Foreign Corrupt Practices Act und Korruptionsaffäre bei Siemens und Daimler. Ursachen und Folgen


Studienarbeit, 2014

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Was ist Korruption
1.1 Definition von Korruption
1.2 Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)
1.3 Ursachen für Korruption
1.4 Wie verbreitet ist Korruption?

2 Korruptionsaffäre bei Siemens
2.1 Unternehmen Siemens
2.2 Fall und Folgen der Korruption
2.3 Lehren aus der Korruptionsaffäre

3 Korruptionsaffäre bei Daimler
3.1 Unternehmen Daimler
3.2 Fall und Folgen der Korruption
3.3 Lehren aus der Korruptionsaffäre

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltkarte mit Korruptionsindex

1 Was ist Korruption

„Du sollst dich nicht durch Geschenke bestechen lassen, denn Geschenke machen die Sehenden blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind.“1

Dieses Zitat aus der Bibel zeigt, dass Korruption nicht erst ein Problem der Neuzeit ist, sondern dass Korruption auch schon in der Antike bestand und die Menschen sich bereits damit auseinandersetzten.

Ziel dieser Arbeit ist es die notwendigen Grundlangen zum Thema Korruption auszuarbeiten. Zunächst werden grundlegende Begriffe im Zusammenhang mit der Korruption definiert, anschließend werden die Ursachen und Folgen der Korruption bei den Unternehmen Daimler und Siemens analysiert. Darauf aufbauend werden die Lehren die aus solchen Korruptionsaffären gezogen werden können beleuchtet, danach folgt ein abschließendes Fazit.

1.1 Definition von Korruption

Das Wort Korruption kommt vom lateinischen Begriff corruptus.

Korruption bezeichnet einen juristischen Begriff, der nicht eindeutig definiert und klar abgegrenzt ist.2 Daher werden unterschiedliche Sachverhalte als Korruption bezeichnet, von unmoralischem Verhalten bis hin zu strafrechtlichen Tatbeständen wie Erpressung, Betrug oder Bestechung.3

Gemeinsam ist allen Korruptionspraktiken, dass Personen die gewisse Funktionen ausführen, ihre Position missbräuchlich ausnutzen, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Korruption ist durch folgende Merkmale geprägt: Es kommt zum Regelverstoß, zum Missbrauch einer öffentlichen oder privaten Machtposition, dient der eigenen Bereicherung, geht im in der Regel auf Kosten Dritter oder des Gemeinwesens und erklärt die Heimlichkeit des Vorgehens. Bei ökonomischer Betrachtung lassen sich drei Akteure identifizieren: der Vorteilsgeber (z.B. der Bestechende, bspw. ein Mitarbeiter), Vorteilsnehmer (z.B. der Bestochene, ein für die Auftragsvergabe zuständiger Beamter) und „Geschäftsherr” des Bestochenen, also der Geschädigte (z.B. Kommune).

1.2 Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)

Der Foreign Corrupt Practices Act, kurz FCPA, ist ein Bundesgesetz, was 1977 in den USA in Kraft getreten ist, das Zahlungen und Wertgeschenke an ausländische staatliche Amtsträger verbietet, welche den Zweck verfolgen, den Zuschlag für ein Geschäft zu bekommen oder eine Geschäftsbeziehung weiterzuführen. Des weiteren verpflichtet das Gesetz, für alle Unternehmen die an der Börse in den USA notiert sind, eine Buchführung vorzunehmen, welche den Bestimmungen der FCPA entsprechen, bzw. damit abgestimmt sind.

Hauptgrund dafür, warum diese Börsenunternehmen eine Buchführung im Sinne des FCPA durchführen müssen, liegt darin, dass Schmiergeldzahlungen in der Vergangenheit falsch oder sogar gar nicht ausgewiesen wurden. Das neue Gesetz namens FCPA stellt künftig nicht nur das Bezahlen von Schmier- und Bestechungsgeldern unter Strafe, sondern auch die irreführenden und falschen Einträge in der Buchführung der Unternehmen.

Das FCPA Gesetz hat fünf Bedingungen

Wer? (Jeder der für ein Unternehmen handelt, das könne sowohl Mitarbeiter als auch Privatpersonen sein.)

Bestechungsabsicht? (Eine Absicht sich oder dem Unternehmen einen Vorteil zu verschaffen muss gegeben sein und muss mit Vorsatz geschehen.)

Zahlung? (Die Zahlungen müssen eingegangen sein. Des weiteren ist mit Zahlung nicht unbedingt eine Geldzahlung gemeint, es kann sich auch um eine Sach-, Dienst- , oder andere Leistung handeln.)

Empfänger? (Der Empfänger der Leistung ist ein ausländischer Staatsmann.)

Geschäftszweck? (Bestechung muss im Sinne des bestechenden Unternehmens sein, sei es die Verlängerung von Geschäftsbeziehungen oder Generierung von Aufträgen.)

1.3 Ursachen für Korruption

Nach Gray und Kaufmann gibt es fünf Hauptkategorien von Transaktionen, weshalb Korruption auftritt. Im nachfolgenden Abschnitt werden diese kurz aufgeführt.

(Gray und Kaufmann 1998):

(1) Die Begünstigung privater Anbieter für öffentliche Aufträge (Straßenbau, Bau neuer Regierungsgebäude, oder andere Aufträge)
(2) Die Verteilung von Regierungsunterstützungen (Subventionen, Versicherungen, und viele mehr)
(3) Umgehung von staatlichen Steuern und Abgaben (Steuerersparnisse, Steuerfreiheit in gewissen Bereichen, etc.)
(4) Zeitersparnis und Umgehung von staatlichen Auflagen (Umgehung des langen Weges der Bürokratie, Umweltauflagen, etc.)
(5) Beeinflussung der Rechtsprechung und des Vollzugs (Gerichtsurteile abschwächen bzw. zu seinen Gunsten ausfallen lassen, etc.)

Um es wirklich ganz kurz zusammen zu fassen, wird Korruption betrieben, um sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen, anfallende bzw. hohe Kosten zu entgehen und/oder sich selbst in irgendeiner Form zu bereichern.

1.4 Wie verbreitet ist Korruption?

Korruption existiert in allen Teilen der Welt, jedoch nimmt diese in Ländern mit qualitativ schlechter Bürokratie zu. Ein weiterer Faktor der zu Korruption führt, ist die Höhe des Gehaltes (Beamte und Angestellte), da monetäre Anreize ab einer gewissen Höhe des Gehaltes weniger relevant werden nimmt Korruption mit einem steigenden Gehalt prinzipiell ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Weltkarte mit Korruptionsindex

Quelle: https://rogerhenkeblog.files.wordpress.com/2014/02/cpi2013_map_english_embargoed-3-dec-2.jpg

Wenn das Rechts- und Strafsystem keine hohen Strafen bei Korruption vorsieht, führt dies auch zu vermehrter Korruption, in vielen Ländern besteht eine Kluft zwischen dem vorgesehenem Strafmaß im formalen Recht und seiner effektiven Anwendung.

In Ländern mit Armut und wenn Vetternwirtschaft Tradition ist wird Korruption oft aus der Tradition und Erziehung heraus getätigt und evtl. sogar nicht als moralisch verwerfliche Handlung angesehen.

Das Institutionelle Kontrollsystem, welches für die Überwachung von einzuhaltenden Regeln zuständig ist (z.B. Kommission zur Überwachung) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Korruption, falls diese nicht existiert gibt es mehr Korruption.

Fehlende Transparenz, verwirrende Regulationen, undurchsichtige Konzeptionen und schwer zugängliche Dokumente über diese, fördern ebenfalls Korruption.

2 Korruptionsaffäre bei Siemens

Im folgenden Abschnitt wird ein kurzes Unternehmensprofil der Siemens AG vorgestellt. Im Anschluss wird die Korruption im Unternehmen analysiert und die daraus resultierenden Folgen aufgezeigt gefolgt von den zu ziehenden Lehren hieraus.

2.1 Unternehmen Siemens

Die Siemens Aktiengesellschaft, die im DAX notiert ist, ist ein Technologiekonzern mit den vier Hauptgeschäftsfeldern Energie, Medizintechnik, Industrie sowie Infrastruktur und Städte. Siemens wurde 1847 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin und München. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 362.0004 Mitarbeiter und hatte 2013 Umsätze von 75,88 Mrd. Euro5 es wurde ein Gewinn i.H.v. 4,41 Mrd.6 erwirtschaftet.

[...]


1 Zweites Buch Mose 23,8

2 Vgl. Pieth/Eigen (1999), S. 56-87.

3 Vgl. Dietz (1998)

4 Siemens AG - Geschäftsbericht 2013, Seite 382.

5 ebenda, Seite 382.

6 ebenda, Seite 382.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Foreign Corrupt Practices Act und Korruptionsaffäre bei Siemens und Daimler. Ursachen und Folgen
Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V319814
ISBN (eBook)
9783668191242
ISBN (Buch)
9783668191259
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Daimler, Siemens, Korruption
Arbeit zitieren
Lennart Reinhold (Autor), 2014, Foreign Corrupt Practices Act und Korruptionsaffäre bei Siemens und Daimler. Ursachen und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319814

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