Im Folgenden beschäftige ich mich mit der Vergil-Homer-Synopse im 5. Buch (bis 5.1.16) der 'Saturnalia'. Nachdem dort die Frage angeklungen (aber nicht ausdiskutiert) worden ist, ob Cicero oder Vergil der bessere Redner, der bessere Rhetoriklehrer sei, folgt die Spottrede des Euangelus über Vergil. Dieser habe doch vermutlich selbst nie griechische Literatur und schon gar keine griechischen Reden gelesen, sei als Bauernsohn gar nicht mit griechischer Literatur in Kontakt gekommen. Dieser kühnen Behauptung widerspricht Eustatius natürlich vehement und meint, dass Vergil nicht weniges von griechischen Autoren entnommen habe und seinem Werk einfügte, als wäre da dessen natürlicher Entstehungsort.
Inhaltsverzeichnis
- Vergil und Homer (5,1-16)
- Analytischer Teil
- Textgrundlage mit Analyse der Klauseln
- Übersetzung
- Lexikalische Analyse und Kommentar
- Grammatische Analyse
- Stilistische Analyse
- Interpretatorischer Teil
- Einleitung
- Kann man Zeus einen Blitz entwinden?
- Apologie des Vergil
- Plagiat als Methode
- Vergils Aeneis auf Macrobius' „Prüfstand\"?
- Studien zur Quellenlage des Macrobius
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert den Text "Vergil und Homer" aus Macrobius' "Saturnalia" und untersucht die darin präsentierten Argumente zu Vergil als Dichter und Rhetor. Der Text soll nicht nur eine textkritische und stilistische Analyse des Auszugs liefern, sondern auch die Interpretation des Autors, Macrobius, in den Kontext der damaligen Debatten über Vergil und seine Werke stellen.
- Textanalyse von Macrobius' "Vergil und Homer"
- Untersuchung der rhetorischen und stilistischen Mittel Vergils
- Interpretation von Macrobius' Kritik und Verteidigung Vergils
- Einordnung von Macrobius' Werk in die literarische und rhetorische Tradition des 4. Jahrhunderts
- Analyse der Quellen und Einflüsse auf Macrobius' Werk
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der textkritischen Analyse des Auszugs "Vergil und Homer" aus Macrobius' "Saturnalia". Die Analyse der Klauseln soll die sprachliche Struktur des Textes aufzeigen und die Stilmittel des Autors hervorheben. Im zweiten Kapitel wird die Interpretation des Textes in den Kontext der damaligen literarischen Debatten gestellt. Macrobius' Argumentation für Vergil als Rhetor wird analysiert und in Bezug zu den antiken rhetorischen Theorien gesetzt. Die Kapitel 3-7 behandeln weitere Aspekte der Interpretation, wie die Frage nach der Plagiatsvorwürfe gegen Vergil und die Rolle der Rhetorik in Vergils Werken.
Schlüsselwörter
Macrobius, Saturnalia, Vergil, Homer, Rhetorik, Stilistik, Textanalyse, Klauselanalyse, Antike, Literaturgeschichte, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Vergil-Homer-Synopse bei Macrobius?
Macrobius vergleicht in seinen „Saturnalia“ die Werke von Vergil und Homer, um zu klären, inwieweit Vergil griechische Vorbilder genutzt hat und ob er als Rhetoriker überlegen ist.
Wird Vergil in der Arbeit als Plagiator dargestellt?
Die Arbeit untersucht den Vorwurf des Plagiats als Methode. Eustatius verteidigt Vergil damit, dass er griechische Quellen so meisterhaft integriert habe, als wären sie für sein Werk geschaffen.
Welche Rolle spielt die Rhetorik in der Analyse?
Ein zentraler Punkt ist die Debatte, ob Cicero oder Vergil der bessere Rhetoriklehrer sei, wobei Macrobius Vergil als versierten Kenner griechischer Redekunst darstellt.
Was ist eine Klauselanalyse?
Es handelt sich um eine Untersuchung der rhythmischen Satzschlüsse (Klauseln), um die stilistische Struktur und Qualität des lateinischen Textes zu bewerten.
Wer war Euangelus in den „Saturnalia“?
Euangelus tritt als Kritiker auf, der behauptet, Vergil habe als „Bauernsohn“ gar keinen echten Zugang zur griechischen Literatur gehabt – eine kühne Behauptung, die im Text widerlegt wird.
- Quote paper
- Jessica Ammer (Author), 2013, Die Vergil und Homer Synopse (5,1-16) in der "Saturnalia" des Macrobius. Analyse und Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319057