Durch die eingehende Betrachtung des vierten arabisch-israelischen Krieges von 1973 soll einerseits festgestellt werden, inwiefern die Steps-to-war-Theorie grundsätzlich zur Analyse dieses konkreten Fallbeispiels geeignet ist, und andererseits, ob es möglicherweise Risikofaktoren für den Ausbruch eines zwischenstaatlichen Krieges gibt, die Vasquez nicht benennt. Im ersten Teil der Arbeit erläutere ich deshalb zunächst die Grundzüge der Steps-to-war-Theorie, um sie dann anschließend im Hauptteil auf den vierten arabisch-israelischen Krieg anzuwenden.
Auf Grund des beschränkten Umfangs der Arbeit konzentriere ich mich auf die Kriegsparteien Ägypten und Israel mit ihren jeweiligen Allianzen Sowjetunion und USA und werde weitere Allianzen und Kriegsbeteiligte nur am Rande erwähnen. Dazu
werde ich den Konfliktgegenstand analysieren, die Allianzen und Interessen der beteiligten Staaten erläutern, die politischen Führungskräfte Israels und Ägyptens charakterisieren und schließlich auf die Folgen des Krieges eingehen. Im Fazit hoffe ich feststellen zu können, ob und in inwiefern diese Analyse des Vierten arabisch-israelischen Krieges auch in Bezug auf die aktuelle politische Situation im Nahost-Konflikt Aufschluss und Hinweise geben kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Steps–to–war–Theorie
3. Der Vierte arabisch-israelische Krieg
3.1. Einführung
3.2. Konfliktgegenstand
3.3. Die Allianzen
3.3.1. Die Rolle der USA
3.3.2. Die Rolle der Sowjetunion
3.3.3. Weitere Beteiligte des Vierten arabisch-israelischen Krieges
3.4. Die politischen Führungskräfte
3.4.1. Israel – Golda Meir und Moshe Dajan
3.4.2. Ägypten – Muhammad Anwar as-Sadat
3.5. Politische Folgen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Vierten arabisch-israelischen Krieg von 1973 mithilfe der Steps–to–war–Theorie von John A. Vasquez zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwiefern diese theoretische Perspektive zur Erklärung des Kriegsausbruchs geeignet ist und welche Rolle interne politische Faktoren sowie internationale Allianzen dabei spielten.
- Anwendung der Steps–to–war–Theorie auf ein regionales Fallbeispiel
- Analyse der Rolle der Supermächte USA und UdSSR
- Charakterisierung der politischen Akteure (Hardliner vs. Accomodationists)
- Untersuchung des territorialen Konfliktpotenzials
- Betrachtung der politischen Folgen des Krieges für die Region
Auszug aus dem Buch
3.2. Konfliktgegenstand
Die Beziehung zwischen Israel, seinen Nachbarstaaten und den Palästinensern ist seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 durch eine signifikante Instabilität geprägt. Die Entscheidung der UN, das ehemalige britische Mandatsgebiet in ein palästinensisches und ein israelisches Gebiet zu teilen, wurde von den angrenzenden arabischen Staaten nicht akzeptiert. Dem neuen Staat Israel wurde kurz nach seiner Gründung von Ägypten, dem Libanon, Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien und dem Irak der Krieg erklärt, der erst mit dem Waffenstillstandsabkommen 1949 endete. In den folgenden Jahrzehnten eskalierte der Konflikt in weiteren zwischenstaatlichen Kriegen: Im Zweiten arabisch-israelischen Krieg (Suezkrieg) 1956 griff Israel mit den Allianzen England und Frankreich Ägypten an.
Während für Israel Gebietsansprüche auf dem Sinai, die Schließung des Golf von Aqaba sowie des Suezkanals für israelische Schiffe eine Rolle spielten, waren es für Großbritannien und Frankreich eine Art letztes koloniales Rückzugsgefecht sowie der Versuch, Kapitalbeteiligungen an der Kanalgesellschaft zu schützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Steps–to–war–Theorie und definiert die Forschungsfrage, den Vierte arabisch-israelischen Krieg als konkretes Fallbeispiel zu untersuchen.
2. Die Steps–to–war–Theorie: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, insbesondere das Sicherheitsdilemma, Bedrohungsperzeptionen und die Bedeutung territorialer Faktoren für die Entstehung von Kriegen.
3. Der Vierte arabisch-israelische Krieg: Das Kapitel bietet eine detaillierte historische und politische Analyse des Krieges von 1973, unterteilt in Einführung, Konfliktgegenstand, Allianzen, Führungskräfte und politische Folgen.
3.1. Einführung: Dieser Abschnitt beschreibt den zeitlichen Rahmen des Krieges, die beteiligten Kriegsparteien und deren grundlegende Ziele.
3.2. Konfliktgegenstand: Hier wird der historische Kontext der Spannungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten seit 1948 dargelegt, wobei der Fokus auf Gebietsansprüchen liegt.
3.3. Die Allianzen: Der Abschnitt beleuchtet, wie die Großmächte USA und Sowjetunion als Alliierte der Konfliktparteien in das Geschehen involviert waren.
3.3.1. Die Rolle der USA: Es wird analysiert, wie die USA durch diplomatische Bemühungen und Waffenlieferungen versuchten, ihre Interessen im Nahen Osten zu sichern.
3.3.2. Die Rolle der Sowjetunion: Der Teil untersucht das Patron-Klient-Verhältnis zwischen der UdSSR und Ägypten sowie die sowjetischen Interessen an militärischem Einfluss.
3.3.3. Weitere Beteiligte des Vierten arabisch-israelischen Krieges: Hier werden die Rollen weiterer Akteure wie Syrien, Irak und die PLO sowie unterstützender arabischer Staaten beleuchtet.
3.4. Die politischen Führungskräfte: Dieser Teil widmet sich der Charakterisierung der Entscheidungsträger in Israel und Ägypten im Vorfeld des Krieges.
3.4.1. Israel – Golda Meir und Moshe Dajan: Die Analyse der israelischen Führung und deren Einordnung als Akteure im Vorfeld des Krieges.
3.4.2. Ägypten – Muhammad Anwar as-Sadat: Diese Analyse beleuchtet Sadats Motivation und Entscheidung für den Krieg aus der Perspektive der Steps–to–war–Theorie.
3.5. Politische Folgen: Zusammenfassung der weitreichenden politischen Konsequenzen, inklusive der Friedensbemühungen zwischen Ägypten und Israel.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Anwendbarkeit der Theorie sowie die Notwendigkeit, innenpolitische Faktoren stärker zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Vierter arabisch-israelischer Krieg, Steps-to-war-Theorie, Nahost-Konflikt, Ägypten, Israel, USA, Sowjetunion, Sicherheitsdilemma, territoriale Konflikte, Hardliner, Accomodationists, Kriegsausbruch, Außenpolitik, Militärhilfe, Friedensvertrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Vierten arabisch-israelischen Krieg von 1973 unter Anwendung der politikwissenschaftlichen Steps–to–war–Theorie, um Ursachen und Risikofaktoren für zwischenstaatliche Kriege besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert auf die Dynamik zwischen den Kriegsparteien Ägypten und Israel, die Rolle der Supermächte USA und UdSSR sowie die Entscheidungsfindung politischer Führungskräfte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist zu prüfen, ob die Steps–to–war–Theorie zur Analyse des Krieges von 1973 geeignet ist und welche über Vasquez hinausgehenden Risikofaktoren für den Kriegsausbruch identifiziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine qualitative Fallanalyse durchgeführt, in der historische Fakten und diplomatisches Handeln mit den theoretischen Postulaten der Steps–to–war–Theorie abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Konfliktgegenstandes, der Allianzen, der politischen Akteure sowie der darauffolgenden politischen Folgen des Krieges.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Besonders prägend sind die Begriffe "Sicherheitsdilemma", "Hardliner", "Accomodationists", "territorialer Faktor" und "Supermächte".
Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit der Theorie auf den Nahost-Konflikt?
Die Autorin stellt fest, dass die Theorie eine gute Orientierung bietet, aber für eine vollständige Analyse um innenpolitische Faktoren und die Rolle internationaler Organisationen wie der UN erweitert werden sollte.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu den politischen Führungskräften?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die starre Einteilung in "Hardliner" und "Accomodationists" problematisch ist, da sich das Verhalten der Akteure je nach zeitlichem Kontext und Situation ändern kann.
- Quote paper
- B.A. Janina Jasencak (Author), 2014, Ägypten und Israel im Vierten arabisch-israelischen Krieg 1973. Eine Fallanalyse mit Hilfe der Steps-to-war-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319498