Die politischen Milieus der Weimarer Republik


Hausarbeit, 2013
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Milieus in der Weimarer Republik
2.1 Die Kommunisten
2.2 Die Sozialdemokraten
2.3 Das national konservative Milieu

3. Der Revolutionstag und sein Gedenken
3.1 Die Kommunisten
3.2 Die Sozialdemokraten
3.3 Das national konservative Milieu

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Weimarer Republik war die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Sie begrenzt den epochal historischen Zeitabschnitt von 1919 bis 1933.

Wobei man hierbei durchaus nur von einer parlamentarischen Demokratie bis zum Jahre 1930, aufgrund der Präsidialkabinette, sprechen kann. Parteienzersplitterungen, Inflatio­nen, innenpolitischen Krisen und Dolchstoßlegende, diese Worte charakterisieren diese Zeit in negativer Hinsicht. Aber nicht alles ist aus dieser Perspektive zu betrachten. Die „Ära Stresemann“, die „ Goldenen Zwanziger“ oder auch die guten Entwicklungen von Kultur und Bildung sind positive Aspekte dieser so viel diskutierten Epoche.[1]

Der 9. November 1918 symbolisiert den Anfang Weimars. Dieser Revolutionstag setzt die Zäsur für das Ende des Ersten Weltkrieges und somit auch für den Untergang des Wilhelminischen Kaiserreiches. Versetzt man sich in die Lage der Menschen dieser Zeit, so ist es der erhoffte Umbruch gewesen. Große Teile der Bevölkerung sind sowohl psy­chisch, als auch physisch erschöpft von den Kriegsjahren.[2]

Die Revolutionstage in der zweiten Novemberwoche des Jahres 1918 fanden ihren Ur­sprung in den Meutereien der Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel. Schon bald erfass­ten diese Aufstände viele Großstädte in Deutschland. Unter anderem Lübeck, Hamburg und Köln. Am 8. November war die Revolution bis zu den westdeutschen Großstädten vorgedrungen. Den Matrosen schlossen sich Soldaten und Arbeiter aus Fabriken an[3]. Das Bild der Revolution war überall deutlich zu erkennen. Große Umzüge, Volksver­sammlungen, die Befreiung von politischen Gefangenen und Verbrüderungsszenarien. Arbeiter- und Soldatenräte waren nun die Obrigkeit im Land.

Diese Ereignisse fanden am 9. November 1918 ihren Höhepunkt. Philipp Scheidemann rsief vom Balkon des Reichstages die „deutsche Republik“ aus[4]. Nur kurze Zeit später rief Karl Liebknecht die „freie sozialistische Republik“ aus[5].

Wie schon im Kaiserreich, gab es zur Zeit der Weimarer Republik ein breites Spektrum an politischen Milieus. Wo liegen die Unterschiede zwischen den politischen Lagern der Weimarer Republik? Diese Frage soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Hierzu soll die Gedenkkultur des Revolutionstages als Beispiel dienen, um unterschiedliche Einstellungs- und Hand­lungsmuster zu verdeutlichen

Zur aktuellen Forschungssituation ist zu sagen, dass die Thematik der politischen Lager der Weimarer Republik schon in vielen Werken diskutiert wurde. Insbesondere

Lehnert, Detlef/ Mergele, Klaus (Hrsg.), Politische Identität und nationale Gedenktage. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik, Opladen 1989, soll eine tragende Rol­le in der dieser Arbeit spielen. Des Weiteren dient Marquardt, Sabine, Polis contra Pole­mos. Politik als Kampfbegriff in der Weimarer Republik, Köln 1997 und Lehnert, Det­lef/ Mergele, Klaus (Hrsg.), Politische Teilkulturen zwischen Integration und Polarisie­rung. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik, Opladen 1990 als wichtige Indi­katoren zur Beantwortung der formulierten Fragestellung.

Im ersten Teil dieser Arbeit werden die politischen Milieus allgemein vorgestellt wer­den. Also deren Ursprung, deren Bedeutung und deren Einfluss auf die politische Kultur und die Gedenkkultur werden aufgezeigt. Im Hauptteil sollen drei politische Lager an­hand der Gedenkkultur am Revolutionstag miteinander verglichen werden.

2. Politische Milieus in der Weimarer Republik

Im zweiten Teil der Arbeit sollen nun die politischen Milieus der Weimarer Republik vorgestellt werden. Es herrschte ein breites Spektrum an politischen Lagern vor. Des­halb soll sich im Verlauf der Arbeit auf drei ausgewählte politische Milieus konzentriert werden: Die Kommunisten, die Sozialdemokraten und das national konservative Milieu. Dennoch werden zunächst die anderen politischen Sektionen kurz aufgeführt . Im zwei­ten Abschnitt dieses Gliederungspunktes werden die drei ausgewählten Milieus etwas näher betrachtet. Dabei spielen deren Ursprung, deren Bedeutung und deren Einfluss auf die politische Kultur und die Gedenkkultur eine tragende Rolle.

Die Linksintellektuellen bilden die erste politische Gruppe. Sie waren überzeugte Repu­blikaner, aber auch gleichzeitig standen sie der Verfassung kritisch gegenüber. Grund dafür war, dass diese für sie „zu viele Kompromisse gegenüber konservativen politischen Auffassungen in sich barg“[6]. Weiterhin war diese Teilkultur der Weimarer Republik bürgerlich-individualistisch geprägt. Regelmäßige Diskussionen und Debatten in Kaffeehäusern standen an der Tagesordnung. Zu den Ursachen und Folgen des Ersten Weltkrieges, sowie die Aussöhnung mit den „Erzfeinden“ Frankreich und Polen wurde diskutiert und geschrieben. Weitere Themen waren: die Entwicklung der Republik, se­xuelle Freiheit und neue Ethik[7]. Mitglieder waren unter anderem Journalisten, Rechtsan­wälte, freiberufliche Frauen und Männer, wie Ärzte und Menschen, die nach Absolvie­rung des Studiums keine Arbeit fanden[8].

Das zweite politische Milieu der Weimarer Republik war der Gesinnungsliberalismus. Die Gesinnungsliberalisten orientieren sich auf kultureller Ebene an einem „klassischen humanistischen Bildungsideal und Kulturbegriff“[9]. Die Anerkennung des demokrati­schen Rechts- und Verfassungsstaates bildet die ideologische Ebene dieser Teilkultur[10]. Sie führten die liberale Denktradition des 19. Jahrhunderts fort. Damit ist das parlamen­tarische Prinzip und die Verteidigung individueller Grundrechte gegenüber staatlicher Eingriffe gemeint[11]. Parteipolitisch lässt sich der Gesinnungsliberalismus hauptsächlich in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) , aber auch in Teilen der Deutschen Volkspartei (DVP) zuordnen[12].

Eine weitere politische Teilkultur ist der politische Katholizismus. Auf parteipolitischer Ebene lässt sich dieses Milieu eindeutig in der Zentrumspartei verorten[13]. „Die Zen­trumspartei hatte für die Entstehung und Entwicklung der Weimarer Republik eine her­ausragende Bedeutung.“[14] Sie war in allen Regierungen des Deutschen Reiches und des Freistaates Preußen und der meisten deutschen Länder beteiligt. Erst durch den Sturz Brünings 1932 ist sie aus den Zentren der Macht verdrängt worden. Da die Partei auf Konfession gestützt war, bestand für die Zentrumspartei als einzige die Befähigung, sowohl Koalitionen mit der Linken, als auch mit der Rechten einzugehen[15]. Sie hatte zur Zeit der Weimarer Republik eine Bindegliedfunktion zwischen dem Reich und Preußen. Die waren seit der Revolution nicht mehr verfassungsmäßig verbunden[16].

Mit der Vorstellung der oben beschrieben Milieus wurde aufgezeigt, welche politischen Lager es in der Weimarer Republik gab. Im nächsten Schritt dieses Gliederungspunktes sollen die drei, wie bereits erwähnten, ausgesuchten Milieus detaillierter dargestellt werden.

[...]


[1] Eigene Gedanken.

[2] Eigene Gedanken.

[3] Vgl. Haffner, Sebastian, Die deutsche Revolution 1918/1919, München 1991, S. 60.

[4] Vgl. Hunt, Richard, Friedrich Ebert und die deutsche Revolution von 1918, in: Kolb, Eberhard (Hrsg.), Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, Köln 1972, S. 125.

[5] Vgl. Kolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, München 2009, S. 7.

[6] Wickert, Christl, „Zu den Waffen des Geistes … Durchgreifen Republik!“ Die Linksintellektuellen, in: Lehnert, Detlef/ Mergele, Klaus (Hrsg.), Politische Identiät und nationale Gedenktage. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik, Opladen 1989, S. 115.

[7] Vgl. ebd..

[8] Vgl. ebd., S. 116.

[9] Benidakt, Elfi, „Wir müssen Demokraten sein.“ Der Gesinnungsliberalismus, in: Lehnert, Detlef/ Mergele, Klaus (Hrsg.), Politische Identiät und nationale Gedenktage. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik, Opladen 1989, S. 139.

[10] Vgl. ebd..

[11] Vgl. ebd..

[12] Vgl. ebd., S. 139-140.

[13] Vgl. Kotowski, Georg, Auf dem Boden der gegebenen vollendeten Tatsachen! Der politische Katholizismus, in: Lehnert, Detlef/ Mergele, Klaus (Hrsg.), Politische Identiät und nationale Gedenktage. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik, Opladen 1989, S. 160.

[14] Ebd..

[15] Vgl. ebd..

[16] Vgl. ebd..

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Details

Titel
Die politischen Milieus der Weimarer Republik
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V318830
ISBN (eBook)
9783668180086
ISBN (Buch)
9783668180093
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimarer Republik, Politik, politische Milieus, Revolutionstag, Kaiserreich, Demokratie
Arbeit zitieren
Sascha Weidenbach (Autor), 2013, Die politischen Milieus der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318830

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