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Gründe für die Einbalsamierung im Alten Ägypten. Untersuchung mit den Thesen Jan Assmanns

Title: Gründe für die Einbalsamierung im Alten Ägypten. Untersuchung mit den Thesen Jan Assmanns

Seminar Paper , 2015 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Lisa Gebauer (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die folgende Arbeit wird sich der Aufzeichnungen Herodots bedienen, um die Umstände der Mumifizierung genauer zu beschreiben.

Es werden Gründe für die Einbalsamierung benannt, die neben den Mythen auch in gesellschaftlichen und räumlichen Erscheinungen zu suchen sind. Des Weiteren soll der Prozess der Einbalsamierung, wie ihn Herodot beschrieben hat, analysiert werden.

Dass das Einbalsamieren nicht nur eine banale „Erfindung“ der Ägypter war, zeigen die bekannten Mumiengräber, die man beispielsweise in Bahariyya gefunden hat. Durch die mit der Zeit immer aufwändiger gebauten Gräber und die unterschiedlichsten Grabbeigaben kann man neben der Einbalsamierung der Leichen erkennen, dass es den Ägyptern in dieser Zeit sehr wichtig war, einige Voraussetzungen für das Weiterleben nach dem Tod zu schaffen.

Einer der wichtigsten Ägyptologen der modernen Zeit ist Jan Assmann, welcher sämtliche Artikel und einige bedeutende Werke über die altägyptische Welt schrieb. Wenn man sich mit der Totenwelt der Ägypter beschäftigen will, kommt man ohne einen Blick auf seine Bücher nicht aus. Die nun folgende Arbeit bezieht sich deshalb hauptsächlich auf seine Thesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Tod im altägyptischen Kontext

3. Die Einbalsamierung

3.1 Die Einbalsamierung laut Herodot

3.2 Die Osiris-Legende

3.3 Die Rituale

4. Fazit

5. Bibliographie

5.1 Quellen

5.2 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die altägyptische Einbalsamierung, wobei sie über rein mythische Erklärungen hinaus auch gesellschaftliche und räumliche Faktoren beleuchtet. Dabei dient der Bericht des griechischen Schriftstellers Herodot als zentrale Quelle, dessen Beschreibungen des Mumifizierungsprozesses unter Einbeziehung zeitgenössischer archäologischer und ägyptologischer Erkenntnisse kritisch analysiert werden.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit den Aufzeichnungen des Herodot als historische Quelle.
  • Die Bedeutung des Jenseitsglaubens und der "elysischen Welt" für das altägyptische Leben.
  • Der Einfluss der Osiris-Legende auf die Praxis der Einbalsamierung und das Verständnis der körperlichen Einheit.
  • Die verschiedenen Arten der Mumifizierung in Abhängigkeit von sozialem Rang und wirtschaftlichen Möglichkeiten.
  • Die Rolle spezifischer Riten, wie der Nachtwache und des Mundöffnungsrituals, im Bestattungsprozess.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Einbalsamierung laut Herodot

Herodot beschreibt in seinen Historien drei verschiedene Arten der Einbalsamierung, die auch eine Gesellschaftsstruktur erkennen lassen. Somit ist die erste Art der Einbalsamierung beispielsweise nur den wohlhabenden Ägyptern möglich, da sie sehr aufwendig zu sein scheint: Die Einbalsamierer entfernten zunächst das Gehirn durch die Nase, ehe sie Eingeweide durch einen gerade Schnitt aus dem Rumpf entnehmen. Das Innere wird gereinigt und die Leiche wird in eine Natronlauge eingelegt. Nach spätestens 70 Tagen wird die Leiche gewaschen und in Binden gewickelt, bis sie schließlich wieder den Angehörigen übergeben wird, die inzwischen eine menschenförmige Holzfigur angefertigt haben. Im letzten Teil dieser ersten Art schreibt er:

„Wenn sie (die Angehörigen) sie auf diese Art verschlossen haben, heben sie sie (die Holzfigur) als Kostbarkeit im Grabgemach auf, indem sie sie aufrecht gegen die Wand stellen.“

Wenn man sich mit dem altägyptischen Totenglauben beschäftigt, findet man in jedem wichtigen Werk ein Kapitel darüber, welches das Phänomen der aufrechten und liegenden Holzfiguren behandelt. In dieser vergangenen Zeit sind es Riten, Bilder und Texte die wieder zu neuem Leben erwecken sollen. Diese Erkenntnis erhielt man durch unterschiedliche Funde in den Pyramiden. Die Ägypter haben das selbe Schriftzeichen für „Leichnam“ und „Bild“, doch die Bedeutung der beiden Begriffe kann jeweils ein anderer sein. Somit bedeutet eine liegende Holzfigur „Leichnam“ und eine aufrecht stehende Holzfigur „Bild“. Dies mag womöglich verwirrend erscheinen, in einer Welt, welche sich nicht der symbolischen Schrift bedient. Das Aufrichten ist im ägyptischen Kontext gleichbedeutend mit dem Beleben und Erneuern, welches das eigentliche Ziel der Einbalsamierung darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz von Herodots Aufzeichnungen ein und erläutert die methodische Notwendigkeit einer kritischen Quellenarbeit unter Einbeziehung moderner ägyptologischer Thesen.

2. Der Tod im altägyptischen Kontext: Dieses Kapitel thematisiert den Glauben an das Jenseits und das "Elysium" sowie die sozioökonomische Abhängigkeit der Bestattungsformen vom gesellschaftlichen Status des Verstorbenen.

3. Die Einbalsamierung: Hier wird der Prozess der Mumifizierung sowie die tiefe religiöse Verankerung der Ägypter analysiert, die das Jenseits bereits zu Lebzeiten ins Zentrum ihres Handelns rückten.

3.1 Die Einbalsamierung laut Herodot: Dieser Abschnitt differenziert die drei von Herodot beschriebenen Mumifizierungsmethoden und erklärt die symbolische Bedeutung der aufrechten Holzfigur als Ausdruck von Wiederbelebung.

3.2 Die Osiris-Legende: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss des Osiris-Mythos auf die Bestattungspraxis und wie die Vorstellung der körperlichen Einheit die Einbalsamierung begründet.

3.3 Die Rituale: Hier werden die rituellen Aspekte, insbesondere die Nachtwache und das Mundöffnungsritual, sowie die verschiedenen altägyptischen Begriffe für Körper und Geist (Ba, Ka, Leichnam) erläutert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen modernen Begräbnisvorstellungen und dem antiken Einbalsamierungsprozess zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Quellen interdisziplinär zu vergleichen.

5. Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und die weiterführende Literatur zur altägyptischen Totenkultur auf.

Schlüsselwörter

Einbalsamierung, Herodot, Mumifizierung, Ägypten, Totenkult, Osiris-Legende, Elysium, Jenseitsglaube, Grabbeigaben, Rituale, Mundöffnungsritual, Ba, Ka, Nachtwache, Totengericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Hintergründen der Einbalsamierung im Alten Ägypten unter besonderer Berücksichtigung der antiken Quellen von Herodot.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören der altägyptische Totenglaube, die Einflüsse von Mythen auf Bestattungsrituale sowie die Auswirkungen des sozialen Ranges auf die Art der Mumifizierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Einbalsamierung zu identifizieren, die über rein mythische Aspekte hinausgehen, und Herodot als historische Quelle kritisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, welche antike Berichte mit modernen ägyptologischen Erkenntnissen und Befunden vergleicht.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Mumifizierungsmethoden nach Herodot, die symbolische Bedeutung des Osiris-Mythos sowie spezifische Rituale wie das Mundöffnungsritual.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Einbalsamierung, Totenkult, Osiris-Legende, Körperkonzepte (Ba/Ka) und das Jenseitsstreben der Ägypter.

Warum ist das "Herz" für die Ägypter bei der Einbalsamierung so wichtig gewesen?

Das Herz galt im Alten Ägypten als Zeichen für die Lebendigkeit und als Schnittstelle zwischen Körper und Seele; die Einbalsamierung zielte darauf ab, die körperliche Einheit nach dem Tod wiederherzustellen.

Welche Rolle spielt die Osiris-Legende für das Verständnis der Mumifizierung?

Die Legende dient als mythische Begründung für die Einbalsamierung, da die Wiederzusammensetzung des Körpers des Osiris als Prototyp für die Wiederbelebung und Erneuerung des Verstorbenen im Jenseits fungiert.

Was unterscheidet die drei Arten der Mumifizierung nach Herodot?

Die Methoden unterscheiden sich maßgeblich in ihrer Komplexität und den verwendeten Materialien, was Herodot zufolge direkt mit dem sozialen Status und dem verfügbaren Kapital der Verstorbenen korrelierte.

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Details

Title
Gründe für die Einbalsamierung im Alten Ägypten. Untersuchung mit den Thesen Jan Assmanns
College
University of Innsbruck  (Alte Geschichte)
Grade
1
Author
Lisa Gebauer (Author)
Publication Year
2015
Pages
15
Catalog Number
V319131
ISBN (eBook)
9783668182769
ISBN (Book)
9783668182776
Language
German
Tags
gründe einbalsamierung alten ägypten untersuchung thesen assmanns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Gebauer (Author), 2015, Gründe für die Einbalsamierung im Alten Ägypten. Untersuchung mit den Thesen Jan Assmanns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319131
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