Beim Saturnalienfest, was mit den Kronia gleichzusetzen ist, handelt es um ein sehr altes und allseits beliebtes Fest. Allgemein ist bekannt, dass das Feiern bei den Römern einen sehr hohen Stellenwert einnahm. In folgender Arbeit wird das Saturnalienfest in Rom thematisiert. Dabei sollen einige ausgewählte Zitate aus dem Werk „Saturnalia“ von Macrobius eine Hilfestellung geben. In diesem Werk wird ausgiebig über Ursprung und Herkunft der Sitten, sowie über Götter und vieles mehr diskutiert.
Im Verlauf der Arbeit soll zu Beginn ein Überblick über den Kalender zur Römerzeit gegeben werden, der auch die einzelnen Festlichkeiten vermerkt hatte. Über den Forschungsstand wird in groben Zügen im nächsten Punkt berichtet, wobei auch ein Teil der griechischen Literatur angeführt wird. Danach wird in kurzen Schritten auf die einzelnen Festcharaktere eingegangen werden, wobei Familienfeste, Bauernfeste und militärische Feierlichkeiten angeführt werden.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem eigentlichen Hauptthema der Arbeit, und zwar dem Saturnalienfest. Hieraus soll geklärt werden, wie ein Tagesablauf der Saturnalia, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im privaten Kreise abgelaufen ist, woher das Fest stammt und von wem es eingeführt wurde. Außerdem werden Angaben zum Gott Saturn, dem das Fest gewidmet war, und seinem Sitz in Rom gemacht. Als letzten Punkt des Kapitels werde ich noch kurz auf die Kronien in Griechenland eingehen, sowie auf die Verbreitung und das Nachleben der Saturnalien im Laufe der Zeit. Im letzten Kapitel sollen einzelne Festlichkeiten aufgelistet werden, die den Anschein haben, den Saturnalien in ihren Ritualen zu ähneln, wobei ich mir erlaubt habe, selbst über die Ähnlichkeit Gedanken zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungen über antike Feste
3. Der römische Kalender im Überblick
3.1. Verschiedene Kalender
3.2. Aufbau im Überblick
3.3. Der Monat Dezember
3.4. Die Bezeichnung „EN“ bzw. „NP“
4. Die römischen Festcharaktere
4.1. Die Familienfeste
4.2. Die Bauernfeste
4.3. Die militärischen Feste
4.4. Antike Autoren
5. Das Saturnalienfest
5.1. Ablauf
5.1.1. Das öffentliche Fest
5.1.2. Die private Feier
5.2. Ursprung
5.2.1. Die Herrschaft des Ianus
5.2.2. Herkules‘ Zorn
5.2.3. Die Pelasger
5.3. Der Gott Saturn
5.4. Der Tempel des Saturns
5.5. Kronos und Kronien
5.6. Verbreitung und Nachleben
6. Ähnliche Feste
6.1. Das Fest der Ganymeda
6.2. Compitalia
6.3. Matronalia und Matr(on)alia
6.4. Nonae Caprotinae
6.5. Kalendae Ianuariae
6.6. Floralia
6.7. Lupercalia
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über das Saturnalienfest im antiken Rom zu vermitteln. Dabei wird untersucht, wie das Fest ablief, welche mythologischen Hintergründe existieren und in welchem Verhältnis das Saturnalienfest zum römischen Kalender sowie zu anderen antiken Festbräuchen stand.
- Struktur und Bedeutung des römischen Kalenders in der Antike.
- Unterscheidung der römischen Festcharaktere (Familien-, Bauern- und Militärfeste).
- Detaillierte Analyse des Saturnalienfestes, einschließlich öffentlicher und privater Riten.
- Mythologische Ursprungslegenden und die Rolle des Gottes Saturn.
- Vergleichende Betrachtung ähnlicher antiker Feste wie Compitalia und Lupercalia.
Auszug aus dem Buch
5.1.1. Das öffentliche Fest
Früh am Morgen begann man mit einem Bad. An diesem Tag sollte man die Toga Praetexta, die von Tullus Hostilius, dem dritten König von Rom, als Abzeichen etruskischer Magistrate eingeführt wurde, ablegen und anstelle davon die lockere Synthesis, die eine Art Hauskleid darstellt, anlegen.
Macrob. Sat. 1.6,7 (über den Ursprung der Toga praetexta):
„Tullus Hostilius, rex Romanorum tertius, debellatis Etruscis sellam curulem lictoresque et togam pctam atque praetextam…“
Auf dem Kopf trug man den Pilleus, eine Filzkappe, die im weitesten Sinne das Freisein symbolisieren sollte, denn an anderen Tagen blieb das Haupt unbedeckt.
Man machte sich dann zum Saturntempel auf, bei dem die Opferung eines Ferkels vollzogen wurde, welches man nach griechischem Ritus mit unbedecktem Haupt schlachtete. Sobald dies geschehen war, gab es ein Lectisternium, bei dem viel Wein und anderen Köstlichkeiten aufgetischt wurden. Das Lectisternium soll erst im Jahre 217 v. Chr. eingeführt worden sein und gilt als typisch griechisch. Die Statue des Saturns, die an allen anderen Tagen ansonsten mit Wollbinden gefesselt war, wurde an jenem Tag entfesselt, so dass der Gott selbst an diesem Göttermahl teilnehmen konnte. Man tanzte und sang den ganzen Tag. Das öffentliche Gelage endete dort mit dem Ruf „Io Saturnalia“, den man noch den ganzen Tag durch die Gassen Roms hallen hörte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Saturnalienfestes in Rom ein und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung des Werkes Saturnalia von Macrobius.
2. Forschungen über antike Feste: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit antiken Festen, wobei Konzepte der Kollektiverinnerung und die Rolle von Ritualen im sozialen System beleuchtet werden.
3. Der römische Kalender im Überblick: Hier wird das römische Kalendersystem analysiert, einschließlich der verschiedenen Kalendertypen, der Bedeutung von Feiertagsbezeichnungen und der spezifischen Struktur des Monats Dezember.
4. Die römischen Festcharaktere: Das Kapitel kategorisiert römische Feste in familiäre, bäuerliche und militärische Bereiche und diskutiert deren Bedeutung für die bürgerliche Religion.
5. Das Saturnalienfest: Das Hauptkapitel behandelt ausführlich Ablauf, Ursprung und mythologische Deutungen des Saturnalienfestes, inklusive des Kaiserkultes und der Verbreitung des Festes.
6. Ähnliche Feste: Es werden verschiedene Feste wie die Compitalia, Matronalia oder Lupercalia vorgestellt, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Saturnalien aufzuzeigen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Beständigkeit festlicher Traditionen über die Zeit hinweg.
Schlüsselwörter
Saturnalien, Rom, Römischer Kalender, Saturn, Festkultur, Opferrituale, Macrobius, Antike, Kult, Compitalia, Lupercalia, bäuerliche Feste, Familienfeste, Mythologie, bürgerliche Religion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des römischen Saturnalienfestes und dessen Einbettung in den antiken Festkalender sowie die römische Gesellschaftsstruktur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das antike Kalenderwesen, die verschiedenen Charakteristika römischer Feste sowie die Riten, der Ursprung und die kulturelle Bedeutung der Saturnalien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Saturnalien zu geben und diese in Relation zu anderen römischen Festen und ihrer Bedeutung im sozialen Gefüge der Antike zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Analyse antiker literarischer Quellen, insbesondere Macrobius, sowie eine vergleichende Betrachtung der Festrituale basierend auf der Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Beschreibung der öffentlichen und privaten Abläufe der Saturnalien, dem Gott Saturn selbst sowie der Verbreitung des Festes und dessen mythologischen Ursprüngen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Saturnalien, Festkultur, Römischer Kalender, Kult, Rituale und Mythologie geprägt.
Warum spielt der Gott Saturn eine so zentrale Rolle bei den Saturnalien?
Saturn wird als Gott der Zeit und der Ernte verehrt, und seine Herrschaft wurde oft als ein goldenes Zeitalter ohne Sklaven und Privateigentum idealisiert, an das während der Saturnalien symbolisch erinnert werden sollte.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Saturnalien und modernen Festen wie Weihnachten?
Ja, die Arbeit weist auf verblüffende Ähnlichkeiten hin, etwa bei den Geschenkbräuchen, der Verwendung von Lichtsymbolik und der jahreszeitlichen Nähe, die eine Beeinflussung nahelegen.
Warum gelten die Compitalia als das den Saturnalien ähnlichste Fest?
Aufgrund der ähnlichen Riten, der Einbeziehung der Laren und vor allem der gleichwertigen Einbindung der Sklaven in die Festlichkeiten zeigt das Compitalienfest die größte strukturelle Nähe zu den Saturnalien.
- Quote paper
- Jessica Schnugg (Author), 2012, Das Saturnalienfest. Ursprung und Ablauf eines römischen Festes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318762