655
ISBN (eBook)
9783668184725
ISBN (Buch)
9783668184732
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum Lehramt Beschneidung Brit Mila Tradition Religionswissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Oelze (Autor:in), 2014, Beschneidung in der jüdischen Gemeinschaft. Eine wichtige Tradition oder sinnloser Brauch?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318655
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum