Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Medizin und Gesundheit

Sterbehilfe in den Niederlanden. Zur niederländischen Duldungspolitik und deren Hintergründe

Titel: Sterbehilfe in den Niederlanden. Zur niederländischen Duldungspolitik und deren Hintergründe

Seminararbeit , 2014 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn es um das Thema Sterbehilfe geht, spielen die Niederlande eine Außenseiterrolle in Europa. Zwar ist die Sterbehilfe hier – genau wie in allen anderen europäischen Ländern – verboten, doch gibt es in den Niederlanden Voraussetzungen, unter denen Euthanasie aktiv und öffentlich geduldet wird. In der folgenden Arbeit soll auf die rechtlichen Regelungen sowie die Hintergründe der niederländischen Duldungspolitik eingegangen werden.

Da der Begriff der Sterbehilfe vieldeutig ist und für unterschiedliche Maßnahmen – meist in der finalen Lebensphase schwerkranker Menschen – steht, werde ich zuerst näher auf diesen Begriff eingehen und die verschiedenen „Arten“ von Sterbehilfe erläutern. Hierfür werde ich mich erstmal auf die in Deutschland gebräuchlichen Begriffe beziehen und später auf den schon in den Definitionen eintretenden Unterschied zu den Niederlanden eingehen.

Danach wird sich diese Arbeit detailliert mit der aktuellen Rechtslage in den Niederlanden sowie der Entwicklung zu diesem Status quo hin befassen. Hierbei sollen auch die historischen und kulturellen Hintergründe beleuchtet werden, die zu einer besonderen niederländischen Handhabung mit dem Thema Sterbehilfe geführt haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sterbehilfe - Begriffe und Definitionen

2.1 Aktive Sterbehilfe

2.2 Medizinisch assistierter Suizid

2.3 Indirekte Sterbehilfe

2.4 Passive Sterbehilfe

2.5 Der niederländische Euthanasiebegriff

3. Sterbehilfe in den Niederlanden

3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen

3.2 Historischer Hintergrund

4. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Besonderheiten der niederländischen Sterbehilfepolitik im europäischen Vergleich, wobei insbesondere die rechtliche Duldungspraxis und deren historisch-kulturelle Ursprünge analysiert werden, um ein tieferes Verständnis für den niederländischen Umgang mit dem Lebensende zu entwickeln.

  • Grundbegriffe und Definitionen der verschiedenen Arten von Sterbehilfe.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und die Entwicklung der Euthanasie-Gesetzgebung in den Niederlanden.
  • Die historische Bedeutung des Konzepts "gedogen" (Duldung).
  • Einfluss des Calvinismus und der Handelsgeschichte auf die niederländische gesellschaftliche Mentalität.
  • Vergleich der niederländischen Praxis mit den medizinethischen Diskursen in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3.2 Historischer Hintergrund

Wie bereits beschrieben, wird in den Niederlanden die, eigentlich strafbare, Euthanasie nicht nur geduldet, sondern es wird vom Gesetz sogar im Voraus bestimmt, unter welchen Umständen keine Strafverfolgung befürchtet werden muss.

Für diese besondere Art der Duldung gibt es in der niederländischen Sprache einen besonderen Ausdruck: gedogen. Gedogen beinhaltet das Absehen von Strafverfolgung bei Konstatierung einer Gesetzesübertretung durch eine Behörde, sowie das durch eine Behörde vorab Erklären bzw. Wecken der Erwartung, dass gegen eine bestimmte Gesetzesübertretung unter bestimmten Bedingungen keine Strafverfolgung eingeleitet wird (Gordijn 1998: 13). Laut Gordijn liegt die Ursache für diese niederländische Ausprägung der Duldung in der Blütezeit der niederländischen Republik im 17. Jahrhundert und zwar als Ergebnis zwei besonders starker Einflüsse: des Einflusses der Wirtschaft bzw. Handels und des Calvinismus.

In der damaligen „Republiek der Vereenigde Nederlanden“ nahmen die Städte, vor allem die der Region Holland, eine dominante Position ein. Diese Position erlangten sie durch das Treiben von Handel, welcher von großer Bedeutung für das Wohlergehen der gesamten Republik war. Daher war freier und ungehinderter Handel ein großes Anliegen der damaligen regierenden Eliten. Für florierenden Handel benötigte man eine stabile und friedliche Umgebung, weshalb die regierenden Eliten sich für die Erhaltung von Ruhe und Frieden im Land einsetzten. Auch in der Politik bzw. Rechtsprechung wollte man jegliche Unruhe oder Unfrieden vermeiden und sah deshalb im Falle von Gesetzesüberschreitungen von Strafverfolgung ab, wenn diese die ungestörte Abwicklung des Handels gefährden würde (Gordijn 1998: 18).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Außenseiterrolle der Niederlande in der europäischen Sterbehilfedebatte dar und skizziert das methodische Vorgehen sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Sterbehilfe - Begriffe und Definitionen: In diesem Kapitel werden die in Deutschland gebräuchlichen vier Sterbehilfearten definiert und dem niederländischen Verständnis von Euthanasie gegenübergestellt.

3. Sterbehilfe in den Niederlanden: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtliche Entwicklung vom Präzedenzfall 1973 bis zum Gesetz von 2002 sowie die historischen Wurzeln der spezifischen Duldungskultur.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das Zusammenspiel von Handelsethos und calvinistischer Tradition die niederländische Kompromisskultur und das Bedürfnis nach Transparenz in Sterbehilfefragen geformt hat.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Euthanasie, Niederlande, Duldungspolitik, gedogen, Rechtsprechung, Calvinismus, Lebensende, assistierter Suizid, Medizinethik, Patientenverfügung, Rechtsgeschichte, Tötung auf Verlangen, Präzedenzfall, Notstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die niederländische Duldungspraxis bezüglich der Sterbehilfe und untersucht die rechtlichen sowie historischen Hintergründe, die zu dieser europaweit einzigartigen Regelung geführt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die medizinrechtliche Unterscheidung von Sterbehilfearten, die niederländische Gesetzgebung sowie die kulturell-historischen Einflüsse von Handel und Calvinismus auf die gesellschaftliche Mentalität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu erklären, warum und wie die Niederlande trotz eines grundsätzlichen Verbots eine öffentlich geduldete und schließlich gesetzlich geregelte Praxis der Sterbehilfe etablieren konnten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Analyse fachwissenschaftlicher Literatur und rechtlicher Grundlagen, um die Zusammenhänge zwischen historischer Entwicklung und aktueller Rechtslage aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Klärung der Sterbehilfeformen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der niederländischen Rechtslage und eine Analyse des Konzepts "gedogen" vor dem Hintergrund des 17. Jahrhunderts.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Euthanasie, die niederländische Duldungspolitik (gedogen), Rechtssicherheit, der calvinistische Einfluss auf die Gesellschaft sowie die ethische Abwägung ärztlicher Pflichten.

Was bedeutet der Begriff "gedogen" in diesem Kontext genau?

Er beschreibt eine spezifisch niederländische Art der Duldung, bei der Behörden das Absehen von einer Strafverfolgung erklären, wenn bestimmte, im Voraus definierte Bedingungen bei einer Gesetzesübertretung erfüllt sind.

Welche historische Rolle spielt der Calvinismus für die Sterbehilfe?

Der Calvinismus prägte die niederländische Gesellschaft durch ein Streben nach Ordnung und Regelmäßigkeit, was dazu führte, dass auch ethisch schwierige Themen wie Sterbehilfe gesetzlich klar geregelt werden sollten, um gesellschaftliche Unruhe zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sterbehilfe in den Niederlanden. Zur niederländischen Duldungspolitik und deren Hintergründe
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V319296
ISBN (eBook)
9783668187597
ISBN (Buch)
9783668187603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sterbehilfe niederlanden duldungspolitik hintergründe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Sterbehilfe in den Niederlanden. Zur niederländischen Duldungspolitik und deren Hintergründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319296
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  10  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum