Die vorliegende Arbeit beschreibt zunächst das Konstrukt der Einstellung. Weiterhin geht sie darauf ein, wie eine Einstellungsänderung erreicht werden kann. Vertiefend wird die Persuasion als Form der Einstellungsänderung betrachtet. Dabei werden vor allem die Fragen beleuchtet, wer uns überzeugen kann und wie dies gelingt.
Die Fülle an Medienkontakten, der wir uns täglich ausgeliefert sehen, scheint uns über den Kopf zu wachsen. Täglich sind wir laut der Studie „Media Consumption Forecasts“ von ZenithOptimedia über 8 Stunden mit Medienkonsum beschäftigt. Dabei ist weiterhin bemerkenswert, dass sich die Zeit, die die Probanden im Internet verbringen, fast verdoppelt hat. Bei der Vielzahl an Eindrücken, die damit einhergehen, mag es verwundern, dass wir dennoch nicht tagtäglich bedingt durch komplette Überforderung und -lastung erkranken. Hier helfen uns unter anderem auch Einstellungen, die Informationsflut einzuordnen und die für uns richtigen und wichtigen Schlüsse zu ziehen.
Doch mit welchen Mechanismen hält der menschliche Geist gegen die Informationsflut und wie funktionieren diese im Einzelnen? Diese Fragen soll die vorliegende Arbeit beantworten und dabei einen besonderen Blick auf die Persuasion als Art der Einstellungsänderung legen. Dieser Fokus ergibt sich aus der Tatsache, dass man als (teilweise gezwungener – teilweise freiwilliger) Werbekonsument, dieser Art der Einstellungsänderung am meisten ausgesetzt ist.
Die vorliegende Arbeit soll zum Zweck der Erläuterung der oben gestellten Fragen einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zum Thema Einstellungen und Einstellungsänderungen mit besonderem Fokus auf Persuasion legen, Daher wird sich in diesem Rahmen zunächst mit dem Begriff und der Funktion sowie den Komponenten der Einstellung beschäftigen. Anschließend werden kurz die Entstehungs- und Veränderungsmöglichkeiten von Ein-stellungen beschrieben, um im dritten Kapitel besonders auf die Persuasion, ihre Wirkungsdeterminanten und ihren Wirkungsweg einzugehen sowie die Hinweise der einschlägigen Lite-Persuasion
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung, Methodik und Aufbau der Arbeit
2 Einstellung und Einstellungsänderung
2.1 Einstellung – Definition, Komponenten und Funktion
2.2 Mechanismen der Einstellungsentstehung und –änderung
2.3 Resistenz gegenüber Einstellungsänderungen
3 Persuasion als Verfahren der Einstellungsänderung
3.1 Begriffsexplikation und Wirkungsdeterminanten
3.2 Wirkungsweg der Persuasion
3.3 Der Einfluss von Meinungsführern
3.4 Richtlinien zur erfolgreichen Persuasion
4. Abschluss
4.1 Kritische Würdigung des Potenzials von Persuasion
4.2 Ausblick und weiterführende Fragestellungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Wissensstand zu Einstellungen und Einstellungsänderungen zu konsolidieren, mit einem besonderen Fokus auf die Persuasion in sozialen Medien als Reaktion auf die tägliche Informationsflut.
- Grundlagen von Einstellungen (Definition, Komponenten, Funktion)
- Psychologische Mechanismen der Einstellungsentstehung und -änderung
- Wirkungsweise und Determinanten der Persuasion
- Die Rolle von Meinungsführern (Influencer und Brand Advocates) in sozialen Netzwerken
- Medienkompetenz als Schutzfaktor in der modernen Informationsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.2 Wirkungsweg der Persuasion
Die der Persuasion zugrundeliegende Informationsverarbeitung wird durch das Modell der Verarbeitungswahrscheinlichkeit bzw. das Elaboration-Likelihood-Modell kurz ELM (Abbildung 6) beschrieben (Aronson, Wilson & Akert, 2004, S. 241).
Das ELM unterscheidet grundsätzlich zwei Wege der Persuasion, den zentralen und den peripheren Weg. Diese stehen in Abhängigkeit der Fähigkeit und Motivation zur Verarbeitung von Informationen des Rezipienten zur Auswahl (Aronson, Wilson & Akert, 2004, S. 240 f). Eine zentrale Determinante, die diese Motivation steuert, kann das persönliche Interesse des Rezipienten am Thema sein oder inwiefern dieses Thema für ihn in Zukunft eine besondere Relevanz bzw. Auswirkungen haben wird.
Auch der persönliche Drang, Dinge zu durchdenken, der need for cognition, spielt hier eine Rolle. Je nach Ausprägung dieser und weiterer Determinanten wird also der periphere oder der zentrale Weg der Persuasion eingeschlagen. Auf dem zentralen Weg setzt sich der Rezipient aktiv mit den Argumenten auseinander, wird eher von deren Inhalt überzeugt und lässt sich weniger durch die unter 3.1 beschriebenen Merkmale des Kommunikators der beeinflussen, sondern eher von der Qualität der Argumente. Was so erreicht werden kann, ist eine langanhaltende, änderungsresistente Einstellungsänderung (Aronson, Wilson & Akert, 2004, S. 240 f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Informationsüberlastung und Vorstellung des methodischen Vorgehens dieser Literaturarbeit.
2 Einstellung und Einstellungsänderung: Theoretische Fundierung von Einstellungsbegriffen, deren Funktionen sowie der Mechanismen, die zu einer Änderung führen oder dieser entgegenwirken.
3 Persuasion als Verfahren der Einstellungsänderung: Detaillierte Analyse der Persuasionsprozesse, Wirkungsdeterminanten sowie des Einflusses von Meinungsführern in digitalen Medien.
4. Abschluss: Kritische Reflexion der Macht der Persuasion und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten im Kontext des technologischen und demografischen Wandels.
Schlüsselwörter
Persuasion, Einstellungsänderung, Sozialpsychologie, Medienkonsum, Elaboration-Likelihood-Modell, Meinungsführer, Influencer, Brand Advocates, Informationsflut, Kognitive Dissonanz, Einstellungsimpfung, Medienkompetenz, Kommunikation, Verhalten, Markenkommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Einstellungen entstehen, wie sie verändert werden können und welche Rolle die Persuasion (Überzeugungsarbeit) in unserem Alltag, insbesondere durch Medienkontakte, spielt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die psychologische Fundierung von Einstellungen, Mechanismen der Einstellungsänderung, die Persuasionstheorie sowie deren moderne Anwendung in sozialen Netzwerken.
Was ist das primäre Ziel der Ausarbeitung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Einstellungsänderung zu geben und aufzuzeigen, wie Persuasion effizient genutzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine qualitative Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus einschlägigen sozialpsychologischen Lehrwerken konsolidiert und zusammenführt.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Grundlagen der Einstellungspsychologie und geht anschließend vertiefend auf die Persuasion, den Wirkungsweg der Argumentation und die Funktion von Meinungsführern ein.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Persuasion, Einstellungsänderung, Sozialpsychologie, Meinungsführer, Elaboration-Likelihood-Modell und Medienkompetenz.
Wie unterscheiden sich Influencer und Brand Advocates bei der Persuasion?
Influencer bieten Reichweite, sind aber oft weniger authentisch, während Brand Advocates überzeugte Markenbotschafter sind, die die Marke aus innerer Überzeugung und altruistisch verteidigen.
Warum ist Medienkompetenz laut dem Fazit der Arbeit so wichtig?
Da Persuasionsstrategien von Unternehmen und Politik immer ausgefeilter werden, ist Medienkompetenz unabdingbar, um die Mündigkeit und Selbstbestimmtheit des Bürgers zu bewahren.
- Quote paper
- Felix Zappe (Author), 2015, Mechanismen und Wirkung von Persuasion als Mittel der Einstellungsänderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318983