Die Bedeutung der Grand Écoles


Hausarbeit, 2004

21 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Das Hochschulsystem Frankreichs
1.2 Die Studienkultur Frankreichs

2 Bedeutung und Einfluss der Eliteschule
2.1 Die Eliten in Zahlen
2.2 Bedeutende Grande Écoles
2.2.1 École Polytechnique
2.2.2 École des Hautes Études Commerciales (HEC)
2.2.3 École nationale d’Administration (ENA)
2.3 wirtschaftliche Betrachtung
2.4 gesellschaftspolitische Betrachtung
2.5 soziale Betrachtung

3 Folgen der Europäisierung
3.1 Bologna – Prozess
3.2 Licence - Master – Doctorat (LMD) – Reform
3.3 nationale Probleme

4 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Bildungswege des französischen Hochschulsystems

Abb. 2 Diplome vor der LMD Reform

Abb. 3 Diplome nach der LMD Reform

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Vortrag "Forschungs- und Wissensinstitute in Frankreich" vermittelte eine ausführliche Übersicht über den Studienaufbau sowie über die Studienabschlüsse des stark zentralisierten französischen Bildungssystems.[1] Diese Grundlagen sollen in dieser Hausarbeit nicht noch einmal erläutert werden. Die Konzentration liegt hier im Wesentlichen auf der Bedeutung der Grande Écoles für das französische Volk und für den französischen Staat.

1.1 Das Hochschulsystem Frankreichs

In Frankreich wird in Grandes Écoles, Universités und Écoles Specialisées unterteilt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo sich Berufsakademien, Fachhochschulen oder Universität gegenseitig ausschließen, ermöglichen die Bildungswege in Frankreich Quereinstiege.[2]

Im Fokus des Hochschulsystems stehen die Grande Écoles:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Bildungswege des französischen Hochschulsystems [3]

Sie sind die Eliteschulen Frankreichs und ziehen zugleich alle Hochschulen des außeruniversitären Bereichs ein.[4] „Eine grande école ist eine Einrichtung, die sich ihre Studierenden auswählt“[5]. Um einen Platz in dieser Eliteschule zu erhalten, muss sich der Schüler bereits im „lycée“ (Gymnasium) zwei Jahre lang einer Vorbereitung unterziehen, die die Ausbildungsrichtung in Naturwissenschaften, Wirtschaft oder Literatur vorgibt. Danach hat er die Möglichkeit an einem „concours“ (Aufnahmeprüfung für die Grande École) teilzunehmen. Sollte er dabei als einer der Besten abschneiden, hat er eine Chance, bei dem geringen Prozentsatz dabei zu sein, der aufgenommen wird.[6]

Die Universitäten bieten hauptsächlich Ausbildungsmöglichkeiten in Medizin und Technologien. Ihre Vorteile sind die Aufbaustudiengänge, die verschiedene europäisierte Abschlüsse von der „licence“ (Bachelor) über den „master“ (DESS als praxisbezognener und DEA also forschungsorientierter Master) bis hin zum „doctorat“ ermöglichen.[7]

Écoles Specialisées schließen alle berufsorientierten Ausbildungen ein, die nicht von den Universitäten bzw. den Grande Écoles angeboten werden. Hierzu gehören beispielsweise Schulen für Kunst, Journalismus oder Übersetzung.[8]

1.2 Die Studienkultur Frankreichs

Die französische Studienkultur basiert darauf, dass Wissen das Denken ermöglicht, während man in Deutschland davon ausgeht, dass Können das Wissen mit sich bringt.[9] In der schulischen Ausbildung müssen die Franzosen sehr viel innerhalb kürzester Zeit lernen, um dann ein Thema für eine Hausarbeit oder eine Forschungsarbeit bearbeiten zu können. Am Ende jedes Studienjahres steht zusätzlich eine Prüfung. Anders als in Deutschland besteht diese jedoch nicht aus mehreren Aufgaben, sondern aus einer Problematik, die in Form eines Aufsatzes bearbeitet werden muss. Das Ziel ist, „den Weg zu einer schon bekannten Schlussfolgerung argumentativ perfekt aufzubauen“[10]. Die Professoren gaben in den Vorlesungen die Antworten auf diese Problematik bereits vor. Die Studenten werden somit getestet, ob sie erstens anwesend waren und zweitens, ob sie die Lehre des Vortragenden wiedergeben können. Für die französischen Studenten zeichnet sich ein guter Lehrer nicht durch die Wiedergabe seiner Forschungsposition zu einem bestimmten Thema aus, sondern dadurch, den Lerninhalt kompakt und schlussfolgernd zu übermitteln. Die französischen Professoren sehen es ungern, wenn ein Student seine Meinung äußert, den behandelten Stoff hinterfragt oder ihn sogar kritisiert. Was in Frankreich als unangebracht gilt, ist in Deutschland auf Grundlage der Geschichte undenkbar.[11]

Ziel jedes Schülers ist es, einen Studienplatz in den Grande Écoles zu erreichen. Dies wird ihm nur ermöglicht, indem er sich durch viel Fleiß in den „classes préparatoires“ (Vorbereitungsjahren) genügend Allgemeinwissen aneignet, um den „concours“ (Aufnahmeprüfung) als einer der Besten zu bestehen.

Eine andere Möglichkeit des Erlangens eines solchen Studienplatzes wäre ein bereits bestehender Hochschulabschluss, der die Auswahlkriterien erfüllen muss. Das Lehrprogramm der Eliteschulen ist vorrangig praxisbezogen und geringfügig forschungsorientiert. Obwohl keine Einheit von Forschung und Lehre angestrebt wird, haben jedoch in den letzten Jahren mehrere Grande Écoles ihre Forschungstätigkeiten erweitert, so dass der Abschluss eines „doctorat“ möglich ist.[12]

Für Universitées und Écoles Specialiees ist das nationale Bildungsministerium (Le ministère de L'éducation nationale) zuständig. Im medizinischen Bereich entscheidet das Gesundheitsministerium über Lehrpläne, Prüfungen und Abschlüsse.[13]

Die innere Struktur und die Lehrinhalte der Eliteschulen werden jedoch von den Trägern der Hochschulen bestimmt. Die meisten von ihnen unterstehen außerdem dem Erziehungsministerium. Ausnahmen bilden die „école polytechnique“, die dem Verteidigungsministerium unterliegt und die „École nationale d’Administration“ (ENA), die dem Premierminister zugeordnet ist.[14]

Aufgrund des streng organisierten und stark verschulten Systems der Grande Écoles haben die Absolventen kaum Freiraum in der Gestaltung ihrer Fächer.[15] Die selbständige Wahl der Kurse und eine verantwortliche Zusammenstellung des Stundenplans sind in den französischen Hochschulen sehr eingeschränkt.[16]

In der Besetzung der Lehrkräfte bevorzugen die Eliteschulen Führungskräfte aus der Praxis, z.B. aus den Bereichen der Staats- und Wirtschaftsverwaltung.[17]

[...]


[1] Vgl. zu Lahouaoui, Ali (09.08.2004): [www]

[2] Vgl. zu Studieren in Frankreich; Kovácsházy, Dorothée (Juli 2004), S.4

[3] eigene Erstellung in Anlehnung an Dorothée Kovácsházy; Juli 2004, Studieren in Frankreich; Auflage: 30.000 Exemplare; Berlin, S. 4

[4] Vgl. zu o.V. (11.08.2004): [www]

[5] Studieren in Frankreich; Kovácsházy, Dorothée (Juli 2004), S.14

[6] Vgl. ebenda, S. 14 f.

[7] Vgl. ebenda, S. 9

[8] Vgl. ebenda, S. 18

[9] Vgl. ebenda, S. 5

[10] Studieren in Frankreich; Kovácsházy, Dorothée (Juli 2004), S.6

[11] Vgl. ebenda, S. 5 f.

[12] Vgl. zu o.V. (11.08.2004): [www]

[13] Vgl. zu Lahouaoui, Ali (09.08.2004): [www]

[14] Vgl. ebenda

[15] Vgl. zu o.V. (11.08.2004): [www]

[16] Vgl. zu Studieren in Frankreich; Kovácsházy, Dorothée (Juli 2004), S.5 f.

[17] Vgl. zu o.V. (11.08.2004): [www]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Grand Écoles
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar
Veranstaltung
Medienmanagement
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V31973
ISBN (eBook)
9783638328302
ISBN (Buch)
9783638816014
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Grand, Medienmanagement
Arbeit zitieren
Yvonne Barta (Autor), 2004, Die Bedeutung der Grand Écoles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31973

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Bedeutung der Grand Écoles



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden