In der vorliegenden Arbeit werden zunächst im Rahmen einer Sachanalyse zwei von insgesamt vier Grundrechenarten bzgl. ihrer Rechenstrategien sowie Fehlerstrategien im Hunderterraum untersucht, wobei Querverweise zu Strategien im Zwanzigerraum zu beachten sind. Eine umfassende Analyse des Unterrichtsinhaltes einer Stunde bedarf es, nicht nur um sich als Lehrkraft den Inhalt der geplanten Unterrichtsstunde selbst zu erarbeiten, sondern auch um es für die Schülerinnen und Schüler adäquat aufbereiten zu können.
Stundenlegitimation:
Die Schüler haben bereits Erfahrung im Zahlenraum bis 20 gesammelt und verfügen über Grundkenntnisse im Umgang mit Zahlen und Operationen. Die Erweiterung des Zahlenraums bis 100 und die Operationen in diesem Raum sind deshalb so wichtig für die Schülerinnen und Schüler, weil sie auf dieser Grundlage eine umfassende Zahlvorstellung erwerben. Ein differenziertes Verständnis für unterschiedliche Zahlaspekte wird bestenfalls in einem nachhaltigen und lebensweltbezogenen Mathematikunterricht entwickelt.
Bei dem Stundenthema „Plus und Minus mit Einern“ erlernen die Schülerinnen und Schüler zwei von vier Grundrechenarten und rechnen dabei flexibel und entsprechend der Aufgabe im Kopf, halbschriftlich sowie schriftlich. Dazu werden vorteilhafte Strategien angewandt, die unterschiedliche Lösungswege ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, wie man die Zahlensätze des Einspluseins bis Zwanzig sowie deren Umkehrungen automatisiert und flexibel anwendet, wobei sie ihre Kenntnisse auf analoge Plus- und Minusaufgaben übertragen sollen.
Aus dem weiteren Inhalt:
- Didaktische Analyse
- Reflexion
- Artikulationsschema
Inhaltsverzeichnis
1 Sachanalyse
1.1 Addition – Rechenstrategien im Hunderterraum
1.2 Subtraktion - Rechenstrategien im Hunderterraum
2 Stundenlegitimation
2.1 Schulische Bedeutsamkeit
2.2 Lebenspraktische Funktion
2.3 Vorbereitungsfunktion
3 Pädagogische Analyse
3.1 Anmerkungen zur Klassensituation und dem Klassenklima
3.2 Lernvoraussetzungen in der Klasse
3.3 Leistungen der Klasse
3.4 Aspekte der Unterrichtsstörung
4 Psychologische Analyse
4.1 Lernvoraussetzungen
4.2 Das Prinzip der Stufung des Lernprozesses
4.3 Das Prinzip der Differenzierung
5 Didaktische Analyse
5.1 Lehrplanaussagen zu Lernbereich 1 „Zahlen und Operationen“, bzw. 1.2 „Im Zahlenraum bis Hundert rechnen und Strukturen nutzen“
5.2 Grob- und Feinzielanalyse
5.3 Methodisch-didaktische Umsetzung
6 Artikulationsschema
7 Reflexion zum Praktikum
7.1 Lehrperson
7.2 Positive und kritische Anmerkungen bezüglich des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die mathematischen Rechenstrategien von Schülerinnen und Schülern im Zahlenraum bis einhundert. Ziel ist es, durch eine fundierte Sach-, pädagogische, psychologische und didaktische Analyse die methodische Vorbereitung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Thema "Plus und Minus mit Einern" kritisch zu reflektieren und auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten.
- Analyse der Addition und Subtraktion im Hunderterraum
- Pädagogische Einordnung der Klassensituation und Lernvoraussetzungen
- Psychologische Fundierung durch Lernprozessstufungen und Differenzierung
- Didaktische Umsetzung mittels Stationenlernen und Visualisierungstechniken
Auszug aus dem Buch
1.1 Addition – Rechenstrategien im Hunderterraum
Bereits im 2. Schuljahr verwenden die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Wege, um eine Additionsaufgabe zu bewältigen und schließlich zur Lösung zu kommen. Mögliche Verfahren können dabei etwa der Rechenstrich, die Hundertertafel oder das halbschriftliche Verfahren sein. Thematisiert wird das zuletzt genannte Verfahren bereits ab der Mitte des zweiten Schuljahres. In den von Benz durchgeführten Interviewstudien konnten trotzdem nur wenige Kinder die Methode des Notierens von Zwischenergebnissen oder ähnlichen Gedächtnisstützen, die dem halbschriftlichen Rechnen zuzuordnen sind, anwenden.
Man unterscheidet bei der Grundrechenart Addition im Hunderterraum folgende Rechenstrategien:
Das schrittweise Rechnen ist durch die Erweiterung des Zahlenraums, das dem Bereich der Arithmetik zuzuordnen ist, unabdingbar. Zum einen gilt zu beachten, dass die Zahlen an ihrer Größe zugenommen haben und zum anderen, dass eine höhere Anzahl an Zerlegungsmöglichkeiten als im Zwanzigerraum zur Verfügung stehen. Die Aufgabe 37 + 28 kann beispielsweise durch 37 + 20 + 8, 37 + 8 + 20 oder durch 37 + 3 + 25 zur Lösung gebracht werden. Dabei wird ein Summand zerlegt – üblicherweise der zweite Summand. Wie in den ersten beiden Beispielen wird der Summand oft in seine Stellenwerte zerlegt, wobei auf das Assoziativgesetz der Addition Rücksicht genommen wird.
Bei der Rechenstrategie des stellenweisen Rechnens werden beide Summanden in ihre Zehner und Einer zerlegt, daraufhin addiert man separat die Zehner und danach die Einer. Die Einzelergebnisse werden als Abschluss zu einer Summe addiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Sachanalyse: Untersuchung der Rechenstrategien für Addition und Subtraktion im Hunderterraum sowie deren Abgrenzung.
2 Stundenlegitimation: Begründung der schulischen, lebenspraktischen und vorbereitenden Bedeutung des Stundenthemas.
3 Pädagogische Analyse: Einschätzung der Klassensituation, der Lernvoraussetzungen und des Umgangs mit Störungen.
4 Psychologische Analyse: Erörterung der Lernvoraussetzungen sowie der Prinzipien der Lernprozessstufung und Differenzierung.
5 Didaktische Analyse: Ableitung von Lehrplanbezügen, Lernzielen und methodisch-didaktischen Planungen der Unterrichtsstunde.
6 Artikulationsschema: Detaillierte tabellarische Planung der Unterrichtsschritte von der Einstiegs- bis zur Reflexionsphase.
7 Reflexion zum Praktikum: Subjektive Auswertung der Praktikumserfahrungen hinsichtlich der Lehrperson und des eigenen Lernerfolgs.
Schlüsselwörter
Hunderterraum, Rechenstrategien, Addition, Subtraktion, Grundschulmathematik, Didaktik, Stationenlernen, Lernprozess, Differenzierung, Lehrplan, Sachanalyse, Unterrichtsstunde, Schülerleistung, Lernvoraussetzungen, Artikulationsschema
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Planung und fachlichen Analyse einer Mathematikstunde zur Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis einhundert für eine zweite Grundschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die mathematische Sachanalyse von Rechenstrategien, die pädagogische und psychologische Einordnung einer spezifischen Lerngruppe sowie die methodisch-didaktische Gestaltung des Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung und praktische Anwendung von Rechenstrategien im Hunderterraum sowie die Reflexion der didaktischen Umsetzung im Rahmen eines Schulpraktikums.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Fallanalyse, die auf fachwissenschaftlicher Literatur und Lehrplänen basiert und durch Beobachtungen und Reflexionen der eigenen Unterrichtspraxis ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sachanalyse, die Legitimierung der Unterrichtsstunde, eine pädagogisch-psychologische Analyse der Klasse sowie die konkrete didaktische Planung und Durchführung des Unterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Hunderterraum, Rechenstrategien, Didaktik, Differenzierung und Unterrichtsplanung charakterisieren.
Warum wird das "schrittweise Rechnen" als unabdingbar hervorgehoben?
Da sich der Zahlenraum erweitert, steigen die Anforderungen an das rechnerische Verständnis; die schrittweise Zerlegung ermöglicht es, komplexe Aufgaben in handhabbare Einzelschritte zu zerlegen.
Warum bewertet der Autor die Reflexion am Ende der Stunde als nicht vollständig gelungen?
Der Autor stellt fest, dass die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse noch nicht über die nötige Reife oder Routine für eine tiefgreifende Selbstreflexion verfügten, weshalb die Zeit ineffektiv genutzt wurde.
- Arbeit zitieren
- Eva Wieser (Autor:in), 2016, Plus und Minus mit Einern. Handakte zum Studienbegleitenden Praktikum im Fach Mathematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319711