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Die Analyse der Sozialisation von Hans-Jürgen Massaquoi anhand von ausgewählten Aspekten

Title: Die Analyse der Sozialisation von Hans-Jürgen Massaquoi anhand von ausgewählten Aspekten

Intermediate Examination Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sara Walden (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Bei meinen Recherchen zu dieser Arbeit ist mir aufgefallen, dass es nur wenige Informationen über Verfolgte im Dritten Reich gibt, die zwar als rassisch minderwertig galten, jedoch nicht an erster Stelle in den „Vernichtungsplänen“ der Nazis standen (Massaquoi 1999: 12). Dazu zählen unter anderem Afrikaner. Einer dieser Verfolgten ist Hans-Jürgen Massaquoi. Diese Arbeit beschäftigt sich mit seiner Lebensgeschichte. Als Grundlage dient seine Autobiographie „Neger, Neger, Schornsteinfeger!“, die er 1999 veröffentlicht hat. Der autobio-graphische Roman erzählt, wie der 1926 in Hamburg als Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters geborene Massaquoi im Nazideutschland aufwächst und überlebt, wie er nach Ende des Krieges seine afrikanischen Wurzeln in Liberia sucht und schließlich in den Vereinigten Staaten beruflich wie privat Erfüllung findet.

Das Besondere ist seine Perspektive: Als Schwarzer in Deutschland war sein Außenseitertum ganz offensichtlich. Er konnte es nicht geheim halten und war ständig im Zwiespalt. So fühlte er sich deutsch, wurde jedoch in vielen Bereichen u. a. in der Schule, in der Jugendorganisation Hitler-Jugend (im Folgenden abgekürzt mit HJ) und bei der Berufswahl aufgrund seines Aussehens ausgeschlossen bzw. in ein Dasein als Außenseiter gedrängt. Im Gegensatz zu Mitgliedern anderer Randgruppen hatte er niemanden, der in der gleichen Situation war. Seine Mutter tat alles, um Hans-Jürgen Massaquoi Rückhalt zu geben, aber die afrikanische Familie, mit der er sich aufgrund seiner Hautfarbe hätte identifizieren können, war weit weg und er hatte zunächst keinen Kontakt zu anderen Minderheiten. In der vorliegenden Arbeit wird die Biographie Massaquois als ein Fall einer Sozialisation im Nationalsozialismus behandelt. Ich werde damit beginnen, die objektiven Daten des Falles zu interpretieren. Dabei gehe ich auf die Herkunftsfamilien ein, das heißt, der Lebenslauf der Großeltern väterlicherseits (2.1) und mütterlicherseits (2.2) ebenso wie der der Eltern (2.3) und schließlich der von Hans-Jürgen Massaquoi (2.4) selbst wird analysiert. In einem nächsten Schritt werde ich zwei konträre Stellen, die ich für aufschlussreich für seine Biographie halte, interpretieren. Es handelt sich dabei um seine frühkindliche Erfahrung, dass er und seine Familie durch den Großvater Momolu Massaquoi zu den Privilegierten der Stadt Hamburg gehörten (3.1) und seine spätere Erfahrung aus der Hitlerjugend ausgeschlossen zu sein (3.2)...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einfluss der Familie

2.1 Großeltern väterlicherseits (Massaquoi 1999: S. 17 – 19)

2.2 Großeltern mütterlicherseits (Massaquoi 199: S. 19 – 22)

2.3 Eltern (Massaquoi 1999: S. 23 – 25)

2.4 Hans-Jürgen Massaquoi

3. Konkrete Erlebnisse

3.1 „Das schöne Leben an der Alster“ (Massaquoi 1999: S. 26 – 30)

3.2 Ausschluss aus der HJ (Massaquoi 1999: S. 107 – 112)

3.3 Vergleich der Ergebnisse der Interpretation

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Sozialisation von Hans-Jürgen Massaquoi im Nationalsozialismus und analysiert anhand seiner Autobiografie, wie er trotz seiner Identität als Schwarzer in Deutschland überlebte und durch welche familiären sowie gesellschaftlichen Einflüsse seine Persönlichkeitsentwicklung geprägt wurde.

  • Sozialisation unter den Bedingungen des Nationalsozialismus
  • Die Rolle der Herkunftsfamilie und generationenübergreifender Einflüsse
  • Der Umgang mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Außenseitertum
  • Psychologische Resilienz und die Bedeutung von Urvertrauen
  • Der Einfluss politischer Ideologien auf die Lebensgeschichte des Autors

Auszug aus dem Buch

3.1 „Das schöne Leben an der Alster“ (Massaquoi 1999: 26 – 30)

Ich habe den Titel des Kapitels aus dem Buch übernommen, weil er die Zeit dort genau charakterisiert. Auf Wunsch von Momolu zogen Bertha und Hans-Jürgen in seine „stattliche Villa“ ein (Massaquoi 1999: 26). Diese Beschreibung zeigt schon, dass es ihnen dort im Hamburger Nobelviertel an nichts fehlte. Es gab Hausangestellte, immer genug zu essen und ausreichend Platz zum Spielen. Die ersten drei Lebensjahre verbrachte Hans-Jürgen Massaquoi in einer Großfamilie mit vielen verschiedenen Familienmitgliedern um sich herum.

Einerseits wird Momolu ein Kinderfreund gewesen sein, der für seinen Enkel nur das Beste wollte, als er darauf „bestand“, dass sie zu den Massaquois ziehen sollten (Massaquoi 1999: 26). Andererseits könnte man es auch als Hinweis dafür ansehen, wie unangenehm es ihm war, dass sich sein Sohn so gar nicht für Hans-Jürgen interessierte und er wollte das wieder gut machen. Die Tatsache, dass Al-Haj jede freie Minute genutzt hat, um Bertha für sich zu gewinnen, lässt sich so auslegen, dass er sich nach Hans-Jürgens Geburt absichtlich keine Zeit mehr für seine Frau und das Kind genommen hat (vgl. Massaquoi 1999: 25). Denn Hans-Jürgen berichtet von keinerlei Erlebnissen mit dem Vater. Er schreibt nur ganz sachlich, dass dieser wegen seines Studiums die meiste Zeit nicht da war. Vermutlich war Al-Haj wirklich noch nicht reif für ein Kind und ganz froh über die viele Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sozialisation eines schwarzen Verfolgten im Dritten Reich und Vorstellung der autobiografischen Grundlage.

2. Einfluss der Familie: Analyse der familiären Hintergründe und der Erziehungsinstanzen, die Massaquois frühe Entwicklung maßgeblich beeinflussten.

2.1 Großeltern väterlicherseits (Massaquoi 1999: S. 17 – 19): Darstellung der Herkunft und des Einflusses des Großvaters Momolu Massaquoi auf Hans-Jürgens frühe Kindheit.

2.2 Großeltern mütterlicherseits (Massaquoi 199: S. 19 – 22): Einblick in die Lebensgeschichte der mütterlichen Familie und deren Beitrag zur Unabhängigkeit von Hans-Jürgens Mutter.

2.3 Eltern (Massaquoi 1999: S. 23 – 25): Betrachtung der Beziehung zwischen Bertha Baetz und Al-Haj Massaquoi sowie deren Auswirkungen auf den Lebensweg des Sohnes.

2.4 Hans-Jürgen Massaquoi: Überblick über die Geburt und den Lebenswandel Hans-Jürgens bis zum Verlust des elterlichen Lebensstandards.

3. Konkrete Erlebnisse: Interpretation zweier Schlüsselereignisse aus Kindheit und Jugend, die Massaquois Selbstbild prägten.

3.1 „Das schöne Leben an der Alster“ (Massaquoi 1999: S. 26 – 30): Untersuchung der unbeschwerten frühen Kindheit im privilegierten Milieu der Großfamilie.

3.2 Ausschluss aus der HJ (Massaquoi 1999: S. 107 – 112): Analyse der diskriminierenden Erfahrung des Ausschlusses aus der Hitlerjugend und der Identitätskrise des Jugendlichen.

3.3 Vergleich der Ergebnisse der Interpretation: Synoptische Betrachtung der Einflüsse und Verarbeitungsmechanismen beider Schlüsselsituationen.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Autobiografie für die heutige Zeit und die Absicht des Autors hinter der Publikation.

Schlüsselwörter

Hans-Jürgen Massaquoi, Sozialisation, Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Rassismus, Diskriminierung, Autobiografie, Drittes Reich, Identitätsbildung, Außenseitertum, Familiengeschichte, NS-Zeit, Verfolgung, NS-Ideologie, Kindheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Lebensgeschichte von Hans-Jürgen Massaquoi und betrachtet seine Entwicklung als Schwarzer in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Rolle der Familie als Sozialisationsinstanz, der Einfluss von Ausgrenzung auf die Identitätsbildung und die Auswirkungen der NS-Ideologie auf ein individuelles Einzelschicksal.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Interpretation konkreter Lebenserfahrungen zu zeigen, wie gesellschaftliche Chancen und Einflüsse die Persönlichkeit eines Menschen formen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine biographische Analyse, ergänzt durch entwicklungspsychologische Ansätze (insb. Erik Erikson) und soziologische Theorien zur Sozialisation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die familiären Hintergründe analysiert, gefolgt von der detaillierten Interpretation zwei spezifischer Erlebnisse: dem privilegierten Leben in der Villa an der Alster und der traumatischen Ausgrenzung aus der Hitlerjugend.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Nationalsozialismus, Rassismus, Identitätsbildung, Diskriminierung und das Außenseitertum unter dem NS-Regime.

Wie prägte der Großvater Momolu Massaquoi die frühe Kindheit des Autors?

Der Großvater bot Hans-Jürgen eine Umgebung des Wohlstands und der Sicherheit, die ihm ein starkes Urvertrauen vermittelte und ihn zunächst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen ließ.

Warum war der Ausschluss aus der Hitlerjugend ein entscheidendes Ereignis?

Dieser Ausschluss markierte für den Jugendlichen das Ende seiner Hoffnung auf Zugehörigkeit und zwang ihn in die Rolle eines Außenseiters, was tiefgreifende Minderwertigkeitsgefühle auslöste.

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Details

Title
Die Analyse der Sozialisation von Hans-Jürgen Massaquoi anhand von ausgewählten Aspekten
College
University of Duisburg-Essen
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
Sara Walden (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V31879
ISBN (eBook)
9783638327619
Language
German
Tags
Analyse Sozialisation Hans-Jürgen Massaquoi Aspekten Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sara Walden (Author), 2003, Die Analyse der Sozialisation von Hans-Jürgen Massaquoi anhand von ausgewählten Aspekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31879
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