Mit dem 11. September 2001 hat das 21. Jahrhundert endgültig begonnen. Dieser terroristische Akt machte deutlich, wie sehr sich die Bedrohungen für die Souveränität eines modernen Nationalstaats gewandelt haben. Sie haben ein weltweites Ausmaß und eine nie geahnte Dynamik erreicht. Einer veränderten Weltgesellschaft und einem verändertem Staatensystem stehen auch neue Herausforderungen gegenüber. Diese betreffen in erster Linie aggressive Handlungen wie zum Beispiel den bereits angesprochenen Terrorismus von extremistischen und religiös motivierten fundamentalistischen Gruppen, Wirtschaftskriminalität, Bürgerkriege, regionale Hegemoniebestrebungen und kulturelle Konflikte.
Für diese Herausforderungen werden in unserer neuen Epoche bestenfalls ein austariertes kooperatives Gleichgewicht mit konfrontativen Mitteln und eine kompetitive Kooperation zwischen den so genannten „global players“, Regionen und supranationalen Organisationen charakteristisch sein. In künftigen Aufgaben und Szenarien der Sicherheit kommt Organisationen wie EU und UNO, Wirtschaftskooperationen wie OPEC, EFTA und auch Militärbündnissen wie der NATO eine besondere Bedeutung zu.
Die Aufgabe des Staates, nämlich die Sicherheit für seine Bürgerinnen und Bürger gegenüber Bedrohungen von innen und außen zu gewährleisten, ist demnach sehr viel komplexer und aufwendiger geworden. Diese veränderten Bedingungen werfen viele Fragen auf, wie zum Beispiel die Sammlung biometrischer Daten und den Einsatz sogenannter Körperscanner.
Im Folgenden werde ich versuchen an Hand der Veränderungen im modernen Nationalstaat und den Veränderungen der inneren und äußeren Souveränität des Staates sowie den Bedrohungen für diese Konzeptionen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der moderne Staat auf die neuen Bedrohungen für seine innere und äußere Sicherheit reagieren kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Sicherheit und moderner Staat
2. Der moderne Staat
2.1 Veränderungen und Entwicklungen
2.2 Globalisierung
2.3 Die Rolle der Sicherheit
3. Innere Souveränität
3.1 Bedrohungen der inneren Souveränität im 21. Jahrhundert
3.1.1 Organisiertes Verbrechen und internationalisierte Kriminalität
3.2 Staatliche Reaktionen und Konzeptionen
3.2.1 Reaktionen im nationalen Sicherheitsapparat
3.2.2 Reaktionen und Zusammenspiel im internationalen Rahmen
3.2.2.1 EUROPOL
3.2.2.2 INTERPOL
4. Äußere Souveränität
4.1 Die veränderte Weltsituation im 21.Jahrhundert
4.1.1 Konfliktwandel und neue Bedrohungen
4.1.1.1 Bürgerkriege und wirtschaftliche Bedrohungen
4.1.1.2 Internationaler Terrorismus
4.2 Internationale Organisationen
4.2.1 EU und UNO
4.2.2 NATO
4.3 Die Rolle des Militärs
4.3.1 Veränderte Situationen und Aufgaben
4.3.1.1 Die Bundeswehr im europäischen Vergleich
4.3.2. Die allgemeine Wehrpflicht
4.3.2.1 Pro und Contra
4.3.2.2 Zukunft Berufsarmee?
5. Resultate und Zukunftsaussichten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Veränderungen der Bedingungen und Aufgaben des modernen Staates hinsichtlich seiner inneren und äußeren Souveränität unter dem Einfluss globaler sicherheitspolitischer Herausforderungen im 21. Jahrhundert.
- Transformation des modernen Nationalstaates im Zeitalter der Globalisierung
- Bedrohungen der inneren Souveränität durch organisierte Kriminalität
- Wandel äußerer Sicherheit durch asymmetrische Konflikte und Terrorismus
- Die Rolle internationaler Organisationen (EU, UNO, NATO) in der Sicherheitsarchitektur
- Zukunftsperspektiven für das Militär und die Debatte um die allgemeine Wehrpflicht
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Organisiertes Verbrechen und internationalisierte Kriminalität
Das organisierte internationale Verbrechen hat seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine ungeahnte Entwicklung erfahren.
„Diese neue Entwicklung kommt nicht von ungefähr, sondern rührt von der gestiegenen Bedrohung des Individuums, des Sozialsystems und der Wirtschaftsordnung durch Kriminalität im Allgemeinen und durch international organisierte Kriminalität im Besonderen her.“ (Storbeck, Jürgen: International organisierte Kriminalität als neue Herausforderung der Weltpolitik, in: KAISER, Karl/ SCHWARZ, Hans-Peter(Hrsg.), unter Mitarbeit von Sven Olaf Berggötz und Petra Holtrup: Weltpolitik im neuen Jahrhundert (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Band 364), Bonn 2000, S. 174.)
Die typischen bestehenden aber auch neuen Kriminalitätsprobleme sind sehr vielschichtig und komplex. Denn mit dem Anwachsen der internationalen Bezüge von Kriminalität änderten sich auch die Kriminalitätsstrukturen. Sie reichen nun von Diebstählen aller Art, dem Rauschgifthandel, der Falschgeldkriminalität über Menschenhandel und Schutzgelderpressung bis hin zur Korruption in wichtigen Bereichen wie Polizei, Justiz, Wirtschaft, Politik, Finanzen und Verwaltung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sicherheit und moderner Staat: Einführung in die veränderte Bedrohungslage für Nationalstaaten seit dem 11. September 2001 und die Notwendigkeit multidimensionaler Sicherheitskonzepte.
2. Der moderne Staat: Analyse der historischen Entwicklung des Nationalstaates unter dem Einfluss der Globalisierung und der damit verbundenen Herausforderungen für die staatliche Steuerungsfunktion.
3. Innere Souveränität: Untersuchung der Bedrohungen durch Kriminalität und der staatlichen sowie internationalen Reaktionen zur Sicherung der inneren Stabilität.
4. Äußere Souveränität: Erörterung der veränderten globalen Weltsituation mit Fokus auf asymmetrische Kriege, internationale Organisationen und die Rolle des Militärs.
5. Resultate und Zukunftsaussichten: Fazit über die Notwendigkeit einer kooperativen, multilateralen Sicherheitspolitik, die diplomatische, polizeiliche und militärische Instrumente vernetzt.
Schlüsselwörter
Sicherheit, Nationalstaat, Souveränität, Globalisierung, Organisierte Kriminalität, Internationaler Terrorismus, Asymmetrische Kriege, EU, UNO, NATO, Bundeswehr, Wehrpflicht, Berufsarmee, Krisenbewältigung, Multilaterale Sicherheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die Bedingungen und Aufgaben moderner Staaten im 21. Jahrhundert gewandelt haben, um Sicherheit nach innen und außen in einer global vernetzten Welt zu gewährleisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die innere Sicherheit im Kontext der organisierten Kriminalität sowie die äußere Sicherheit in Anbetracht von asymmetrischen Konflikten und dem internationalen Terrorismus.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie der moderne Nationalstaat auf neue, komplexe Bedrohungen reagieren kann, um seine Handlungsfähigkeit sowie seine innere und äußere Souveränität zu bewahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (wie das Weber’sche Gewaltmonopol) mit einer Untersuchung aktueller sicherheitspolitischer Strukturen und internationaler Organisationen verknüpft.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert Bedrohungsszenarien wie das organisierte Verbrechen und den Terrorismus sowie die Anpassungsstrategien von Sicherheitsbehörden, internationalen Allianzen und Streitkräften.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Souveränitätsverlust, globale Interdependenz, asymmetrische Bedrohungen und die Transformation militärischer Aufgaben von der Verteidigung zur Krisenintervention.
Wie wirkt sich die Globalisierung konkret auf die innere Sicherheit aus?
Die Globalisierung führt zu einer Internationalisierung des Verbrechens, was staatliche Sicherheitsorgane zwingt, ihre Strategien über nationale Grenzen hinweg durch Kooperationen wie Europol zu intensivieren.
Warum wird die allgemeine Wehrpflicht in der Arbeit diskutiert?
Die Wehrpflichtdebatte dient als Beispiel für die notwendige strukturelle Anpassung der Streitkräfte an moderne Anforderungen wie Professionalisierung und Flexibilität bei gleichzeitigem Sparzwang.
Welche Rolle spielt die NATO in der neuen Sicherheitsarchitektur?
Die NATO hat sich von einer reinen Verteidigungsallianz gegen äußere Aggressionen zu einem Instrument internationaler Krisenbewältigung und kollektiver Sicherheit gewandelt.
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- Christian Rucker (Author), 2010, Der moderne Staat und die Frage der Sicherheit. Veränderte Bedingungen und Aufgaben des Staates in Bezug auf die innere und äußere Souveränität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319702