Strukturwandel in Partnerschaft und Familie. Entwicklung der Arbeitsteilung in deutschen Haushalten seit den 1950er Jahren


Hausarbeit, 2015
33 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Bezüge
2.1 Wandel familialer Lebensformen und Lebenslagen
2.2 Arbeitsteilungsmuster und Determinanten der männlichen Beteiligung an der Familienarbeit
2.3 Erklärungsansätze innerfamilialer Arbeitsteilung

3. Datenbasis
3.1 Einstellungen zur Rollenverteilung und der Erwerbstätigkeit der Frau im Wandel
3. 2 Entwicklungen der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern
3. 3 Aufteilung von Produktions- und Reproduktionsarbeit
3. 4 Ergebnisse

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In Hinblick auf den Wandel der Familienstrukturen seit den 1950er Jahren spielt die innerfamiliale Arbeitsteilung eine bedeutende Rolle. Bis 1957 war die Zustimmung des Mannes noch eine rechtliche Voraussetzung für die Erwerbstätigkeit der Frau (Gerhard 2008: 4). Das Modell des männlichen Familienernährers verliert jedoch im Laufe der Jahrzehnte für einen Großteil der Gesellschaft an Selbstverständlichkeit. Zugleich erodiert das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter allmählich. Die neuen Emanzipationsbestrebungen und die Öffnung des Bildungs- und Erwerbssystems für Frauen sind mit einem verstärkten weiblichen Interesse verbunden, erworbene Bildungsabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen und eine kontinuierliche Erwerbstätigkeit zu verfolgen. Frauen bestehen darauf, ebenso die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zu haben wie Männer. Seit den 1970er-Jahren steigt die Frauenerwerbstätigkeit kontinuierlich an. Die zunehmende berufliche Orientierung führt zugleich zu Konflikten in der Familie hinsichtlich der Aufteilung von Haus- und Betreuungsarbeit. Beide Partner werden in Folge vor die Aufgabe gestellt, einen Konsens zu finden zwischen der Verteilung der Erwerbstätigkeit innerhalb der Partnerschaft auf der einen und der Zuteilung der klassischen Aufgaben wie Hausarbeit und Kindererziehung auf der anderen Seite. Dem stehen allerdings in dieser Zeit politische Rahmenbedingungen entgegen, die eine traditionelle Arbeitsteilung und die Ehe als einzig legitimierte Basis familiären Zusammenlebens stärken. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestaltet sich besonders in Westdeutschland auf Grund des mangelhaften Angebots an Kinderbetreuungsmöglichkeiten immer noch schwierig. Nur noch wenige Eltern streben das klassische Familienmodell an, bei dem der Mann die Rolle des Haupternährers übernimmt und sich die Frau auf die Reproduktionsarbeit spezialisiert. Egalitärere Einstellungen gegenüber der Rollenverteilung machen sich dadurch bemerkbar, dass Männer vermehrt den Wunsch äußern, sich stärker an der Kindererziehung zu beteiligen (Rüling 2007: 12). Zudem verliert das noch vor einiger Zeit undenkbare Arbeitsteilungsmuster der Frau als Familienernährerin an Rarität. In Anbetracht dieser Entwicklungen stellt sich folgende Frage: Hat das männliche Ernährermodell im heutigen Deutschland ausgedient? Führen die Modernisierungsprozesse in der Gesellschaft zu einer egalitären Aufteilung von Produktions- und Reproduktionsarbeit zwischen Mann und Frau?

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Entwicklung der Strukturen innerhalb von Partnerschaft und Familie. Der erste Teil widmet sich der terminologischen Klärung sowie dem Wandel der Lebenslagen und Lebensformen, die im Mittelpunkt des Seminars „Familiale Lebensformen und Lebenslagen“ standen (2. 1). Im anschließenden Unterkapitel (2. 2) werden verschiedene Arbeitsteilungsmuster deutscher Paarhaushalte sowie Determinanten der männlichen Beteiligung an Erwerbs- und Reproduktionsarbeit in deutschen Paarhaushalten vorgestellt. Theoretische Ansätze der Handlungs- und Rollentheorie dienen im Anschluss der Erklärung von Erwerbskonstellationen und Modellen der Arbeitsteilung. Darauf aufbauend wird in Kapitel 3 mit Hilfe von Daten und Studienergebnissen vertieft auf verschiedene Indikatoren des strukturellen Wandels in Partnerschaften und Familien eingegangen und ein Bezug zu den Ausführungen aus Kapitel 2 hergestellt.

Im Fazit werden die Ergebnisse zusammenfassend kritisch beleuchtet. Als Motivation für die Verfassung der vorliegenden Gruppenarbeit dient das Hervorheben der Relevanz der familialen Arbeitsteilung. Dieses hat für die Verfasser als weibliche Studierende einen hohen Stellenwert in Bezug auf die berufliche Zukunft und die Vereinbarkeit dieser mit einer möglichen Familiengründung.

2. Theoretische Bezüge

Obgleich der Begriff der Lebensform mit definitorischen Unklarheiten verbunden ist, bezeichnen Lebensformen nach einer relativ allgemeinen Definition vom Statistischen Bundesamt verschiedene Muster sozialer Beziehungen und liefern Informationen darüber, in welcher Form von Lebensgemeinschaft oder Haushalt eine Person lebt (Niemeyer/Voit 1995: 437 zit. in Huinink/Konietzka 2007: 29). Eine Vielzahl von Merkmalen dient der Differenzierung von Lebensformen, so insbesondere die Haushaltsform, der Familienstand und die Erwerbsbeteiligung. Ergänzt wurde dem Konzept u.a. das Kriterium der räumlichen Mobilität zur Berücksichtigung von Partnerschaften, die zwei getrennte Haushalte führen (Schneider u.a. 2002: 26f. zit. in Huinink/Konietzka 2007: 30). Die amtliche Statistik hingegen berücksichtigt keine Lebensformen außerhalb der Haushaltsgrenze wie Fernbeziehungen (Wagner 2008: 102).

Die Lebenslage bezieht sich auf den Handlungsspielraum zur Verwirklichung „allgemein anerkannter Lebensziele“ (Huinink/Schröder 2008: 104). Diese Handlungs- und Lebensbedingungen setzen sich aus den ökonomischen, den wohlfahrtsstaatlichen, den emanzipatorischen und den sozialen Dimensionen sozialer Ungleichheit zusammen (Huinink/Schröder 2008: 108f.). In Hinblick auf den Strukturwandel innerhalb der Haushalte sind sowohl die emanzipatorischen als auch die ökonomischen Dimensionen des mehrdimensionalen Lebenslagenkonzepts von besonderer Bedeutung. Während die emanzipatorischen Dimensionen auf eine ungleiche Verteilung von Selbstverwirklichungschancen sowie auf ungleiche Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, abheben, betonen die ökonomischen Dimensionen den Einfluss eines Mehr oder Weniger an Humankapital und ökonomischen Ressourcen darauf, Wohlstand als Lebensziel erreichen zu können (ebd.; Hervorh. i. O.). Die Relevanz der beiden Lebenslagendimensionen für den innerfamilialen Strukturwandel wird im folgenden Unterkapitel verdeutlicht.

2.1 Wandel familialer Lebensformen und Lebenslagen

Das Leitbild der bürgerlichen Familie dominiert in der Nachkriegszeit die Lebensformen Westdeutschlands (Wagner 2008: 100). Eine traditionelle Arbeitsteilung machte einen selbstverständlichen Bestandteil des Ehelebens aus. Ebenso charakteristisch für die Strukturen des traditionellen Familienmodells waren ein frühes Heiratsalter, eine geringe Scheidungsrate sowie die Nicht-Erwerbstätigkeit der Frau. Im Zuge der Studenten- und Frauenbewegung der späten 1960er und 1970er Jahre wandelte sich das Familienideal allmählich und die bürgerliche Familie verlor an Stabilität (ebd.). Das Zusammenleben in Kommunen und Wohngemeinschaften gewann zunehmend Popularität. Sowohl ein Rückgang der Zahl der Eheschließungen als auch der Geburtenrate brachten den gesellschaftlichen Wertewandel zum Ausdruck.

Die Familiensoziologie greift den Terminus „Lebensform“ erstmals in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit der „Pluralisierung von Lebensformen“ auf (Wagner 2008: 101). Nach der These einer Pluralisierung der Lebensformen verlieren traditionale Lebensformen an Bedeutung, während seltenere Lebensformen zunehmen und sich in den gesellschaftlichen Strukturen verankern (Peuckert 2008: 151). Die neue Vielfalt der Haushaltsformen beruht demnach weniger darauf weniger auf dem Entstehen neuer Konstellationen, als darauf, dass die Verbreitung der bislang in der Minderheit vertretenen Lebensformen, wie nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende, kinderlose Paare, Singles und aus alleinlebenden Personen bestehende Partnerschaften zu einer gleichmäßigeren Verteilung von Lebensformen in der Gesellschaft führt (ebd.). Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, Fernbeziehungen und gewollt kinderlose Ehen hingegen zählen zu den wenigen neu entstandenen nicht-konventionellen Lebensformen (Schneider 2012).

Der Strukturwandel innerhalb von Familien und Partnerschaften erklärt den Wandel der Lebensformen . Der Mann bleibt in vielen Haushalten nicht mehr länger der Alleinverdiener, sondern auch Frauen nehmen aktiv am Erwerbsleben teil und machen sich damit weniger finanziell abhängig von ihrem Partner (Peuckert 2012: 409). Der Anstieg des Bildungsniveaus und die Erwerbsarbeit als fester Bestandteil des Lebensverlaufs der Frau kennzeichnen den Wandel weiblicher Lebenslagen und verbessern die Handlungs- und Lebensbedingungen bezogen auf die ökonomischen Dimensionen der Lebenslage (Geissler/Oechsle 2002). Darüber hinaus geht die Auflösung des traditionellen Rollenbildes mit einer positiven Entwicklung der emanzipatorischen Dimensionen einher. Die Enttraditionalisierung weiblicher Lebenslaufmodelle führt dazu, dass es kein allgemein gültiges biographisches Leitbild mehr für Frauen gibt (Geissler/Oechsle 2002). Lebensentwürfe können individuell gestaltet werden, anstatt auf die durch die Gesellschaft zugeschriebene Rolle der Hausfrau festgelegt zu sein (ebd.) Die Handlungsspielräume in Hinblick auf einen beruflichen Aufstieg und die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung haben sich vergrößert. Diese Veränderungen innerhalb der beiden Dimensionsgruppen spiegeln sich besonders in dem zunehmenden Bedeutungsverlust des Ehe-Modells wieder. Nicht-eheliche Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende stellen nicht mehr länger aus Schicksalsschlägen entstandene Lebensformen dar, sondern entstehen häufig aus bewussten Entscheidungen (Schneider 2012). Lebensformen und Lebenslagen unterscheiden sich je nach den innerfamilialen Strukturen. Die neue Vielfalt der Familienformen steht daher in Zusammenhang mit einer Vielfalt an Arbeitsteilungsmustern, die im Folgenden vorgestellt werden.

2.2 Arbeitsteilungsmuster und Determinanten der männlichen Beteiligung an der Familienarbeit

Die familiale Arbeitsteilung umfasst die „Zuständigkeiten und Aufgaben, die im Rahmen einer Familie, einer Paarbeziehung oder einer anderen privaten Lebensform zwischen den beteiligten Personen explizit oder implizit ausgehandelt werden (Rüling 2007: 20). Darunter fallen sowohl die Aufteilung der Erwerbsarbeit als auch die der Haus- und Betreuungsarbeit und zusätzliche, die Organisation des gemeinsamen Alltags betreffende Planungen (ebd.) Aus soziologischer Perspektive lässt sich eine Differenzierung in Produktionsarbeit und Reproduktionsarbeit vornehmen (Resch 1991: 29 zit. in BMFSFJ 2008: 11). Die Produktionsarbeit bezeichnet dabei die entlohnte Erwerbstätigkeit, während sich die Reproduktionsarbeit auf nicht entlohnte Hausarbeit, Betreuungsaufgaben sowie die Pflege von Familienangehörigen bezieht (ebd.). Relevant für die Aufgabenteilung ist nicht nur, wem welche Aufgaben zugeordnet werden, sondern ebenso der Umfang, in welchem die Familienmitglieder ihre zeitlichen Ressourcen in den Arbeitsbereichen einsetzen (BMFSFJ 2008: 11).

Das Modell der traditionellen Arbeitsteilung weist einen starken Zusammenhang zwischen Arbeitsaufteilung und Geschlechterrollen auf (ebd.) Demzufolge übernimmt der Mann die ihm durch eine feststehende Geschlechterordnung zugewiesene Aufgabe der finanziellen Versorgung, die Frau hingegen ist für die Reproduktionsarbeit zuständig. In der dazu spiegelbildlichen antitraditionellen Arbeitsteilung, die auch als Modell der Familienernährerinnen bezeichnet wird, übernimmt der Mann einen größeren Anteil der häuslichen Familienarbeit, während der Erwerbsumfang der Frau die finanzielle Versorgung sicherstellt (BMFSJ 2008: 11; Oschmiansky/Kühl/Obermeier 2014). Dieses moderne Familienmodell ist allerdings zugegeben nur in einer Minderheit der Haushalte nachweisbar, dennoch verliert es allmählich an Seltenheit. Dem männlichen Ernährermodell steht das „modernisierte Ernährermodell“ gegenüber (Oschmiansky/Kühl/Obermeier 2014). Das wesentliche Merkmal dieses modifizierten Ernährermodells ist die Erwerbstätigkeit beider Partner, wobei sich die Partner in unterschiedlichem Maße an der Erwerbsarbeit beteiligen. Während ein Familienmitglied in Vollzeit arbeitet, geht der Partner neben der Haus- und Betreuungsarbeit einer Teilzeit- bzw. einer geringfügigen Beschäftigung nach. Hinsichtlich dieses Aufteilungsmusters stellt die Vollzeittätigkeit des Mannes und die Teilzeittätigkeit der Frau die häufigste Erwerbskonstellation in deutschen Paarhaushalten dar (ebd.) Das partnerschaftliche Modell hingegen umfasst eine egalitäre Aufteilung der Produktions- und Reproduktionsarbeit zwischen den Partnern (BMFSFJ 2008: 11). Wenn entweder Frau oder Mann in mindestens einem der Arbeitsbereiche einen größeren Beitrag leistet, ist von einer Doppelbelastung zu sprechen (Stauder 2000: 15). Von der vielzitierten Doppelbelastung sind allerdings in den meisten Fällen Frauen betroffen (Oschmiansky/Kühl/Obermeier 2014).

Seit den 1990er Jahren rücken die Regelungen des Sorge- und Familienrechts stärker in den Mittelpunkt (Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 24). Zwar beklagen sich Väter über die fehlenden Möglichkeiten, sich stärker bei der Kindererziehung einzubringen, zugleich sind sie aber häufig nicht bereit ihren Erwerbsumfang einzuschränken. Sobald eine Umverteilung des Erwerbsumfangs zugunsten der Frau zur Disposition steht, wird eine Erhöhung des männlichen Anteiles an der Reproduktionsarbeit von Vätern gerne mit dem Hinweis auf geschlechtsspezifische Einkommensungleichheiten abgelehnt (ebd.).

Verschiedene Studien befassen sich mit der unterschiedlichen Beteiligung von Männern an der Produktions- und Reproduktionsarbeit. Matzner (1998) argumentiert mit einer bewussten Entscheidung von Familien für eine Vollzeittätigkeit des Mannes auf Grund der steuerrechtlichen und ökonomischen Vorteile (Matzner 1998 zit. in Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 23). Die empirischen Befunde der Zeitlokalisationsstudien (Rosenkranz 1998) belegen hingegen, dass nicht Beruf oder Einkommen für die männliche Beteiligung an der Kindererziehung ausschlaggebend sind, sondern die Lebensorientierung der Familienväter (Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 23). Familienorientiere Väter bringen sich nach dieser Annahme trotz Vollzeiterwerbstätigkeit stärker bei Haus- und Betreuungsarbeit ein als freizeitorientierte (Rosenkranz 1998: 62f., zit. in Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 23). Darüber hinaus herrschen bei den Vorstellungen einer Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau kohortenspezifische Differenzen. Ältere Geburtskohorten neigen dazu, eine traditionelle Arbeitsteilung mit einem Ungeschick für Hausarbeit und einem Mangel an zeitlichen Ressourcen zu begründen (Krüger 1984 und Metz-Göckel/Müller 1986, zit. in Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 24). Jüngere Männer hingegen zeigen eine größere Bereitschaft, die Familienarbeit betreffende Aufgaben zu übernehmen. Eine klassische geschlechtsspezifische Arbeitsteilung verliert besonders für Männer, die mit aktiv erwerbstätigen Frauen zusammenleben, zunehmend an Aktualität (ebd.). Nach Koppetsch und Burkart (1999) bewahrt sich ein traditionelles Rollenverständnis bei der Hausarbeitsteilung in Form einer Klassifizierung in Aufgaben, die physische Kraft erfordern und Aufgaben, die nach alten Traditionen der Frau zugeteilt werden, wie beispielsweise das Putzen oder Kochen (Koppetsch/Burkart 1999 zit. in Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 24f.). Die Organisation des Haushalts bleibt Aufgabenbereich der Frau (ebd.).

Ostdeutsche Männer scheinen gegenüber der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau egalitärer eingestellt zu sein als westdeutsche (Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001: 25). Aus Befragungen von Männern, die in Ostdeutschland leben, geht hervor, dass sie eine egalitäre Hausarbeitsteilung, so beispielsweise die Unterstützung der Frau bei der Zubereitung des Essens, für eine Selbstverständlichkeit halten (ebd.). Nachweislich wirken sich die Arbeitsteilungsmuster, die die Eltern den interviewten Personen in der Kindheit vorlebten, auf deren Rollenverständnis aus. Während ostdeutsche Männer eine egalitäre Arbeitsteilung gewohnt sind, wollen sich westdeutsche Männer von der ihnen vorgelebten traditionellen Rollenverteilung distanzieren und eine egalitäre Arbeitsteilung im eigenen Haushalt umsetzen (ebd.).

Die Auflösung traditioneller Geschlechterrollen und die Zunahme der weiblichen Erwerbsbeteiligung führen zu einer Erosion des männlichen Ernährermodells sowie zu einer Dominanz der egalitären Arbeitsteilung. Diese Hypothese stellt die theoretische Grundlage dieser Arbeit dar und soll anhand von Daten zu der Beteiligung von Männern und Frauen an Erwerbs- und Familienarbeit im Zeitverlauf sowie zu Einstellungen gegenüber einer egalitären Arbeitsteilung auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.

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Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Strukturwandel in Partnerschaft und Familie. Entwicklung der Arbeitsteilung in deutschen Haushalten seit den 1950er Jahren
Hochschule
Universität Bremen  (Sozialforschung)
Veranstaltung
Familiale Lebensformen und Lebenslagen
Note
1,3
Autoren
Jahr
2015
Seiten
33
Katalognummer
V318991
ISBN (eBook)
9783668181281
ISBN (Buch)
9783668181298
Dateigröße
1268 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
strukturwandel, partnerschaft, familie, entwicklung, arbeitsteilung, haushalten, jahren
Arbeit zitieren
Vera Becker (Autor)Aida Bekker (Autor), 2015, Strukturwandel in Partnerschaft und Familie. Entwicklung der Arbeitsteilung in deutschen Haushalten seit den 1950er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318991

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