Das Thema Gewalt in der Schule beherrscht die Medien und beschäftigt die Pädagogen. Streitschlichtung ist ein Modell, ein Lernfeld für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, indem soziale Kompetenzen erworben werden können, die dazu beitragen sollen, das Schulklima zu verbessern und kognitives Lernen möglichst störungsfrei zu ermöglichen.
Mit dieser Hausarbeit behandle ich die Mediation in der Schule. Das Modell der Streitschlichtung ist in vielen Schulen seit Jahren erfolgreich etabliert mit dem Ziel, Gesprächskompetenzen für Verhaltensänderung und Neuorientierung in der Kommunikation zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, mit den Ursachen ihrer Konflikte konstruktiver umzugehen bzw. bestenfalls sie zu verhindern. Nur durch eine gelungene Kommunikation kann der Streit zu einer Chance werden.
Im ersten Teil meiner Hausarbeit befasse ich mich mit dem theoretischen Hintergrund von Streit und Streitschlichtung als Formen der Kommunikation. Dazu gehe ich explizit auf die Bedeutung der Kommunikation für Gesprächs- und Konfliktlösungskompetenzen ein. Der erste Teil wird abgeschlossen durch eine Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale und Schritte eines Mediationsverfahrens in Form einer graphischen Übersicht.
Im zweiten Teil der Arbeit analysiere und bewerte ich das Transkript einer Videoaufzeichnung einer Streitschlichtung in einer Realschule mit Schülern einer fünften Klasse auf Grundlage der vorhergegangenen theoretischen Erläuterungen und meiner persönlichen Einschätzung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen: Streit und Konflikt
2.1 Streit als Form der Kommunikation
2.2 Streit, Konflikt und Schule
3 Streitschlichtung
3.1 Mediation: Konfliktkultur in der Schule
3.2 Peer-Mediation: Konfliktbewältigung durch Schülerinnen und Schüler
3.3 Die Rolle des Mediators
3.4 Kompetenzen im Schlichtungsverfahren: Gespräch und Konfliktlösung
3.5 Ablauf einer Mediation
4 Transkriptanalyse
4.1 Inhalt
4.2 Analyse
4.3 Bewertung der Mediation: Abweichungen von der Theorie in der Praxis?
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Wirksamkeit und methodische Umsetzung von Streitschlichtung an Schulen. Das primäre Ziel ist die Analyse eines Videotranskripts einer Schülermediation vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte der Konfliktlösung und Kommunikation.
- Grundlagen der Kommunikation bei Streit und Konflikten
- Die Rolle der Mediation als Gewaltpräventionsmodell in der Schule
- Aufgaben und kommunikative Kompetenzen von Mediatoren
- Methodische Analyse eines praktischen Mediationsbeispiels
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Mediators
Eine der wichtigsten Voraussetzungen um als Mediator oder Mediatorin (i.F. kurz: Mediator) in einem Schlichtungsprozess zu fungieren, ist, dass der- oder diejenige neutral bleibt, also nicht in den Konflikt auf persönlicher Ebene involviert ist und kein Interesse an einer bestimmten Lösungsidee hat (Walker 2001, S. 32). Der Mediator soll alle Gefühle, Anliegen und Interessen der Beteiligten ernst nehmen und darf kein Anliegen als unwichtig abhandeln geschweige denn gar ins Lächerliche ziehen. Er ist für den Verlauf des Gesprächs verantwortlich, nicht aber für dessen Inhalt, denn dieser wird „von den Konfliktpartnern selbst geliefert“ (Walker 2001, S. 32). Der Mediator soll während der Streitschlichtung als Vermittler dienen und eine Hilfe darstellen um den Konflikt zu lösen ohne dass dieser eskaliert.
Eine Mediaton wird in der Regel von einem einzelnen Mediator angeleitet um keinen der Teilnehmer einzuschüchtern. In besonders schwierigen Fällen, wenn z.B. Gewalt vorgekommen ist, in Fällen in denen das Gleichgewicht zwischen den Konfliktparteien nicht vorhanden ist (wenn z.B. ein eindeutiges Täter-Opfer-Verhältnis besteht oder auch bei Gruppenkonflikten kann und sollte ein Co-Mediator hinzugezogen werden (Walker 2001, S. 32).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin führt in das Thema Gewalt an Schulen ein und stellt die Mediation als Modell zur Förderung sozialer Kompetenzen vor.
2 Definitionen: Streit und Konflikt: Es wird theoretisch erläutert, wie Konflikte als krisenhafte, aber potenziell konstruktive Form der Kommunikation verstanden werden können.
3 Streitschlichtung: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Konzepte von Mediation, die Rolle des Mediators und notwendige kommunikative Kompetenzen im Schlichtungsverfahren.
4 Transkriptanalyse: Basierend auf den theoretischen Grundlagen wird ein konkretes Schlichtungsgespräch zweier Fünftklässler transkribiert, analysiert und kritisch bewertet.
5 Fazit: Die Autorin resümiert, dass Mediation eine flexible Methode ist, die wesentlich zur Verbesserung des Schulklimas und zum Erwerb sozialer Fertigkeiten beitragen kann.
Schlüsselwörter
Streitschlichtung, Mediation, Peer-Mediation, Schule, Konfliktbewältigung, Kommunikation, Gesprächskompetenz, Gewaltprävention, Schulklima, Sozialkompetenz, Konfliktanalyse, Transkriptanalyse, Mediator, Konfliktverhalten, Schüler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Streitschlichtung (Mediation) als pädagogisches Modell an Schulen zur konstruktiven Konfliktlösung und Gewaltprävention.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Einordnung von Streit als Form der Kommunikation, die Ausbildung und Rolle von Mediatoren sowie die praktische Anwendung von Mediationsverfahren durch Schüler.
Was ist die Forschungsfrage oder das primäre Ziel?
Das Ziel ist die theoretische Erarbeitung der Mediationsmethode und deren Anwendung auf ein konkretes Transkript eines Schlichtungsgesprächs, um die Stärken und Schwächen der Praxis zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse für den theoretischen Teil sowie eine qualitative Transkriptanalyse des Videos einer realen Schülermediation für den empirischen Teil.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten von Streit und Konflikt sowie das Mediationsmodell definiert. Anschließend folgt die detaillierte Analyse eines Schlichtungsgesprächs zwischen zwei Schülern.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Mediation, Peer-Mediation, soziale Kompetenz, Gesprächskompetenz und Gewaltprävention in der Institution Schule geprägt.
Warum ist eine Co-Mediation laut Arbeit besonders in Gewaltfällen sinnvoll?
Eine Co-Mediation wird bei schwerwiegenden Fällen empfohlen, um das Machtgleichgewicht zu wahren und eine neutrale Vermittlung sicherzustellen, wenn Gewalt im Spiel war.
Zu welcher Einsicht kommt die Autorin im Fazit bezüglich der methodischen Strenge?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es wichtiger ist, flexibel auf die Situation zu reagieren, als eine Mediation starr und rein rastermäßig abzuarbeiten.
- Quote paper
- Meike Schwerger (Author), 2012, Streitschlichtung und Konfliktbewältigung in der Schule. Transkriptanalyse einer Mediation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319734