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Der Medienwechsel zwischen Literaturvorlage und Hörspiel. Narrative Elemente im Medienprodukt

Theoretische Abhandlung und kurze praktische Analyse von Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“

Title: Der Medienwechsel zwischen Literaturvorlage und Hörspiel. Narrative Elemente im Medienprodukt

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lisa Lindner (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Der hier vorliegende Aufsatz soll sich in erster Linie mit den Zusammenhängen zwischen Literatur und Hörspiel beschäftigen. „Die mediale Vervielfältigung verbreitet [dabei] das schon erreichte (Millionen-)Publikum. Schrift ist deshalb nicht mehr der alleinige Garant von Sinngenerierungen im Bereich der Literatur-Ästhetik.“ So verhält es sich auch bei dem für eine praktische Analyse ausgewählten und dem theoretischen Ansatz nachgestellten Beispiel der bekannten schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren und ihrem Helden, dem mutigen und unerschrockenen Detektiv in jugendlichem Alter Kalle Blomquist.

Längst ist Kalle Blomquist seiner literarischen Vorlage entsprungen und kleidet sich fortan in den Gewändern verschiedener Medienprodukte, ein Phänomen, das sich unter dem Begriff des Medienverbundes zusammenfassen lässt, ein aus Einzelmedien bestehendes System, das aus einem originären narrativen Text hervorgegangen ist. Zwischen Text und Einzelmedien herrscht eine intramediale oder intermediale Beziehung zueinander, aber auch untereinander. Der hier thematisierte Medienwechsel selbst meint die Transformation eines medienspezifisch fixierten Produkts in ein anderes Medium. Die Einzelmedien des Medienverbundes umfassen also sowohl Phänomene, die nur ein Medium involvieren, also auch Phänomene, die Mediengrenzen überschreiten, wie etwa den Medienwechsel. Durch den Medienverbund sollen Inhalte und Themen in ihrer Gesamtheit erfasst werden können.

1946 erstmals in schwedischer Originalsprache erschienen, ist Kalle Blomquist mittlerweile einer der bekanntesten und beliebtesten Charaktere Astrid Lindgrens. Seine Popularität spiegelt sich vor allem darin wieder, dass bereits zwei Hörspielfassungen im aktuellen Programm des Oetinger Verlags aufgenommen wurden. Die Produzenten Rose Marie Schwerin und Kurt Vethake bedienen sich in ihren jeweiligen Adaptionen ganz unterschiedlichen Mitteln, um narrative Strukturen der bekannten Literaturvorlage ins Medium Hörspiel zu transponieren. Zu Erörtern inwiefern sich die jeweiligen, fast zwei Jahrzehnte auseinander liegende Hörspiele hinsichtlich ihrer narrativen Element von Literaturvorlage und auch voneinander abgrenzen, hat sich dieser Aufsatz daher im Folgenden zur Aufgabe gemacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. Handschrift, Buchdruck, technische und digitale Medien – die Urszenen des Medienwechsels in ihrer historischen Abfolge

2. Narrative Strukturen im Roman

2.1 Erzählinstanzen im Roman

2.2 Kommunikationsstrukturen im Textgefüge

2.3 Zeitdimensionen im narrativen Diskurs – Roman

2.4 Gestaltung von Raum und Distanz im Roman

2.5 Aufgabenfelder von Fokalisierung und Perspektive

3. Narrative Strukturen im Hörspiel

3.1 Die Literatur und das Hörspiel

3.2 Erzählinstanzen im Hörspiel

3.3 Erzeugung von Raumdimensionen durch Akustik

3.4 Zeitdimensionen im narrativen Diskurs – Hörspiel

4. Kurze theoretische Analyse am Beispiel „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“

4.1 Astrid Lindgren: Kalle Blomquist Meisterdetektiv – das Buch

4.2 Rose Marie Schwerins Hörspieladaption (1954)

4.3 Kurt Vethakes Hörspieladaption (1973)

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Medienwechsels, insbesondere am Übergang von der Literaturvorlage zum Hörspiel. Dabei wird analysiert, wie narrative Strukturen, wie Erzählhaltung, Zeitgestaltung und Raumkonstruktion, beim Transfer in ein akustisches Medium transformiert werden, wobei Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“ als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Grundlagen der Medientheorie und Medienwechsel
  • Narrative Strukturen im Roman vs. Hörspiel
  • Transformation narrativer Elemente in den Medienverbund
  • Analyse der Hörspieladaptionen von Rose Marie Schwerin und Kurt Vethake
  • Medienspezifische Strategien zur Spannungserzeugung

Auszug aus dem Buch

4.1 Astrid Lindgren: Kalle Blomquist Meisterdetektiv – das Buch

Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“ ist der erste Band einer dreiteiligen Reihe über die Abenteuer des jugendlichen Hobbydetektivs Kalle, sowie seinen engsten Freunden Eva-Lotte und Andres. Das Buch erschien erstmals 1946 in schwedischer Originalsprache und wurde 1950 von Cäcilie Heinig für den Friedrich Oetinger Verlag ins Deutsche übersetzt. Weder in diesem noch in den darauffolgenden Bänden werden die Hauptfiguren explizit vorgestellt, stattdessen erschließt sich den Lesern ihre Existenz während des Handlungsverlaufs und im Kontext der Ereignisse.

Die Beschreibung der jeweiligen Figuren wird in den Lesetext integriert und mit dem Hauptcharakter Kalle Blomquist vornehmlich durch Dialoge in Beziehung gesetzt. Rahmenhandlung der Reihe ist jeweils das Aufklären eines Verbrechens durch den Hobbydetektiv und seine beiden Freunde. Erzählt wird die Handlung dabei nicht von Kalle selbst, sondern durch einen auktorialen Erzähler. Im Handlungsverlauf charakterisiert dieser das Figurenpersonal, schildert das räumliche und zeitliche Umfeld und kommentiert das Innenleben der Figuren. Er kann zudem auf zukünftige Ereignisse vorausblicken, was unter anderem durch die Verwendung von Analepsen und Prolepsen deutlich wird. Der hier vorliegenden Erzähler ist von heterogetischer Natur, da dieser kein Teil der erzählten Welt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Medientheorie sowie die Problematik des Medienwechsels ein und definiert das Ziel der Arbeit, narrative Unterschiede zwischen Roman und Hörspiel anhand von Astrid Lindgrens Werk aufzuzeigen.

1. Handschrift, Buchdruck, technische und digitale Medien – die Urszenen des Medienwechsels in ihrer historischen Abfolge: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung und die daraus resultierenden Transformationsprozesse von Kommunikationsmedien von der Oralität bis zur Digitalisierung.

2. Narrative Strukturen im Roman: Hier werden theoretische Grundlagen für die Analyse narrativer Texte erarbeitet, darunter Erzählinstanzen, Zeitverhältnisse und Fokalisierungskonzepte.

3. Narrative Strukturen im Hörspiel: Dieses Kapitel befasst sich mit den spezifischen medialen Voraussetzungen des Hörspiels und der rein akustischen Konstruktion von Erzählwelten.

4. Kurze theoretische Analyse am Beispiel „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf das konkrete Beispiel angewandt, wobei die Romanvorlage sowie zwei verschiedene Hörspieladaptionen vergleichend untersucht werden.

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Hörspiel durch akustische Gestaltungsmittel eine oft intensivere Spannungssteigerung ermöglicht als die literarische Vorlage.

Schlüsselwörter

Medienwechsel, Hörspiel, Roman, Astrid Lindgren, Kalle Blomquist, Erzähltheorie, Transmedialität, Narrativität, Erzählinstanzen, Adaption, Medienverbund, Spannungsaufbau, Akustik, Literaturwissenschaft, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich narrative Strukturen verändern, wenn ein Stoff von einem literarischen Medium (Roman) in ein akustisches Medium (Hörspiel) übertragen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft medientheoretische Grundlagen zur Medienentstehung mit narratologischen Analysen von Romanen und Hörspielen, ergänzt durch eine praktische Fallstudie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede in der narrativen Gestaltung und der Spannungserzeugung zwischen der Romanvorlage von Astrid Lindgren und zwei Hörspieladaptionen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse, die unter Anwendung erzähltheoretischer Ansätze (u.a. nach Nicole Mahne) die Transformation von Erzählelementen untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der narrativen Strukturen beider Medien sowie eine praktische Analyse, die den Fokus auf die Erzählerrolle und die Gestaltung von Spannung in den Adaptionen legt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Medienwechsel, Erzähltheorie, Kalle Blomquist, Transmedialität, Narrativität und Adaption.

Wie unterscheidet sich die Spannungserzeugung im Hörspiel vom Roman?

Das Hörspiel nutzt gezielt Geräuschkulissen, Stille, Musikelemente und das Tempo des Gesprochenen, um Unheimliches oder Spannung zu erzeugen, während der Roman primär über die Erzählweise und Tempuswechsel arbeitet.

Welche Rolle spielt der Erzähler in den untersuchten Hörspieladaptionen?

Die Erzählerrollen variieren stark: Während Schwerins Adaption Kalle teilweise als Ich-Erzähler auftreten lässt, führt Vethake einen externen Erzähler ein, der den Zuhörer durch gezielte Fragen in das Geschehen involviert.

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Details

Title
Der Medienwechsel zwischen Literaturvorlage und Hörspiel. Narrative Elemente im Medienprodukt
Subtitle
Theoretische Abhandlung und kurze praktische Analyse von Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist Meisterdetektiv“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Neuere deutsche Literatur und Komparatistik)
Course
Neuere deutsche Literatur und Komparatistik
Grade
1,3
Author
Lisa Lindner (Author)
Publication Year
2015
Pages
25
Catalog Number
V319362
ISBN (eBook)
9783668184985
ISBN (Book)
9783668184992
Language
German
Tags
medienwechsel literaturvorlage hörspiel narrative elemente medienprodukt theoretische abhandlung analyse astrid lindgrens kalle blomquist meisterdetektiv
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Lindner (Author), 2015, Der Medienwechsel zwischen Literaturvorlage und Hörspiel. Narrative Elemente im Medienprodukt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319362
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