Kein Unterricht gleicht dem anderen. Wenn Menschen zusammenarbeiten, spielen sehr viele Faktoren eine Rolle: Lehr- und Lerntypen, Unterrichtsräume, -inhalte, -methoden, -ziele, Vorwissen der Schülerinnen und Schüler (SuS), äußere Umstände, etc. Diese, noch ewig erweiterbare, Liste erweckt den Anschein, dass es in der Praxis wahrscheinlich keinen wirklich 100%ig perfekten Unterricht gibt und auch niemals geben wird. Das Ziel eines Lehrers sollte es trotzdem sein, zumindest an diese 100% heranzukommen, indem er möglichst viele heterogene Charaktere bedient und fachlich aktuelle und individuell auf seine Adressaten abgestimmte Inhalte mit den richtigen Methoden vermittelt.
Werden die oben aufgeführten Punkte unglücklich kombiniert beziehungsweise an falscher Stelle angewendet, kann es schnell zu Desinteresse und Demotivation seitens der Schüler führen, was die Lernergebnisse negativ beeinflusst.
Wer beispielsweise das Buch von (Meyer, 2004) zur Forschung „Was ist guter Unterricht?“ liest, erfährt zum einen den aktuellen Stand des Wissens über Lehren, Lernen, Unterricht und Unterrichtsqualität, zum anderen aber auch, dass es sehr viele unterschiedliche Theorien zum Kern von Unterrichtsqualität gibt.
Was also macht qualitativen Unterricht aus? Wie kann die vom Lehrer gewählte Unterrichtsmethode das Lernergebnis und damit auch die Qualität des Unterrichts positiv beeinflussen? Diese Fragen sollen exemplarisch anhand eines beobachteten problembehafteten Unterrichts beantwortet werden.
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht demnach darin, theoriegeleitet (Goal-Based Scenario) einen verbesserten Unterrichtsentwurf vorzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziele und Fragestellungen dieser Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Untersuchungsgegenstand Unterricht
2 Forschungsstand und Theorie
2.1 Qualitativer Unterricht
2.2 Problemorientierte Analyse des Unterrichts
2.3 Theorie zur möglichen Lösung des Problems
3 Der Unterrichtsentwurf
3.1 Einordnung in das GBS
3.2 Begründung des neuen Unterrichtsentwurfs
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Qualität von Unterricht durch eine problemorientierte Analyse und die Anwendung einer spezifischen didaktischen Methode, des "Goal-Based Scenario" (GBS), zu optimieren. Es wird untersucht, wie Unterricht in der beruflichen Bildung gestaltet werden kann, um Lernende stärker zu aktivieren und eine höhere intrinsische Motivation sowie nachhaltigen Kompetenzerwerb zu fördern.
- Analyse von Unterrichtsqualität anhand definierter Qualitätsmerkmale
- Einsatz der Goal-Based Scenario (GBS) Methode zur Unterrichtskonstruktion
- Förderung aktiven und selbstständigen Lernens in heterogenen Klassen
- Entwicklung eines realitätsnahen Szenarios für den IT-Unterricht
- Förderung der Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz
Auszug aus dem Buch
2.3 Theorie zur möglichen Lösung des Problems
Überspitzt könnte man sagen, dass es wahrscheinlich viele didaktische Ansätze gibt, die bei den SuS mehr Interesse wecken, als ein halbstündiger Monolog des Lehrenden. Einer dieser möglichen Ansätze, die Goal-Based Scenarios (GBS) Methode, die unter Roger Schank am Institute for the Learning Sciences (ILS) an der Northwestern Universität in den USA entwickelt wurde, wird im Folgenden vorgestellt.
"An interest is a terrible thing to waste" (Schank, 1994, S. 305). Dieses Zitat umschreibt mit wenigen Worten die zentrale Auffassung, die sich hinter dem Goal-Based Scenario Ansatz [...] verbirgt" (Zumbach, 2002, S. 3).
Die GBS Methode ist sehr schülerorientiert und fördert einen individualisierten und selbstbestimmten Unterricht, indem ein zu vermittelnder Bereich möglichst realitätsnah in einer Lernumgebung abgebildet wird (vgl. ebd.). Dabei soll vor allem der mangelhafte Wissenstransfer von Aus- und Weiterbildungsinhalten auf die Anforderungen des Alltags verringert werden (vgl. ebd., S. 1).
Die "Goal-Based Scenarios" stehen direkt in der Tradition des situierten Lernens" (vgl. ebd., S. 3). Bei diesem Lernen steht das dem Menschen natürliche sogenannte "learning-by-doing" in möglichst realitätsnahen Umgebungen im Vordergrund. Die SuS können dabei Entscheidungen treffen, die für das Weiterkommen gut oder auch schlecht sein können. Das Lernen wird so als ein natürlicher Prozess verstanden, bei dem sich der Lernende ständig an die Umgebung den Anforderungen anpassen muss. Dieser Prozess verläuft in den seltensten Fällen linear. Meistens wird nicht sofort eine passende Lösungsstrategie gefunden. (vgl. ebd., S. 3) Bei der GBS Methode geht man jedoch davon aus, dass man auch durch falsche Entscheidungen lernt. Außerdem können die Lernenden einen hohen Grad an Handlungskompetenz erfahren. Dadurch entsteht eine erhöhte intrinsische Motivation, die dann wiederum eine bessere Auseinandersetzung mit den Lerninhalten fördert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unterrichtsentwicklung ein, definiert die Ziele und den Aufbau der Arbeit sowie den Untersuchungsgegenstand im Bereich des IT-Unterrichts.
2 Forschungsstand und Theorie: Hier werden theoretische Grundlagen zum Qualitätsbegriff im Unterricht sowie zur problemorientierten Analyse erörtert und die Goal-Based Scenario (GBS) Methode als Lösungsansatz eingeführt.
3 Der Unterrichtsentwurf: Dieses Kapitel präsentiert die praktische Umsetzung der Theorie, konkret die Einordnung eines Unterrichtsvorhabens in das GBS-Modell sowie die pädagogische Begründung der gewählten Maßnahmen.
4 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion des Unterrichtsentwurfs und der Bewertung der Anwendbarkeit der GBS-Methode für die behandelten heterogenen Klassen.
Schlüsselwörter
Goal-Based Scenario, GBS, Unterrichtsplanung, IT-Unterricht, situiertes Lernen, Handlungskompetenz, intrinsische Motivation, Unterrichtsentwurf, berufliche Bildung, Lernumgebung, Unterrichtsqualität, Methodenkompetenz, Schülerselbstständigkeit, Wissensvermittlung, Transferfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Optimierung von Unterricht durch einen theoretisch fundierten Unterrichtsentwurf, der auf der "Goal-Based Scenario" Methode basiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören Unterrichtsqualität, die didaktische Planung nach GBS, problemorientiertes Lernen sowie die Förderung verschiedener Kompetenzen bei Auszubildenden in IT-Berufen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Entwicklung eines Unterrichtsentwurfs, der motivierende und realitätsnahe Lernszenarien schafft, um den Lernerfolg und die Transferleistung der Schüler zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine problemorientierte Analyse des Ist-Zustands von Unterricht sowie die Anwendung der GBS-Methode nach Roger Schank zur didaktischen Konstruktion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Forschungsstandes, die detaillierte Beschreibung des GBS-Ansatzes sowie die praktische Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema "Strukturierte Verkabelung".
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Goal-Based Scenario, situiertes Lernen, Handlungskompetenz, intrinsische Motivation und Unterrichtsplanung im IT-Bereich.
Was bedeutet die "Mission" im Kontext der GBS-Methode dieser Arbeit?
Die Mission ist das zentrale Handlungsziel für die Lernenden, in diesem Fall die Bearbeitung einer konkreten Ausschreibung für die Sanierung der IT-Infrastruktur eines Uhrenherstellers.
Warum ist die Wahl des "Fokus" innerhalb eines GBS für den Autor entscheidend?
Der Fokus bestimmt, welche Fertigkeiten vermittelt werden, wie beispielsweise das "Erklären", "Entdecken" oder "Gestalten", und ist somit eng mit der Mission und den geplanten Lernoperationen verknüpft.
- Arbeit zitieren
- Stefan Zimmer (Autor:in), 2013, Analyse und Konstruktion von Unterricht nach der Goal-Based Scenario Methode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319336