Die Filmmusik – sie wurde bereits bei der ersten Aufführung der Gebrüder Lumière im Grand Café in Paris verwendet – kann mittlerweile eine lange Geschichte vorweisen. Inwiefern sie einen Funktionswandel durchlief, welche Funktionen sie dabei zu Beginn der Filmmusikgeschichte hatte und welche Funktionen sie heute besitzt, sollen in dieser Arbeit beleuchtet werden.
Das Medium Film, wie man es heutzutage kennt, ist ohne Filmmusik kaum denkbar. Beginnend bei den musikalischen Anfängen zur Stummfilmzeit über den Wunsch einer qualitativen Anhebung der Filmmusik bis zur Filmmusik der heutigen Zeit soll im Folgenden immer die Frage im Vordergrund stehen, warum es Filmmusik überhaupt gibt und was sie zu dem machte, was sie heutzutage ist.
In diesem Zusammenhang erfolgt eine genauere Ausführung über die verschiedenen Filmmusiktechniken. Dabei werden das Underscoring, die Mood- und die Leitmotivtechnik näher betrachtet, wobei noch auf die Unterarten des Underscorings eingegangen werden soll. Im Anschluss daran werden wichtige Vertreter der Filmmusik und einzelne Kompositionen im Vergleich zueinander betrachtet – welche Techniken wurden und werden genutzt und wie wird der Zuschauer wodurch beeinflusst?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Stummfilm
2.1 Begleitende Musikpraxis im Stummfilm
2.2 Potentielle Gründe für den Wandel der Filmmusik
2.3 Anstrengungen um eine Anhebung des Niveaus von Filmmusik
3 Der Tonfilm
4 Filmmusiktechniken
5 Der Wandel der Filmmusik anhand von Filmmusikbeispielen
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Funktionswandel der Filmmusik von den Anfängen des Stummfilms bis zur Gegenwart. Dabei wird analysiert, warum Filmmusik existiert, welche ästhetischen und pragmatischen Funktionen sie im Laufe der Zeit eingenommen hat und wie diese Entwicklungen das Zuschauererlebnis maßgeblich beeinflussen.
- Historische Entwicklung der Filmmusik von den Anfängen bis heute
- Pragmatische und ästhetische Begründungsansätze für den Einsatz von Filmmusik
- Detaillierte Analyse gängiger Filmmusiktechniken wie Underscoring und Leitmotivtechnik
- Vergleichende Betrachtung repräsentativer Filmmusikbeispiele
- Der Einfluss der Filmmusik auf die emotionale Wahrnehmung des Zuschauers
Auszug aus dem Buch
4 Filmmusiktechniken
Im Zusammenhang mit der Affektlehre sind verschiedene Filmmusiktechniken zu erwähnen. So werden im Folgenden die drei Techniken Underscoring, die Mood- und die Leitmotivtechnik als Beispiele angebracht.
Das Underscoring ist ein Verfahren der Bildillustration, bei der „die Musik möglichst alle auf der Bildebene sichtbaren Vorkommnisse, Bewegungen und dargestellten Gefühle möglichst synchron mitvollzieht.“ (Kloppenburg 2000, S. 42) Intensiv genutzt wurde die Technik mitunter von den Tonfilmkomponisten der 30er und 40er Jahre wie Max Steiner, Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman und Alfred Newman. So untermalte Korngold für den Film The Adventures of Robin Hood (1938) die Reitszenen mit punktierten Viertelnoten, jeweils gefolgt von einer Achtelnote, die in dieser Verbindung noch heute als der übliche Galoppierklang bekannt sind. Des Weiteren setzte er für jeden einzelnen Schwertschlag eine musikalische Akzentuierung ein. Das Underscoring mit seiner Tonmalerei und engen Gebundenheit an die visuelle Ebene kann als ‚Nachfahre’ der Programmmusik angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Filmmusik ein und skizziert die Forschungsfrage nach dem Funktionswandel der Musik vom Stummfilm bis zur modernen Filmmusik.
2 Der Stummfilm: Das Kapitel beleuchtet die frühen Jahre der Kinomusik, in denen Pianisten live improvisierten, und analysiert verschiedene Ansätze – vom pragmatischen bis zum ökonomischen – für den Einsatz von Begleitmusik.
3 Der Tonfilm: Hier wird der Wandel zur professionellen Komposition für den Tonfilm und die Rolle europäischer Emigranten in der Etablierung des „Hollywood-Sounds“ beschrieben.
4 Filmmusiktechniken: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise und Anwendung der zentralen Kompositionsmethoden, insbesondere das Underscoring, die Mood-Technik und die Leitmotivtechnik.
5 Der Wandel der Filmmusik anhand von Filmmusikbeispielen: Anhand von konkreten Filmen wie „Die Abenteuer des Robin Hood“, „Der Herr der Ringe“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“ wird die praktische Umsetzung der Techniken verdeutlicht.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Entwicklung der Filmmusik, die trotz technischer und ästhetischer Innovationen ihren Kern der Emotionalisierung des Films beibehalten hat.
Schlüsselwörter
Filmmusik, Stummfilm, Tonfilm, Underscoring, Mood-Technik, Leitmotivtechnik, Hollywood-Sound, Filmmusikgeschichte, Funktionswandel, Komposition, Filmmusikbeispiele, Kino, Emotionalisierung, Musiktheorie, Filmmusiktechniken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den funktionalen Wandel der Filmmusik von den improvisierten Anfängen im Stummfilmkino bis hin zu komplexen orchestralen Soundtracks moderner Blockbuster.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Filmmusik, die verschiedenen Erklärungsmodelle für ihren Einsatz sowie die Analyse der gängigen Techniken zur musikalischen Illustration und Dramatisierung von Filmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beleuchten, warum Filmmusik existiert, welchen Wandel sie in ihrer Funktion über die Jahrzehnte durchlaufen hat und wie sie maßgeblich zur emotionalen Wirkung eines Films beiträgt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Fachliteratur zur Filmmusikgeschichte und wendet diese Erkenntnisse auf konkrete Filmmusikbeispiele an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Stummfilm- und Tonfilmära, die Erklärung grundlegender Filmmusiktechniken sowie eine konkrete Fallstudie anhand ausgewählter, prominenter Filmbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Filmmusik, Funktionswandel, Leitmotivtechnik, Underscoring, Hollywood-Sound und Filmmusikgeschichte.
Warum war Filmmusik in der Stummfilmzeit oft nur „pragmatisch“?
Zu Beginn diente Musik vor allem dazu, die Stille im Vorführraum zu überbrücken und störende mechanische Geräusche der Projektoren zu übertönen; sie war eher notwendiges Beiwerk statt integraler Bestandteil der Erzählung.
Wie beeinflussen Techniken wie der Tritonus die emotionale Wahrnehmung?
Der Tritonus, oft als „Teufelsintervall“ bezeichnet, wird aufgrund seiner starken Dissonanz gezielt eingesetzt, um beim Zuschauer Gefühle des Unheimlichen, Schreckhaften oder Bedrohlichen auszulösen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, Die Geschichte der Filmmusik. Funktionswandel von den Anfängen bis zur heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319515