Das Bild der Familie zur Zeit des Nationalsozialismus. Erwartungen, Ideologie und Rollenverteilung


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wortklärung zum Begriff „Familie“

3. Ideologische Vorstellung der Familie im Nationalsozialismus
a) Rollenverteilung in der Familie im nationalsozialistischen Regime

4. Vergleich mit dem Idealbild der Familie heute

5. Zusammenfassung

6. Anhang

1. Einleitung

Die Nuklearfamilie ist meist das Bild, was Menschen in der westlichen Welt vor dem geistigem Auge, wenn sie gefragt werden, was eine „normale Familie“ für sie ist.

Diese besteht aus Vater und Mutter, die in einem gemeinsamen Haushalt für die gemeinsamen Kinder sorgen.

Doch dieses Bild ist schon lange nicht mehr die Norm - kinderlose Paare oder Patchwork-Familien sind schon lange sozial akzeptierte Formen von Familie in unseren Kulturkreisen. Das Bild einer „durchschnittlichen“ oder „normalen“ Familie ist ständig im Wandel und spiegelt in gewisser Weise den kulturellen Wandel der Gesellschaft wieder, da sich das Bild der Familie - wie die Gesellschaft - über die Jahrzehnte stark verändert.

Wohl der stärkste Wandel des vergangenen Jahrhunderts in der Sozialstruktur in Deutschland vollzog sich in den 30er und 40er Jahren - die Zeit, in der der Nationalsozialismus in Deutschland regierte.

In dieser Zeit waren die Normen und Werte ganz anders als die, die heutzutage gängig sind, so auch die Erwartungen an eine „normale“ Familie.

Mit vielen Instrumenten, vor allem aber auf politischer Ebene, haben die Nationalsozialisten versucht, das Bild einer „normalen“ Familie in eine bestimmte Richtung zu lenken.

In dieser Hausarbeit soll gezeigt werden, wie genau das Bild einer durchschnittlichen Familie, die allen Erwartungen der damaligen Kultur gültig wird, ausgesehen hat und wie diese durchschnittliche Familie in die ideologischen Vorstellungen des Nationalsozialismus gefördert haben.

Wie genau ist eine Familie nach der Nazi-Ideologie aufgebaut? Wer gehört zur Familie? Wie sind die Rollen in dieser Familie aufgeteilt?

Diese und andere Fragen sollen in dieser Hausarbeit bearbeitet und diskutiert werden.

Vorneweg ein Hinweis: Viele begriffe oder Phrasen werden in Anführungszeichen gelistet. Dies dient der Markierung möglicher Begriffe aus der nationalsozialistischen Ideologie, von der hier ganz klar Abstand genommen werden soll.

2. Wortklärung zum Begriff „Familie“

Das Wort „Familie“ ist abgeleitet von dem lateinischem Wort „familia“, was eigentlich „die Hausgemeinschaft“ bezeichnet. Zu den Zeiten des alten Roms bezeichnete „familia“ also nicht nur die direkte blutverwandte Familie, sondern der gesamte Besitz des „Familienvaters“, wozu seine Ehefrau, Kinder, aber auch Sklaven und Vieh gehörten.

Dieses Wort, was direkt in die französische Sprache übernommen wurde, fand im Verlauf des 17. Jahrhunderts auch Einzug in die deutsche Sprache, wo es im Verlaufe der Zeit seine heutige Bedeutung angenommen hat und sich vom Wort „Haus“ abgespalten hat, was ungefähr „familia“ von der Bedeutung entspricht.

Von der Antike bis in das 20. Jahrhundert hinein war das „Haus“ nicht nur eine soziale Instanz, sondern auch „Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- und Herrschaftsverband“ (Kastenbutt, 1). Dabei hat die Familie versucht, sich unabhängig von der restliche Gesellschaft als Gemeinschaft zu erhalten (Kastenbutt, 1).

Erst im Verlaufe der Industrialisierung wurde aus „dem Haus“ erst die Familie, wie sie heute eher bekannt ist - die Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater, und Kindern.

Generell wird die Familie als die „zentrale Institution der Gesellschaft“ (Böhnisch/ Maihofer/ Wolf, 8) gewertet.

Die Familie ist die erste Instanz, in der ein Individuum sozialisiert wird, wobei heutige Diskussionen darauf hindeuten, dass die Familie darüber hinaus an Wert verliert (Böhnisch/ Maihofer/ Wolf, 9).

3. Ideologische Vorstellung der Familie im Nationalsozialismus

Die Ideologie der Nationalsozialisten übersteuerte alles, was kulturell in Deutschland bisher bestand. Viele kulturelle Normen und Werten wurden mit Gesetzten fest gemacht und auch streng strafrechtlich verfolgt.

Viele dieser Gesetzte wurden geleitet von der eugenistischen Vorstellung der Nationalsozialisten, was bedeutet, dass es stark um die „Blutreinheit“ oder „Rassenreinheit“ ging, sowie die kulturelle Uniformität der deutschen Bevölkerung beziehungsweise Aufopferung für den Staat. Dies hatte auch viele Berührungspunkte mit der Familienpolitik.

Einer der größten gesetzlichen Veränderung, die extrem stark die Ideologie der Nationalsozialisten widerspiegelte, waren die „Nürnberger Gesetzte“, die am 15. September 1935 verabschiedet wurden.

Die Hauptteile dieser Gesetze waren die „Blutschutzgesetze“ und das „Reichsbürgergesetz“. Das „Blutschutzgesetz“ diente hauptsächlich dem „Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, wie es in der Erklärung heißt.

Grundsätzlich hat das „Blutschutzgesetz“ besagt, dass es Deutschen untersagt war, standesamtliche Ehen mit Juden einzugehen (oder mit diesen außerhalb einer Ehe Geschlechtsverkehr zu haben, was für diese Arbeit nicht relevant ist - was aber relevant sein könnte ist der Fakt, dass Frauen dafür nicht belangt werden konnten; Hitler sah Frauen als nicht sexuell mündig).

Dieses Gesetz diente dazu, um dem Gedanken der Eugenik gerecht zu werden - Eugenik bezeichnet die Lehre, dass es bestimmte genetische Veranlagungen gibt, die es einzudämmen oder zu fördern gilt. Hier wird auch meist der Rassenbegriff für Menschen genutzt. Für die Nationalsozialisten galt die „arische“ Rasse - also Völker indogermanischer Herkunft, allgemeinsprachlich als „nordische“ Völker bezeichnet, verbreitet in West-, Mittel- und Nordeuropa - als die, deren genetischen Anlagen als die Beste gilt, wobei die Nationalsozialisten rechtlich gesehen nicht von „Ariern“ sprachen, sondern von „Personen deutschen oder artverwandten Blutes“.

Hier wird die starke Vision deutlich, die Hitler für die Familien in Deutschland hatte: Sie sollten so arisch sein wie nur irgendwie möglich und dienten dem Erhalt der „deutschen Rasse“.

Als „Mischling“ galt man, wenn ein („Mischling 2. Grades“) oder zwei („Mischling 1. Grades“)

Großelternteile jüdischer Abstammung waren. Als Mischling ersten Grades war die Ehe mit einem „reinblütigem Deutschen“ nur unter spezieller Genehmigung zulässig (die selten erteilt wurde).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Bild der Familie zur Zeit des Nationalsozialismus. Erwartungen, Ideologie und Rollenverteilung
Hochschule
Universität Osnabrück  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Spezielle Soziologien I+II: Familiensoziologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V319291
ISBN (eBook)
9783668185746
ISBN (Buch)
9783668185753
Dateigröße
2248 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bild, familie, zeit, nationalsozialismus, erwartungen, ideologie, rollenverteilung
Arbeit zitieren
Daniel Krutsch (Autor), 2015, Das Bild der Familie zur Zeit des Nationalsozialismus. Erwartungen, Ideologie und Rollenverteilung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319291

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