Diese Abschlussarbeit ist eine didaktisch orientierte Arbeit, die versucht, den Roman "Jugend ohne Gott" des Österreichers Ödön von Horvath zu erforschen, indem versucht wird, die Indoktrination der Jugend im Roman zu zeigen. Anhand von theoretischen Apparaturen wie die Strukturanalyse, die Diskursanalyse und den von Michel Foucault in Überwachen und Strafen entworfenen Gesellschaftsansatz habe ich gezeigt, wie die Erziehung unter dem Nationalsozialismus darauf abzielt, die Jugend mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Autor ist kein Muttersprachler. Dieser Text enthält einige Rechtschreib- sowie Grammatikfehler, was die Qualität des Inhalts kaum beeinflusst. Wir bitten dennoch, dies zu entschuldigen.
Inhaltsverzeichnis
KAPITEL 0: EINLEITUNG
0.1. Zum Thema
0.2. Zum Forschungsstand und Zur Forschungslücke
0.3. Zu Fragenstellungen und zu Hypothesen der Arbeit
0.4. Zu Zielen der Arbeit
0.5. Zum methodischen Vorgehen
0.6. Zur Arbeitsstrukturierung
KAPITEL 1: ÖDÖN VON HORVÁTHS ‚JUGEND OHNE GOTT‘: ZUR KONTEXTANALYSE
1.1. Zum Begriff ‚Kontext‘ in der Literaturwissenschaft: Begriffserläuterung
1.2. Der lebensgeschichtliche Kontext: Begriffsbestimmung
1.2.1. Ödön von Horváth : Kindheit, Jugendjahre und Studien
1.2.2. Ödön von Horváths Auffassung der Literatur: Befürworter der Tendenzliteratur
1.2.3. Der Exilant Ödön von Horváth
1.3. Der literarische Kontext
1.3.1. Begriffsklärung
1.3.1.1. Zur Literaturauffassung während des Dritten Reiches: Völkisch-nationale-, Exilliteratur und Literatur der ‚Inneren Emigration‘
1.4. Der sozialgeschichtliche Kontext
1.4.1. Begriffserklärung
1.4.1.1. Zur Ideologie des Nationalsozialismus
1.4.1.1.1. Auf der politischen Ebene
1.4.1.1.2. Auf der soziokulturellen Ebene
KAPITEL 2 : ZUR ERZÄHLSTRATEGIE DES ROMANS ALS INSZENIERUNG DER INDOKTRINATION DER JUGENDLICHEN
2.1. Exkurs: Ideologie, Doktrin-Begriffserklärung
2.2. Indoktrination: zur Begriffsbestimmung
2.3. Zur strukturellen Inszenierung der Indoktrination der Jugendlichen in Jugend ohne Gott.
2.3.1. Zum Stoff, zu Motiven und zu Themen
2.3.2. Zur Figurenkonstellation
2.3.2.1. Figuren der alten Generation
2.3.2.1.1. Der Lehrer, der Altphilologe Julius Caesar, der Priester
2.3.2.1.2. Der Lehrer und der Bäckermeister N
2.3.2.1.3. Der Lehrer und der Schuldirektor Philippi
2.3.2.2. Figuren der neuen Generation
2.3.2.3. Schematische Darstellung der Beziehungen zwischen den Instanzen anhand des Aktantenschemas von J. A. Greimas
2.3.3. Zu Charaktereigenschaften der Figuren
2.3.3.1. Der Lehrer, Julius Caesar und der Priester
2.3.3.2. Der Schuldirektor Philippi und der Bäckermeister N
2.3.3.3. Die Jugendlichen
2.3.3.3.1. Negativ dargestellte Jugendliche
2.3.3.3.2. Positiv dargestellte Jugendliche
2.3.4. Zum Raum
2.3.5. Zur Isotopieebene
KAPITEL 3 : ZUR ERZIEHUNGSPOLITIK DES NATIONALSOZIALISMUS ALS INDOKTRINATIONSMITTEL DER JUGENDLICHEN
3.1. Zum Begriff ‚Erziehung‘: Begriffsbestimmung
3.2. Zu Erziehungsträgern
3.2.1. Der Staat
3.2.2. Der Rundfunk
3.2.3. Die Familie
3.3. Zu Erziehungsstrukturen
3.3.1. Das Zeltlager
3.3.2. Die Schule
3.4. Zu Erziehungsidealen
3.4.1. Erziehung zum Rassismus
3.4.2. Erziehung zum Krieg
3.4.3. Erziehung zur Opferbereitschaft am Vaterland
3.5. Stellung des Lehrers
3.5.1. Die Überwachung des Lehrers
3.5.2. Das Außenseitertum des Lehrers
KAPITEL 4 : ZU AUSWIRKUNGEN DER INDOKTRINATION AUF DIE JUGENDLICHEN
4.1. Jugendliche geprägt von nationalsozialistischen Erziehungsidealen
4.1.1. Die rassistischen Einstellungen
4.1.2. Die Ausstoßung des kulturell Anderen
4.1.3. Die Ausstoßung der Andersdenkenden
4.1.4. Der Fanatismus für den Krieg
4.2. Jugendliche geprägt von antinationalsozialistischen Erziehungsidealen
4.2.1. Der Klub und seine humanistischen Ideale
4.2.2. Der Klub als Opposition gegen die Indoktrination: das Beispiel des Schülers B
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Ödön von Horváth in seinem Roman "Jugend ohne Gott" die schulische Indoktrination der Jugend während der Zeit des Nationalsozialismus darstellt und kritisch hinterfragt. Das primäre Ziel ist es, die Erziehungspolitik, die Mechanismen der Überwachung und die Auswirkungen dieser ideologischen Beeinflussung auf die Jugendlichen anhand literaturwissenschaftlicher sowie soziologischer Ansätze zu analysieren.
- Darstellung der Indoktrination von Jugendlichen im Nationalsozialismus
- Analyse der Erziehungsideale und -strukturen (Schule, Zeltlager)
- Untersuchung der Rolle der Erziehungsträger wie Staat, Familie und Medien
- Analyse der Figurenkonstellation und der erzählerischen Darstellung
- Untersuchung des Widerstands gegen die Indoktrination am Beispiel des Schülerklubs
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Zum Stoff, zu Motiven und zu Themen
In der Erzählforschung, so Wolfgang Kayser, gibt es einen klaren Unterschied zwischen Soff, Motiv und Thema. Der Stoff ist per definitionem ein außerhalb der erzählten Geschichte geschehenes Ereignis, dass „örtlich und zeitlich gestaltenmäßig festgelegt ist.‘‘ So betrachtet, ist der Stoff eines Werkes sein ‚Gegenstand‘, seine ‚Fabel‘, die aus der Gesellschaft von dem Autor entnommen und verarbeitet wird. Bekräftigend dazu, wird behauptet: „Was außerhalb eines literarischen Werkes in eigener Überlieferung lebt und wirkt, heißt Stoff. ‘‘ Stoff ist im Grunde genommen ein reales vorhandenes Ereignis, aus dem eine in einem Werk erzählte Geschichte ausgeht. Er ist etwas Reales, Wirkliches, das im Hintergrund eines Werkes steht und wird erst durch den Autor im Werk verarbeitet und geformt. Seine Verarbeitung und Formung konfiguriert der Schriftsteller mithilfe ästhetischer Elemente und handelnder Figuren. In derselben Hinsicht hebt Bernd Matzkowski Folgendes dazu hervor: der Stoff, bestehend aus den Einzelelementen Figur, Geschehen, Raum, ist das inhaltliche Grundelement der epischen und dramatischen Dichtung. Der Begriff bezeichnet den sachlichen Inhalt eines Textes, das Gefüge von erzählbaren Handlungseinheiten, das, was im Text an bestimmten Geschehnissen, Personen, Zeit und Ort in einem Zusammenhang steht.
Zusammenfassung der Kapitel
KAPITEL 0: EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Indoktrination der Jugend während des Nationalsozialismus ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie die methodischen Ansätze der Arbeit.
KAPITEL 1: ÖDÖN VON HORVÁTHS ‚JUGEND OHNE GOTT‘: ZUR KONTEXTANALYSE: Dieses Kapitel beleuchtet den lebensgeschichtlichen, literarischen und sozialgeschichtlichen Kontext des Autors und seines Werkes, um die historischen Hintergründe der Entstehungszeit zu verdeutlichen.
KAPITEL 2 : ZUR ERZÄHLSTRATEGIE DES ROMANS ALS INSZENIERUNG DER INDOKTRINATION DER JUGENDLICHEN: Der Fokus liegt hier auf der narrativen Gestaltung und Struktur des Romans, wobei Begriffe wie Ideologie, Doktrin und Indoktrination definiert sowie die Figurenkonstellation und die Symbolik analysiert werden.
KAPITEL 3 : ZUR ERZIEHUNGSPOLITIK DES NATIONALSOZIALISMUS ALS INDOKTRINATIONSMITTEL DER JUGENDLICHEN: In diesem Teil wird die Rolle verschiedener Erziehungsträger und -strukturen, wie das Zeltlager und die Schule, sowie die Rolle des Lehrers kritisch unter dem Aspekt der Überwachung untersucht.
KAPITEL 4 : ZU AUSWIRKUNGEN DER INDOKTRINATION AUF DIE JUGENDLICHEN: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Auswirkungen der Indoktrination auf die Jugendlichen, indem es zwischen den dem Regime angepassten Schülern und der oppositionellen Gruppe um den Schüler B unterscheidet.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Jugend ohne Gott, Ödön von Horváth, Indoktrination, Erziehung, Erziehungsideale, Literaturwissenschaft, Diskursanalyse, Strukturanalyse, Exilliteratur, Innere Emigration, Überwachung, Menschenwürde, Widerstand, Schulalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Darstellung der Indoktrination der Jugend unter dem Nationalsozialismus in Ödön von Horváths Roman "Jugend ohne Gott".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle der Schule und des Zeltlagers als Erziehungsinstrumente, die Kontrolle der Erziehung durch Staat und Medien sowie der Konflikt zwischen humanistischer Bildung und nationalsozialistischer Doktrin.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Hauptfrage lautet, wie die Indoktrination der Jugend im Werk narrativiert wird und welche Rolle die Erziehung dabei als politisches Überwachungssystem spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen methodenpluralistischen Ansatz, darunter die Strukturanalyse, die Diskursanalyse sowie den von Michel Foucault in "Überwachen und Strafen" entwickelten Gesellschaftsansatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextanalyse, die Untersuchung der Erzählstrategien des Autors, die Erziehungspolitik des Nationalsozialismus und die Auswirkungen dieser Ideologie auf die Charaktere im Roman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Indoktrination, Nationalsozialismus, Erziehungsideale, Jugend ohne Gott, humanistisches Menschenbild und politische Überwachung.
Warum ist die Figur des Lehrers im Roman zentral?
Der Lehrer fungiert als moralisches Gegengewicht zum NS-Zeitgeist; sein Scheitern und seine darauffolgende Ausgrenzung veranschaulichen die totale Kontrolle und Unfreiheit im faschistischen System.
Welche Rolle spielt das Zeltlager im Roman?
Das Zeltlager dient im Roman als Ort der vormilitärischen Erziehung, in dem die Jugendlichen durch Drill und militärische Übungen auf den Krieg vorbereitet und ihre Individualität zugunsten der "Kriegsmaschinerie" aufgegeben werden soll.
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- Floriant Telesport Soh Mbe (Author), 2015, Nationalsozialismus und Erziehung. Zur Indoktrination der Jugend in Ödön von Horváths "Jugend ohne Gott", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318658