Ausarbeitung eines Konzepts für ein mentales Training. Durchführung und Ergebnisanalyse


Studienarbeit, 2015
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diagnose
1.1 Anamnese
1.2 Persönliches Gespräch
1.3 Exploration
1.4 Selbstbeobachtung

3. Zielsetzung

4. Trainingsplanung

5. Durchführung einer mentalen Trainingseinheit

6. Analyse

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Abschlussarbeit soll ein Trainingskonzept für ein mentales Training für eine fiktive Person erarbeitet werden. Entsprechend ist die Arbeit aufgebaut: In Kapitel 2 wird zunächst die Person, für die dieses Konzept erstellt wird, vorgestellt. Hierzu werden die Anamnese, das persönliche Gespräch, die Exploration und die Selbstbeobachtung dokumentiert bzw. letzteres auch ausgewertet.

Aufbauend auf den Informationen von Kapitel 2, werden in Kapitel 3 der Ist-Zustand und die (Zwischen-)Ziele für das mentale Training festgelegt. Im Anschluss kann in Kapitel 4 dann die eigentliche Trainingsplanung vorgenommen werden, wobei hier der Fokus auf das Entspannungstraining gelegt wird.

In Kapitel 5 wird dann die Durchführung einer 50-minütigen Trainingseinheit dokumentiert, um direkt im Anschluss in Kapitel 6 die Trainingsdurchführung und deren Ergebnisse zu analysieren.

Der Schlussteil, mit einem entsprechenden Fazit in Kapitel 7, soll die vorliegende Arbeit dann abrunden.

2. Diagnose

Im nun folgenden Kapitel soll die Klientin Sina vorgestellt werden. Ziele dabei sind u. a. ein Kennenlernen der Persönlichkeit, die Informationssammlung über Lebenslauf und Vorgeschichte, sowie der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. Um diese Ziele zu erreichen, werden vier diagnostische Verfahren verwendet: Die Anamnese, das persönliche Gespräch, die Exploration und die Selbstbeobachtung.

1.1 Anamnese

Die Anamnese soll die „diagnostische Schlüsselsituation“ darstellen und einen Zugang zur Persönlichkeit des Klienten schaffen. Zu diesem Zweck wurde in mündlicher Form versucht, möglichst viele aktuelle Einflussfaktoren aus dem persönlichen, sozialen und sportlichen Bereich zu erfragen. Die Ergebnisse der Anamnese lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Sina ist 23 Jahre alt und kommt aus Oedheim. Dies ist ein Dorf im Schwabenland und bedeutet, dass Sina eher in einem ländlichen Gebiet aufgewachsen ist. In diesem Zusammenhang erzählt sie, dass sie als Kind oft an der frischen Luft mit ihren Freunden gespielt hat. Nach ihrem Abitur vor 4 Jahren zog sie nach Mannheim, um Informatik an der Universität Mannheim zu studieren. Folglich wohnt sie nun mitten in der Stadt.

Ihre Hauptsportart ist das Karate. Sie betreibt es leidenschaftlich, seitdem sie 12 Jahre alt ist. Daneben interessiert sie sich auch für andere japanische Kampfkünste und auch für das Land Japan. Sie hat auch eine Zeit lang Japanisch gelernt, ist aber durch ihr Studium zu stark eingebunden, um dieses Interesse weiterzuverfolgen. Außerdem trifft sie sich gerne mit ihren Freunden, liest gerne, geht ab und zu ins Kino und auch mal am Wochenende auf eine Party.

In ihrem Karateverein in Mannheim trainiert sie 3 Mal die Woche. Mit ihren Vereinskameraden versteht sie sich gut. Außerhalb der Trainings- und Wettkampfzeiten verbringen sie jedoch eher wenig Zeit miteinander. Dies liege u. a. daran, dass sie durch ihr Studium dafür keine Zeit hat.

Als besondere Leistungen gibt sie ihr gutes Abitur (Durchschnitt 1,2) und ihre bisherigen Wettkampferfolge (mehrere gute Platzierungen bei den Landesmeisterschaften) an. Als besonders begabt in irgendeinem Bereich sieht sie sich nicht; stattdessen sei sie in mehreren Bereichen „ganz gut“. Sie beschreibt sich außerdem als zuverlässig, pflichtbewusst, kritisch und beharrlich. Die Kontakte zu anderen Menschen sind ihr wichtig. Dennoch ist sie gerne auch mal alleine.

Letztes Jahr war sie als Zuschauerin bei der Karate-WM in Bremen dabei. Dieses Erlebnis hat sie sehr beeindruckt und motiviert. Ein bestimmtes Vorbild hat sie zwar nicht; bewundernswert findet sie jedoch vor allem die behinderten Karateka, die im Rahmen dieses Ereignisses zum ersten Mal auch an einer Karate-WM teilnehmen durften.

Des Weiteren gibt sie an, vor allem im Rahmen diverser Wettkämpfe und Lehrgänge schon einige Länder bereist zu haben. Dass sie dann meist wenig Zeit hat, um Land und Leute kennenzulernen, bedauert sie. Direkt nach ihrem Abitur hat sie außerdem eine (selbst geplante und organisierte) Reise nach Japan gemacht, was ihr sehr gut gefallen hat. Insgesamt hat sie allerdings wenig „Fernweh“ und muss nicht dauernd „auf Achse“ sein.

Als Krankheiten gab sie regelmäßige Migräneattacken an und einige Verletzungen, die sie sich im Verlaufe der letzten Jahre zugezogen hatte: Dazu zählen Muskelfaserrisse, Bänderrisse und ein Riss im Innenmeniskus des rechten Knies, sowie diverse Entzündungen in verschiedenen Gelenken. Sie selbst beschreibt dies als eine „gewisse Neigung zu Verletzungen“.

Ihre Eltern beschreibt sie als fürsorglich und „manchmal nervig“. Sie hat ein relativ gutes Verhältnis zu ihnen. Ihre Mutter hat eine kaufmännische Ausbildung und ihr Vater ist gelernter Mechaniker. Beide haben kein Abitur und sind nun in Rente. Ihre Schwester ist auch Studentin an der Uni Mannheim. Beide pflegen kein sonderlich inniges Verhältnis, was Sina sehr bedauert. Sie meint, dass das vor allem daran liegt, dass sie beide sehr unterschiedlich seien.

1.2 Persönliches Gespräch

Im persönlichen Gespräch, das ja vor allem dazu dienen soll, sich gegenseitig besser kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen, erzählt mir Sina, warum sie meine Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Sie erzählt, dass sie vor Wettkämpfen (und auch vor Prüfungen an der Uni) sehr nervös ist. Das geht so weit, dass ihr so übel wird, sodass sie fürchtet, sich übergeben zu müssen. Außerdem zittert sie am ganzen Körper, ihr wird kalt und heiß und der kalte Schweiß bricht ihr aus. Abgesehen davon, dass dies kein sehr angenehmer Zustand ist, wirkt sich das negativ auf ihre Leistungen aus. Ihre Hauptwettkampfdisziplin ist die Kata (Formenlauf im Karate). Sie hat beobachtet, dass sie durch die Nervosität langsamer wird. Da Schnelligkeit hier ein sehr wichtiges Bewertungskriterium ist, wirkt sich dies negativ auf ihre Bewertungen aus. Sie ist sich sicher, dass sie, wenn sie die Nervosität besser im Griff hätte, bessere Bewertungen erreichen könnte. Ähnlich verhält es sich mit den Prüfungen an der Universität. Dort verlangsamt die Nervosität ihr Denken und sie hat Schwierigkeiten sich vor und während der Prüfung zu konzentrieren.

Sie hat schon ein paar Versuche unternommen, um sich besser im Griff zu haben. Z. B. mittels Baldrian-Tropfen, Musik hören und Ablenkung, was ihr aber nicht geholfen hat. Nun hat sie schon vor jeder entsprechenden Situation Angst, dass sie wieder so extrem nervös wird, was die eigentliche Nervosität noch zusätzlich entfacht. Sie befindet sich also quasi in einem Teufelskreis und sieht im Moment keinen Ausweg. Sie spürt außerdem großen Druck, da ihr Studium extrem anstrengend ist und weil sie im Karate nicht so leistungsfähig ist, wie sie gerne wäre. Sie meint auch, dass es für sie ungewohnt sei, keine top Leistungen zu erbringen. Von ihrer Schulzeit ist sie es gewohnt, dass sie super Leistungen erbringen kann, wenn sie sich anstrengt. Sie hofft sehr, dass ich ihr bei ihren Problemen helfen kann.

1.3 Exploration

Zum Einstieg in die Exploration frage ich Sina, wie es ihr heute geht und wie sie sich fühlt.

Sina: „Ich fühle mich heute ganz gut und bin gespannt, was wir heute besprechen werden. Ich freue mich, dass wir heute anfangen, an meinem Nervositätsproblem zu arbeiten.“

Folgende Fragen stelle ich Sina im weiteren Gesprächsverlauf:

Ich: „Kannst du mir von deinem schönsten Wettkampf erzählen?“

Sina: „Ja, das war vor einigen Jahren, als ich noch relativ am Anfang stand und überraschender Weise einen zweiten Platz auf einem kleinen Turnier gemacht habe.“

Ich: „Was war an diesem Wettkampf so besonders?“

Sina: „Damals war alles noch so neu und ich stand nicht so sehr unter Druck. Ich habe einfach mitgemacht und habe mich über das Ergebnis gefreut. Ich habe mir im Vorfeld nicht so viele Gedanken gemacht und war auch nicht so nervös.“

Ich: „Was müsste passieren, dass du dich heute auch so gut bei einem Wettkampf fühlen könntest?“

Sina: „Vermutlich würde es mir helfen, wenn ich die Sache lockerer und nicht so verkrampft angehen würde. Dann könnte ich vielleicht auch wieder mehr Spaß am Wettkampf haben und es würde nicht nur ums Gewinnen gehen.“

Ich: „Was genau macht dir denn Spaß am Karate?“

Sina: „Ich liebe es Techniken zu perfektionieren, um sie dann schnell und kraftvoll auszuführen. Wenn ich dies kann, ist das ein super Gefühl für mich. Und wenn ich bei einem Turnier gewinne, dann fühle ich mich auch super.“

Ich: „Was macht dir denn keinen Spaß am Karate?“

Sina: „Wenn ich zu viele Fehler mache und einfach nichts klappt. Und wenn ich zu viel trainiere, dann bekomme ich Schmerzen (z. B. im Knie) und das gefällt mir gar nicht.“

Ich: „Welcher deiner Wettkämpfe ist dir am schlechtesten in Erinnerung?“

Sina: „Mein letzter Wettkampf vor drei Wochen. Die Konkurrenz war extrem hoch und da ich das vorher schon wusste, war ich extrem nervös. Ich war mir nicht sicher, ob ich für dieses Niveau gut genug bin. Durch die Nervosität hab ich am ganzen Körper gezittert und konnte nicht so gut abliefern, wie im Training. Danach war ich total enttäuscht von mir.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Ausarbeitung eines Konzepts für ein mentales Training. Durchführung und Ergebnisanalyse
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V319425
ISBN (eBook)
9783668194007
ISBN (Buch)
9783668194014
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trainingskonzept, Exploration, Selbstbeobachtung, Entspannungstraining, Mentaltraining, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Jacobson, Entspannungsmusik, Atementspannung, Auftragsklärung, Beratung
Arbeit zitieren
Lena Meixner (Autor), 2015, Ausarbeitung eines Konzepts für ein mentales Training. Durchführung und Ergebnisanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319425

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