Wie entstand die Dolchstoßlegende? Inhalt und Verbreitung durch Hindenburg und Ludendorff


Facharbeit (Schule), 2016
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Dolchstoßlegende

3. Quellenanalysen
3.1. Historischer Kontext: Die Lage zwischen 1917-1919
3.2. Quellenanalyse Albrecht von Thaer
Einleitung
Wiedergabe der Hauptaussagen
Sachurteil: Bewertung der Quelle
3.3. Quellenanalyse Paul von Hindenburg
Einleitung
Wiedergabe der Hauptaussagen
Sachurteil: Bewertung der Quelle

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Was ist 'die Dolchstoßlegende'? Was besagt sie? Wann entstand sie? Wer verbreitete sie? Und: Aus welchem Grund wurde sie verbreitet?

Ziel dieser Facharbeit ist es, diese Fragen, mit besonderem Fokus auf die Gründe der Verbreitung dieser Legende, zu beantworten. Dazu werden zwei Quellen von Leuten, die die Dolchstoßlegende zu ihrem Vorteil nutzten, bearbeitet. Davor aber wird diese erst einmal definiert. Darauf folgt eine Beschreibung des zeitgeschichtlichen Hintergrundes, um einen Einblick in die innenpolitische Lage Deutschlands, in der Zeit in der diese Legende populär wurde, zu bekommen.

Als erste Quelle wird eine Tagebuchaufzeichnung von Albrecht von Thaer, einem deutschen Generalstabsoffizier, in der er die Ansprache Erich Ludendorffs aufgezeichnet hat, behandelt. Diese Quelle wird verwendet, da Erich Ludendorff Stellvertreter Paul von Hindenburgs war, der wiederum Chef der Obersten Heeresleitung gewesen ist. Diese beiden waren im Grunde verantwortlich für die Oberste Heeresleitung, somit für das Militär und etablierten die Dolchstoßlegende. Aus dieser Quelle wird ersichtlich, wie die Dolchstoßlegende genutzt wird und welche Absicht Ludendorff verfolgt.

Die zweite Quelle, die bearbeitet wird, ist eine Erinnerungsschrift von Paul von Hindenburg selbst. Diese Quelle wurde gewählt, weil die Dolchstoßlegende in dieser angedeutet wird und sie die Niederlage Deutschlands aus Hindenburgs Perspektive darstellt.

2. Definition der Dolchstoßlegende

Der Soldat fällt mit einem Dolch im Rücken an der Front, der Täter - ein Sozialdemokrat. Diese Metapher zeichnet die Dolchstoßlegende aus. Doch was macht eine Legende aus?

Eine Legende kann beispielsweise eine Heiligenlegende oder Volkslegende sein. Dabei handelt es sich um Erzählungen von Heiligen, wie etwa christlichen Persönlichkeiten, oder bei einer Volkslegende, um andere, als vorbildlich geltende, Personen. Diese werden größtenteils verbal weitergegeben und thematisieren geschichtliche Begebenheiten, die aber häufig übertrieben dargestellt werden. Daher sind Legenden kritisch zu betrachten und entsprechen in der Form, in der sie erzählt werden, üblicherweise nicht der Wahrheit.

Es ist also kein Geheimnis, dass die Dolchstoßlegende in der Form, in der sie verbreitet wurde, nicht der Wahrheit entspricht. Sie ist eine Theorie oder vielmehr eine Ideologie, die gegen Ende des Ersten Weltkrieges von der deutschen Obersten Heeresleitung verbreitet wurde und besagt, dass die Sozialdemokratie und andere demokratische Parteien Schuld an der Niederlage im Ersten Weltkrieg seien. Der Obersten Heeresleitung nach, sei die deutsche Armee dem Sieg nahe gewesen, doch gegnerische Zivilisten und Politiker hätten sie verraten. Dieser Verrat soll in Form von organisierten Aufständen und dem Streben nach anderen Zielen, als die der OHL, verwirklicht worden sein. Zu diesen Zielen dieser Parteien gehörten die Friedensbemühungen und das Verzichten auf Annexionen.

Erstmals öffentlich gebraucht wurde die Dolchstoßlegende in einem Artikel der 'Neuen Zürcher Zeitung' vom 17. Dezember 1918. Diesem Artikel nach soll der britische General Sir Frederick Maurice gesagt haben, dass die deutsche Armee von der Zivilbevölkerung von hinten erdolcht worden sei.

3. Quellenanalysen

3.1 Historischer Kontext: Die Lage zwischen 1917-1919

Am 28. Juli 1914 begann der Erste Weltkrieg mit der Kriegserklärung ÖsterreichUngarns an Serbien. Deutschland gehörte neben Österreich-Ungarn, Bulgarien und dem Osmanischen Reich auf der einen Seite und Frankreich, Großbritannien, Russland, Serbien, Belgien, Italien, Rumänien, Japan und den USA auf der anderen Seite, zu den zentralen Beteiligten.

Der U-Boot-Krieg

Die Quellenauszüge, die in dieser Facharbeit behandelt werden, beziehen sich auf das Jahr 1918, in dem Deutschland den Waffenstillstand von Compiègne schloss, da die Lage aussichtslos schien. Erste Zweifel an der militärischen Kriegsführung drückte der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger aus, der im Reichstag, im Juli 1917, seine Zweifel an der Effektivität des U-Boot-Krieges schilderte. Der U-Boot-Krieg wurde zuvor am 1. Februar 1917 begonnen, da die Oberste Heeresleitung, geführt von Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, dies gefordert hatte, bis der Kaiser schlussendlich nachgab und diesen bewilligte.

Die Friedensresolution

Das Zentrum, die Liberalen und die Sozialdemokratie bestanden auf eine „Friedensresolution“, einen Beschluss, der die Absicht für Frieden ohne Gebietsaneignungen seitens Deutschlands darlegen sollte. Daher nahm der Reichstag am 19. Juli 1917 mit der Mehrheit der Stimmen dieser Parteien die Friedensresolution an. Die Oberste Heeresleitung dagegen wollte, entgegen der Mehrheit, einen solchen Friedensbeschluss vermeiden. Als Antwort auf die Friedensresolution wurde Anfang September 1917 die Deutsche Vaterlandspartei gegründet, die auf Gebietsaneignungen bestand.

Wilsons 14-Punkte-Programm

Erste konkrete Bemühungen in Richtung Frieden gingen vom US-Präsidenten Woodrow Wilson aus, der am 8. Januar 1918 sein 14-Punkte-Programm vorstellte. Dieses sah unter anderem die Räumung und Wiederherstellung Belgiens, Serbiens, Montenegros und den Verzicht auf Elsass-Lothringen vor. Neben Deutschland lehnte auch Österreich-Ungarn Wilsons 14 Punkte am 24. Januar 1918 ab.

Der Januarstreik

Kurz danach kam es zwischen dem 28. Januar und dem 2.

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Wie entstand die Dolchstoßlegende? Inhalt und Verbreitung durch Hindenburg und Ludendorff
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V318723
ISBN (eBook)
9783668197565
ISBN (Buch)
9783668197572
Dateigröße
860 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erster Weltkrieg, 1.Weltkrieg, 1918, Dolchstoßlegende, Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff, 3.Oberste Heeresleitung, OHL, Weimarer Republik
Arbeit zitieren
Tugay Topal (Autor), 2016, Wie entstand die Dolchstoßlegende? Inhalt und Verbreitung durch Hindenburg und Ludendorff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318723

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