Was ist emotionale Intelligenz? Entstehungsmodelle und Abgrenzung zu anderen Intelligenzen


Hausarbeit, 2016
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Begriffsbestimmung
1.1 Emotionen
1.2 Intelligenz
1.3 Emotionale Intelligenz

2 Modelle emotionaler Intelligenz
2.1 Grundmodell nach Salovey und Mayer (1990)
2.2 Das modifizierte Modell nach Mayer und Salovey (1997)
2.3 Gemischte Modelle nach Goleman und Bar-On
3 Einordnung und Abgrenzung
3.1 Einordnung als Intelligenzart
3.2 Abgrenzungen zur sozialen und akademischen Intelligenz

4. Resümee und Ausblick

III Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grundmodell nach Salovey & Mayer (1990)

Abb. 2: modifiziertes Modell nach Mayer & Salovey (1997)

Abb. 3: Modell nach Bar-On

1 Begriffsbestimmung

Aufgrund der Neuheit des Konstrukts, des populärwissenschaftlichen Ansatzes und des mittlerweile oft erforschten Feldes der emotionalen Intelligenz (folgend auch mit EI abgekürzt), existiert eine große Menge an Literatur, sowie dessen Kontroversen zwischen Wissenschaft und populären Ansätzen (Schulze, Freund & Roberts, 2006).

Diese Hausarbeit bietet, ohne Anspruch auf Vollzähligkeit, einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der emotionalen Intelligenz, sowie deren verschiedene Modelle bis hin zu der Abgrenzung zu anderen Intelligenzen um abschließend ein kritisches Resümee und einen Ausblick zu geben.

Um das Konzept und die Logik hinter dem Begriff der emotionalen Intelligenz zu verstehen, bedarf es vorerst der Definition der beiden psychologischen Schlüsselbegriffe Emotion und Intelligenz (Salovey & Mayer, 1990).

1.1 Emotionen

Sprachlich betrachtet leitet sich Emotion vom lateinischen „movere“ ab und bedeutet so viel wie bewegen, wobei das Präfix „e“ als „hinbewegen“ interpretiert werden kann. Demnach folgt zu jeder Emotion eine Tendenz zur Handlung (Neuhaus, 2007).

In der Umgangssprache findet sich der Oberbegriff „Gefühle“. Dieser beinhaltet sowohl Affekte, Stimmungen wie auch Emotionen. Wissenschaftlich betrachtet ist der Begriff „Affekt“ allerdings der eigentliche Oberbegriff und umfasst Emotionen und Stimmungen. Emotionen sind auf ein Objekt gerichtete starke Gefühle. Sie sind immer auf einen Gegenstand oder eine Person gerichtet. Stimmungen hingegen sind nicht zwangsläufig auf einen Gegenstand oder eine Person gerichtet und müssen keinen ursächlichen Grund haben. Stimmungen sind kein einzelnes Gefühl, sondern vielmehr länger andauernde Gefühlszustände und sind in Abgrenzung zu Emotionen von geringerer Intensität (Werth, 2004).

Wiswede (2007) beschreibt hingegen Stimmungen als besondere Klasse von Emotionen, die auch Einfluss auf die Informationsverarbeitung haben können. Er sieht hierbei besondere wirtschaftspsychologische Relevanz im Hinblick auf die effiziente Verarbeitung nach vorheriger positiver Emotionalisierung, sowie die Bereicherung von Werbung mit emotionalen Inhalten.

Goleman (1995) beschreibt Emotion als ein gedankenbasiertes Gefühl mit entsprechenden Handlungsbereitschaften. So gibt es nahezu unzählige Emotionen inklusive ihrer Mischformen, Nuancen, Mutationen und Varianten. Er beschreibt die weitreichenden Verästelungen als so komplex, als das der Psychologie schlichtweg die Worte für manche Emotionen fehlen. Ebenso seien Forscher bislang uneins darüber, welche Emotionen als primär gelten können, sodass sich daraus Ableitungen bzw. Rückschlüsse bilden könnten. Der Existenz von Primäremotionen ist man sich nicht mal sicher.

Das Gefühl der jeweiligen Emotion verstärkt sich, wenn bereits die passende Stimmung vorliegt. Aus Wirtschaftspsychologischer Sicht ist diese Erkenntnis durchaus wertvoll und liefert wesentliche Ratschläge zum Umgang mit Lob und Kritik (Neumann, 2001, zitiert nach Werth, 2004).

Am Emotionserleben können mehrere Bestandteile beteiligt sein. Die direkte Empfindungskomponente oder schlichtweg das gute oder schlechte Gefühl, die physiologische Reaktion, die Kognitionen und die Verhaltenskomponente. Diese vier Ebenen der Emotionen können, müssen aber nicht zusammen auftreten (Werth, 2004).

Die Nützlichkeit von Emotionen in unserem Alltag zeigt sich wie folgt. So lenken Emotionen unsere Aufmerksamkeit auf wichtige externe Gegebenheiten bzw. Umwelteinflüsse. Des Weiteren liefern unsere Emotionen aber auch Zeichen des inneren Zustandes. Eine weitere nützliche Funktion zeigt sich in der Vorbereitung und Anpassung bestimmter körperlicher Merkmale. So wird der Blutfluss in die Beine bei der Emotion Angst verstärkt um schneller auf eine eventuelle Flucht reagieren zu können. Ebenso erzeugen Emotionen Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen, die anderen Personen wichtige Informationen signalisieren können. So zeigt ein Lächeln unserem Gegenüber, dass wir uns in einer eher positiven Stimmung befinden (Schultz, Izard & Abe, 2006).

Die Nützlichkeit der Emotionen erscheint mitunter vorerst als vernunftlos, wenn man bedenkt, dass Gefühle sehr schnell, und ohne Beteiligung von Kognitionen, entstehen. So scheinen manche Emotionen als unkontrolliert oder überschwänglich. Dies ist evolutionär auf den Entstehungsort der Emotionen bedingt. Diese entstehen im limbischen System. Dieses System ist sehr viel älter, als der für das rationale Denken zuständige Cortex (LeDoux, 1987, zitiert nach Werth, 2004). Auf den zweiten Blick offenbart sich allerdings der Nutzen der schnellen Entstehung. So ist das schnelle Aufkommen von Emotionen eine Art „Frühwarnsystem“ und weist rechtzeitig auf Gefahren hin. So schützt z.B. das Gefühl des Ekels davor giftige oder ungenießbare Dinge zu essen. Die Auslösung von Emotionen kann auf zwei Wegen stattfinden. Zum einen, durch Reize der Sinnesorgane und zum anderen durch die reine Vorstellung, also der kognitiven Auslösung. So wird durch die bloße Interpretation einer Situation eine Emotion ausgelöst. Abgrenzend dazu können Stimmungen durch die sogenannte Emotionale Ansteckung ausgelöst werden. So werden Emotionsausdrücke unbewusst imitiert und schlagen sich auf die eigene Stimmung nieder (Werth, 2004).

Nach Abraham (2006) sind Emotionen in Organisationen ein wesentliches Element. Sie stellen sich als Freude, Leidenschaft, Sorgen und Langeweile da. Es wird her-vorgehoben, dass positive Emotionen das Engagement und die Zufriedenheit fördern. Emotionen werden demnach als Triebfeder für Motivation, Führung und Kohäsion gesehen. Die Beteiligung an der Arbeit existiert auf drei Ebenen. Auf der ersten Ebene ist die Beteiligung rein körperlicher Natur, ohne Emotion oder Kognition. Auf der mittleren Ebene rein kognitiv und die höchste Ebene der Beteiligung ist die emotionale Ebene. Diese höchste Form des Commitments geht über Prestige, Macht und Geld hinaus, da er einen emotionalen Höhepunkt erleben lässt, so dass sich die emotionale Beteiligung in prosozialen Verhaltensweisen festigt, bspw. durch die freiwillige Übernahme von Zusatzaufgaben, der unentgeltlichen Funktion als Sprecher oder bei Verbesserungsvorschlägen.

Je emotional bedeutungsvoller die Arbeit erlebt wird, desto mehr kann man sich daran erinnern und umso leichter fällt es sich daran zu beteiligen. Die Funktion von Emotionen auf die Gedächtnisleistung kann mit einem plakativen Beispiel gestützt werden, an dass sich nahezu Jeder an bestimmte Ereignisse erinnern kann, die starke Emotionen ausgelöst haben, wie bspw. der Anschlag auf das World Trade Center 2001. Somit kann das Gedächtnis nicht als reine Wissensleistung gesehen werden, sondern ist direkt proportional zur Bedeutung der Erinnerungen und der Aktivierung der dem verbundenen Emotionen (Ryback, 2000).

1.2 Intelligenz

Auch hier sei vorab die sprachliche Abstammung kurz erläutert. Demnach stammt Intelligenz vom lateinischen „inter“ was so viel wie „zwischen“ bedeutet und „legere“ also „lesen“ oder „wählen“ ab und wird aus psychologischer Sicht als Oberbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen genutzt (Rost, 2013).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Was ist emotionale Intelligenz? Entstehungsmodelle und Abgrenzung zu anderen Intelligenzen
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln  (Fachbereich Wirtschaft und Medien)
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V319022
ISBN (eBook)
9783668182141
ISBN (Buch)
9783668182158
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Intelligenz, Emotion, Salovey, Bar-On, Emotionale Intelligenz
Arbeit zitieren
Kevin Käbisch (Autor), 2016, Was ist emotionale Intelligenz? Entstehungsmodelle und Abgrenzung zu anderen Intelligenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319022

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