Der Einsatz von Spielfilmen zum Spracherwerb. "La première étoile" im Französischunterricht


Hausarbeit, 2011
13 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2.Sehen(d) Lernen im Französischunterricht

3.Bild- und Tonfragmente als Sprech- und Schreibanlässe

4.Sprech- und Schreibanlässe am Beispiel des FilmsLa première étoile

5.Cinéfête

6.Bewertung des pädagogischen Dossiers vonLa première étoile

7.Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Umgang mit Spielfilmen

8.Fazit

9.Literaturverzeichnis

1.Einleitung

In der heutigen Zeit greift der Schulunterricht immer häufiger auf moderne Medien zurück, wodurch auch der Gebrauch von Filmen im Fremdsprachenunterricht in den letzten Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit gewonnen hat. Allerdings entspricht das Behandeln eines Films im Unterricht nicht dem Betrachten eines Films in der Freizeit, denn Sinn und Zweck des Einsatzes von Filmen im FSU sind vorrangig das Erlernen von sprachlichen, landeskundlichen und kulturellen Aspekten. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Ausarbeitung mit dem Titel „Der Einsatz von Spielfilmen im Französischunterricht“ mit den Aspekten, die beim Behandeln eines Filmes zu beachten sind.

Die Arbeit lässt sich in sieben Teile untergliedern und ist wie folgt organisiert: Der erste Teil thematisiert die These „Sehen(d) lernen im Französischunterricht“ und befasst sich mit dem Potenzial und den Zielen des Einsatzes von Filmen. Im zweiten Teil folgt eine Art Plädoyer um zu verdeutlichen, warum Bild- und Tonfragmente besonders gut als Sprech- und Schreibanlass fungieren können. Daraufhin folgt die Vorstellung einiger Sprech- und Schreibaktivitäten bezüglich des Films La première étoile. Der vierte Teil besteht aus einer Darstellung des französischen Filmfestivals cinéfête und im Anschluss folgt eine Bewertung des pädagogischen Dossiers zum bereits erwähnten Film. Außerdem folgen eine Auseinandersetzung und mögliche Lösungsansätze für den Umgang mit Problemen beim Einsatz von Filmen. Letzten Endes schließt die Arbeit mit einem Fazit zum Gebrauch von Spielfilmen im Französischunterricht.

2.Sehen(d) Lernen im Französischunterricht

In der Überschrift dieses Abschnitts stecken die zwei verschiedenen Thesen „Sehen lernen im Französischunterricht“ und „Sehend lernen im Französischunterricht“.

Unter der ersten Aussage versteht man das Erlernen des Betrachtens von Filmen, das heißt die Schüler sollen bewusst auf das Auftreten und die Wirkung filmästhetischer Aspekte wie Kameraführung, Hintergrundmusik, Farbauswahl, etc. achten. Als zu erreichende Kernkompetenz beim Umgang mit Filmen ist gemäß dieser These das indikatorische Verstehen gemeint. Hierbei handelt es sich um das Erkennen und Interpretieren einer Botschaft in Form eines Bildes oder Films (vgl. Steffen-Peter Ballstaedt, 2004, S.7). Nur bei einer solch intensiven Auseinandersetzung kann das gesamte Potenzial eines Films im Unterricht genutzt werden und man kann verhindern, dass der Film bloß passiv aufgenommen wird. Bevor die Arbeit mit dem Film beginnen kann, muss die Lehrkraft allerdings ein gewisses Vokabular zum Thema Film, Kameraeinstellung, Effekte, etc. einführen, damit eine sinnvolle Beschäftigung überhaupt ermöglicht wird (vgl. Andreas Nieweler, 2006, S.227). Nach der Einführung des Wortschatzes, stellt sich die Frage wie die Aufmerksamkeit der Schüler bestmöglich gelenkt werden kann, denn „ohne die Hinwendung der Aufmerksamkeit zu den zu lernenden Reizen geschieht – auch bei massiver „Bombardierung“ des Gehirns mit diesen Reizen - nichts“ (vgl. Anne Sass, 2007, S.6). Die Wissenschaft unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Typen von Aufmerksamkeit, nämlich der unwillkürlichen Aufmerk-samkeit, die die automatische Zuwendung zu unerwarteten Reizen definiert und der willkürlichen Aufmerksamkeit, die als intentionale Aufmerksamkeit zu gewissen Inhalten verstanden wird (vgl. Steffen-Peter Ballstaedt, 2004, S.4). Da beide Formen der Aufmerksamkeit schnell nachlassen, sind klar definierte Aufgabenstellungen und Ziele von Nöten um die gewünschte Kompetenz der Dekodierung von Bildern auszubauen. Sehen lernen im Französischunterricht bedeutet auch, dass die Schüler einen Blick für wichtige Details entwickeln, denn das Innehalten und Entschleunigen ist eine wichtige Kompetenz beim Umgang mit Bildmaterial (vgl. Anne Sass, 2007, S.6). „Sehen lernen im Französischunterricht“ bedeutet folglich die Ausbildung von Medienkompetenz und ist besonders wichtig, weil somit der Wissenskluft in unserer Gesellschaft entgegen gewirkt wird und weil Menschen ohne Medienkompetenz heutzutage häufig von vielen beruflichen und privaten Aktivitäten ausgeschlossen bleiben (vgl. Steffen-Peter Ballstaedt, 2004, S.1,9).

Unter „Sehend lernen im Französischunterricht“ hingegen wird vielmehr der Erwerb von sprachlichem, interkulturellem und landeskundlichem Wissen mit Hilfe von Filmen verstanden. Insbesondere für den Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten ist der Umgang mit Filmen von großer Bedeutung, wie folgendes Zitat von Jane Sherman verdeutlicht: „To learn to speak to people they [Schüler] must see and hear people speaking to each other“. Das Behandeln von audiovisuellem Material ermöglicht es der Schülerschaft die wichtige Kompetenz des Hör-Seh-Verstehens zu erlernen. Hierbei handelt es sich um ein Zwischenspiel von authentischer Sprache und beobachtbarer Handlung, sodass aus den disembodied voices beobachtbare native speakers werden, kulturelle Elemente verstehbar dargestellt werden und der Lernprozess einsichtiger und motivierender gestaltet wird. Diese Kompetenz ist keineswegs eine Unterkategorie des Hörverstehens, denn das Hör-Seh-Verstehen erfordert die Wahrnehmung, Speicherung und Verarbeitung von Bild und Ton zugleich (vgl. Engelbert Thaler, 2007, S.12-13). Des Weiteren konfrontieren fremdsprachliche Spielfilme die Lernenden mit ganz neuen Variationen der Sprache, wie zum Beispiel Erwachsenen- oder Jugendsprache, Dialekte, Ausrufe etc. Neben sprachlichen Neuheiten sprechen sinnvoll ausgewählte Filme aber auch das kulturelle Verständnis an und thematisieren häufig interkulturelle Unterschiede aus dem Alltag (vgl. Anne Sass, 2007, S.10). Allerdings weisen nicht nur die Inhalte Unterschiede auf, sondern auch die französische Kinokultur hat eine viel größere Rolle im Alltag als in Deutschland. Deshalb überrascht es auch nicht, dass Frankreich das einzige Land Europas ist in dem die einheimischen Produktionen eine echte Konkurrenz für die amerikanischen Filme sind. Außerdem werden französische Produktionen vom Staat gefördert und auch innerhalb der Gesellschaft ist der Film schon lange als Kunst, als le septième art angesehen (vgl. Johannes Wilts, 2008, S.3-4). Zuletzt lässt sich noch sagen, dass audiovisuelles Material als Türöffner in neue Welten dienen und somit auch optimal landeskundliches Wissen eingeführt werden kann (vgl. Anne Sass, 2007, S.13).

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Einsatz von Spielfilmen zum Spracherwerb. "La première étoile" im Französischunterricht
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Veranstaltung
Medien, Materialien und Methoden im Französischunterricht
Note
1,7
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V318884
ISBN (eBook)
9783668181403
ISBN (Buch)
9783668181410
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatz, spielfilmen, spracherwerb, französischunterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Der Einsatz von Spielfilmen zum Spracherwerb. "La première étoile" im Französischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318884

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