Wellness und Medical Wellness. Definition, Gemeinsamkeiten, Unterschiede


Seminararbeit, 2015
18 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung
2.1 Definition Gesundheit
2.2 Definition Wellness
2.3 Definition Medical Wellness
2.4 Definition (Heil-)Kur
2.5 Abgrenzung zwischen Wellness, Medical Wellness und Kur

3 Marktstrukturen
3.1 Anbieter
3.1.1 Chancen
3.1.2 Risiken
3.2 Nachfrager
3.2.1 Motive
3.2.2 Sozio-demografische Einordnung

4 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Wellness, Medical Wellness und Kur im Vergleich

1 Einleitung

Die demographische Entwicklung in Deutschland und das wachsende Gesundheitsbe- wusstsein in der Bevölkerung führen zu einer zusätzlichen Nachfrage nicht nur an her- kömmlichen Wellness-Angeboten, sondern immer mehr auch nach professionellen Medical Wellness-Angeboten. Der deutsche Gesundheitsmarkt umfasst laut OECD- Gesundheitsdaten 2014 mit Zahlen für das Jahr 2012 ca. 11,3 % des BIP und liegt damit 2 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller OECD-Länder. Der Markt hat somit gegenwärtig ein Volumen von ca. 299 Mrd. Euro. Er fasst alle finanziellen Aufwendun- gen der Bevölkerung für den Erhalt und die Wiederherstellung der eigenen Gesundheit zusammen.1 Die Prognosen gehen davon aus, dass sich dieses Volumen bis zum Jahr 2020 fast verdoppeln und auf etwa 600 Mrd. Euro ansteigen wird. Für die deutsche Wirtschaft wird dieser Markt somit weiter erheblich an Bedeutung gewinnen.2

Die vorliegende Arbeit soll dabei den Unterschied zwischen klassischen Wellness Anwendungen und dem Medical Wellness aufzeigen und dabei auch einen Seitenblick auf die traditionelle Kur und Rehabilitation werfen. Im Weiteren werden Chancen und Risiken der Anbieter sowie die unterschiedlichen Motive und soziodemographische Eigenschaften der Nachfrager ergründet.

2 Begriffsklärung

In diesem Kapitel werden Definitionen zu den zentralen Begrifflichkeiten Gesundheit, Wellness, Medical Wellness und Kur bzw. Heilkur und deren Abgrenzungen zueinan- der gegeben. Ein abschließender Vergleich in tabellarischer Form gibt eine zentrale Übersicht.

2.1 Definition Gesundheit

Grundsätzlich gibt es viele Definitionsansätze zum Begriff Gesundheit von denen aller- dings nur wenige international anerkannt sind. Eine davon wurde 1946 von der WHO vorgestellt:

„Die Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialenWohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheut und Gebrechen.“3

Die Definition versucht mit ihrem Verständnis über Gesundheit umfassend zu sein, da sie Gesundheit nicht nur das als die Abwesenheit von Krankheiten versteht, sondern einen multidimensionalen Ansatz verfolgt, der alle Dimensionen der menschlichen Existenz zu berücksichtigen versucht.4

Ein weiterer multidimensionaler Ansatz wurde von dem israelischen Arzt Aaron Antonovsky entwickelt. Sein Ansatz stellt sich gegen eine zu statische und dichotome Betrachtung zwischen den beiden Polen Gesundheit und Krankheit. Stattdessen sieht er ein Kontinuum von gesund bis krank. Abhängig vom persönlichen Zustand, nimmt jeder Mensch eine Position auf diesem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum ein. Im Zentrum dieses Ansatzes stehen die Gesundheitsförderung, Prävention und das Verhindern von Krankheiten. Antonovsky stellte es als Salutogenese- (lat.: salus = gesund; griech.: genesis = Entstehung) Modell 1997 vor.5

2.2 Definition Wellness

Über den Ursprung des Begriffs Wellness gibt es unterschiedliche Auffassungen. Zum einen wird ein Herleiten vom alt-englischen Wort „wealnesse“6, was im Gegensatz zu „illness“7 gebraucht wurde, angenommen.8 Zum anderen ist eine weitverbreitete Meinung, dass der US-amerikanische Arzt Halbert L. Dunn, der die Wellnessidee wie sie heute bekannt ist prägte, aus den beiden Worten „well-being“ und „fitness“ das Kofferwort „Wellness“ zusammensetzte.9

Eindeutig sind hingegen die drei Ausprägungsformen von Wellness nach Kai-T. Illing:

- Wellness 1. Grades: Genuss ohne Berücksichtigung der körperlichen und seelischen Konsequen- zen.
- Wellness 2. Grades: Der Zustand des Wohlbefindens wird aktiv zu erreichen versucht (Training, Bewusstwerdung), Konsequenzen werden beachtet.
- Wellness 3. Grades: Nachhaltige Verhaltensänderungen mit dem Ziel, für Körper und Geist glei- chermaßen einen dauerhaften Zustand des Wohlbefindens zu erlangen.10

Wellness umfasst demnach die Konzentration auf die eigene Person, Verwöhnung und Zuwendung ebenso wie Entspannung und Stressbekämpfung. Dabei findet der Well- ness-Konsum ausschließlich auf dem sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt statt, d.h. die Nachfrager tragen die Kosten selbst und sie werden nicht etwa von den Kran- kenkassen wie auf dem ersten Gesundheitsmarkt übernommen. Die konkrete Definiti- on lautet:

„Wellness ist das ganzheitliche Bemühen um körperliches, geistiges und seelischesWohlbefinden durch vitalisierende und entspannende Maßnahmen gleichermaßen, die in gesundheitlichen Zentren besonderer Art gefördert werden.“11

2.3 Definition Medical Wellness

Im Unterschied zum Begriff Wellness betont Medical Wellness den medizinischen Charakter . Im Mittelpunkt steht nicht nur die Vermeidung von Krankheiten, sondern auch die Stabilisierung der individuellen Lebensqualität, z.B. bei einer chronischen Krankheit. Wege dazu sind eine altersangepasste sportliche Aktivität, Ausgleich krankheitsbedingter Defizite sowie Empfehlung praktikabler Trainingsmöglichkeiten unter Beachtung höchster Sicherheit. Daraus ergibt sich in Anlehnung an die oben genannte Definition von Wellness folgende Definition für Medical Wellness:

„Medical Wellness ist das medizinisch-therapeutisch geleitete und wissenschaftlichfundierte Bemühen um ganzheitliches körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden durch vitalisierende und entspannende Maßnahmen gleichermaßen, das in gesundheitlichen Zentren besonderer Art gefördert wird.“12

Für dieses neue privat bezahlte Betätigungsfeld der Ärzte werden in der Literatur fol- gende Beispiele genannt: Anti-Aging, Gesundheits-Check-ups, (genetische) Diagnose, labordiagnostische Wunschleistungen, medizinische Prävention, Ernährungsberatung, Gewichtsreduktion, Rehabilitation, Ayurveda, physiotherapeutische Anwendungen wie auch klassische Massagen, Cardio-Fitness, Muskeldiagnose, Kneipp-Anwendungen, Bewegungstherapie uvm.13 An dieser Aufzählung lässt sich erkennen, dass Medical Wellness auch Anwendungen umfasst, die zurzeit im Leistungskatalog der Kranken- kassen enthalten sind. Der ganzheitliche Ansatz des Wellness 3. Grades kommt dem Medical Wellness schon recht nahe. Er erfasst aber nicht die Errungenschaften der traditionellen Medizin, um welche sich Medical Wellness im Gegensatz zum Wellness- gedanken ergänzt.14

2.4 Definition (Heil-)Kur

Obwohl ein Wellness-Aufenthalt sehr wohl in einem Kurhaus erfolgen kann, ist es wich- tig (Medical) Wellness von der traditionellen Heilkur abzugrenzen. Die traditionelle Kur nimmt ihren Ausgang von der Krankheit und hat die Wiederherstellung der Gesundheit zum Ziel. Sie besitzt eine stark medizinisch-therapeutische Grundlage und wird zum Teil durch das Sozialsystem der Krankenkassen und Rentenversicherungen (mit-) finanziert. Die Aufenthaltsdauer beträgt mindestens drei Wochen und kann auch nur an ausgewiesenen Kurorten erfolgen.15 Des Weiteren erfolgt eine Kur nur nach einer Ein- weisung durch einen Arzt, ist mit einem Orts- und Milieuwechsel verknüpft und die Häufigkeit ist durch die Krankenkassen reglementiert. Der Begriff Kur kann wie folgt definiert werden:

„Die Kur als Begriff umschreibt den besonderen therapeutischen Prozess einer Heilbe- handlung mit besonderen Mitteln, Methoden und Aufgaben in Heilbädern und Kurorten mit charakteristischen Strukturmerkmalen. Zusammengefasst ist die Kur in Heilbädern und Kurorten eine komplexe,ärztlich geleiteteÜbungsbehandlung zur Vor- und Nach-sorge (Prävention und Rehabilitation) und eine kurative Behandlung für geeignete chronische Krankheiten und Leiden während bestimmter Phasen in einem länger an- dauernden Krankheitsverlauf. Verbunden mit einem Orts- und Milieuwechsel, soll der Patient auch zu einem krankheitsspezifischen individuellen, aktiven, lebenslangen Ge- sundheitsprogramm anleiten.“16

2.5 Abgrenzung zwischen Wellness, Medical Wellness und Kur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Wellness, Medical Wellness und Kur im Vergleich Quelle: Vgl. Illing, K.-T. (2009): S.38.

[...]


1 OECD (2014): S.1.

2 IFF (2010): S.1.

3 WHO (1946)

4 Illing, K.-T. (2009): S.7f.

5 Berg, W. (2008): S.7.

6 Oxford Dictionary (1989): S.136.

7 Oxford Dictionary (2003): S.309.

8 Illing, K.-T. (2009): S.17.

9 Rulle, M. (2010): S.7.

10 Illing, K.-T. (2002): S.9.

11 Illing, K.-T. (2002): S.10.

12 Ebd.

13 Medical Wellness Verband (2005)

14 Illing, K.-T. (2002): S.44.

15 Vgl. Nahrstedt, W. (1998): S.156.

16 Illing, K.-T. (2009): S.14.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wellness und Medical Wellness. Definition, Gemeinsamkeiten, Unterschiede
Hochschule
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Note
1,6
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V319685
ISBN (eBook)
9783668190443
ISBN (Buch)
9783668190450
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wellness, Medical Wellness, Gesundheit, Gesundheitstourismus, Sporttourismus, Wellness 2.0, Prevention, Zweiter Gesundheitsmarkt, Demografischer Wandel, Kur
Arbeit zitieren
Philipp Künzel (Autor), 2015, Wellness und Medical Wellness. Definition, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319685

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