Die Kapitalanforderungen nach Basel II und III. Folgen für Finanzinstitute und Kritikpunkte


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1. Eigenkapitalanforderung nach Basel II - Die 3 Säulen
1.1 Säule 1 - Mindesteigenkapitalanforderungen
1.2 Säule 2 - Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
1.3 Säule 3 - Marktdiziplin

2. Die Kapitalanforderungen nach Basel III
2.1 Kernkapital
2.2 Kapitalhaltungspuffer
2.3 Umsetzung von Basel III

3. Die Folgen der Reformen
3.1 Auswirkungen auf das Kreditangebot
3.2 Folgen für die Finanzinstitute
3.3 Folgen Basel III

4. Fazit

II Literaturverzeichnis mit Zugriffsdatum

III Glossar

Folgen Basel II und Basel III

I Einleitung

Im Juni 1974 sind die Banken durch den Zusammenbruch der Herstatt-Bank, die infolge von Devisenspekulationen und geringem Eigenkapitalrücklagen kollabierte, darauf aufmerksam geworden, dass das bis dahin auf rein freiwilliger Basis beruhende Sicherheitssystem, so nicht funktionieren kann. Diese Bankenpleite galt seinerzeit als die größte der deutschen Nachkriegsgeschichte. Derartige Zwischenfälle nahmen auch international zu. In Erkenntnis der Wichtigkeit eines funktionierenden und sicheren Bankensystems und in Ermangelung internationaler Übereinkommen, haben sich die europäischen Regierungen zur Aufgabe gemacht, ein einheitliches Sicherheitssystem zu entwickeln, zu integrieren und zu kodifizieren. Dies sollte die Stabilität des Bankensektors zumindest in Europa gewährleisten.

Aus dieser Forderung zur Stabilität, entstanden bis zuletzt chronologisch1 drei angewandte Regelwerke, aus welchen sich die derzeitigen Finanzkennzahlen der Banken als Pakete entwickelten:

- 1974 Gründung Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht2
- 1988 Basel I [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Inkraft seit Ende 1992
- 2004 Basel II [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Inkraft seit Ende 2006
- 2010 Basel III [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Inkraft seit 2014

Die in diesen Paketen eingestellten Finanzkennzahlen, stellen überwiegend Mindestanforderungen dar. Sie beziehen sich auf Hinterlegung bestimmter Kapitalarten, um mögliche Insolvenzen von Banken, welche aus Schuldnerausfällen resultieren können, zu verhindern.

Im Fokus dieser Hausarbeit stehen die Folgen und die Kritikpunkte aus den Vorgaben der Reformpakete von Basel II und Basel III. Sie werden in den Kernpunkten mit ihren Kapitalanforderungen und verbleibenden Verordnungen, vorgestellt werden.

1.0 Eigenkapitalanforderung von Basel II

Die Skizze stellt die 3 Säulen der Eigenkapitalvereinbarung von Basel II vereinfacht dar

(https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Bankenaufsicht/Basel2/basel2.html

3 Die drei tragenden Säulen3 von Basel II

Im Gegensatz zum Basel-I-Akkord, der ausschließlich auf das Mindesteigenkapital der Banken abstellt, beruht die Basel-II-Vereinbarung auf drei Säulen, die sich gegenseitig verstärken und fördern, sowie auf diese Weise ein sicheres und solides Finanzsystem4 gewährleisten sollen.

Flexible Rahmenbedingungen, weniger konkrete Vorschriften, laufende Überprüfung, mehr Gestaltungsfreiheit sowie besondere Vorschriften zur Offenlegung stellen die Kernpunkte der neuen Vereinbarung dar.

Spricht man in der Öffentlichkeit von Basel II, so wird darunter oft nur die Eigenkapitalunterlegung der Kredite und das damit verbundene Rating verstanden. Als tragende Elemente des so genannten Drei-Säulen-Konzepts sind neben dieser „Mindestkapitalanforderung5 “ auch noch ein „Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess6 “ sowie „Marktdisziplin7 “ fixiert, welche im Folgenden näher erläutert werden. Da die zweite und dritte Säule bankinterne und bankaufsichtliche Prozesse betreffen, stehen sie weniger im Vordergrund der öffentlichen Aufmerksamkeit.

1.1 Säule 1 - Mindesteigenkapitalanforderungen

Die erste Säule ist die wichtigste Säule des Drei-Säulen-Plans. Diese beschreibt Mindeststandards, welche Finanz- und Kreditinstitute für ihre Eigenkapitalausstattung einhalten müssen. Der Grundsatz, dass Banken nicht mehr Risiko eingehen dürfen, als sie selbst tragen können, ist in ihr verwachsen und konkretisiert. Insgesamt müssen mindestens 8% der gesamten Kreditsumme aller vergebenen Kredite mit Eigenkapital unterlegt sein.

Ausschlaggebend dafür wird nun aber die durch ein Rating ermittelte Bonität und Einstufung des jeweiligen Kreditnehmers sein. Mit Basel II werden Unternehmenskredite nicht mehr pauschal mit 100 Prozent gewichtet, was nun eine differenzierte Eigenkapitalunterlegung der jeweiligen Kreditrisiken ermöglicht. Damit ist klar, warum Banken ihre Kunden heute intensiv prüfen, d.h. eines Ratings8 unterziehen.

Durch Basel I wurden lediglich zwei Risikoarten, nämlich das Kreditrisiko9 und das Marktrisiko10, abgedeckt. Das Inkrafttreten von Basel II änderte an der Behandlung des Marktrisikos nichts. Hingegen gab es grundlegende Änderungen in der Behandlung des Kreditrisikos. Des Weiteren wird die explizite Behandlung einer weiteren Risikoart, nämlich die des operationellen Risikos11 eingeführt. Zusammen mit den beiden vorgenannten Risikoarten ist auch dieses mit Kapital zu unterlegen. Zur Messung der Risiken wird ein evolutionärer Ansatz verfolgt. Dieser lässt sowohl standardisierte Risikomessmethoden als auch verfeinerte Verfahren zu.

1.2 Säule 2 - Aufsichtliches Überprüfungsverfahren

Im Bereich dieses Überprüfungsverfahren (Supervisory Review Process = kurz. SRP), werden die quantitative Mindestkapitalanforderung der Säule 1, um ein qualitatives Element im aufsichtlichen Überprüfungsprozess (SRP) ergänzt. Die Befugnisse der Aufsichtsbehörden sind damit erweitert worden. Die nationalen Aufsichtsbehörden haben die von den Banken implementierten internen Verfahren zu beurteilen um sicherzustellen, dass die Banken die umfangreichen Anforderungen an die interne Ratingverfahren erfüllen.

Außerdem ist eine ständige Überprüfung der Banken auf Einhaltung der Mindestkapitalanforderungen implementiert. So sollen den Aufsichtsbehörden Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, durch präventive Maßnahmen frühzeitig eine Eigenkapitalquote von über 8 Prozent festlegen zu können. Vor Ort sind regelmäßig u.a. folgende Faktoren zu prüfen:

- Die Qualifikation und Erfahrung der Geschäftsleitung,
- Die Risikoneigung des Kreditinstituts,
- Die Qualität des vorhandenen Eigenkapitals und noch vorhandene

Möglichkeiten der Eigenkapitalzuführung

1.3 Säule 3 - Marktdisziplin

Die dritte Säule hat das Ziel die Marktdisziplin12 zu stärken. Dieses Ziel soll durch vermehrte Offenlegung / Transparenz von Informationen durch die Kreditinstitute erreicht werden. Eine wirksame Offenlegung ist sicherzustellen, und dient dazu, dass Marktteilnehmer einen besseren Einblick in das Risikoprofil und die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung einer Bank gewinnen. Durch die jederzeitige Verfügbarkeit aktueller Informationen soll für die Kreditinstitute der Anreiz für ein effizientes Risikomanagement und die Gewährleistung einer angemessenen Kapitalausstattung geschaffen werden.

Diese drei Säulen sollen zu einem sicheren und soliden Finanzsystem beitragen.

[...]


1 Vgl.: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Service/Einfach_erklaert/2010- 11-04-einfach-erklaert-basel-III-alternativversion.html

2 Vgl.: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Aufgaben/Bankenaufsicht/bankenaufsicht.html

3 Vgl.: https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Bankenaufsicht/Basel2/basel2.html

4 Vgl.: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/F/finanzsystem.html

5 Vgl.: https://www.finanz-lexikon.de/mindestkapitalanforderung_4103.html

6 Vgl.: http://www.kredit-und-finanzen.de/basel-2/bankenaufsicht.html

7 Vgl.: http://www.ad-hoc-news.de/marktdisziplin--/de/Boersenlexikon/16331858

8 Vgl.: http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/rating/rating.htm

9 Vgl.: http://www.bafin.de/DE/Aufsicht/BankenFinanzdienstleister/Eigenmittelanforderungen/Kreditrisiken/kreditri siken_node.html

10 Vgl.: http://www.bafin.de/DE/Aufsicht/BankenFinanzdienstleister/Eigenmittelanforderungen/Marktrisiken/marktris iken_node.html;jsessionid=036445716765AB7C4059B0638CE611C9.1_cid381

11 Vgl.: http://www.bafin.de/DE/Aufsicht/BankenFinanzdienstleister/Eigenmittelanforderungen/OperationelleRisike n/operationellerisiken_node.html

12 Vgl.: https://www.finanz-lexikon.de/marktdisziplin_4045.html

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Kapitalanforderungen nach Basel II und III. Folgen für Finanzinstitute und Kritikpunkte
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Bochum gGmbH
Note
1.3
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V319028
ISBN (eBook)
9783668181922
ISBN (Buch)
9783668181939
Dateigröße
808 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kapitalanforderungen, basel, folgen, finanzinstitute, kritikpunkte
Arbeit zitieren
Svenja Strieso (Autor:in), 2016, Die Kapitalanforderungen nach Basel II und III. Folgen für Finanzinstitute und Kritikpunkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319028

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