Die folgende Arbeit erläutert, wie die Black Cultural Nationalists in den sechziger Jahren in den USA während der Black Power Ära versuchten, eine kulturelle Befreiung der afrikanisch-amerikanischen Bevölkerung umzusetzen.
Zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung formierte sich eine afrozentristische Bewegung, die eine kulturelle Revolution anstrebte. Sie revitalisierte beziehungsweise konstruierte afrikanische Traditionen und Werte, die alle afrikanischen Amerikaner in der Gesellschaft stärken und ihnen Selbstwertgefühl und Selbstachtung verschaffen sollte.
Ihr Ziel war es, aus der erlangten Freiheit aus der Sklaverei auch eine mentale, kulturelle Befreiung vom weißen Unterdrücker zu erzielen.
Um dies zu erreichen, wurde sich der afrikanisch-amerikanischen Geschichte bewusstgemacht und diese in eigenen Institutionen gelehrt. Auch spirituell beziehungsweise in religiöser Hinsicht emanzipierten sich die Black Cultural Nationalists unter anderem durch Marcus Garvey. Das Black Arts Movement erbrachte eine Emanzipation in Literatur, Musik, Kunst und Theater und mit den Black Aesthetics wurde auch Schönheit im afrikanisch-amerikanischen Sinne definiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition einiger Begriffe
3. Der Black Cultural Nationalism
3.1. Garvey und Karenga- Pioniere der Afrikanisch-Amerikanischen kulturellen Revolutionsidee
3.2. Kawaidaa und Co. – Die Konstruktion sowie das Aufgreifen alter afrikanischer Traditionen
3.3. Kulturelles Einheitsgefühl durch Spiritualität und Geschichte
4. Das Black Arts Movement
4.1. Malcolm X und die mentale Dekolonialisierung
4.2. Das Black Arts Movement und Imamu Amiri Baraka
4.3. Black Aesthetics- Black is beautiful
5. Schluss
5.1. Kritik
5.2. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bestreben der Black Cultural Nationalists während der Black Power Ära in den USA, eine kulturelle Befreiung und Revolution der afrikanisch-amerikanischen Bevölkerung herbeizuführen, um durch die Wiederentdeckung und Konstruktion eigener kultureller Identität, Religion und Traditionen eine Emanzipation vom weißen Unterdrücker zu erreichen.
- Kulturelle Emanzipation und das Black Arts Movement
- Die Philosophie der Kawaida und die sieben Prinzipien (Nguzo Saba)
- Die Rolle der Religion bei der mentalen Dekolonialisierung
- Kritische Analyse von Afrozentrismus und Black Cultural Nationalism
Auszug aus dem Buch
3.1. Garvey und Karenga- Pioniere der Afrikanisch-Amerikanischen kulturellen Revolutionsidee
„National Liberation, the freeing of one nation (culture) from the domination of another...To free the nation is at the same time to free the culture, i.e. the way of life...“ (S. 13 The Black Cultural Revolution)
Das vorangegangene Zitat von Maulana Karenga, beschreibt sehr deutlich, was unter kultureller Befreiung zu verstehen ist. Maulana Karenga (*1941) der Anführer der US Organisation war der jenige der den Black Cultural Nationalism der Black Power Ära entwickelte.9 Der gedankliche Wegbereiter dieser Idee war allerdings schon viel früher der aus Jamaika stammende, in Amerika lebende Marcus Garvey (* 1887) mit seiner Organisation UNIA (Universal Negro Improvement Association). Garvey betonte die Einheit, die gemeinsamen Interessen sowie den gemeinsamen Kampf aller Afrikaner in der Welt für eine eigene Kultur, da seiner Auffassung nach die in den USA lebenden Afrikaner keine eigene Kultur hätten.10 Garvey versuchte alle Afrikaner mit Hilfe von Religion zu vereinen, da er verstand welche wichtige Rolle diese im Leben der Menschen spielte. Er selbst war ein gläubiger Christ, lehnte aber das rassistische weiße Christentum Nordamerikas ab und betonte, dass Afrikanisch- Amerikaner ihre eigene Religion auf dem Grundsatz des Christentums formen müssten.11
Sein Plan war es alle Afrikanisch-Amerikaner in ihre „Heimat“ Afrika zurück zu bringen. Daraus resultierend erhielt die durch ihn entstandene Bewegung ihren Namen „Back to Africa“ Bewegung. Unter der Führung des charismatischen Anführers Garvey konnte seine Organisation UNIA mit Hilfe von Spenden Afrikanisch- Amerikanern aus der Bevölkerung zwei Schiffe ergattern, welche für die Reise nach Afrika gedacht waren.12
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den historischen Kontext der Black Power Ära und die Bestrebungen zur kulturellen Befreiung der afrikanisch-amerikanischen Bevölkerung.
2. Definition einiger Begriffe: Hier werden grundlegende Termini wie Kultur, Black Arts Movement, Pan-Afrikanismus und Afrozentrismus im spezifischen Kontext der Arbeit definiert.
3. Der Black Cultural Nationalism: Dieses Kapitel analysiert die ideologischen Pioniere Garvey und Karenga, das Kawaida-System sowie die Bedeutung von Spiritualität und Geschichte.
4. Das Black Arts Movement: Der Fokus liegt auf der mentalen Dekolonialisierung durch Malcolm X, dem Wirken von Imamu Amiri Baraka und der Definition der Black Aesthetics.
5. Schluss: Dieses Kapitel bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den nationalistischen Tendenzen und eine zusammenfassende Betrachtung der kulturellen Errungenschaften der Bewegung.
Schlüsselwörter
Black Cultural Nationalism, Black Arts Movement, Kawaida, Nguzo Saba, Black Power, Kwanzaa, Afrozentrismus, Dekolonialisierung, Imamu Amiri Baraka, Marcus Garvey, kulturelle Identität, Pan-Afrikanismus, Black Aesthetics, Emanzipation, schwarze Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die kulturellen und politischen Bestrebungen der Black Cultural Nationalists in den 1960er Jahren in den USA, die eine gezielte kulturelle Revolution zur Befreiung der afrikanisch-amerikanischen Bevölkerung anstrebten.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Black Arts Movement, die Kawaida-Philosophie, afrikanische Identitätsstiftung, religiöse Transformationen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Afrozentrismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Konstruktion von Traditionen, Kunst und Werten eine mentale und kulturelle Dekolonialisierung erreicht werden sollte, um dem Selbsthass entgegenzuwirken und Stärke aufzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse der historischen Black Power Bewegung, unter Einbeziehung von Essays, theoretischen Schriften führender Akteure und einschlägiger Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Garvey und Karenga, die philosophische Ausarbeitung durch das Nguzo Saba System sowie die ästhetische Umsetzung im Black Arts Movement unter maßgeblicher Beteiligung von Imamu Amiri Baraka.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Black Cultural Nationalism, Black Arts Movement, Nguzo Saba, Kawaida, Dekolonialisierung und die kulturelle Reafrikanisierung stehen im Zentrum der Untersuchung.
Welche Rolle spielt Malcolm X in diesem Kontext?
Malcolm X wird als entscheidende Figur für die mentale Dekolonialisierung dargestellt, da er durch seine Reden das Bewusstsein für die eigene Geschichte schärfte und half, die schwarze Identität und "Blackness" positiv zu besetzen.
Wie definiert Maulana Karenga den Begriff „Kawaida“?
Karenga begreift Kawaida als ein afrikanisches Wertesystem und eine Richtlinie für ein besseres Leben, das durch die sieben Prinzipien der Nguzo Saba sowie die Verwendung der Sprache Kiswahili eine kulturelle Identität festigt.
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- Anonym (Author), 2011, Der Black Cultural Nationalism und das Black Arts Movement in den USA. Der Versuch einer kulturellen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318759