Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS


Hausarbeit, 2016
22 Seiten
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen immaterieller Vermögenswerte

3 Bilanzielle Behandlung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS
3.1 Der Begriff des immateriellen Vermögenswertes nach IFRS
3.2 Ansatzvorschriften immaterieller Vermögenswerte nach IFRS
3.2.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit
3.2.2 Konkrete Aktivierungsfähigkeit
3.3 Bewertungsvorschriften immaterieller Vermögenswerte nach IFRS
3.3.1 Zugangsbewertung
3.3.2 Folgebewertung
3.4 Abgang immaterieller Vermögenswerte
3.5 Angaben im Anhang

4 Bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwertes nach IFRS
4.1 Ansatzvorschriften
4.2 Bewertungsvorschriften
4.2.1 Zugangsbewertung
4.2.2 Folgebewertung

5 Wesentliche Unterschiede der IFRS Bilanzierung zum HGB

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

Abbildung 2: Ermittlung der Herstellungskosten

1 Einleitung

Auf Grund des hohen Wettbewerbsdruck auf dem Markt ist es für Unternehmen wichtig, Güter zu besitzen die dem Unternehmen eine wirtschaftliche Stabilität auf dem Markt verschaffen. Aus diesem Grund steigt die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte stetig für die Unternehmen. Denn Vermögenswerte wie Software, Patente, qualifizierte Mitarbeiter, eigene Marken, Know-How und Lieferanten-und Kundenbeziehungen tragen zu einem großen Anteil des Unternehmenswertes bei und sorgen für einen Vorteil im Markt gegenüber anderen Unternehmen.

In der folgenden Arbeit wird die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögenswerten nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS/IAS dargestellt. Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- und Firmenwertes werden auf Grund einiger unterschiedlicher Vorschriften in einem gesonderten Kapitel erläutert. Im letzten Kapitel dieser Arbeit werden die wesentlichen Unterschiede zur Bilanzierung der immateriellen Vermögenswerte mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften im HGB genannt.

2 Grundlagen immaterieller Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte bzw. Vermögensgegenstände gehören dem Anlagevermögen an und müssen daher bilanziert werden.

Das immaterielle Vermögen umfasst Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Patente, Lizenzen, Geschäfts und Firmenwert, geleistete Anzahlung und Markenrechte. Immaterielle Vermögensgegenstände sind in der Regel Vermögenswerte im Eigentum eines Unternehmens nicht physischer und nicht monetärer Substanz und dienen langfristig dem Geschäftsbetrieb.[1]

Es wird in drei Arten von Immateriellen Vermögensgegenständen unterschieden:

1. Konzessionen, Rechte und Lizenzen:

Unter diese Gliederung fallen unter anderem Genehmigungen für die Nutzung geschützter Verfahren bzw. Patente und Markennamen.

2. Firmen- und Geschäftswert:

Der Firmenwert ist der Wert eines Unternehmens, der übrig bleibt nachdem der Wert der Vermögensgegenstände vom Kaufpreis abgezogen wird. Dies wird auch Goodwill genannt.

3. Geleistete Anzahlungen:

Geleistete Anzahlungen sind Vorleistungen für zukünftige Vermögens­zuwächse des Unternehmens.[2]

3 Bilanzielle Behandlung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS

3.1 Der Begriff des immateriellen Vermögenswertes nach IFRS

Immaterielle Vermögenswerte werden im IFRS in IAS 38 geregelt. Ein immaterieller Vermögenswert wird im IAS 38.8 als ein identifizierbarer, nicht monetärer Vermögenswert ohne physischer Substanz definiert.[3]

Der IAS 38.8 behandelt ausschließlich solche immateriellen Vermögenswerte, die im HGB dem Anlagevermögen zuzurechnen wären.

Immaterielle Vermögensgegenstände die beim Verkauf zum üblichen Geschäft eines Unternehmens zurechenbar sind, fallen nicht in den Standard des IAS 38.[4]

Der IAS 38 wird nicht bei anderen immateriellen Vermögenswerten angewendet, deren Bilanzierung von anderen Standards geregelt wird, wie z.B die Behandlung von Finanzinstrumenten (IAS 39), die Behandlung von Leasingverhältnissen (IAS 17) und die Behandlung der Vermögenswerte nach IFRS 6.

3.2 Ansatzvorschriften immaterieller Vermögenswerte nach IFRS

Immaterielle Vermögenswerte im Sinne des IAS 38 liegen vor wenn diese bestimmte Kriterien erfüllen. Die Prüfung für die Aktivierbarkeit eines immateriellen Vermögenswertes wird in zwei Stufen entschieden. In der ersten Stufe wird geprüft, ob die Definitionsmerkmale eines immateriellen Vermögenswertes gegeben sind und die Ansatzkriterien erfüllt sind.[5] Diese Stufe wird als die abstrakte Aktivierungsfähigkeit bezeichnet. In der zweiten Stufe, der konkreten Aktivierungsfähigkeit wird geprüft ob der immaterielle Vermögenswert einem Aktivierungsverbot unterliegt.[6]

3.2.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

Im Rahmen der abstrakten Aktivierungsfähigkeit wird zunächst geprüft ob die Definitionsmerkmale eines immateriellen Vermögenswertes gegeben sind und ob die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

Quelle: Wulf, Inge: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS. Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung, S.30

3.2.1.1 Definitionsmerkmale

Die Definitionsmerkmale eines immateriellen Vermögenswertes werden sowohl im IAS 38.10 als auch im Framework F.49a beschrieben. Diese sind gegeben wenn ein immaterieller Vermögenswert folgende Kriterien erfüllt:

1. Identifizierbar

Die Identifizierbarkeit erfordert eine Abgrenzbarkeit eines immateriellen Vermögenswertes vom Geschäfts- und Firmenwert bzw. Goodwill ab. Die Identifizierbarkeit ist nach IAS 38.12 gegeben, wenn ein immaterieller Vermögenswert separierbar ist oder aus vertraglichen oder anderen gesetzlichen Rechten entsteht. Bei der Separierbarkeit kann der Vermögenswert vom Unternehmen getrennt, verkauft, übertragen oder lizensiert werden (Separability-Kriterium). Bei Vermögenswerten aus vertraglichen oder gesetzlichen Rechten, wie z.B. Lizenzen oder Patente spielt es keine Rolle ob die Rechte übertragen oder getrennt werden können (Contractual-Legal-Kriterium).[7] [8]

2. Verfügungsmacht

Dieses Kriterium setzt gemäß IAS 38.13 die Verfügungsmacht über den Vorteil des Vermögenswertes voraus, sodass das Unternehmen in der Lage ist sich durch den Vermögenswert resultierenden zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen anzueignen und diesen Nutzen gegenüber Dritten zu verwehren. Dies können z.B. Marktkenntnisse oder technische Erkenntnisse sein (IAS 38.14) die durch Urheberrechte oder Patente gegenüber Dritten geschützt werden und somit das Unternehmen über die Verfügungsgewalt dieses Vermögenswertes besitzt. Des Weiteren können auch Unternehmen über einen Kundenstamm oder qualifizierte Fachkräfte die zu einem zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen führen können (IAS 38.15 und IAS 38.16)[9]

3. Künftiger wirtschaftlicher Nutzen

Der zukünftige wirtschaftliche Nutzen kann gemäß IAS38.17 aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen entstehen oder das Innehaben des immateriellen Vermögenswertes andere Vorteile bringt wie z.B. Kosteneinsparungen.[10]

3.2.1.2 Ansatzkriterien

Sind die Definitionskriterien in ihrer Gesamtheit erfüllt, ist im Rahmen der zweiten Stufe der abstrakten Aktivierbarkeit laut IAS 38.21 zu prüfen ob auch die folgenden beiden Ansatzkriterien erfüllt sind:

1. Wahrscheinlicher Nutzenzufluss

Gemäß IAS38.22 soll die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenzuflusses vom Unternehmen anhand vernünftiger und tragbarer Annahmen begründet werden.

2. Zuverlässige Zugangsbewertung

Für eine sinnvolle Zugangsbewertung unterscheidet der IAS 38 zwischen folgenden Erwerbs- bzw. Zugangsformen:

- Entgeltlicher Einzelerwerb (IAS 38.25-32)
- Erwerb im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses (IAS 38.33-43)
- Erwerb durch Zuwendung öffentlicher Hand (IAS 38.44)
- Erwerb durch Tausch (IAS 38.45-47)
- Selbst erstelle immaterielle Vermögenswerte (IAS 38.51-67)

Bei einem entgeltlichem Einzelerwerb, Erwerb durch Zuwendung öffentlicher Hand und Erwerb durch Tausch reichen in der Regel die Ansatzvorschriften aus und somit ist grundsätzlich ein Aktivierungsgebot gegeben.

Bei einem Erwerb im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses sind gesonderte Vorschriften zu beachten.

Der Nachweis für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte ist in der Regel schwieriger und daher werden hier zusätzliche Anwendungsleitlinien in Betracht gezogen.[11]

3.2.2 Konkrete Aktivierungsfähigkeit

Die konkrete Aktivierungsfähigkeit ist erfüllt, wenn kein Ansatzverbot vorliegt. Um dies prüfen zu können ist insbesondere die Zugangsform des immateriellen Vermögenswertes ausschlaggebend.

Wie oben schon beschrieben gibt es bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten gesonderte Vorschriften die zu beachten sind. Im Folgenden werden diese erörtert.[12]

3.2.2.1 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

Auch beim Ansatz von selbst erstellen immateriellen Vermögenswerten müssen die Definitions- und Ansatzkriterien gegeben sein. Zusätzlich zu diesen Kriterien ist bei selbst erstellen immateriellen Vermögenswerten zwischen einer Forschungs- und Entwicklungsphase zu unterscheiden.

Die Forschungsphase gilt als eigenständige und planmäßige Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen (z.B. Verfahren oder Prozesse) und deren Anwendungsmöglichkeiten. Vermögensvorteile die während der Forschungsphase geschaffen werden sind gemäß IAS 38.54 nicht aktivierungsfähig.[13]

Die Entwicklungsphase ist demgegenüber gekennzeichnet durch die planvolle Umsetzung der neu gewonnenen Ergebnisse der Forschungsphase und die Einbringung dieser in die Produktion bzw. Produktionsplanung. Zu den Aktivitäten in der Entwicklungsphase gehören z.B. die Umsetzung eines Plans oder Entwürfe und Konstruktion von Prototypen.

[...]


[1] Vgl.: http://welt-der-bwl.de/Immaterielle-Vermögensgegenstände , Abruf am: 03.03.2016, 16:34

[2] Vgl.: http://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Anlagevermoegen/Immaterielle-Vermoegensgegenstaende.html, Abruf am 03.03.2016, 17:14

[3] vgl.: Hoffmann; Lüdenbach (Hrsg.): IAS/IFRS-Texte. 4.Auflage, Ulm: NBW-Verlag 2011, IAS 38.8

[4] vgl.: Peterson, Karl; Bansbach, Florian; Dornbach, Eike (Hrsg.): IFRS-Praxishandbuch. Ein Leitfaden für die Rechnungslegung mi Fallbeispielen. 4. Auflage, München: Verlag Franz Vahlen 2009, S. 127

[5] vgl.: Peterson, Karl; Bansbach, Florian; Dornbach, Eike (Hrsg.): IFRS-Praxishandbuch. Ein Leitfaden für die Rechnungslegung mi Fallbeispielen. 4. Auflage, München: Verlag Franz Vahlen 2009, S. 128

[6] vgl.: Wulf, Inge: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS. Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung. Band 2, Bamberg: Erich Schmidt Verlag 2007, S. 29

[7] vgl.: Moser, Ulrich; Bewertung immaterieller Vermögenswerte. Grundlagen, Anwendung, Bilanzierung, Goodwill. Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag 2011, S.13

[8] vgl.: Wulf, Inge: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS. Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung. Band 2, Bamberg: Erich Schmidt Verlag 2007, S. 31

[9] vgl.: Peterson, Karl; Bansbach, Florian; Dornbach, Eike (Hrsg.): IFRS-Praxishandbuch. Ein Leitfaden für die Rechnungslegung mi Fallbeispielen. 4. Auflage, München: Verlag Franz Vahlen 2009, S. 129

[10] vgl.: Wulf, Inge: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS. Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung. Band 2, Bamberg: Erich Schmidt Verlag 2007, S. 32

[11] vgl.: Peterson, Karl; Bansbach, Florian; Dornbach, Eike (Hrsg.): IFRS-Praxishandbuch. Ein Leitfaden für die Rechnungslegung mi Fallbeispielen. 4. Auflage, München: Verlag Franz Vahlen 2009, S. 130

[12] vgl.: Wulf, Inge: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS. Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung. Band 2, Bamberg: Erich Schmidt Verlag 2007, S. 34

[13] vgl.: Hayn, Sven; Waldersee, Georg Graf: IFRS / HGB/ HGB-BilMoG im Vergleich. Synoptische Darstellung mit Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. 7.Auflage, Stuttgart: Schäfer-Poeschel Verlag 2008, S. 117

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Details

Titel
Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V319658
ISBN (eBook)
9783656987956
ISBN (Buch)
9783656987963
Dateigröße
712 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bilanzierung, vermögenswerte, ifrs
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319658

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