In der folgenden Arbeit wird die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögenswerten nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS/IAS dargestellt. Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- und Firmenwertes werden auf Grund einiger unterschiedlicher Vorschriften in einem gesonderten Kapitel erläutert. Im letzten Kapitel dieser Arbeit werden die wesentlichen Unterschiede zur Bilanzierung der immateriellen Vermögenswerte mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften im HGB genannt.
Auf Grund des hohen Wettbewerbsdruck auf dem Markt ist es für Unternehmen wichtig, Güter zu besitzen die dem Unternehmen eine wirtschaftliche Stabilität auf dem Markt verschaffen. Aus diesem Grund steigt die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte stetig für die Unternehmen. Denn Vermögenswerte wie Software, Patente, qualifizierte Mitarbeiter, eigene Marken, Know-How und Lieferanten-und Kundenbeziehungen tragen zu einem großen Anteil des Unternehmenswertes bei und sorgen für einen Vorteil im Markt gegenüber anderen Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE
3 BILANZIELLE BEHANDLUNG IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE NACH IFRS
3.1 DER BEGRIFF DES IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTES NACH IFRS
3.2 ANSATZVORSCHRIFTEN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE NACH IFRS
3.2.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit
3.2.2 Konkrete Aktivierungsfähigkeit
3.3 BEWERTUNGSVORSCHRIFTEN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE NACH IFRS
3.3.1 Zugangsbewertung
3.3.2 Folgebewertung
3.4 ABGANG IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE
3.5 ANGABEN IM ANHANG
4 BILANZIELLE BEHANDLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES NACH IFRS
4.1 ANSATZVORSCHRIFTEN
4.2 BEWERTUNGSVORSCHRIFTEN
4.2.1 Zugangsbewertung
4.2.2 Folgebewertung
5 WESENTLICHE UNTERSCHIEDE DER IFRS BILANZIERUNG ZUM HGB
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung immaterieller Vermögenswerte nach internationalen Standards (IFRS) im Vergleich zu den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB). Ziel ist es, die spezifischen Ansatz- und Bewertungskriterien für immaterielle Güter sowie den Geschäfts- oder Firmenwert systematisch darzulegen und die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Rechnungslegungssystemen aufzuzeigen.
- Grundbegriffe und Definitionen immaterieller Vermögenswerte
- Ansatzkriterien (abstrakte und konkrete Aktivierungsfähigkeit) nach IAS 38
- Methoden der Zugangs- und Folgebewertung
- Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts (Goodwill)
- Synoptischer Vergleich der IFRS-Bilanzierung mit dem HGB
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit
Im Rahmen der abstrakten Aktivierungsfähigkeit wird zunächst geprüft ob die Definitionsmerkmale eines immateriellen Vermögenswertes gegeben sind und ob die Ansatzkriterien erfüllt sind.
Die Definitionsmerkmale eines immateriellen Vermögenswertes werden sowohl im IAS 38.10 als auch im Framework F.49a beschrieben. Diese sind gegeben wenn ein immaterieller Vermögenswert folgende Kriterien erfüllt:
1. Identifizierbar
Die Identifizierbarkeit erfordert eine Abgrenzbarkeit eines immateriellen Vermögenswertes vom Geschäfts- und Firmenwert bzw. Goodwill ab. Die Identifizierbarkeit ist nach IAS 38.12 gegeben, wenn ein immaterieller Vermögenswert separierbar ist oder aus vertraglichen oder anderen gesetzlichen Rechten entsteht. Bei der Separierbarkeit kann der Vermögenswert vom Unternehmen getrennt, verkauft, übertragen oder lizensiert werden (Separability-Kriterium). Bei Vermögenswerten aus vertraglichen oder gesetzlichen Rechten, wie z.B. Lizenzen oder Patente spielt es keine Rolle ob die Rechte übertragen oder getrennt werden können (Contractual-Legal-Kriterium).
2. Verfügungsmacht
Dieses Kriterium setzt gemäß IAS 38.13 die Verfügungsmacht über den Vorteil des Vermögenswertes voraus, sodass das Unternehmen in der Lage ist sich durch den Vermögenswert resultierenden zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen anzueignen und diesen Nutzen gegenüber Dritten zu verwehren. Dies können z.B. Marktkenntnisse oder technische Erkenntnisse sein (IAS 38.14) die durch Urheberrechte oder Patente gegenüber Dritten geschützt werden und somit das Unternehmen über die Verfügungsgewalt dieses Vermögenswertes besitzt. Des Weiteren können auch Unternehmen über einen Kundenstamm oder qualifizierte Fachkräfte die zu einem zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen führen können (IAS 38.15 und IAS 38.16).
3. Künftiger wirtschaftlicher Nutzen
Der zukünftige wirtschaftliche Nutzen kann gemäß IAS38.17 aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen entstehen oder das Innehaben des immateriellen Vermögenswertes andere Vorteile bringt wie z.B. Kosteneinsparungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung immaterieller Vermögenswerte für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 GRUNDLAGEN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe definiert und die Kategorisierung von immateriellen Vermögensgegenständen in drei Hauptgruppen erläutert.
3 BILANZIELLE BEHANDLUNG IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE NACH IFRS: Dieses zentrale Kapitel behandelt umfassend die Definition, Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie die Behandlung von Abgängen und Anhangsangaben gemäß IAS 38.
4 BILANZIELLE BEHANDLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES NACH IFRS: Es wird die spezifische Bilanzierung des Goodwills erläutert, wobei zwischen derivativen und originären Firmenwerten unterschieden wird.
5 WESENTLICHE UNTERSCHIEDE DER IFRS BILANZIERUNG ZUM HGB: Dieses Kapitel arbeitet die Divergenzen zwischen IFRS und HGB heraus, insbesondere im Hinblick auf Aktivierungswahlrechte und Abschreibungsmethoden.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zur Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte zusammen und hebt die Unterschiede zum HGB hervor.
Schlüsselwörter
Immaterielle Vermögenswerte, IFRS, IAS 38, HGB, Goodwill, Aktivierung, Bewertung, Nutzungsdauer, Forschung und Entwicklung, Impairment-Test, Abschreibung, Unternehmenszusammenschluss, Bilanzierung, Identifizierbarkeit, Verfügungsmacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögenswerten unter Anwendung der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) und vergleicht diese mit den Regelungen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition von immateriellen Vermögenswerten, die Kriterien für deren Aktivierung (Ansatz), die Methoden zur Bewertung bei Zugang und in der Folgebewertung sowie die spezifische Handhabung des Geschäfts- oder Firmenwerts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein detailliertes Verständnis für die komplexen Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 38 zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese sich von den nationalen HGB-Vorschriften unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse der relevanten Rechnungslegungsstandards, Fachhandbücher und ergänzender wissenschaftlicher Quellen zur Bilanzierung.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Voraussetzungen für die Aktivierung immaterieller Werte, die Unterscheidung zwischen Forschungs- und Entwicklungsphasen, die Folgebewertungsmethoden (Anschaffungskosten- vs. Neubewertungsmodell) und die jährliche Impairment-Test-Pflicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Immaterielle Vermögenswerte, IAS 38, Goodwill, Aktivierungsfähigkeit, Impairment-Test und HGB-BilMoG.
Warum existiert für den originären Goodwill ein generelles Aktivierungsverbot?
Ein originärer Goodwill kann nicht objektiv bewertet werden, da er auf Faktoren wie Mitarbeiter-Know-how oder Marktaussichten basiert, für die keine historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt werden können.
Wie unterscheidet sich die Abschreibung des Firmenwerts zwischen IFRS und HGB?
Während der Goodwill nach IFRS als Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer jährlich einem Impairment-Test unterzogen wird, schreibt das HGB eine planmäßige Abschreibung vor, die in der Regel über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgt.
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- Anonym (Author), 2016, Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319658