Hobbes und Locke sind Klassiker der politischen Theorie, ihre Staatstheorien, im 17. Jahrhundert verfasst, trugen zur Auflösung des scholastischen Weltbildes bei, das man bis Aristoteles zurückverfolgen kann. Das Individuum mit seinen natürlichen Rechten tritt verstärkt in den Vordergrund, so dass die traditionelle Naturrechtslehre und die Legitimation der staatlichen Herrschaft neu reflektiert wurden. Die Staatsgründung wird als freie Willensübereinstimmung der von Natur aus gleichen und freien Individuen angesehen. Hobbes und Locke stehen am Anfang des modernen Gesellschaftsvertrages.
Wie sich Hobbes und Locke von einander unterscheiden gilt es in dieser Arbeit zu zeigen. Die Basis der Argumentation in beiden Fällen ist das Menschenbild das es unmöglich macht unaufhörlich im Naturzustand weiter zu leben, ein Staat muss gegründet werden um Leben und Interessen besser wahren zu können. Hobbes und Locke gelten als Vorläufer der modernen Demokratietheorie und werden als neuzeitliche Staatstheoretiker hoch angesehen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BIOGRAPHISCHES
2.1. Thomas Hobbes
2.2. John Locke
3. DIE STAATSTHEORIE THOMAS HOBBES´
3.1. Über die Natur des Menschen
3.2. Über den Naturzustand
3.3. Über die Staatsgründung
4. DIE STAATSTHEORIE JOHN LOCKES
4.1. Über die Natur des Menschen
4.2. Über den Naturzustand
4.3. Über die Staatsgründung
5. VERGLEICH DER STAATSTHEORIEN
6.FAZIT
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die politischen Staatstheorien von Thomas Hobbes und John Locke im Kontext des 17. Jahrhunderts, um aufzuzeigen, wie ihre jeweiligen Menschenbilder und Auffassungen des Naturzustandes die Begründung staatlicher Herrschaft und die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages maßgeblich beeinflussen.
- Biographische Kontexte von Hobbes und Locke
- Anthropologische Grundlagen und Menschenbilder
- Die Analyse und Interpretation des Naturzustandes
- Legitimation und Struktur staatlicher Herrschaftsbildung
- Vergleichende Gegenüberstellung beider Theorien
Auszug aus dem Buch
3.2. Über den Naturzustand:
Der Naturzustand bei Hobbes ist ein Gedankenexperiment in dem die Menschen Versuchspersonen sind, die mit bestimmten Eigenschaften und Verhalten ausgestattet sind. (Kersting, 2002, 107) Die Naturzustandstheorie glaubt, dass eine spontane Ordnungsherstellung an dem Misstrauen scheitert, das eine Zusammenarbeit völlig unmöglich macht. Eine Ordnung kann auch nicht auf Grund von Übermacht hergestellt werden, da dies die natürliche Gleichheit der Menschen verhindert. Daraus folgt, dass die Menschen aus purem Eigennutz eine Ordnung schaffen wollen müssen, um dem Naturzustand entfliehen zu können, da ihre Ordnungsbedürfnisse nur mit künstlichen Mitteln, also dem Staat, befriedigt werden können. (Kersting, 2002, 108) Die zentrale These in Hobbes Theorie lautet: Der Naturzustand ist ein Kriegszustand. Dies sind die Voraussetzungen:
• Konstitutiver Egoismus- Das eigene Wohlergehen ist wichtiger als das der anderen. Die Selbsterhaltung ist primäres Ziel, da das Überleben Voraussetzung für ein glückliches und erfolgreiches Leben ist. Ebenso wichtig wie das Leben ist die Freiheit.
• Knappheitsbedingte Konkurrenz- Menschen konkurrieren in zweifacher Hinsicht miteinander. Sie konkurrieren um Güter und um Macht.
• Konkurrenzbedingte Verfeindung- Konkurrenten im Naturzustand sind gewaltbereit und ein jeder gehört zur Konkurrenz. Die Vernichtung der Feinde dient der Selbsterhaltung.
• Rationalität des offensiven Misstrauens und vorbeugende Gewaltanwendung- Die Menschen im Naturzustand planen um ihre Macht zu maximieren und wissen das der ungeliebte Nachbar dasselbe Ziel verfolgt, es gilt mit dem Schlimmsten zu rechnen und der Gewalt andere zuvorzukommen. Eine Attacke erhöht die eigenen Überlebenschancen. (Kersting, 2002, 109/110)
• Natürliche Gleichheit- diese Gleichheit verhindert das jemand den Kampf im Naturzustand gewinnt. (Kersting, 2002, 115)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der politischen Theorie des 17. Jahrhunderts und Darstellung der Forschungsabsicht, Hobbes und Locke zu vergleichen.
2. BIOGRAPHISCHES: Überblick über die Lebensläufe von Thomas Hobbes und John Locke, um die historischen und persönlichen Hintergründe ihrer Theorien zu beleuchten.
3. DIE STAATSTHEORIE THOMAS HOBBES´: Analyse des Hobbes’schen Menschenbildes, seines Kriegszustand-Naturzustands und der Notwendigkeit eines absoluten Souveräns als Leviathan.
4. DIE STAATSTHEORIE JOHN LOCKES: Untersuchung von Lockes Naturmensch, dem Naturzustand mit natürlichen Gesetzen und seiner Theorie einer staatsbürgerlichen Ordnung zum Schutz von Eigentum.
5. VERGLEICH DER STAATSTHEORIEN: Synthese und Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten und maßgeblichen Unterschiede zwischen Hobbes und Locke bezüglich ihrer Staatskonzeptionen.
6.FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Theorien und Einordnung ihrer Bedeutung für die moderne Staatstheorie sowie ihre gegenseitige Beeinflussung.
Schlüsselwörter
Staatstheorie, Thomas Hobbes, John Locke, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Leviathan, Menschenbild, Selbsterhaltung, Politische Philosophie, Souveränität, Naturrecht, Eigentum, Kriegszustand, Gewaltenteilung, Moderne Demokratietheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den klassischen Staatstheorien von Thomas Hobbes und John Locke aus dem 17. Jahrhundert und analysiert deren philosophische Grundlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die anthropologischen Voraussetzungen, die Deutung des Naturzustandes, die Legitimation staatlicher Herrschaft und die Unterschiede in der Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Argumentationslinien und die wesentlichen Unterschiede zwischen den Staatstheorien von Hobbes und Locke präzise herauszuarbeiten und gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der Primär- und Sekundärliteratur zur politischen Theorie beider Denker.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Biographien, die spezifische Analyse der jeweiligen Naturzustände, die Staatsgründungsmodelle und schließlich den direkten Vergleich der Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Staatstheorie, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Leviathan, Souveränität und Eigentum maßgeblich charakterisiert.
Wie bewertet die Arbeit Hobbes' Konzept des Naturzustandes?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Hobbes den Naturzustand als einen rational begründeten Kriegszustand definiert, der durch ein "Recht auf alles" und gegenseitiges Misstrauen gekennzeichnet ist.
Welche Rolle spielt das Eigentum in Lockes Theorie?
Das Privateigentum nimmt bei Locke eine zentrale Rolle ein; der Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum ist für ihn der primäre Zweck der staatlichen Vereinigung.
Gibt es bei Hobbes ein Widerstandsrecht?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass bei Hobbes kein Widerstandsrecht existiert, da der Sturz des Souveräns unmittelbar den Rückfall in den gefürchteten Naturzustand bedeuten würde.
- Arbeit zitieren
- Eva Kostakis (Autor:in), 2003, Hobbes vs. Locke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31898