Das Schulwesen der Wolgadeutschen zwischen 1762 und 1917. Allgemeine Entwicklungen und Hindernisse


Masterarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1. Themenstellung
1.2. Gang der Untersuchung und Forschungsstand

2. Die Anfänge der deutschen Ansiedlung in Russland

3. Die Europäisierung des russischen Bildungswesens in der petrinischen Zeit

4. Das bestehende russische Schulwesen im 18. Jahrhundert

5. Das wolgadeutsche Schulwesen
5.1. Besiedlung des Wolga-Gebiets durch Deutsche
5.2. Ausgangslage und schwere erste Jahre im Siedlungsgebiet um Saratov
5.3. Organisation und Aufbau der ersten Schulen durch die Kirche
5.4. Die drei wolgadeutschen Grundschultypen
5.4.1. Kirchenschulen
5.4.2. Private Gesellschafts- und Genossenschaftsschulen
5.4.3. Staatliche deutsche Zemstvo-Schulen
5.5. Die Schulmeister
5.5.1. Schwere erste Jahre
5.5.2. Feßlers Reformen
5.5.3. Kampf um Lehrerseminare
5.6. „Russifizierung“ des Schulwesens
5.7. Das katholische wolgadeutsche Schulwesen im Besonderen

6. Zusammenfassung

Bibliographie

Literaturverzeichnis

1. Einführung

1.1. Themenstellung

Die Deutschen in Russland blicken auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 9. Jahrhundert sind erste vereinzelte deutsche Spuren aus der damaligen Kiever Rusʼ überliefert.[1] Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert trafen schließlich große Gruppen deutscher Kolonisten im Russischen Reich ein. Die Deutschen verfügten dabei über kein „angestammtes Territorium, sondern lebten in verschiedenen Teilen des Landes“.[2] Größere Fraktionen von deutschen Siedlern gab es in und um Moskau sowie St. Petersburg, in Bessarabien, in den baltischen Provinzen, im Gouvernement Voronež, im Kaukasus, im Schwarzmeergebiet, in Sibirien, in Wolhynien und in den beiden Gouvernements Samara und Saratov am rechten und linken Ufer der Wolga[3].

Diese Arbeit befasst sich mit letzterer Gruppe, den von Katharina II. in den beiden Manifesten vom 14. Dezember 1762 und 22. Juli 1763 an die Wolga gerufenen Siedlern und damit der zahlenmäßig größten deutschen Kolonie in Russland.[4] Dabei ist der Entstehungs- und Entwicklungsprozess des Schulwesens innerhalb der deutschen Minderheit im Wolga-Gebiet zwischen den Jahren 1762 und 1917 spezifischer Gegenstand dieser Untersuchung. Die Gestaltung des Schulunterrichts bildete seit der Einwanderung der Wolgadeutschen[5] eine „der wichtigsten Fragen des Gemeinschaftslebens der Kolonisten“.[6] Die Entwicklung des Schulwesens ging dabei stets „Hand in Hand“ mit dem wirtschaftlichen Fortschritt in den Siedlungen der Deutschen.[7] Diesem Prozess wird vor dem Hintergrund des auslaufenden 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts mit Hilfe folgender zwei Leitfragen nachgegangen.

1. Wie ist die allgemeine Entwicklung des wolgadeutschen Schulwesens von 1762 bis 1917 zu beurteilen?
2. Welche Hindernisse bestanden für die Entwicklung der Kolonistenschulen in diesem Zeitraum?

1.2. Gang der Untersuchung und Forschungsstand

Die Untersuchung und Analyse des wolgadeutschen Bildungswesens[8] ist von den historischen Entwicklungen der politisch-rechtlichen, soziokulturellen und ökonomischen Sphären abhängig. Aufgrund dessen wird in den ersten drei Kapiteln der geschichtliche Rahmen der wolgadeutschen Siedler knapp skizziert. Dabei werden in Kapitel 2 zunächst die Anfänge der deutschen Besiedlung in Russland dargestellt. Kapitel 3 und 4 widmen sich schließlich dem russischen Bildungswesen, um im folgenden Kapitel 5 das wolgadeutsche Schulwesen in den Kontext zu stellen. Der kurzen Beschreibung der petrinischen Europäisierungsbestrebungen im Bildungsmilieu, folgt die zusammenfassende Untersuchung des bestehenden Schulsystems in Russland zur Zeit der Ansiedlung der Deutschen an die südliche Wolgaregion. Anschließend wird zu Beginn des fünften Kapitels in 5.1. die Siedlerstruktur und das Ausmaß der wolgadeutschen Besiedlung erläutert. Aufbauend auf der Beschreibung der ökonomischen und organisatorischen Ausgangslage in Kapitel 5.2., wird in 5.3. auf den Aufbau der ersten wolgadeutschen Schulen eingegangen. Schließlich werden in Kapitel 5.4. die wichtigsten Grundschultypen vorgestellt und deren Entwicklung wiedergegeben. Kapitel 5.5. widmet sich dem Schulmeister, einer Schlüsselposition in der Entwicklung des wolgadeutschen Schulwesens. Abgeschlossen wird das fünfte Kapitel durch Untersuchungen über die „Russifizierung“ des Schulwesens an der Wolga. Abschließend gibt Kapitel 6 eine Zusammenfassung. In der gesamten Arbeit wird deskriptiv-analytisch vorgegangen.

Die Beantwortung der beiden Leitfragen erfolgt – gemäß dem bisherigen Forschungsstand – hauptsächlich anhand der Quellen und Literatur, die ausschließlich protestantische Wolga-Dörfer und ihre Schulen darstellen. Kapitel 5.7. geht kurz auf das katholische wolgadeutsche Schulwesen ein. Im Übrigen wird bewusst eine Abgrenzung zu den Mennoniten[9] und der Herrnhuter Brüdergemeinde in Sarepta[10] vorgenommen. Diese hatten nämlich spezielle Bedingungen für ihre Übersiedlung an die südliche Wolga ausgehandelt. Unter anderem deshalb entwickelten sie sich nicht nur in Bezug auf wirtschaftliche Aspekte zu „Muster-Kolonien“, sondern auch in kultureller Hinsicht und folglich im Schulwesen.[11] Aufgrund dessen können sie nicht als repräsentativ für das wolgadeutsche Bildungssystem behandelt werden.

Der Stand der Forschung zur allgemeinen Geschichte der Wolgadeutschen ist sowohl in der russischen als auch deutschen Literatur „relativ gut wiedergespiegelt“.[12] Es existieren zahlreiche Bibliographien hierzu.[13] Allerdings blieb das wolgadeutsche Geistesleben dabei „stets Stiefkind der Forschung“.[14] Bis auf die Werke von Süss[15] und Woltner[16] findet man kaum ergiebige Monographien über das Schulwesen der Wolgadeutschen. Hingegen wurde oftmals versucht die Thematik mit Aufsätzen zu umreißen. Leider dienten diese häufig nicht wissenschaftlichen, sondern politischen Interessen mit zum Teil „stark subjektiv gefärbten Anschauungen“.[17] Ein weiteres Problem liegt darin, dass der Großteil der Darstellungen des russlanddeutschen Schulwesens „stets aus protestantischer Sicht geschrieben wurde“.[18] Die katholischen Dörfer und ihre Schulen – immerhin machten sie zu Beginn rund ein Drittel der Kolonien aus – wurden in den gängigen Arbeiten nicht berücksichtigt. So ist es auch bezeichnend, dass selbst der katholische Pfarrer Beratz[19] die katholischen Siedlungen „mit Schweigen übergeht“.[20] Stricker versucht in seiner Arbeit zwar katholische Schulanstalten explizit zu berücksichtigen, maßt sich jedoch – nach eigener Aussage – keineswegs an diese große Lücke zu füllen und benennt folglich dieses Desiderat der Forschung.[21] Ansonsten finden sich bei Bonwetsch und Woltner einzelne Abschnitte, von sehr geringem Ausmaß, zum katholischen wolgadeutschen Schulwesen.[22]

Die Quellenlage hat sich seit dem Zerfall der Sowjetunion verbessert. Der eingeschränkte Zugang zu den russischen Archiven zu Zeiten des Kalten Krieges wurde weitestgehend aufgehoben. So erarbeiteten 1993 Brandes und Neutatz bereits eine Übersicht der Quellenmaterialien der Archive in Saratov und Engels (bis 1931 Pokrovsk) über die Anfänge der Wolga-Kolonien.[23] Die vorliegende Arbeit fußt auf einzelnen abgedruckten Quellenauszügen in den Arbeiten von Bauer, Bonwetsch, Klaus, Kufeld, Schmidt, Süss, Woltner und Feßlers Autobiographie.[24]

2. Die Anfänge der deutschen Ansiedlung in Russland

Die ersten deutschen Spuren in Russland reichen bis in die Zeit der Kiever Rusʼ zurück.[25] Fürstin Olʼga, die interimistisch für ihren minderjährigen Sohn Svjatoslav von 945 bis 961 regierte, richtete an Otto I. die Bitte um Entsendung geeigneter geistlicher Lehrer für die junge Kiever Christenheit. Otto I. kam diesem Gesuch nach und entsandte im Jahre 961 Adalbert aus dem Kloster St. Maximin in Trier nach Kiev.[26] Später verstand es Jaroslav der Weise (Großfürst von Kiev 1019-1054) durch wohlbedachte Heiratspolitik die Kiever Rusʼ mit den führenden Häusern Europas zu verbinden. Zwei seiner Söhne gingen Ehen mit deutschen Adeligen ein.[27] Doch nicht nur fürstliche Familien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation widmeten dem wachsenden Reich im Osten ihre Aufmerksamkeit. Deutsche Kaufleute begannen mit der Kiever Rusʼ zunehmend Handel zu treiben: „Киев привлекал немецких купцов роскошью и обилием товаров как русского, так и восточного и византийского происхождения“.[28]

Während aus dieser Zeit der Kiever Rusʼ nur sporadische Spuren deutscher Händler überliefert sind und diese sich letztlich mit dem Einfall der Mongolen und der Zerstörung Kievs im Jahre 1240 allmählich verlieren, liefern wohlerhaltene Dokumente aus der Zeit der Novgoroder Hanse mehr Informationen über das rege Leben und Treiben deutscher Kaufleute in den Städten Nordrusslands.[29] Dort werden die Deutschen „von alters her“, das heisst seit den Anfängen der normannischen Präsenz vermutet. Wobei die meisten erhaltenen Dokumente mit zahlreichen ausführlichen Beschreibungen aus der Zeit nach 1241 stammen. Später spielten unter Ivan III. – der Große (Großfürst von Moskau 1462-1505) – und Vasilij III. (Großfürst von Moskau 1505-1533) deutsche Handwerker und Waffenschmiede im Kampf gegen das tatarische Joch und der „Sammlung der russischen Erde“ durch das Moskauer Großfürstentum eine bedeutende Rolle. In diese Zeit fällt wohl auch die Gründung der nemeckaja sloboda [30] , der „Fremdenvorstadt“.[31] Diese entstand im Nordosten Moskaus am Fluss Jausa. Nach russischem Verständnis und Recht war die sloboda ein Ort, an dem sich Freie und Nicht-Orthodoxe ansiedeln durften. Wegen der Dominanz der deutschen Sprache war diese Vorstadt vorwiegend deutsch geprägt. Unter der Herrschaft Ivan IV. – der Schreckliche (Zar 1547-1584) – wurde diese gezielt mit Gelehrten, Handwerkern, Kaufleuten, Offizieren und Technikern besiedelt.[32] Es kam unter Ivan IV. Regierungszeit jedoch auch zu Versklavung zahlreicher deutscher Kriegsgefangener aus den eroberten westlichen Gebieten, die in Russland wirtschaftlich ausgebeutet wurden.[33] Matthäi sieht zusammenfassend in der Regierungszeit Ivan III. und seines Enkels Ivan IV. „die ersten ernstlichen Versuche, ausländische Kräfte nach Rußland zu ziehen, um dadurch einige Gewerbszweige zu vervollkommnen“.[34] Dabei spielte die nemeckaja sloboda eine sehr wichtige Rolle im ökonomischen und kulturellen Leben der Hauptstadt als auch des ganzen Landes.[35]

Im 17. Jahrhundert wurde schließlich Peter I. – der Große (Zar 1682-1725) – ein ständiger Besucher und Förderer der nemeckaja sloboda und seiner vorwiegend deutschstämmigen Bewohner. Peter der Große, der als „beispiellose Personifikation der regierungsseitigen Europäisierungsbestrebungen“[36] in die Geschichtsbücher eingegangen ist, ließ auf dem Boden der deutschen Vorstadt eine der ersten Manufakturen Russlands errichten, gewährte deutschen Kaufleuten gewisse Exklusivrechte im Handelsbereich und besetzte Berufsgruppen wie Mediziner, Apotheker und Offiziere, wie der brandenburgische Gesandtschaftssekretär Korn in seinem Tagebuch feststellte, mehrfach durch Deutsche.[37] Für die Anwerbung von ausländischen Fachkräften erließ Peter I. bereits am 16. April im Jahre 1702 das erste Berufungsmanifest des Zarenreiches und leitete somit erstmals offiziell die systematische Herbeiführung fremdländischer Arbeitskräfte in das russische Reich ein. Als Motiv wurde Folgendes formuliert: „[…] zum Wohl des Volkes des russischen Staates, damit unsere Untertanen mehr und besser lernen können und im Handelswesen geschickter werden.“[38] Diesem Ruf folgten vor allem Offiziere und Soldaten. So machten zu Beginn des 18. Jahrhunderts Ausländer, hier vor allem Deutsche, mehr als 50 Prozent innerhalb der Generalität und Admiralität der russischen Armee aus.[39] Ferner war in den 1730er Jahren laut Brüggen „die gesamte Staatsleitung in den deutschen Händen“.[40] In der Regierungszeit von Anna Ivanovna (Zarin 1730-1740) und Elisavet Petrovna (Zarin 1741-1762) wurde die Anwerbung von Ausländern in das Russische Reich fortgesetzt und schließlich auch der Versuch unternommen die südlichen Wolga-Gebiete mit Hilfe von Kolonisten zu besiedeln, jedoch vorerst ohne bleibenden Erfolg.[41] Insgesamt beinhaltete das russische Gesetzbuch der Jahre 1701 bis 1750 32 Gesetze, die Ausländer betrafen und 22 Erlasse des Senats, die die Bestimmungen dieser Gesetze vervollständigten.[42]

3. Die Europäisierung des russischen Bildungswesens in der petrinischen Zeit

Die Europäisierungsbestrebungen insbesondere durch Peter I. hatten auch Auswirkungen auf das Bildungsmilieu des Russischen Reiches. Der Kaiser, durch die Epoche der Aufklärung beeinflusst, erkannte, dass der gesamtkulturelle Zustand des Landes von der Bildung und Erziehung seiner Bewohner abhing.[43] Peter betrachtete somit die Umgestaltung des Bildungswesens als „vorrangige Aufgabe“[44] und versuchte durch Reformen dieses an westliche Standards heranzuführen.[45] Umgekehrt „spielte Russland für Westeuropa […] die Rolle eines Versuchsgeländes für die Verbreitung aufklärerischer Gedanken mit einem fruchtbaren Nährboden für die praktische Verwirklichung aller Ideen.“[46] Hierbei kam es vor allem zwischen dem „Alten Russland“ und dem „Gelehrten Deutschland“, wie die beiden Länder von manch Ideologen bezeichnet werden, zum mannigfaltigsten kulturellem Austausch.[47]

Dabei agierten der deutsche Philosoph und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz und Peter I. als „geniale Initiatoren“ dieses Symposiums.[48] Dies ist durch den zahlreichem Schriftverkehr über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten belegt, welcher wesentlich den russischen Zaren in seinem Reformvorhaben des Bildungsmilieus beeinflusste. Leibniz regte den russischen Kaiser an die Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg zu gründen, begabte Ausländer in das Land zu holen, ein Lehrerkollegium für die Organisation der Bildung und Erziehung von Jugendlichen einzurichten und ein dreistufiges Bildungssystem mit Grund-, Mittelschulen und Universitäten zu schaffen. Die letzten beiden Punkte wurden zu den Hauptfragen der Gestaltung des russischen Bildungswesens im 18. Jahrhundert, um die gestritten und diskutiert wurde.[49]

Nach Beendigung des 20-jährigen Krieges mit Schweden setzte der Zar das Akademiekonzept nach Leibniz um und gründete im Jahre 1724 die Russische Akademie der Wissenschaften in der damaligen Hauptstadt St. Petersburg.[50] In der Folge kamen „scharenweise“[51] Wissenschaftler an die Neva, wobei von den ersten 16 angeworbenen ordentlichen Mitgliedern der Akademie zwölf Deutsche waren.[52] Sie führten in der Akademie eine Organisationsstruktur nach deutschem Vorbild ein, deren Posten, Titel und Aufteilung in Wissenschaftsgebiete beinahe bis in das 20. Jahrhundert Bestand hatte.[53] Nach Ansicht Peter I. sollte diese geschaffene Akademie die noch vorhandenen Lücken im russischen Bildungssystem schließen. Dazu sollten an der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg Wissenschaftler ausgebildet werden, um pädagogische Tätigkeit unter anderem im russischen Schulwesen ausüben zu können.[54]

Auch spielten die städtischen deutschen Schulen in Russland für das zaristische Bildungswesen eine bedeutende Rolle.[55] Stricker führt die Anfänge deutscher Schulen in den Städten Russlands bis fast an das Jahr 1600 zurück.[56] Dabei waren diese Schulen „unlösbar mit der Kirche verbunden“.[57] Eine Verquickung, die bisher in Russland zur damaligen Zeit fehlte.[58] Die zaristische Regierung benutzte diese Schulen um den russischen Adel und die Kanzleibeamten auszubilden. Aufgrund des guten Rufs der deutschen Lehranstalten bei gleichzeitig fehlenden russischen Bildungsanstalten, war auch die russische Bevölkerung darum bemüht ihre Kinder an diesen Schulen erziehen zu lassen.[59] Amburger gelangt zum Ergebnis, dass die deutschen Kirchenschulen in Russlands Städten neben der Pflege der deutschen Sprache und der Kulturarbeit, durch die Erziehung, Bildung und Beeinflussung zahlreicher junger Russen, die später dem russischen Staat teils in hohen Stellungen dienten, auch als ein wichtiger Bestandteil der russischen Bildungsgeschichte betrachten werden müssen.[60]

4. Das bestehende russische Schulwesen im 18. Jahrhundert

Von einem russischen Schulwesen ist bis zum angehenden 18. Jahrhundert nicht zu sprechen.[61] Die geistige Erziehung und Bildung der Jugend in Russland blieb bis zu dieser Zeit ausschließlich der Familie beziehungsweise privaten Initiativen überlassen.[62] In Russland gab es keine örtlichen Schulbehörden, keine Bildungsanstalten für Lehrer aller Schultypen und keinen Schulzwang. Der leibeigene Bauernstand und somit der Großteil der Bevölkerung wurde nicht in das Unterrichtswesen einbezogen.[63] Selbst den privilegierten Ständen in Russland stand kein geordnetes Schulwesen zur Verfügung.[64] Auch existierte im orthodoxen Russland keine kirchliche Schul- und Bildungstradition wie im Westen Europas. „Abweichend sogar von der orthodoxen Kirche in Griechenland besaß die russische Orthodoxie keinerlei Beziehungen weder zum wissenschaftlichen Denken noch zur Volksbildung.“[65] Die orthodoxe Geistlichkeit war größtenteils nicht einmal am Religionsunterricht beteiligt.[66] Leibniz beschrieb den Zustand des vorpetrinischen Russlands in schulischen und wissenschaftlichen Angelegenheiten somit zutreffend als „tabula rasa“, als ein unbeschriebenes Blatt.[67]

Erst unter Peter I. begannen sich Ansätze zu einem höheren Schulwesen und zum Aufbau von Fachschulen zu entwickeln. Der russische Kaiser zog die Heranbildung der Jugend und das Schulproblem in den Kreis der staatlichen Interessen, die zentralistisch in Angriff genommen wurden.[68] Das Elementar- beziehungsweise Grundschulwesen blieb dabei allerdings noch ausgespart und war in den zaristischen Bildungsplänen auch gar nicht vorgesehen.[69] Es herrschte zur damaligen Zeit noch das sogenannte ständische Prinzip vor. Das bedeutet die Söhne erlernten den Beruf ihres Vaters.[70] Dies wurde durch einen Ukaz des Senats im Jahre 1755 festgehalten und bestimmt.[71] Somit waren die unter Peter I. errichteten Schulen dazu verurteilt Fachschulen zu bleiben. Außerdem wurden diese Schulen mit staatlichen Aufgaben betraut, wie beispielsweise der Hebung des technischen, militärischen und wirtschaftlichen Niveaus Russlands sowie der Heranbildung eines fähigen Beamtenstabes. Die Errichtung sogenannter Ziffernschulen ab 1714 als Vorbereitungsanstalten für die Fachschulen, blieb in ihrer Wirkung und Ausbreitung beschränkt.[72]

Unter der Regierungszeit Katharina II. (Zarin 1762-1796) wurde im Jahre 1768 die „Sonderkommission für Schulen und der Wohlfahrt für Bedürftige“ einberufen.[73] Diese sollte sich am eingehendsten mit der Ausgestaltung der Grundschulen befassen. Inspiriert vom damaligen preußischen und österreichischen Bildungssystem war eine obligatorische Dorfschule für Knaben im Alter von acht bis zwölf Jahren geplant. Die Dorfgemeinde hatte die Schulen finanziell zu tragen, die Verwaltung unterlag dem Dorfgeistlichen. Ähnliche Schulen waren auch für die Stadtbevölkerung vorgesehen, jedoch mit einer Ausdehnung der Schulpflicht ebenso auf die weibliche Jugend. Dieselbe Sonderkommission befasste sich auch mit der Frage des Schulwesens für die konfessionellen und nationalen Minderheiten in Russland. Im Ergebnis sollten die Fremdvölker in Russland das vorgestellte System adaptieren, jedoch in Berücksichtigung nationaler und konfessioneller Eigenarten.[74] „Entnationalisierungsbestrebungen lagen der Zeit Katharinas im allgemeinen fern“, konstatiert Woltner.[75] All diese Pläne gelangten jedoch nie zu einer weitgehenden Ausführung. Dies lag vor allem daran, dass im Gegensatz zu Österreich in Russland keine lokalen Schulbehörden geschaffen wurden und es im Land an genügend Lehrern mangelte.[76]

5. Das wolgadeutsche Schulwesen

5.1. Besiedlung des Wolga-Gebiets durch Deutsche

In die Tradition der Anwerbung von Ausländern (siehe Kapitel 2.) reihte sich auch Katharina II. – die Große – ein und bemühte sich weiterhin Fachpersonal und Wissenschaftler aus dem Ausland, vor allem aus dem medizinischen Bereich anzuwerben.[77] Ein Novum war jedoch, dass sie erfolgreich und im großen Umfang die Besiedlung der südlichen Landesteile durch ausländische Landwirte verwirklichte.[78] Stumpp sieht in Katharinas Ansiedlungspolitik und ihrer Nachfolger eine klare Unterscheidung von zwei Gruppen des ankommenden Deutschtums in Russland. Während die erste Gruppe der angesiedelten Deutschen im Russischen Reich in den Jahrhunderten vor 1750 meist in Städten lebte, den höheren Ständen und Berufsgruppen wie Handwerkern, Kaufleuten, Ingenieuren und Offizieren angehörte, vielfach ihre deutsche Staatsbürgerschaft beibehielt und oft nur vorübergehend im Russischen Reich blieb oder aber – und das gilt insbesondere für das höhere Beamtentum – zum Teil im Russländischen aufging und ihre deutsche Muttersprache aufgab, ging die weitaus größere, zweite Gruppe der Deutschen in Russland auf die planmäßige Siedlungspolitik der russischen Kaiser zwischen 1763 und 1824 zurück, die vorwiegend ländliche ackerbautreibende Bevölkerung aus Deutschland in die russische Peripherie lockte.[79] Mit dieser Politik der Besiedlung von fast menschenleeren, zum Teil erst eroberten Gebieten durch fremde Ackerbauern ging Katharina II. mit dem Zeitgeist des 18. Jahrhunderts und den damals vorherrschenden Ideen der Peuplierung, des Merkantilismus, des Kameralismus und der Physiokratie.

Zur Grundlage der Besiedlung des südlichen Wolga-Gebietes durch Deutsche wurde das zweite Siedlungsmanifest, welches Katharina II. am 22. Juli 1763 erließ.[80] Für die Anwerbung der Kolonisten wurde der gesamte Apparat des Gesandtschaftswesens in Gang gesetzt. Neben den staatlichen Kron-Agenten beziehungsweise Kron-Kommissionären, die direkt im Dienste der Petersburger Krone standen, engagierte die Regierung auch sogenannte Lokatoren – private Werber – gegen Bezahlung.[81] Auch wurde die so bezeichnete „Tutelkanzlei“, eine Art Vormundschaftskanzlei für die Ansiedler[82], eingerichtet. Die Aufgabe dieser Kanzlei bestand darin „alle gerechten Forderungen zu befriedigen“, die die Neuankömmlinge stellten, sowie „dafür Sorge zu tragen, daß sie bei ihrem Eintreffen in Rußland keinerlei Erschöpfung unterliegen und ihnen bei erster Gelegenheit provisorische Wohnstätten zugewiesen werden, bis jeder nach seinem eigenen Wunsch eingewiesen wird“.[83] Das Jahresbudget war mit 200.000 Rubel ebenfalls reichlich bemessen. Die Leitung der Tutelkanzlei hatte Katharinas Liebhaber und mächtigster Günstling Graf Grigorij Grigorʼevič Orlov inne. Des Weiteren war die Kanzlei unmittelbar der Zarin unterstellt. Ein Zeichen dafür wie wichtig Katharina II. diese Migrationsmaßnahme war.[84]

Als Ergebnis dieser Schritte kamen – laut Pleve – die meisten Kolonisten, rund 85 Prozent, in den beiden Jahren 1765 und 1766 nach Russland. In der Summe waren es zwischen den Jahren 1762 und 1772 30.623 Personen, die nach Russland emigrierten.[85] Andere geben wieder, dass sich die Zahl der Übersiedler von 1763 bis 1775 zwischen 25.000 und etwa 32.000 Menschenseelen bewegte. Davon kamen vier Fünftel in den Jahren zwischen 1763 und 1766.[86] Laut Pleve wurden von diesen 30.623 Menschen rund 416 Personen in Kolonien rund um St. Petersburg, weitere 329 in Livland und 283 bei Jamburg angesiedelt. 1.436 Kolonisten siedelten in die verschiedensten Gegenden Kleinrusslands über. 337 Personen blieben als Handwerker in Moskau, Reval, St. Petersburg und Tambov. Die größte Gruppe an Siedlern jedoch, insgesamt 26.676 Menschen, wurden in die Gebiete bei Saratov geschickt. Bei der langen und beschwerlichen Reise vom Auffanglager in Oranienbaum bei St. Petersburg – dem heutigen Lomonosov – und dem anschließenden Landweg an die südlichen Wolga-Ufer, starben 3.293 Kolonisten unterwegs.[87] Das waren rund 12,5 Prozent derer, die sich auf den Weg an die Wolga machten. Im Ergebnis ließen sich somit 23.216 Menschen in dem geschlossenen Siedlungsgebiet um die Stadt Saratov mit insgesamt 104 Kolonien, die allesamt zwischen 1764 und 1771 gegründet wurden, nieder.[88] Dabei wurde die erste Kolonie an der Wolga am 29. Juli 1764 gegründet.[89] Von den 104 Kolonien befanden sich 45 Kolonien auf der sogenannten Bergseite, der westlichen Seite der Wolga, und 59 Kolonien wurden auf der Wiesenseite, dem östlichen Wolga-Ufer, angelegt.[90] Nach Konfessionszugehörigkeit liefern die Listen der ersten Kolonisten folgendes Bild: die größte Gruppe bildeten die Lutheraner mit über 4.000 Familien, gefolgt von den Katholiken mit etwa 2.500 Familien und den Reformierten mit rund 1.250 Familien.[91]

[...]


[1] Vgl. Längin, B. G., Die Rußlanddeutschen unter Doppeladler und Sowjetstern (1992), S. 16-17

[2] Vgl. Dahlmann, D./ Tuchtenhagen, R., Zwischen Reform und Revolution (1994), S. 9.

[3] Bei der Schreibweise des Flusses Wolga soll hier abweichend von den Regeln der Transliteration (Volga) die eingedeutschte Schreibweise Wolga verwendet werden. Das gilt ebenso für Namen: Peter (Pëtr), Katharina (Ekaterina).

[4] Vgl. Dahlmann, D./ Tuchtenhagen, R., Zwischen Reform und Revolution (1994), S. 9; Schippan, M., Der Beginn der deutschen Rußlandauswanderung im 18. Jahrhundert, S. 52.

[5] Im Russischen немцы Поволжья oder Поволжские немцы.

[6] Eisfeld, A., Die Russland-Deutschen (1992), S. 61.

[7] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 153.

[8] Im Rahmen dieser Arbeit werden die Begriffe des Bildungs- und Schulwesens als Synonyme verwendet.

[9] Hier sei lediglich kurz auf die Dissertation von Froese, L., Das pädagogische Kultursystem der mennonitischen Siedlergruppe in Rußland (1949), verwiesen.

[10] Zur näheren Geschichte Sareptas siehe Glitsch, A., Die Geschichte der Brüdergemeinde Sarepta (1865) und Hafa, H., Die Brüdergemeinde Sarepta (1936).

[11] Vgl. Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 50-51.

[12] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 9.

[13] Nach Erscheinungsjahr wiedergegeben: Schiller, F.; Literatur zur Geschichte und Volkskunde der deutschen Kolonien in der Sowjetunion für die Jahre 1764-1926 (1927 und 1990); Long, J., The German Russians (1979); Stumpp, K., Das Schrifttum über das Deutschtum in Rußland (1980); Brandes, D./ Busch, M./ Pavlović, K., Bibliographie zur Geschichte und Kultur der Rußlanddeutschen (1994).

[14] Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. V.

[15] Vgl. Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004).

[16] Vgl. Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937).

[17] Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. V. Als Beispiele seien hier genannt: Klaus, A., Duchovenstvo i školy v našich nemeckich kolonijach (1869); Russkago (Synonym), O narodnom obrazovanii v nemeckich poselenijach Povolžja (1897); Schmal, P., Beiträge zur Geschichte der Volksbildung in den Wolgakolonien (1929).

[18] Stricker, G., Die Schulen der Wolgadeutschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1994), S. 244.

[19] Vgl. Beratz, G., Die deutschen Kolonien an der unteren Wolga in ihrer Entstehung und ersten Entwickelung (1923).

[20] Stricker, G., Die Schulen der Wolgadeutschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1994), S. 244.

[21] Vgl. Stricker, G., Die Schulen der Wolgadeutschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1994).

[22] Vgl. Bonwetsch, G., Geschichte der deutschen Kolonien an der Wolga (1919), S. 82-84; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 48-51 sowie 72-75.

[23] Vgl. Brandes, D./ Neutatz, D., Archivbestände zur Geschichte der Wolgadeutschen in Saratov und Engels (1993).

[24] Vgl. Bauer, G., Geschichte der deutschen Ansiedler an der Wolga (1908); Bonwetsch, G., Geschichte der deutschen Kolonien an der Wolga (1919); Feßler, I., Rückblicke auf eine siebzigjährige Pilgerschaft (1824); Klaus, A., Naši kolonii (1869); Klaus, A., Unsere Kolonien (2009); Kufeld, J., Die Deutschen Kolonien an der Wolga (2000); Schmidt, D., Studien über die Geschichte der Wolgadeutschen (1930); Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004); Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937).

[25] Vgl. Längin, B. G., Die Rußlanddeutschen unter Doppeladler und Sowjetstern (1992), S. 16-17.

[26] Vgl. Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 16-17; German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., Istorija nemcev Rossii (2005), S. 13; die deutschen Quellen hierzu sind in Auszügen wiedergegeben in: Karamzin, N. M., Istorija Gosudarstva Rossisjskogo (1842), I. Band, 1. Buch, Col. 110 der Anmerkungen.

[27] Vgl. Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 18; nach Stökl, G., Russische Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (1965), S. 89, waren es drei Söhne.

[28] Grekov, B. D., Kievskaja Rusʼ (1949), S. 483.

[29] Vgl. Ischchanian, B., Die ausländischen Elemente in der russischen Volkswirtschaft (1913), S. 8; Schippan, M./ Striegnitz, S., Wolgadeutsche (1992), S. 8; Stumpp, K., Deutsche in Rußland und in der Sowjetunion 1763-1986 (1986), S. 2.

[30] Das Wort nemeckaja, abgeleitet von nemec, entsprang vor langer Zeit in der Rusʼ dem Wort nemoj, was so viel wie stumm bedeutet. Somit stand das Wort nemec für Ausländer, die der russischen Sprache nicht oder lediglich schlecht mächtig waren. Und da es sich in Russland historisch so zutrug, dass der Großteil der Einwanderer den deutschsprachigen Ländereien entstammte, wurde der Ausdruck nemec ein Synonym für die Deutschen. Vgl. German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., Istorija nemcev Rossii (2005), S. 13.

[31] German, A. A., Ilarionova, T. S. und Pleve, I. R. sprechen von einer Gründung Ende der 1550er Jahre, vgl. Istorija nemcev Rossii (2005), S. 15.

[32] Vgl. Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 19-23; Jenny, E., Die Deutschen im Wirtschaftsleben Russlands (1920), S. 6; Schippan, M./ Striegnitz, S., Wolgadeutsche (1992), S. 8-9; Stumpp, K., Die Rußlanddeutschen zweihundert Jahre unterwegs (1981), S. 6; Stumpp, K., Deutsche in Rußland und in der Sowjetunion 1763-1986 (1986), S. 2.

[33] Vgl. Fechner, A., Chronik der evangelischen Gemeinden in Moskau, S. 28; Ischchanian, B., Die ausländischen Elemente in der russischen Volkswirtschaft (1913), S. 10.

[34] Matthäi, F., Die Industrie Rußlands in ihrer bisherigen Entwicklung und in ihrem gegenwärtigen Zustande (1871), S. 15.

[35] Vgl. German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., Istorija nemcev Rossii (2005), S. 18.

[36] Ischchanian, B., Die ausländischen Elemente in der russischen Volkswirtschaft (1913), S. 15.

[37] Vgl. Korb, J. G., Tagebuch der Reise nach Russland (1968), S. 177 und 201-205.

[38] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 32.

[39] Vgl. Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 30-53.

[40] Brüggen, E. F. v. d., Wie Rußland europäisch wurde (1885), S. 396-402.

[41] Vgl. Schippan, M., Der Beginn der deutschen Rußlandauswanderung im 18. Jahrhundert (1999), S. 51.

[42] Vgl. Kirov, A. N., Inostrancy v Rossii: Zakonodatelʼstvo pervoj poloviny XVIII v. (1995), S. 87; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 32.

[43] Vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 3-4.

[44] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 30.

[45] Vgl. German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., Istorija nemcev Rossii (2005), S. 23; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 28-30; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 3-4.

[46] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 29.

[47] Vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 5; Kahn, H. W., Die Deutschen und die Russen (1984), S. 44.

[48] Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 10. Andere Namen, die in diesem Kontext auftauchen, sind die von Leonhard Euler; August Ludwig Schlözer und Christian Wolff; vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 10; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 42.

[49] Vgl. Demkov, M. I., Vlijanie zapadno-evropejskoj pedagogiki na russkuju pedagogiku (1910), S. 40; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 38-39.

[50] Vgl. Andreev, A. I., Osnovanie Akademii nauk v Peterburge (1947), S. 285.

[51] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 43.

[52] Vgl. Maier, L., Deutsche Gelehrte an der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften im 18. Jahrhundert (1984), S. 28; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 42-44.

[53] Vgl. Balošina, N. Ju., Značenie nemeckoj mentalʼnosti v stanovlenii ponjatija „nauka“ v Rossii (1997), S. 211.

[54] Vgl. Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 44-48.

[55] Vgl. German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., Istorija nemcev Rossii (2005), S. 23-24. Hier sei beispielweise auf eine der bekanntesten Schulen Moskaus im 18. Jahrhundert, das 1706 durch den Pastor Johann Ernst Glück eröffnete Akademische Gymnasium verwiesen, vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 12-14; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 39-42.

[56] Vgl. Stricker, G., Deutschsprachige Bildungseinrichtungen im Russischen Reich und in der Sowjetunion (1988), S. 163.

[57] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 48.

[58] Vgl. Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 2.

[59] Vgl. Stricker, G., Deutschsprachige Bildungseinrichtungen im Russischen Reich und in der Sowjetunion (1988), S. 163; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 48-55.

[60] Vgl. Amburger, E., Deutsche in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Rußlands (1986), S. 68.

[61] Dies gilt ebenso für das Volksschulwesen in Deutschland des 18. Jahrhunderts, vgl. Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 150-152.

[62] Vgl. Kapterev, P. F., Istorija russkoj pedagogii (1915); Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 138; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 3.

[63] Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 141.

[64] Vgl. Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 3.

[65] Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 1.

[66] Vgl. Luchterhandt, O., Die Rechtsstellung der Deutschen vor und nach der Aufhebung der Privilegien (1994), S. 106-107.

[67] Vgl. Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 138.

[68] Vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 20; Stricker, G., Deutsche Geschichte im Osten Europas (1997), S. 33; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 4.

[69] Vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 20.

[70] Vgl. Luchterhandt, O., Die Rechtsstellung der Deutschen vor und nach der Aufhebung der Privilegien (1994), S. 106.

[71] Vgl. Kapterev, P. F., Istorija russkoj pedagogii (1915), S. 160-161; Tolstoj, D. A., Vzgljad na učebnuju častʼ v Rossii v XVIII stolětii do 1782 goda (1885), S. 13-14; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 5.

[72] Vgl. Tolstoj, D. A., Vzgljad na učebnuju častʼ v Rossii v XVIII stolětii do 1782 goda (1885), S. 1-6; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 140-141 und 143; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 4.

[73] Vgl. Tolstoj, D. A., Vzgljad na učebnuju častʼ v Rossii v XVIII stolětii do 1782 goda (1885), S. 65-71.

[74] Vgl. Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 10-12.

[75] Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 12.

[76] Vgl. Hölzl, J., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2013), S. 31; Süss, W., Das Schulwesen der deutschen Minderheit in Russland (2004), S. 31 und 147; Woltner, M., Das wolgadeutsche Bildungswesen und die russische Schulpolitik (1937), S. 12.

[77] Vgl. Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 90-97.

[78] Vgl. Dahlmann, D., Die Deutschen an der Wolga von der Ansiedlung 1764 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1996), S. 2; Schippan, M., Der Beginn der deutschen Rußlandauswanderung im 18. Jahrhundert (1999), S. 50 und 52; Schippan, M./ Striegnitz, S., Wolgadeutsche (1992), S. 8.

[79] Vgl. Stumpp, K., Die Rußlanddeutschen zweihundert Jahre unterwegs (1981), S. 6.

[80] Das erste Siedlungsmanifest der russischen Kaiserin vom 14. Dezember 1762 blieb wegen seiner „Unverbindlichkeit und Allgemeinheit“ und der Auslassung der gewährten Rechte und Privilegien für die Einwanderer weitgehend folgenlos. Vgl. Dahlmann, D., Die Deutschen an der Wolga von der Ansiedlung 1764 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1996), S. 2; Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 98; Schippan, M., Der Beginn der deutschen Rußlandauswanderung im 18. Jahrhundert (1999), S. 52.

[81] Vgl. Brandes, D., Einwanderung und Entwicklung der Kolonien (1997), S. 53; Dahlmann, D., Die Deutschen an der Wolga von der Ansiedlung 1764 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1996), S. 2-3.

[82] Im Russischen Канцелярия Опекунства иностранных.

[83] Fleischhauer, I., Die Deutschen im Zarenreich (1986), S. 101.

[84] Vgl. Brandes, D., Einwanderung und Entwicklung der Kolonien (1997), S. 51; Schippan, M./ Striegnitz, S., Wolgadeutsche (1992), S. 22-23.

[85] Vgl. Pleve, I. R., Manifest Ekateriny II. ot 22 ijulja 1763 g. (1995), S. 30. Es ist aber auch zu berücksichtigen, dass darüber hinaus einige Listen der ersten Kolonisten unwiederbringlich verloren gingen, vgl. Pleve, I. R., Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767 (2001), S. 12.

[86] Vgl. Bartlett, R. P., Human Capital (1979), S. 96; Bonwetsch, G., Geschichte der deutschen Kolonien an der Wolga (1919), S. 22-23; Kabuzan, V. M., Nemeckoe naselenie v Rossii v XVIII – načale XX veka (1989), S. 23; Pallas, P. S., Reise durch verschiedene Provinzen des russischen Reichs (1776), S. 624.

[87] Vgl. Brandes, D., Die Deutschen in Rußland und der Sowjetunion (1992), S. 92.

[88] Vgl. Pleve, I. R., Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767 (1999), S. 12; Stumpp, K., Die Rußlanddeutschen zweihundert Jahre unterwegs (1981), S. 12; Klaus (Unsere Kolonien, 2009, S. 33), Bauer (Geschichte der deutschen Ansiedler an der Wolga, 1908, S. 21) und Fleischhauer (Die Deutschen im Zarenreich, 1986, S. 102) sprechen dagegen von 102 Kolonien. Eisfeld (Deutsche Kolonien an der Wolga 1917-1919 und das Deutsche Reich, 1985, S. 19) gar von 101.

[89] Vgl. Pleve, I. R., Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767 (1999), S. 25; Schippan und Striegnitz (Wolgadeutsche, 1992, S. 60) sprechen dagegen vom 29. Juni 1764.

[90] Vgl. Wiens, H., Deutsche in Rußland und in der GUS 1763-1997 (1997), S. 5.

[91] Vgl. Pleve, I. R., Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767 (1999), S. 22. German, A. A./ Ilarionova, T. S./ Pleve, I. R., legen zu der Konfessionszugehörigkeit folgende Zahlen vor: “Среди первых колонистов насчитывалось 51,5% лютеран, 32,25% католиков и 16,25% реворматов. К 80-м годам XVIII столетия это соотношение несколько изменилось. В 1786 г. в колониях насчитывалось католиков 7241 чел. (26,5%) и протестантов 20.051 (73,5%), в том числе лютеран 14.834 чел. (54,4%) и реформатов 5.217 чел. (19,1%). Подобные изменения объясняются тем, что большинство неспособных к хлебопашеству были католиками и их отправляли на заработки в города России. В основном католики были захвачены в плен или погибли во время набегов киргизов-кайсаков.“, vgl. Istorija nemcev Rossii (2005), S. 71.

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten

Details

Titel
Das Schulwesen der Wolgadeutschen zwischen 1762 und 1917. Allgemeine Entwicklungen und Hindernisse
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Osteuropas und seiner Kulturen)
Veranstaltung
Master-Thesis
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
68
Katalognummer
V318735
ISBN (eBook)
9783668180871
ISBN (Buch)
9783946458531
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wolgadeutsche, Wolga, Deutsche, Russlanddeutsche, Russland, Siedler, Schulwesen, Bildungswesen, Schule, Wolga-Gebiet, wolgadeutsch, Saratov, Wolga-Republik, Kirche, Grundschule, Gesellschaftsschule, Genossenschaftsschule, Zemstvo-Schule, Zemstvo, Schulmeister, Fessler
Arbeit zitieren
Andrej Richter (Autor), 2016, Das Schulwesen der Wolgadeutschen zwischen 1762 und 1917. Allgemeine Entwicklungen und Hindernisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318735

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Schulwesen der Wolgadeutschen zwischen 1762 und 1917. Allgemeine Entwicklungen und Hindernisse


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden