Weltweit leiden heute rund 795 Millionen Menschen – mehr als jeder Neunte – an Hunger und Unterernährung. 98 % davon stammen aus Entwicklungsländern. Obwohl die Zahl der Hungernden seit 1990 trotz der wachsenden Weltbevölkerung von 18,6 % auf 10,9 % gesunken ist, bleibt die Anzahl derer, denen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, inakzeptabel hoch. Ein Grund dafür ist die unzureichende und ungerechte Wasserversorgung in vielen Teilen der Welt, die den Menschen keine ertragreiche Nahrungsmittelproduktion und keine hygienisch einwandfreie Zubereitung von Speisen ermöglicht. Mit 748 Millionen Menschen liegt die Anzahl derjenigen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser fast genauso hoch wie die Anzahl der Hungernden (World Health Organization (WHO) & United Nations Children’s Fund (UNICEF) 2014: 13).
Ein Mangel an Wasser geht jedoch nicht nur mit eingeschränkten Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Produktion, sondern auch mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Problemen einher. Ursachen für die sinkende Wasserverfügbarkeit und den steigenden Verbrauch gibt es viele, hier ist unter anderem der Tourismus zu nennen. Tourismus und Wasser sind ein dringendes Problem für die gesamte Menschheit, da die Branche von Wasser abhängig ist und mit ihrem übergroßen Verbrauch gleichzeitig dafür sorgt, dass Frischwasservorkommen in Touristenregionen immer geringer werden, was die Armut und Not der Einheimischen zusätzlich verstärkt.
In dieser Arbeit sollen der Begriff der Wasserknappheit definiert sowie Ursachen und Folgen der Wasserkrise dargestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen des Tourismus auf die Wasserknappheit. Die Ausarbeitung erfolgt am Beispiel der indonesischen Insel Bali. Ob der Tourismus der Provinz und seiner Bevölkerung zu einer industriellen und dienstleistungswirtschaftlichen Entwicklung verhilft oder der Region nachhaltig schadet, soll in der abschließenden Diskussion geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 METHODIK
3 WASSERKNAPPHEIT
3.1 Ursachen
3.2 Folgen
4 WASSERRESSOURCEN UND –VERSORGUNG AUF BALI
5 ENTWICKLUNG DES TOURISMUS AUF BALI
6 NEGATIVE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS AUF DIE WASSERVERSORGUNG
6.1 Erhöhter Wasserverbrauch durch Hotels und Urlauber
6.2 Sinkender Grundwasserspiegel und Versalzung
6.3 Wasserverschmutzung
6.4 Wasserkonflikte zwischen Landwirtschaft und Tourismus
6.5 Klimaschädliche Emissionen
7 DISKUSSION & LÖSUNGSVORSCHLÄGE
8 ZUSAMMENFASSUNG / ABSTRACT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die negativen Auswirkungen des massiven Tourismuswachstums auf die Wasserressourcen der indonesischen Insel Bali und analysiert, inwiefern die Tourismusbranche zur Verschärfung der lokalen Wasserkrise beiträgt.
- Analyse der Ursachen und Folgen globaler Wasserknappheit
- Untersuchung der Wasserversorgungssituation auf Bali
- Bewertung des Zusammenhangs zwischen Tourismuswachstum und Wasserverbrauch
- Diskussion ökologischer und sozialer Konfliktfelder (z. B. Landwirtschaft vs. Tourismus)
- Erarbeitung von Lösungsansätzen für eine nachhaltigere Tourismusgestaltung
Auszug aus dem Buch
6.1 Erhöhter Wasserverbrauch durch Hotels und Urlauber
„Weltweit fließt ein Hundertstel [also 1 %] des verfügbaren Wassers in die Tourismusbranche. Dies klingt global gesehen nicht viel […]“ (Naturfreunde Internationale (NFI) 2013). Auf Bali sind es hingegen 65 % aller Wasser-Ressourcen, die durch den Tourismus aufgezehrt werden (Cole 2012: 4). Diese überproportional große Menge ergibt sich aus dem Wasser, das für den Bau touristischer Infrastruktur benötigt wird, als auch aus dem für die Erhaltung dieser Einrichtungen und von den Besuchern genutztem Wasser (Tourism Concern 2014 a).
Auf Reisen verbrauchen viele Touristen ein Vielfaches des Wassers, das sie zu Hause nutzen würden, ohne sich über die Folgen bewusst zu sein. Außerdem zehren touristische Freizeiteinrichtungen immense Mengen an Flüssigkeit auf (Byczek 2011: 86). Balis Golfplätze beispielsweise werden täglich mit drei Millionen Litern Wasser bewässert, während einige Inselbewohner mehrere Kilometer laufen müssen, um ihr Wasser aus einem Brunnen zu gewinnen (Tourism Concern 2014 a).
Im Allgemeinen ist der Wasserverbrauch von den touristischen Gewohnheiten und dem Hoteltyp abhängig, wobei er mit der Größe des Hotels ansteigt (Cole 2012: 4). Besonders verschwenderisch ist der Umgang mit dem kostbaren Nass in Luxusunterkünften. Ein Fünf-Sterne-Hotel auf Bali benötigte im Jahr 2011 durchschnittlich 50.000 Liter Wasser pro Tag (Bali Discovery Tours 2011). Heute dürften es noch einige Liter mehr sein. Die Organisation „Tourism Concern“ gibt an, dass die Wassermenge, die 100 Gäste eines Luxushotels innerhalb von 55 Tagen verbrauchen, ausreichen würde, um 100 arme Familien für drei Jahre mit Wasser zu versorgen (Tourism Concern 2014 b).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die globale Relevanz der Wasserkrise im Kontext von Hunger und Armut und führt das Fallbeispiel Bali zur Untersuchung des Tourismus als Treiber der Wasserknappheit ein.
2 METHODIK: Dieses Kapitel erläutert die strukturierte Literaturrecherche, die unter anderem Online-Datenbanken und statistische Quellen nutzte, um die Auswirkungen des Tourismus auf Bali datenbasiert aufzuarbeiten.
3 WASSERKNAPPHEIT: Es werden die begrifflichen Grundlagen, Ursachen und Folgen der Wasserknappheit definiert und in ökologische, soziale sowie gesundheitliche Dimensionen unterteilt.
4 WASSERRESSOURCEN UND –VERSORGUNG AUF BALI: Das Kapitel beschreibt die geographischen Gegebenheiten Balis und stellt dar, warum die Insel trotz wasserreicher Tropenlage unter einer akuten Wasserknappheit leidet.
5 ENTWICKLUNG DES TOURISMUS AUF BALI: Hier wird der historische Anstieg der Touristenzahlen und der massive Ausbau der touristischen Infrastruktur seit den 1970er Jahren dokumentiert.
6 NEGATIVE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS AUF DIE WASSERVERSORGUNG: Dieses zentrale Kapitel analysiert den überproportionalen Wasserverbrauch, Grundwasserprobleme, Verschmutzung, Nutzungskonflikte und die klimatischen Belastungen durch den Tourismus.
7 DISKUSSION & LÖSUNGSVORSCHLÄGE: Es wird kritisch diskutiert, wie ein nachhaltigerer Tourismus gefördert werden kann, ohne die lokale Wirtschaft zu gefährden, wobei politische Regelungen und ein bewusstes Konsumverhalten im Fokus stehen.
8 ZUSAMMENFASSUNG / ABSTRACT: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und mahnt zum Handeln, um Bali vor einer drohenden, ernsten Wasserkrise zu bewahren.
Schlüsselwörter
Bali, Tourismus, Wasserknappheit, Grundwasser, Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit, Umweltverschmutzung, Landwirtschaft, Massentourismus, Wasserstress, ökologische Auswirkungen, Wasserversorgung, Reisbauern, Klimawandel, touristische Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der problematischen Beziehung zwischen der wachsenden Tourismusbranche auf der indonesischen Insel Bali und der zunehmenden lokalen Wasserknappheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die Themen Wasserressourcen, Tourismusentwicklung, landwirtschaftliche Nutzung, ökologische Auswirkungen des Tourismus sowie Strategien für ein nachhaltiges Wassermanagement ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Massentourismus auf Bali zu einer Wasser- und Umweltkrise beiträgt und ob dies das Überleben lokaler Gemeinschaften sowie die traditionelle Landwirtschaft bedroht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte eine systematische Literaturrecherche, die Auswertung von Online-Datenbanken sowie die Analyse statistischer Daten von Organisationen wie BPS Indonesia und relevanten Fachstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den hohen Wasserverbrauch touristischer Einrichtungen, das Sinken des Grundwasserspiegels, die Wasserverschmutzung durch Abfälle sowie die verdrängende Wirkung des Tourismus auf die lokale Landwirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Bali, Wasserknappheit, Tourismus, ökologischer Fußabdruck und nachhaltige Entwicklung charakterisieren.
Warum spielt der "Teufelskreis" zwischen Landwirtschaft und Tourismus eine so große Rolle?
Der Teufelskreis beschreibt, wie durch den Tourismus benötigtes Wasser und Land den Reisanbau unwirtschaftlich machen, was Bauern zur Abgabe ihrer Felder zwingt und die landschaftliche sowie soziale Identität Balis zerstört.
Wie trägt der Flugverkehr zum untersuchten Problem bei?
Der Flugverkehr wird als wesentlicher, klimaschädlicher Bestandteil des Tourismus identifiziert, der durch hohe CO2-Emissionen zum Klimawandel und damit indirekt zur Verschärfung der lokalen Wasserknappheit beiträgt.
Welche Lösungsansätze werden in der Diskussion genannt?
Vorgeschlagen werden politische Regulierungen, die Einführung von Wasserstandards für die Industrie sowie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für den Wert des Wassers bei Touristen und Anbietern.
- Quote paper
- Nadine Viering (Author), 2015, Wie die wachsende Tourismusbranche die Wasserkrise verschärft. Eine Darstellung der negativen Auswirkungen am Beispiel Bali, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319377