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Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeiträge für den Frieden

Titel: Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeiträge für den Frieden

Sammelband , 2016 , 170 Seiten

Autor:in: Dr. Holger Speier (Herausgeber:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der modernen säkularisierten Welt der westlichen Gesellschaften verblasst immer mehr die Erinnerung daran, dass die Religionen Quellen des Friedens und der Versöhnung sein können. Dabei bieten sie einen wahren Schatz an Hilfestellungen und Anleitungen an, wie Frieden in der Welt verwirklicht werden kann. 50 Marburger Schüler versuchen in ihren Beiträgen diesen Schatz zu bergen, indem sie in sehr persönlicher Weise beschreiben, welche Potenziale zum Frieden und zur Verständigung die Religionen ihrer Meinung nach aufweisen. Dazu wenden sie sich dem Christentum, dem Islam, dem Hinduismus, dem Buddhismus, dem Judentum, dem Daoismus, dem Shintoismus und dem Bahaitum zu.
Fachkundig unterstützt werden sie dabei von ihrem Lehrer Dr. Holger Speier, der ihre Beiträge gesammelt, redigiert und herausgegeben hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Frieden im Alltag – Zwischen Schaffner und Flüchtling

Gottes Frieden in Mexiko verbreiten

Die Wohltätigkeit Tzedaka als Friedenspotential des Judentums

Mit gutem Karma zum Frieden

Die Zehn Gebote als Wegweiser für den Weltfrieden

Der Prophet Mohammed als Vorbild für Frieden und Versöhnung

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ – eine moderne Anwendung des buddhistischen Karmaprinzips

Das Doppelgebot der Liebe als Anleitung zum Frieden

Buddhismus als Religion des Friedens

Die dritte Säule des Islam als Beitrag zum Frieden in der Welt

Der jüdische Sabbat als Hilfe zum Frieden

Die vierte Säule des Islam als Beitrag zum Frieden in der Welt

Gerechtigkeit und Gleichheit vor Gott – Grundlagen des Judentums als Beitrag zum Frieden

Wer das Wohlgefallen Allahs haben will, der tut nichts Böses

Die Verbindung von Ahimsa und Karma als Grundlage der hinduistischen Friedensethik

Ein ganzes Leben lang von Gottes Liebe getragen worden – Ein Interview mit meiner Oma

Gottes Plan für mein Leben bedeutet für mich Frieden

Alle Religionen sprechen die Sprache des Friedens – oder: Ein Sprachkurs für alle

Die Bedeutung des christlichen Friedensbegriffes für den einzelnen Menschen

Karma als „Lifestyle“

Islam heißt Frieden

Iqra: Durch Bildung zum Frieden

Die fünf Säulen des Islam wollen die Menschen zum Frieden anleiten

Die Goldene Regel – das Friedenspotential aller Religionen

Das Gehirn Buddhas als Wegweiser zum Frieden

Das Bahaitum als Beitrag zum Weltfrieden

Wie man mit Buddha seinen inneren Frieden finden kann

Der Buddhismus als Lehrlektion für den Weltfrieden

Tue Gutes und dir wird Gutes widerfahren

„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Der Ratgeber Karma – ein Anwalt für den Frieden mit sich selbst und seinem Nächsten

Die Gebrüder Grimm und das Karma

Der fünfte edle Vorsatz der buddhistischen Ethik als Hilfe auf dem Weg in eine friedlichere Gesellschaft

Salam Aleikum – Frieden sei mit euch

Die Geduld des Heiligen Propheten Mohammed als Wegweiser zum Frieden

Gibt es Gott? Wenn ja, hat er etwas mit Frieden zu tun?

Eine Geschichte über den Frieden

„Durch Leichtfertigkeit verliert man die Wurzeln, durch Unruhe die Übersicht.“

Evangelische Gemeinde und Frieden – ein Interview mit Christoph Maas, dem Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Niederdieten

Von einer verlorenen Bankkarte und dem hinduistischen Begriff des „Ahimsa“

Evangelische Kirche und Frieden – ein Interview mit dem ev. Pfarrer Dr. Matti Schindehütte, Kirchspiel Elnhausen

Frieden durch die „Vier edlen Wahrheiten“

„Sanatana dharma“ als Friedenspotential

!Frieden wollen wir ,)Jisrael ma’Sch (ְשׁ ַמע יִ ְשָׂר ֵאל

Barmherzigkeit ist der Schlüssel zu Glück und Frieden

Das Vierte Gebot als Anleitung zum Frieden

Frieden heißt sich selbst finden

Die Rolle der Frau im Islam als Weg zum Frieden in der Welt

Shintō heißt „Weg der Götter“ und „Weg zum Frieden“

„…und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Die daoistische Ethik als Wegweiser zum Frieden

Zielsetzung und Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die Friedenspotentiale verschiedener Weltreligionen durch persönliche Reflexionen und Interviews zu erforschen und aufzuzeigen, wie religiöse Überzeugungen als konstruktive Basis für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander dienen können.

  • Analyse friedensstiftender Konzepte in Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus, Daoismus, Shintoismus und Bahaitum.
  • Die Bedeutung von individueller Verantwortung, Nächstenliebe und ethischem Handeln für den sozialen Frieden.
  • Die Rolle von Bildung, Tradition und interreligiösem Dialog bei der Förderung von Toleranz und Versöhnung.
  • Persönliche Erfahrungsberichte über die praktische Anwendung religiöser Werte im modernen Alltag.

Auszug aus dem Buch

Frieden im Alltag – Zwischen Schaffner und Flüchtling

Jeden Morgen steigt der Flüchtling – ich kenne seinen Namen nicht und benutze „der Flüchtling“ nur als Synonym für diesen, ohne einen negativen oder abwertenden Hintergedanken – 07:24 Uhr in den Zug. Er kommt vielleicht aus Syrien, aber mit Sicherheit kann ich sagen, dass er kein Christ ist. Er hat ein Tattoo des Hilal, also einer Mondsichel mit Stern, das bekannteste Symbole des Islams, auf dem Handgelenk.

Jeden Morgen zieht sich dieser Mann ein Ticket und jeden Morgen hofft der Schaffner, er könne ihn ohne eines erwischen. Man kann schon an seinen Bemerkungen und Blicken erkennen, dass der Flüchtling vermutlich der einzige Fahrgast ist, den der Schaffner lieber ohne Ticket sehen würde. Doch nicht nur der Flüchtling, ich und der Schaffner fahren jeden Morgen Zug, auch ein Mitarbeiter einer großen Bank (nennen wir ihn Herr Schriefer) macht sich mit diesem Zug auf den Weg zur Arbeit. Er beobachtete, genau wie ich, in den letzten beiden Wochen die Situation zwischen Schaffner und Flüchtling. Wir beide haben uns, glaube ich, seitdem jeden Morgen geschworen: „Heute sage ich etwas, wenn der Schaffner wieder eine abfällige Bemerkung macht!“. Aber wir haben es dann letztendlich doch nicht getan.

Diese gemeinsame Verbindung zwischen uns und dem Flüchtling, Gläubigen und Mitgliedern der Gesellschaft, ging verloren hinter Unsicherheit, Angst und zu wenig Selbstbewusstsein. Doch sie wurde wiedergefunden, als der Banker all seinen Mut zusammennahm und seine Meinung kundtat. Er hielt eine faszinierende Rede, die ich in meinen Worten nur weitaus weniger bewegend zusammenfassen kann. Der Schaffner kontrollierte mal wieder als erstes den Flüchtling, obwohl er auch mit jedem anderen Fahrgast seinen Fahrkartenkontrollrundgang hätte beginnen können. Der Flüchtling zeigte seine Karte, doch an diesem Morgen war etwas anders. Der Schaffner lachte und freute sich über das Ticket. Herr Schriefer und ich waren schon leicht irritiert, bis wir bemerkten, weshalb sich der Schaffner so darüber freute.

Zusammenfassung der Kapitel

Frieden im Alltag – Zwischen Schaffner und Flüchtling: Die Autorin reflektiert anhand einer Alltagssituation im Zug über Vorurteile und die Bedeutung von Zivilcourage und Menschlichkeit als Ausdruck gelebter Nächstenliebe.

Gottes Frieden in Mexiko verbreiten: Der Beitrag erläutert, wie katholische Traditionen, persönliches religiöses Engagement der Großeltern und kirchliche Jugendarbeit in Mexiko als Basis für Hoffnung und ein friedliches Leben dienen.

Die Wohltätigkeit Tzedaka als Friedenspotential des Judentums: Das Kapitel beleuchtet das jüdische Gebot der Tzedaka (Wohltätigkeit) als aktiven Beitrag zur Linderung von Not und als Weg zur gesellschaftlichen Stabilität durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Schlüsselwörter

Religion, Frieden, Versöhnung, Nächstenliebe, Ethik, Weltfrieden, Toleranz, interreligiöser Dialog, Karma, Ahimsa, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Religionen, Glaube, Menschenrechte, Werte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Friedenspotential verschiedener Weltreligionen durch die subjektiven Perspektiven und Erfahrungen von Schülern, um zu zeigen, wie religiöse Werte zum Weltfrieden beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle von Religion im täglichen Leben, die ethische Bedeutung von Nächstenliebe, Wohltätigkeit, Gewaltlosigkeit und die Bedeutung von Bildung für das friedliche Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Friedenspotentiale von Religionen wissenschaftlich und persönlich zu erforschen und darzustellen, wie diese Potentiale aktiv zur Befriedung und Versöhnung in der Welt beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Publikation basiert auf einem Unterrichtsprojekt, das Interviews mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen, intensives Literaturstudium und eine sehr persönliche, reflektierende Aufarbeitung religiöser Werte durch die Schüler umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil besteht aus 50 individuellen Beiträgen, die jeweils spezifische religiöse Konzepte – wie Karma, Ahimsa, Tzedaka oder die fünf Säulen des Islam – auf moderne Lebenssituationen und die Friedensfrage beziehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Religion, Frieden, Versöhnung, Nächstenliebe, Ethik, Toleranz und der interreligiöse Dialog sind die prägenden Begriffe dieser Sammlung.

Warum wurde die Anzahl der Beiträge auf 50 festgelegt?

Die Zahl 50 wurde bewusst gewählt, da sie in der jüdischen und christlichen Zahlenallegorese zeichenhaft für Frieden und Versöhnung steht.

Welche Bedeutung haben die persönlichen Reflexionen in den Beiträgen?

Die persönlichen Reflexionen verdeutlichen, dass Religion nicht nur aus abstrakten Sachtexten besteht, sondern eine gelebte Praxis ist, die Individuen zu verantwortungsvollem und friedfertigem Handeln motivieren kann.

Ende der Leseprobe aus 170 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeiträge für den Frieden
Autor
Dr. Holger Speier (Herausgeber:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
170
Katalognummer
V319398
ISBN (eBook)
9783668191396
ISBN (Buch)
9783668191402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religionen als Quellen des Friedens; Versöhnung; Christentum; Frieden Judentum; Islam; Buddhismus; Shintoismus; Friedenspotentiale; Marburg; Verständigung der Religionen; Holger Speier; Bahaitum; Hinduismus; Daoismus; Schülerbeiträge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Holger Speier (Herausgeber:in), 2016, Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeiträge für den Frieden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319398
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Leseprobe aus  170  Seiten
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