Wörterbücher des Hausas gibt es viele. Aber wie sind sie tatsächlich in der Anwendung? Für wen wurden sie konzipiert und wie lässt sich am besten mit ihnen arbeiten?
Diese Arbeit beschäftigt sich mit einigen der bisher publizierten Hausawörterbüchern aus der Sicht der Lexikographie. Ein kurzer Überblick vergleicht die Vor- und Nachteile der Bücher, welche innerhalb eines frankophonen und anglophonen Kontextes konzipiert wurden. Dabei wird auf Praktikabilität und Inhalt am meisten eingegangen. Mängel und Probleme werden hier ebenso angesprochen, wie auch grammatikalischer Bezug und Konzept. Außerdem soll diese Arbeit einen kurzen Einblick auf die Konzeption eines typischen Wörterbuches über eine afrikanische Sprache bieten und zeigt daher Kritikpunkte auf, die ebenfalls auch auf andere Wörterbücher afrikanischer Sprachen zutreffen.
Inhaltsverzeichnis
II. EINLEITUNG
II.1. GESCHICHTE
II.2. ORTHOGRAPHIE UND GRAMMATIK
III. R. C. ABRAHAM: DICTIONARY OF THE HAUSA LANGUAGE
IV. ROXANA MA NEWMAN: AN ENGLISH-HAUSA DICTIONARY
V. BERNHARD CARON UND AHMED H. AMFANI: DICTIONNAIRE FRANÇAIS-HAOUSSA: SUIVI D’UN INDEX HAOUSSA-FRANÇAIS
VI. ERGÄNZUNGEN
VII. SCHLUSS
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte bilingual konzipierte Hausa-Wörterbücher hinsichtlich ihrer lexikographischen Qualität, ihrer Nutzerfreundlichkeit sowie ihrer Eignung für den praktischen Sprachgebrauch und wissenschaftliche Zwecke. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit diese Werke den Anforderungen von Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern bei der aktiven und passiven Sprachverwendung gerecht werden.
- Historische Entwicklung der Hausa-Orthographie und Grammatik
- Analyse und Bewertung spezifischer Wörterbuchwerke (Abraham, Newman, Caron/Amfani)
- Diskussion lexikographischer Kriterien wie Ton- und Längenkennzeichnung
- Eignung der Wörterbücher für verschiedene Zielgruppen (Sprachlerner vs. Muttersprachler)
- Bedeutung von Kontextualisierung und grammatischer Information in lexikalischen Einträgen
Auszug aus dem Buch
II.2. Orthographie und Grammatik
Durch die unterschiedlichen Transkriptionen des Hausa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts herschte lange Zeit Verwirrung über die genau Schreibweise. Die Konferenz zur Vereinheitlichung der Orthographie der wichtigsten grenzübergreifenden Nationalsprachen Westafrikas 1966 in Bamako und die 1980 stattgefundene Konferenz in Niamey, Niger legten schließlich eine wissenschaftliche Vereinheitlichung des Standardhausa fest (Wolff 20-22). Als Standardhausa gilt der Kano Dialekt (Paul Newman 1), der orthographisch unmarkiert, also ohne Kennzeichnung von Tönen oder Längen, geschrieben wird. Nicht-Hausasprecher verwenden dagegen die in der Wissenschaft gängige Schreibweise, die sowohl Töne als auch Vokallängen markiert (Wolff 23). Das die Vokallängen und unterschiedlichen Tonhöhen Bedeutungsunterschiede hervorrufen können, und dass es im wissenschaftlichen Kontext und in der Lehre Sinn macht diese zu kennzeichnen, zeigen folgende Beispiele:
Bsp 1 ba# ba# Indigo, bà# ba# Eunuch
Bsp 2 gàdo# Erbe, gado# Bett
Auch grammatische Unterscheidungen sind in der unmarkierten Form nicht eindeutig festzustellen und nur von geübten Hausasprechern aus dem Kontext ersichtlich. Ein Nicht-Hausasprecher hat dagegen Schwierigkeiten zwischen den unterschiedlichen Modi zu unterschieden, wenn diese nicht durch Länge und Töne gekennzeichnet sind.
Zusammenfassung der Kapitel
II. EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die sprachliche Einordnung des Hausa, seine Rolle als Handels- und Verkehrssprache sowie die historische Entwicklung der Schriftsysteme.
II.1. GESCHICHTE: Hier wird der Hintergrund des Hausa als Nationalsprache und die Entwicklung von ?àjàmi zur lateinischen Standardorthographie beschrieben.
II.2. ORTHOGRAPHIE UND GRAMMATIK: Das Kapitel behandelt die Konferenzen zur Vereinheitlichung der Orthographie und die Wichtigkeit der Kennzeichnung von Tönen und Vokallängen.
III. R. C. ABRAHAM: DICTIONARY OF THE HAUSA LANGUAGE: Es erfolgt eine detaillierte Besprechung von Abrahams Wörterbuch, wobei dessen Praxisbezug sowie Mängel in der lexikographischen Struktur aufgezeigt werden.
IV. ROXANA MA NEWMAN: AN ENGLISH-HAUSA DICTIONARY: Dieses Kapitel bewertet Newmans Wörterbuch als benutzerfreundliches Werk, das besonders für englischsprachige Lernende konzipiert ist.
V. BERNHARD CARON UND AHMED H. AMFANI: DICTIONNAIRE FRANÇAIS-HAOUSSA: SUIVI D’UN INDEX HAOUSSA-FRANÇAIS: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifische Struktur dieses französisch-bilingualen Wörterbuchs und seine Eignung für verschiedene Sprechergruppen.
VI. ERGÄNZUNGEN: Hier werden ergänzende Werke, wie das historische Wörterbuch von Mischlich oder spezialisierte Fachwörterbücher, kurz thematisiert.
VII. SCHLUSS: Die Arbeit fasst die zentralen Probleme zusammen, wie den unzureichenden Wortschatz und die mangelnde Ausrichtung auf die Bedürfnisse beider Sprachbenutzergruppen.
Schlüsselwörter
Hausa, Lexikographie, Wörterbuch, Orthographie, Grammatik, Sprachunterricht, Standardhausa, Bilinguale Wörterbücher, Tonhöhen, Vokallängen, Niger, Nigeria, Sprachforschung, Sprachstandardisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht verschiedene zweisprachige Wörterbücher der Hausa-Sprache hinsichtlich ihrer lexikographischen Qualität und praktischen Anwendbarkeit.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Standardisierung der Hausa-Orthographie, die Bedeutung von Ton- und Längenmarkierungen sowie die Benutzerfreundlichkeit für unterschiedliche Zielgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit bestehende Hausa-Wörterbücher den Bedürfnissen von Lernenden und Muttersprachlern gerecht werden und wo lexikographische Defizite liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende inhaltsanalytische Methode, bei der die Wörterbücher anhand von Kriterien wie Aufbau, grammatische Information und Anwendungsbeispiele bewertet werden.
Welche Hauptaspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert drei bedeutende Wörterbuchwerke (von R. C. Abraham, Roxana Ma Newman sowie Caron/Amfani) und bewertet deren jeweilige Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hausa, Lexikographie, Standardisierung, Bilinguale Wörterbücher und Sprachunterricht.
Warum ist die Ton- und Längenkennzeichnung in Hausa-Wörterbüchern so kritisch?
Da das Hausa eine Tonsprache ist, beeinflussen Tonhöhe und Vokallänge die Bedeutung von Wörtern massiv; das Fehlen dieser Markierungen erschwert Nicht-Muttersprachlern das korrekte Sprachverständnis.
Welches Wörterbuch wird als besonders benutzerfreundlich für Lernende hervorgehoben?
Das Werk von Roxana Ma Newman wird als am ehesten den Anforderungen entsprechend gelobt, da es einen detaillierten Überblick bietet und benutzerfreundlich strukturiert ist.
- Arbeit zitieren
- Marion Geiss (Autor:in), 2004, Wörterbücher des Hausa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31992