Medienkonzentration im deutschen Privatfernsehen


Hausarbeit, 2010

16 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Der deutsche Fernsehmarkt im Wandel
2.1 Die Anfänge: Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten
2.2 Die 1980er Jahre: Das Privatfernsehen etabliert sich

3. Ziele und Gründe für Medienkonzentration

4. Formen von Medienkonzentration
4.1 Vertikale Konzentration
4.2 Horizontale Konzentration
4.3 Diagonale Konzentration
4.4 Multimediale Konzentration

5. Medienkonzentration im deutschen Privatfernsehen
5.1 Konzentration innerhalb der Fernsehunternehmen
5.1.1 Das Beispiel RTL Television GmbH
5.1.2 Die ProSieben Sat.1 Media AG
5.2 Konzentration auf medienrelevanten Gebieten

6. Folgen von Medienkonzentration
6.1 Auswirkungen auf den Pluralismus

7. Zusammenfassung und Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Heutzutage ist die deutsche Fernsehlandschaft geprägt von enormer Medienkonzentration. Es gibt kaum noch private Fernsehsender, welche nicht untereinander kooperieren oder sich zusammenschließen um somit eine vorherrschende Stellung zu erreichen. Der starke Druck, neue Zuschauer zu erreichen, Marktanteile zu steigern und somit Gewinne zu erzielen zeigt vielen Sendern ihre Grenzen auf, so dass Sie ohne Medienkonzentration nur geringe Chancen haben auf dem stark umkämpften deutschen Fernsehmarkt zu bestehen. Zunächst stellt sich aber die Frage wie wir Medienkonzentration definieren.

„Medienkonzentration kann ganz allgemein als eine Zusammenballung ökonomischer (Umsatz von Medienunternehmen) und publizistischer Größen (Auflagen von Titeln oder Reichweite von Sendern) definiert werden.“[1] Ziel eines jeden Konzentrationsprozesses ist somit, eine möglichst starke marktbeherrschende Stellung einzunehmen. Man geht davon aus dass jeder Marktteilnehmer seinen Gewinn maximieren will um somit andere Konkurrenten auszustechen. Die bestmöglichste Situation um Gewinne zu erzielen stellt hier das Monopol da, welche nur über den Weg der Konzentration zu erreichen ist. Man versucht somit andere Marktteilnehmer in seinem Unternehmen einzugliedern oder gar ganz auszuschalten.[2] Ausgehend von dieser These der Medienkonzentration zum Zwecke der Sicherstellung unternehmenseigener Interessen stellt sich nun die Frage welche Formen von Konzentration heute auftreten, welche Ursachen diese haben und welche Folgen und daraus resultierende Gefahren auch für die Meinungsvielfalt bestehen. Untersucht werden sollen diese verschiedenen Faktoren anhand ausgewählter Beispiele einiger Sender des deutschen Privatfernsehens.

2. Der deutsche Fernsehmarkt im Wandel

2.1 Die Anfänge: Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten

Erste deutsche Rundfunkanstalten entstanden in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Demokratisierung durch die Siegermächte. Sendeanlagen wurden u.a. in München, Berlin, Hamburg und Baden-Baden errichtet.

Erste Fernsehanstalten die den Strukturen des heutigen Mediensystems entsprechen entstanden zwischen 1948 und 1949 als die bis dato existierenden Militärsender in öffentliche Anstalten unter deutscher Verwaltung umgewandelt wurden. Mit Gründung der ARD entstand im Jahre 1950 das erste öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm Deutschlands. Zusammengesetzt aus den Landesfunkanstalten des bayrischen, hessischen, nordwestdeutschen, süddeutschen Rundfunk, dem Südwestfunk, Radio Bremen und dem später im Jahre 1957 beigetretenen Saarländischen Rundfunk, nahm die ARD ihren Regelbetrieb im Jahr 1952 auf.[3] Konkurrenz bekam die ARD dann im Jahre 1961, als mit dem ZDF eine von den Ländern getragene zentrale Fernsehanstalt des öffentlichen Rechts gegründet wurde.[4] [5]

Im Gegensatz zu privaten Fernsehunternehmen finanzieren sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu einem Großteil aus Rundfunkgebühren, welche im Rundfunkgebührenstaatsvertrag von 1991 geregelt sind.[6]

Abb.1: Entwicklung der Rundfunkgebühren seit 1953:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.kef-online.de (Stand 06.03.2010)

2.2 Die 1980er Jahre: Das Privatfernsehen etabliert sich

Eine tiefgreifende Veränderung im deutschen Fernsehen bildete das Jahr 1983, indem mit der Einrichtung kommerzieller Fernsehsender eine Gegenstück zum bis dato bestehenden „Monopol“ der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geschaffen wurde. Basis für die Entstehung privater Rundfunksender bilden die Landesmediengesetze auf Grundlage des Rundfunkstaatsvertrages. Erste Pilotprojekte bspw. das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen, welches als Vorreiter des privaten Fernsehens gilt, entstanden im darauffolgenden Jahr.[7]

Bereits kurz nach Sendestart waren 24 Fernsehkanäle empfangbar, unter anderem der Sender PKS (Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenfunk), dem damaligen Vorgänger von „SAT.1“. Nur einen Tag später, am 02.01.1984, begann „RTL Plus“, der Vorgänger des heutigen „RTL Television“, mit seinem Sendebetrieb.[8] Zunächst nur auf beschränkte Zeit angelegt, erfreute sich die neuen Sendeformate, auch durch die immer stärker wachsende Infrastruktur des privaten Fernsehens, so großer Beliebtheit, dass es heutzutage gar nicht mehr wegzudenken ist. Enorme Gewinne Anfang der 1990er Jahre wurden zum neuen Erfolgskriterium, so dass kommerziell gezielten Fernsehunternehmen schnell reine Profitgier und Jagd nach Einschaltquoten nachgesagt wurde, bei gleichzeitigem Verlust jeglicher Qualität ihres Programms.

3. Ziele und Gründe für Medienkonzentration

Es gibt viele verschiedene Gründe die darauf schließen lassen warum Medienunternehmen sich zusammenschließen. Unter anderem natürlich der dadurch erwartete Gewinnzuwachs sowie die Verdrängung potentieller Konkurrenten vom Markt, um somit eine marktvorherrschende Stellung einzunehmen. Laut Beyer lassen sich die Zielsetzungen von Medienunternehmen in drei Aspekte unterteilen:[9] Als ersten Punkt die Realisierung von Größenvorteilen. Dies gilt als zentralster Grund für mediale Verflechtungen. Es werden Versuche getätigt die Kosten zu senken und durch Spezialisierungen bei der Produktion seine Kapazitäten zu erhöhen um somit Größenvorteile gegenüber anderen Anbietern zu haben. Ein weiterer Punkt sind die Synergieeffekte, bei denen ein Unternehmen durch gezielte Werbung und bereits gewonnen Erfahrung aus seinem Kerngeschäft, die Gewinnerwartungen für neue Betätigungsfelder erweitern kann und somit einen Vorteil gegenüber medienfremden Anbietern hat. Der dritte Punkt beschäftigt sich mit den Diversifizierungseffekten. Hierbei kann das Unternehmen durch Streuung seiner Geschäftsfelder, rückläufigen Entwicklungen in anderen Geschäftsbereichen vorbeugen. Desweiteren versteht man unter Diversifizierungseffekten, Investitionen in noch unerschlossene Wachstumsmärkte mit Hilfe von Portfolio Analysen.

[...]


[1] Vgl. Heinrich, Jürgen: „Medienökonomie-Band 1“, 2001,S. 120

[2] Vgl. Altendorfer, Otto: „Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland. Band 1.“ 2001, S. 90

[3] Vgl. Hickethier Knut: “Geschichte des deutschen Fernsehens.“ 1998, S.110

[4] Vgl. http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=66&artid=106&backpid=10&cHash=b5f4e11931 (Stand: 05.03.2010)

[5] Vgl. Hickethier, 1998, S.118

[6] Vgl. Marchal Peter: „Kultur und Programmgeschichte des öffentlich-rechtlichen Hörfunks in der Bundesrepublik Deutschland. Band 1.“ 2004, S.385f.

[7] Vgl. Dussel Konrad, „Deutsche Rundfunkgeschichte“, 1999, S.264-S.272

[8] Vgl. Hickethier, 1998, S. 426

[9] Vgl. Beyer, Carl, 2004, S.94-96

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Medienkonzentration im deutschen Privatfernsehen
Note
1,4
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V319454
ISBN (eBook)
9783668186101
ISBN (Buch)
9783668186118
Dateigröße
869 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienkonzentration, Privatfernsehen, TV-Sender, Fernsehsender, Konzentration
Arbeit zitieren
Marcus Heydenreich (Autor:in), 2010, Medienkonzentration im deutschen Privatfernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319454

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