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Häusliche Gewalt gegen Frauen. Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Formen der Prävention

Titel: Häusliche Gewalt gegen Frauen. Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Formen der Prävention

Hausarbeit , 2013 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Monika Gabriel (Autor:in)

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird nach einem Überblick über die Formen der Gewaltanwendung gegen Frauen der Schwerpunkt der Arbeit auf die männliche Partnergewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich gelegt. Hierbei wird zunächst der Begriff der häuslichen Partnergewalt gegen Frauen bestimmt. Zur Verdeutlichung der häuslichen Partnergewalt wird der Familientyrannenfall nach BGHSt 48, 255 herangezogen, anhand dessen zunächst die Erscheinungsformen, Folgen und Zyklen beschrieben, anschließend Erklärungsansätze über Ursachen männlicher Partnergewalt und Präventionsmaßnahmen erläutert werden. Den Abschluss der Proseminararbeit bildet mein Fazit.

Frauen sind täglich schon aufgrund ihres Geschlechts unterschiedlichen Gewaltformen in vielfältigen Lebensbereichen ausgesetzt.

Viele Gewalthandlungen werden durch frühere Beziehungspartner im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen begangen. Der Entschluss der Frau, sich vom Partner zu trennen, wird von den Mann nicht anerkannt. Nach der Trennung werden sie verfolgt, bedroht und auf offener Straße misshandelt. Dabei spielt vor allem auch der Alkoholkonsum des früheren Partners eine gewaltbeeinflussende Rolle. Denn gerade durch die Alkoholeinnahme steigt die Gewaltbereitschaft des Täters, was auf die enthemmende Wirkung von Alkohol zurückzuführen ist.

Doch bevor es zur Trennung seitens der Frau kommt, drohen die statistisch nachweisbaren Gefahren hinter verschlossenen Wohnungstüren. In den eigenen vier Wänden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - erleben Frauen erhebliche Übergriffe durch den Partner. Alle sozialen Schichten sind davon betroffen, unabhängig von Bildungsstand, gesellschaftlichem Status, Einkommen, Kultur oder Herkunft. Gerade die im sozialen Nahraum verübten Gewalttaten kennzeichnen den Großteil der Gewaltkriminalität, den Frauen als Opfer erliegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Formen der Gewaltanwendung gegen Frauen

C. Begriffsbestimmung der häuslichen Partnergewalt gegen Frauen

D. Erscheinungsformen, Folgen und Zyklen von häuslicher Partnergewalt anhand des Familientyrannenfalls

I. Erscheinungsformen

II. Folgen von häuslicher Partnergewalt

III. Zyklen von häuslicher Partnergewalt

E. Erklärungsansätze über Ursachen männlicher Partnergewalt gegen Frauen

I. Lerntheoretische Erklärungen

II. Frustrations-Aggressionstheorie

F. Prävention gegen häusliche Partnergewalt

I. Primäre Prävention

II. Sekundäre Prävention

III. Tertiäre Prävention

IV. Präventionsmaßnahmen in Bezug auf den Haustyrannenfall

G. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik und Ursachen männlicher Partnergewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich. Anhand des sogenannten „Haustyrannenfalls“ wird analysiert, wie sich Gewaltspiralen entwickeln, welche psychischen und physischen Folgen für Betroffene entstehen und welche präventiven Maßnahmen sowie Handlungsmöglichkeiten zur Durchbrechung dieser Gewaltstrukturen existieren.

  • Analyse von Erscheinungsformen und Folgen häuslicher Gewalt
  • Untersuchung der psychologischen Dynamik der Gewaltspirale
  • Diskussion theoretischer Erklärungsansätze für männliche Partnergewalt
  • Evaluation präventiver Maßnahmen und Hilfsangebote für Betroffene

Auszug aus dem Buch

D. Erscheinungsformen, Folgen und Zyklen von häuslicher Partnergewalt anhand des Familientyrannenfalls

In diesem Fall tyrannisierte und misshandelte der Familienvater M. F., der Mitglied und Präsident einer Rockergruppe war, seine Ehefrau jahrelang erheblich. Die Sklavenbeziehung begann 1984 und endete im September 2001 damit, dass die Ehefrau den schützenden Ausweg vor den weiterhin bevorstehenden Qualen allein in der Tötung ihres Ehemannes sah und ihn im Schlaf erschoss. Bis dahin war sie ständig sich wiederholenden und steigernden Gewalttätigkeiten ausgesetzt und wurde Opfer eines andauernden Misshandlungssystems.

I. Erscheinungsformen

Der Begriff der häuslichen Gewalt umfasst Formen physischer, sexueller, psychischer, ökonomischer und sozialer Gewalt. Erst durch die Benennung von Gewaltformen werden diese als gewalttätige überhaupt sichtbar.

1. Physische Gewalt

Am deutlichsten tritt die physische Gewalt in Erscheinung. Physische Gewalt an Frauen kann gegen diese, gegen Personen in ihrem Umfeld, gegen Sachen, aber auch gegen Tiere gerichtet sein. Sie beinhaltet alle Formen von Misshandlungen, die Verletzungen verursachen können. Die Gewalt gegen Sachen und Tiere richtet sich zwar nicht unmittelbar gegen die Frau, demonstriert aber anhand der Zerstörung und Vernichtung, dass sie ebenfalls Opfer von Gewalt werden kann.

Im Haustyrannenfall versetzte M. F. ihr schon nach kurzer Zeit Ohrfeigen und griff dann zu immer stärkeren Methoden, um seine Machtstellung zu verdeutlichen. Er schlug ihr mit der Faust ins Gesicht und trat mit Springerstiefeln auf sie ein, bis sie auf dem Boden liegen blieb. Auch verprügelte er sie mit Gegenständen wie einem Basketballschläger oder sonstigen Gegenständen, die sich in seiner Nähe befanden. Die körperlichen Gewalttaten führten zur Eskalation in Intensität und Häufigkeit. Selbst als sie mit dem zweiten Kind schwanger war, nahm er hierauf keine Rücksicht und versetzte ihr Fußtritte und Faustschläge in den Bauchbereich. In einer anderen Situation schlug er ihren Kopf so lange heftig gegen die Wand bis sie bewusstlos am Boden lag. Aufgrund der großflächig mit Blut verschmierten Wand und ihrer Bewusstlosigkeit ging er selbst davon aus, dass er sie getötet habe.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von häuslicher Gewalt anhand eines konkreten Fallbeispiels und führt in die Relevanz der Thematik ein.

B. Formen der Gewaltanwendung gegen Frauen: Dieses Kapitel definiert verschiedene Erscheinungsformen der Gewalt gegen Frauen, von physischen Übergriffen bis hin zu Stalking.

C. Begriffsbestimmung der häuslichen Partnergewalt gegen Frauen: Hier wird der Gewaltbegriff im Kontext privater Beziehungen und sozialer Nahräume differenziert erörtert.

D. Erscheinungsformen, Folgen und Zyklen von häuslicher Partnergewalt anhand des Familientyrannenfalls: Anhand eines Fallbeispiels werden die Gewaltspirale, die verschiedenen Gewaltarten und deren Auswirkungen detailliert nachgezeichnet.

E. Erklärungsansätze über Ursachen männlicher Partnergewalt gegen Frauen: Dieses Kapitel beleuchtet lerntheoretische Erklärungen sowie die Frustrations-Aggressionstheorie zur Analyse der Täterperspektive.

F. Prävention gegen häusliche Partnergewalt: Es wird ein Überblick über primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsmaßnahmen gegeben sowie die Schwierigkeit der Gefahrenabwehr im konkreten Fall diskutiert.

G. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines ineinandergreifenden Schutzsystems gegen häusliche Gewalt.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Partnergewalt, Gewaltspirale, Frauenhaus, Gewaltschutzgesetz, Kriminalprävention, Frustrations-Aggressionstheorie, Lerntheorie, Macht und Kontrolle, Soziale Isolation, Opferhilfe, Gewalt gegen Frauen, Haustyrannenfall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von männlicher Partnergewalt gegen Frauen im häuslichen Umfeld, insbesondere unter Betrachtung der Dynamik, Ursachen und Präventionsmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Erscheinungsformen von Gewalt, den psychologischen Zyklen der Gewaltspirale, den Hintergründen der Täteraggression und den staatlichen sowie gesellschaftlichen Schutzmechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verständnis für die Mechanismen häuslicher Gewalt zu schärfen und aufzuzeigen, warum Betroffene oft in Gewaltspiralen verharren und welche Hürden einem effektiven Schutz entgegenstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse unter Heranziehung von Fachliteratur sowie die detaillierte Fallstudie des sogenannten „Haustyrannenfalls“ (BGHSt 48, 255).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gewaltformen, die Beschreibung des Gewaltzyklus, die wissenschaftliche Einordnung durch Lerntheorien und Frustrations-Aggressionstheorien sowie die Erörterung präventiver Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Häusliche Gewalt, Gewaltspirale, Macht und Kontrolle, Prävention, Hilfsangebote und Opferhilfe sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum kehren viele Betroffene trotz Gewalt zum Täter zurück?

Dies ist häufig in der „Gewaltspirale“ begründet, in der nach Phasen der Eskalation Phasen der Reue und Harmonie folgen, die bei der Frau die Hoffnung auf Besserung nähren und Schuldgefühle verstärken.

Warum ist das Fallbeispiel des Haustyrannen so relevant für die Prävention?

Der Fall zeigt auf, wie extrem die Isolation und die Drohungen des Täters sein können, wodurch selbst institutionelle Hilfe wie Frauenhäuser an ihre Grenzen stoßen und herkömmliche Schutzkonzepte erschweren.

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Details

Titel
Häusliche Gewalt gegen Frauen. Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Formen der Prävention
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Veranstaltung
Strafprozessrecht
Note
2,0
Autor
Monika Gabriel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V319684
ISBN (eBook)
9783668190061
ISBN (Buch)
9783668190078
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt gegen Frauen Partnergewalt Präventionsmaßnahmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Monika Gabriel (Autor:in), 2013, Häusliche Gewalt gegen Frauen. Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Formen der Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319684
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Leseprobe aus  16  Seiten
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