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Kann die Jugendhilfe unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerecht werden, ohne deren Autonomie zu untergraben?

Titel: Kann die Jugendhilfe unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerecht werden, ohne deren Autonomie zu untergraben?

Hausarbeit , 2016 , 38 Seiten

Autor:in: Bastian Braun (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im vergangenen Jahr stellten 441.899 Menschen in Deutschland einen Asylantrag. 71,1 Prozent aller Antragsteller im Jahr 2015 waren jünger als 30 Jahre alt. Die Gruppe der unter 16-jährigen ist mit 117.008 Asylanträgen sehr groß. Bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gibt es in den letzten zwei Jahren keine genauen Zahlen mehr. 2013 belief sich ihre Zahl auf 2.486, davon kamen 690 aus Afghanistan, 355 aus Somalia und 285 aus Syrien. Schätzungen zufolge kamen im Jahr 2015 zwischen 30.000 und 60.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland. Der Großteil stammt aus Afghanistan, dicht gefolgt von Syrien.

Das Thema unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geht immer etwas unter in der täglichen Berichterstattung. Es wird viel über Flüchtlinge im Allgemeinen diskutiert, ob man Obergrenzen einführen sollte, oder wie man die Integration im Angesicht der hohen Zahlen überhaupt bewältigen kann. Dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge meistens außen vorgelassen werden, zeigt sich schon daran dass es keine genauen Zahlen gibt.

Am Beispiel des 16-Jährigen Reyes aus Bangladesch lässt sich sehen wie es den Jugendlichen oft in ihren Heimatländern ergeht. Reyes erzählt: „die Familie hatte beschlossen, wenigstens den Sohn des Hauses in Sicherheit zu bringen“. „Mein Vater war in der falschen Partei“. Erst später erwähnt er fast nebenbei; dass der Vater und andere männliche Verwandte aufgrund ihres politischen Engagements ermordet worden seien. Diese und ähnliche Geschichten begegnen Leuten täglich, wenn sie mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu tun haben. Was sie wirklich bewegt kommt selten zur Sprache. Immer wachsam aus Angst, Angehörige und Helfer zu gefährden und vor dem deutschen restriktiven Ausländergesetz, aber auch um die Erinnerung an die körperlichen wie die seelischen Verletzungen nicht wieder aufsteigen zu lassen.

Auf den folgenden Seiten dieser Arbeit wird ein kurzer Teil sich mit der Geschichte von Europa und Flüchtlingen, im Speziellen minderjährigen auseinandersetzen, dann werden die Begriffe unbegleitet, minderjährig, und Flüchtlinge genauer erläutert, sowie das dazugehörige Thema der Altersfestsetzung. Darauf folgend werden mögliche Ursachen für eine Flucht erklärt, und was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Schließlich wird thematisiert was, nachdem die Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge Deutschland erreicht haben, welche Perspektiven sie haben und welche Schwierigkeiten im Alltag auf sie warten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

2.1 Geschichte der Flüchtlinge in Europa

2.2 Definition von Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

2.3 Altersfestsetzung

2.4 Fluchtursachen

2.5 Von der Erstaufnahme in die Wohngruppe

3. Methodischer Teil

3.1 Ziel der Hausarbeit

3.2 Rahmenbedingungen der Forschung

3.3 Hypothesen und Fragestellungen

3.4 Forschungsinstrument

3.5 Aufbau des Fragebogens

3.6 Bewertung der Ergebnisse

3.7 Graphische Ergebnisse

3.8 Reflexion des methodischen Vorgehens

4. Fazit der Auswertung

4.1 Fazit des Empirischen Teils

4.2 Was hat die Soziale Arbeit mit dem Thema der UmF´s zu tun?

4.3 Fazit der Arbeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Hilfebedarf unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und deren Wunsch nach Autonomie innerhalb deutscher Jugendhilfeeinrichtungen. Ziel ist es, durch eine Fallstudie zu eruieren, wie Jugendliche ihre bisherige Selbstständigkeit bewerten und inwieweit die Strukturen der Jugendhilfe als Unterstützung oder als Einschränkung wahrgenommen werden.

  • Rechtliche Grundlagen und Definitionen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UmF)
  • Analyse von Fluchtursachen am Beispiel von Afghanistan und Syrien
  • Methodische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Datenerhebung bei nicht-deutschsprachigen Probanden
  • Evaluation der Integration unbegleiteter Jugendlicher in stationäre Jugendhilfestrukturen
  • Reflexion des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.6 Bewertung der Ergebnisse

An der Befragung nahmen zwölf Jugendliche der Inobhutnahme Stockum „-“ teil. Alle zwölf Teilnehmer sind männlichen Geschlechts. Acht sind zwischen 14 und 16 Jahre alt, und die restlichen drei sind 17 Jahre alt. Elf der zwölf Jugendlichen kommen aus Afghanistan, der zwölfte Junge kommt aus Syrien. Jedoch muss beachtet werden, dass vier der elf Afghanen seit mehr als zehn Jahren im Iran gelebt haben. Das heißt, sie sind gar nicht aus ihrem Heimatland geflohen sondern aus einem Zweitland.

Bei der Fluchtart war eine Mehrfachankreuzung möglich. Somit wurden auch mehr Angaben gemacht, als es Teilnehmer waren. Neun mal wurde angegeben „zu Fuß“ geflohen zu sein. Drei gaben an, „mit dem Zug“ unterwegs gewesen zu sein und nochmals sieben sind „mit dem Auto geflohen“. Zwei gaben an „mit dem Schiff“ geflohen zu sein, keiner floh „mit dem Flugzeug“. Knapp 60 Prozent (sieben Jugendliche) gaben an, weniger als einen Monat unterwegs gewesen zu sein, vier waren zwischen einem bis drei Monate unterwegs. Ein Jugendlicher war zwischen sechs Monaten und einem Jahr auf der Flucht. 75 Prozent der Befragten Jugendlichen hat zwischen drei bis vier Geschwister. Drei Jungen gaben an, ein bis zwei Geschwister zu haben. Neun der zwölf Jugendlichen gab an, dass die eigenen Geschwister nicht aus dem Heimatland geflüchtet sind, die anderen drei antworteten mit „Ja“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Herausforderungen durch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge für Behörden und Jugendämter und skizziert die Ausgangslage der steigenden Flüchtlingszahlen.

2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Das Kapitel behandelt die historische Einordnung, Begriffsdefinitionen, die Problematik der Altersfestsetzung sowie Ursachen und Abläufe von Fluchterfahrungen.

3. Methodischer Teil: Hier werden Zielsetzung, Hypothesenbildung, das Forschungsinstrument sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Fallstudie detailliert beschrieben.

4. Fazit der Auswertung: Dieser Abschnitt resümiert die Ergebnisse der Befragung und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit sowie die generelle Situation der Jugendlichen in deutschen Einrichtungen.

Schlüsselwörter

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UmF, Jugendhilfe, Inobhutnahme, Autonomiebestreben, Integration, Hilfebedarf, Clearingverfahren, Fluchtursachen, Fallstudie, Sozialarbeit, Altersfestsetzung, Jugendliche, Migration, Traumatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Hilfebedarf unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und deren Autonomiebestreben bei der Aufnahme in deutsche Jugendhilfeeinrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben den rechtlichen Grundlagen und Fluchtursachen stehen die Integration in Wohngruppen sowie der Umgang mit den persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen im Vordergrund.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob die Jugendhilfe den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerecht werden kann, ohne deren bereits gewonnene Autonomie zu untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine quantitative Untersuchung mittels eines Fragebogens in einer spezifischen Jugendhilfeeinrichtung durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise der empirischen Datenerhebung sowie die Bewertung der gewonnenen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF), Autonomiebestreben, Inobhutnahme, Integration und Sozialarbeit.

Wie wurde die Sprachbarriere bei der Umfrage gelöst?

Da das Programm für die Erstellung der Fragebögen keine direkte Übersetzung bot, erhielten die Teilnehmer einen deutschen Fragebogen mit einer schriftlichen Übersetzung ins Afghanische bzw. Arabische.

Welche Bedeutung hat das Clearingverfahren?

Das Clearingverfahren dient der Ermittlung des Hilfebedarfs, der Klärung des aufenthaltsrechtlichen Status sowie der Planung der weiteren Zukunft der Jugendlichen innerhalb der Jugendhilfe.

Welche Rolle spielt die Altersfestsetzung für die Jugendlichen?

Die Feststellung der Minderjährigkeit ist entscheidend, da sie den Anspruch auf die spezifischen Schutzbestimmungen und Hilfen des Jugendhilferechts (SGB VIII) begründet.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kann die Jugendhilfe unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerecht werden, ohne deren Autonomie zu untergraben?
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Autor
Bastian Braun (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
38
Katalognummer
V319417
ISBN (eBook)
9783668187474
ISBN (Buch)
9783668187481
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kann jugendhilfe flüchtlingen autonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bastian Braun (Autor:in), 2016, Kann die Jugendhilfe unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerecht werden, ohne deren Autonomie zu untergraben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319417
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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