In Deutschland leben wir in einer Einwanderungsgesellschaft. Nur rund 20 Prozent der Migrantenkinder wachsen zweisprachig auf. Somit steigt auch die Anzahl der Migrantenkinder in deutschen Kindertageseinrichtungen, die keine oder sehr wenige Kenntnisse der deutschen Sprache haben. Sprachförderung jedoch ist eine Bildungsaufgabe der frühen Kindheit, weil sie die Voraussetzung für Chancengleichheit ist. Dies soll im Folgenden behandelt werden
Im Kindergarten werden die Kinder dann mit der deutschen Kultur und Sprache konfrontiert. Sie müssen sich mit den neuen Einflüssen auseinandersetzen und ihre deutsche Sprachfähigkeit entwickeln.
Die fehlenden Kompetenzen in der deutschen Sprache können zu Schulversagen führen. Ein hoher Anteil der Sonderschüler sind Kinder mit einem Migrationshintergrund. Da die Probleme bereits vor Schuleintritt beginnen, ergibt sich die Aufgabe nach einer frühzeitigen Sprachförderung im Elementarbereich. Diese stellt seit der PISA-Studie auch ein anerkanntes Bildungsziel dar. Der sprachlichen Förderung im Vorschulalter kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil sie die Chancen unterstützt, den späteren schulischen Anforderungen zu entsprechen und die Entwicklungsmöglichkeiten sowie die soziale Integration der Kinder deutlich zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theorien des Zweitspracherwerbs
2. Sprachförderung im Kindergarten
2.1 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte
2.2 Die Berücksichtigung der Lebenssituationen der Migrantenkinder beim Spracherwerb
2.3 Die Bedeutung des Dialoges beim Spracherwerb
2.4 Die Bedeutung des Spiels für die Förderung der Zweitsprache
3. Die Bedeutung der Muttersprache
4. Sprachförderung – eine Aufgabe für interkulturelle Pädagogik
5. Die deutsche Sprache – Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der frühkindlichen Sprachförderung von Migrantenkindern im Kindergarten als essenzielle Voraussetzung für deren Bildungserfolg und soziale Integration in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie pädagogische Fachkräfte durch gezielte Förderung und eine interkulturelle Ausrichtung den Spracherwerb unterstützen können, um Bildungsbenachteiligungen entgegenzuwirken.
- Theoretische Grundlagen des Zweitspracherwerbs
- Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte in der Sprachförderung
- Bedeutung der Muttersprache im Migrationskontext
- Interkulturelle Pädagogik als Rahmenkonzept
- Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Integration
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte
Die pädagogischen Fachkräfte sollten sich über die Zweitspracherwerbstheorien auskennen und diese bei der Sprachförderung in pädagogischen Einrichtungen, wie Kindergarten berücksichtigen. Darüber hinaus sammeln sie natürlich auch in ihrer pädagogischen Arbeit mit Kindern weitere eigene Erkenntnisse, die sie mit den vorhandenen Hypothesen vergleichen und sie aus der Perspektive der Praxis überprüfen und beurteilen können.
Das Sprachverhalten der pädagogischen Fachkräfte spielt bei der Spracherziehung ebenso eine wichtige Rolle. Sie sollten ihr eigenes Sprachverhalten Reflektieren, das Sprachverhalten der Kinder kontinuierlich beobachten und den aktuellen Stand, sowie die Entwicklungsschritte ihrer Sprachfähigkeit dokumentieren. Zudem ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Kindern und der Fachkräfte beim Spracherwerb der Kinder ausschlaggebend. Die Erzieher/innen sollten durch ein unterstützendes und motivierendes Handeln versuchen, die Sprechfreude bei den Kindern zu erwecken. Sie sollten versuchen die Kinder zum Nachdenken über ihr Sprechen zu bringen. Zudem sollten die pädagogischen Fachkräfte die unterschiedlichen Lebenssituationen der Kinder kennen und Rücksicht auf ihre Kulturen nehmen.
Da Kinder besser in Gruppen lernen, sollten die pädagogischen Fachkräfte durch regelmäßige Angebote in Kleingruppen versuchen, individuell auf die Fähigkeiten und Fortschritte der Kinder einzugehen. Zudem sollten sie versuchen dabei die Interessen der Kinder herauszufinden, um diese in die methodische Arbeit aufnehmen zu können. Die Einrichtungen sollten hierfür ihren pädagogischen Fachkräften reichlich Fachmateriealien und Zeit zur Verfügung stellen, damit sie den Kindern nützliche Lernangebote machen können. Die ständige Reflexion dieser Schritte gehört ebenso zur qualifizierten Förderung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Ausgangslage in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland sowie die besondere Relevanz der Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund zur Vermeidung von Bildungsbenachteiligung dargelegt.
1. Theorien des Zweitspracherwerbs: Das Kapitel erläutert wissenschaftliche Hypothesen wie die Kontrastiv-, Identitäts- und Interlanguage-Hypothese, um den komplexen Prozess des Zweitspracherwerbs zu verstehen.
2. Sprachförderung im Kindergarten: Hier werden die notwendigen Rahmenbedingungen und die fundamentale Bedeutung des kindlichen Alltags im Kindergarten für den Spracherwerb thematisiert.
2.1 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte: Der Fokus liegt auf der professionellen Haltung, der Beobachtungskompetenz und der Gestaltung von Sprachlernsituationen durch das pädagogische Personal.
2.2 Die Berücksichtigung der Lebenssituationen der Migrantenkinder beim Spracherwerb: Es wird verdeutlicht, warum das Wissen um die individuelle Herkunft und soziale Lebenslage der Kinder für eine effektive pädagogische Arbeit unerlässlich ist.
2.3 Die Bedeutung des Dialoges beim Spracherwerb: Dieses Kapitel unterstreicht die Rolle der Kommunikation und der Erziehungspartnerschaft mit Eltern für eine erfolgreiche Sprachentwicklung.
2.4 Die Bedeutung des Spiels für die Förderung der Zweitsprache: Das Spiel wird als elementares Lernmedium vorgestellt, durch das Kinder spielerisch ihren Wortschatz und ihre Sprachkenntnisse erweitern können.
3. Die Bedeutung der Muttersprache: Die Arbeit argumentiert für den Erhalt der Erstsprache als Basis für die kognitive Entwicklung und einen gelingenden Zweitspracherwerb.
4. Sprachförderung – eine Aufgabe für interkulturelle Pädagogik: Es wird die Notwendigkeit aufgezeigt, interkulturelle Ansätze in Kindertagesstätten zu integrieren, um ein friedliches Zusammenleben und gleichberechtigte Bildungschancen zu fördern.
5. Die deutsche Sprache – Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration: Abschließend wird die Sprachkompetenz als entscheidender Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe und Integration definiert.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Kindergarten, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pädagogik, Integration, Sprachentwicklung, Erziehungspartnerschaft, Sprachkompetenz, Erstsprache, Dialog, Bildungsbenachteiligung, Pädagogische Fachkräfte, Multikulturelle Gesellschaft, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der frühkindlichen Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund in deutschen Kindertageseinrichtungen als Schlüssel für eine erfolgreiche soziale und schulische Integration.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind Theorien des Zweitspracherwerbs, die Rolle der pädagogischen Fachkräfte, die Bedeutung des Spiels und Dialogs im Kita-Alltag sowie die Rolle der Muttersprache und interkultureller Pädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachförderung im Elementarbereich gestaltet sein muss, um Bildungsungleichheiten abzubauen und Migrantenkindern eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Theorien und aktueller Forschungsergebnisse zum Zweitspracherwerb.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Praxis der Sprachförderung im Kindergarten sowie die Bedeutung soziokultureller Faktoren für den Bildungserfolg.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Fachbegriffe wie Zweitspracherwerb, Interkulturelle Pädagogik, Sprachkompetenz und Bildungsbenachteiligung charakterisiert.
Warum spielt die Muttersprache eine so große Rolle für den Zweitspracherwerb?
Der Autor argumentiert, dass der Erhalt der Erstsprache die kognitive Basis für den Erwerb einer zweiten Sprache stärkt und somit nicht als Hindernis, sondern als kognitive Ressource betrachtet werden sollte.
Wie hat sich das Bild der pädagogischen Fachkräfte laut der Arbeit gewandelt?
Die Arbeit verweist darauf, dass sich das Berufsbild der Fachkräfte hin zum "Integrationsexperten" entwickelt hat, der nicht nur lehrt, sondern kulturelle Vielfalt moderiert und aktiv mit den Familien zusammenarbeitet.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Der deutsche Spracherwerb von Migrantenkindern in den Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319359