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Die "Gesellschaft für Rassenhygiene", ihre Mitglieder und Einfluss auf das Recht

Title: Die "Gesellschaft für Rassenhygiene", ihre Mitglieder und Einfluss auf das Recht

Seminar Paper , 2015 , 26 Pages , Grade: 8 Punkte

Autor:in: Magdalena Becker (Author)

Law - Penology
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Im Jahr 1905 gründete Alfred Ploetz die „Gesellschaft für Rassenhygiene“, die aus vielen Ärzten und Wissenschaftlern bestand. Sie beschäftigte sich mit der Erforschung von Vererbungsmerkmalen und vererbbaren Krankheiten, sowie mit der sogenannten Rassenhygiene, die die Vererbung "guter Erbmasse" thematisiert. Als Grundlage diente den Wissenschaftlern hauptsächlich die Evolutionstheorie Darwins. Aber auch die Mendelsche Vererbungslehre wurde herangezogen.

Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, entwickelte sich die Wissenschaft der Rassenhygiene zur Rassenideologie. Um diese antisemitistische und rassistische Politik durchsetzen zu können, entwickelten die Nationalsozialisten zahlreiche Gesetze, wie das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", "Nürnberger Gesetze", sowie das "Ehegesundheitsgesetz".

Diese Arbeit beschreibt zunächst, wie die Idee der „Rassenhygiene“ entstanden und was darunter zu verstehen ist, sowie die Entwicklung des Konstrukts im Laufe der Zeit. Des Weiteren wird auf die Entstehung der „Gesellschaft für Rassenhygiene“ und ihre Mitglieder, sowie ihre Gegner eingegangen. Zudem wird erklärt, was nach dem 2. Weltkrieg mit den Vertretern der Rassenhygiene geschehen ist.

Außerdem wird sich diese Arbeit mit den jeweiligen "rassenhygienischen" Gesetzen genauer beschäftigen. Es wird auf der politische Hintergrund dieser Gesetze erläutert und ihr Inhalt dargestellt. Auch findet ein kurzer Bezug auf die Grundrechte von der nationalsozialistischen Zeit bis heute statt. Abschließend wird mit Bezug auf die errungenen Erkenntnisse darauf eingegangen, inwiefern „Rassenhygiene“ sich auf die Gesellschaft der letzten Jahrhunderte ausgewirkt hat und inwiefern auch heute noch Auswirkungen zu spüren sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Historischer Aspekt

I. Vom Darwinismus zum Sozialdarwinismus

II. Francis Galton und die Entwicklung zur Eugenik

C. Entwicklung und Auswirkung der Rassenhygiene

I. Die Gesellschaft für Rassenhygiene und ihre Mitglieder

1. Alfred Ploetz

2. Die Gegner der Gesellschaft für Rassenhygiene

II. Verfechter der Rassenhygiene nach dem 2. Weltkrieg

III. "Rassenhygienische" Gesetze und ihre Entwicklung in NS-Zeit

1. Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses

2. Die "Nürnberger Gesetze"

a) Blutschutzgesetz

b) Reichsbürgergesetz

3. Ehegesundheitsgesetz

4. Entwicklung der Grundrechte von der NS-Zeit bis heute

D. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und den Einfluss der "Gesellschaft für Rassenhygiene" sowie deren Verknüpfung mit der rassenideologischen Gesetzgebung des Nationalsozialismus und der anschließenden Entwicklung der Grundrechte.

  • Historische Wurzeln von Darwinismus, Sozialdarwinismus und Eugenik
  • Gründung und Organisation der "Gesellschaft für Rassenhygiene"
  • Rolle medizinischer Experten und Institutionen im NS-Regime
  • Analyse rassenhygienischer Gesetze wie das Sterilisationsgesetz und die Nürnberger Gesetze
  • Kontinuität und Entwicklung der Grundrechte von der NS-Zeit bis zur Gegenwart

Auszug aus dem Buch

I. Vom Darwinismus zum Sozialdarwinismus

Charles Darwin (1809-1882) war ein britischer Naturforscher und Entwickler, der nach ihm benannten Evolutionstheorie, des Darwinismus.

In seinem Hauptwerk „On the Origin of Species by Means of Natural Selection” beschrieb er das Selektionsprinzip, die Entwicklungstheorie der natürlichen Auslese in der Pflanzen- und Tierwelt. Unter diesem Prinzip ist ein Kampf ums Dasein zu verstehen, wonach nur die Individuen überleben, die am besten an ihre Umwelt angepasst sind, "survival of the fittest". Hierbei entfaltet sich in der pflanzlichen und tierischen Natur ein Wettbewerb um Lebenschancen.

Diese Selektionstheorie wurde im Laufe der Jahre jedoch auf die Gesellschaft übertragen und oft missbraucht. Es entstand der sogenannte Sozialdarwinismus, der eine Radikalisierung und Politisierung des Darwinismus war und der das von Darwin mit Bezug auf die Tier- und Pflanzenwelt formulierte "Naturgesetz der Selektion" auf Menschen und ihre sozialen Verhältnisse anwendete. Denn es wird davon ausgegangen, dass die Menschen von Natur aus ungleich sind und nur die Stärksten dem gesellschaftlichen Konkurrenzkampf standhalten können. Daraus wurde die als wissenschaftliche bezeichnete Unterscheidung zwischen „wertvollem“, „minderwertigem“ und „wertlosem“ menschlichen Leben abgeleitet.

Darwins These, dass sich immer die am besten angepasste Art durchsetzt, wurde insofern umgedeutet, dass nur der Stärkste in der Gesellschaft beziehungsweise die höchstentwickelte Nation oder Rasse überlebe. Daher müsse die Fortpflanzung von minderwertigen Erbgutes verhindert und die Vermehrung des hochwertigen gefördert werden.

Somit kann der Sozialdarwinismus als Grundlage für die nationalsozialistische Weltanschauung und das damit verbundene Programm der Rassenhygiene im Nationalsozialismus betrachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gründung der Gesellschaft für Rassenhygiene durch Alfred Ploetz ein und skizziert die Radikalisierung der Eugenik zur nationalsozialistischen Rassenideologie sowie die Zielsetzung der Arbeit.

B. Historischer Aspekt: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Rassenhygiene, insbesondere den Wandel vom Darwinismus zum Sozialdarwinismus sowie die Rolle von Francis Galton bei der Entwicklung der Eugenik.

C. Entwicklung und Auswirkung der Rassenhygiene: Hier werden die organisatorische Entwicklung der Gesellschaft für Rassenhygiene, ihre führenden Mitglieder, die rassenhygienische Gesetzgebung im Nationalsozialismus und der Wandel der Grundrechte analysiert.

D. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die Rassenhygiene von einer wissenschaftlichen Lehre zur Grundlage staatlicher Unterdrückung im Nationalsozialismus wurde und reflektiert die heutige Bedeutung im Kontext moderner medizinischer Forschungen.

Schlüsselwörter

Rassenhygiene, Eugenik, Nationalsozialismus, Sozialdarwinismus, Alfred Ploetz, Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses, Nürnberger Gesetze, Blutschutzgesetz, Reichsbürgergesetz, Ehegesundheitsgesetz, Grundrechte, Genetik, Erbkrankheit, Diskriminierung, Menschenwürde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Entstehung der "Gesellschaft für Rassenhygiene", deren Einfluss auf die Rechtsordnung im Nationalsozialismus und die darauffolgende Entwicklung der Grundrechte.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Genese der Rassenideologie, die Rolle der Wissenschaft im NS-Staat sowie die juristische Umsetzung von rassenhygienischen Zielen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pseudowissenschaftliche Theorien instrumentalisiert wurden, um staatliche Unterdrückung zu legitimieren und wie sich der Schutz von Menschenrechten historisch verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer und juristischer Quellen, um die ideologischen Grundlagen und deren Umsetzung in Gesetze nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Wurzeln (Darwinismus/Eugenik), der Organisation der Gesellschaft für Rassenhygiene, spezifischen NS-Gesetzen und der Aushebelung der Grundrechte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Schlagworte sind Rassenhygiene, Eugenik, Sozialdarwinismus, NS-Gesetzgebung, Menschenrechte und Erbbiologie.

Welchen Einfluss hatte das Kaiser-Wilhelm-Institut auf die Politik?

Das Institut lieferte die wissenschaftliche Expertise für die nationalsozialistische Rassenpolitik und präformierte Entscheidungsprozesse, indem es Daten lieferte, die unter anderem die Zwangssterilisationen rechtfertigten.

Wie hat sich die Einschätzung der Rassenhygiene-Verfechter nach dem Krieg verändert?

Erstaunlicherweise blieben viele Hauptverfechter auch nach 1945 wissenschaftlich anerkannt und bekleideten weiterhin bedeutende akademische Positionen, ohne dass eine Abkehr von ihren rassenhygienischen Ansichten erkennbar war.

Warum war die Umsetzung des Ehegesundheitsgesetzes schwierig?

Die Pflicht zur Vorlage eines "Ehetauglichkeitszeugnisses" überforderte die Verwaltungsbehörden, was dazu führte, dass die Umsetzung der strengen gesetzlichen Anforderungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.

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Details

Title
Die "Gesellschaft für Rassenhygiene", ihre Mitglieder und Einfluss auf das Recht
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Rechtswissenschaften)
Course
Medizinstrafrecht
Grade
8 Punkte
Author
Magdalena Becker (Author)
Publication Year
2015
Pages
26
Catalog Number
V320002
ISBN (eBook)
9783668194366
ISBN (Book)
9783668194373
Language
German
Tags
Rassenhygiene Gesetze Mitglieder der Rassenhygiene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magdalena Becker (Author), 2015, Die "Gesellschaft für Rassenhygiene", ihre Mitglieder und Einfluss auf das Recht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320002
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