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Welche Gefahren birgt die utilitaristische Ethik? Eine Untersuchung von Fjodor M. Dostojewskijs „Schuld und Sühne“

Title: Welche Gefahren birgt die utilitaristische Ethik? Eine Untersuchung von Fjodor M. Dostojewskijs „Schuld und Sühne“

Term Paper , 1998 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christiane Lhotta (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Was ist humanes Leben? Ab welchem Entwicklungsstadium gilt ein Embryo als Mensch? Oder lässt ihn erst die Geburt zum menschlichen Wesen werden? Diese und weitere Fragen werden im Folgenden am Beispiel der utilitaristischen Ethik sowie unter Rückgriff auf die literarische Vorlage "Schuld und Sühne" des russischen Autors Fjodor. M. Dostojewskij untersucht. Beispiele aus dem Bereich der Bioethik erläutern den Bezug dieser Theorie zu gegenwärtigen Sichtweisen.

Während die utilitaristische Ethik der Durchschnittsbevölkerung weniger bekannt sein dürfte, hat sie doch seit ihrer Entstehung Einfluss auf das gesellschaftliche Leben und auf moralische Vorstellungen genommen.

Als Beispiel sind u. a. Diskussionen über den § 218 zu nennen. Das Thema Abtreibung erfordert stets die Auseinandersetzung mit der Frage, zu welchem Zeitpunkt menschliches Leben entsteht, ab welchem Entwicklungsstadium ein Embryo als Mensch angesehen werden soll oder ob ihn erst die Geburt zum menschlichen Wesen werden lässt. Für prinzipielle Abtreibungsgegner bedeutet eine Schwangerschaftsunterbrechung in jedem Fall Tötung menschlichen Lebens.

Kürzlich geriet die Mannheimer Ausstellung „Körperwelten“ in die öffentliche Kritik. Insbesondere seitens der Kirchen wurden die unterschiedlichen plastischen Darstellungen des menschlichen Organismus als unwürdig bezeichnet.
Nicht zuletzt eröffnet das Thema der Euthanasie die Notwendigkeit, derzeit bestehende oder praktizierte sittliche Grenzen neu zu überdenken, um letztlich auch seinen eigenen Standpunkt diesbezüglich finden zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. 1. Zur utilitaristischen Ethik

1.1 Ursprung des Utilitarismus

1.2 Grundelemente der utilitaristischen Ethik

2. Literarischer Bezug: Dostojewskijs „Schuld und Sühne“

2.1 Raskolnikows Theorie über das Verbrechen

2.2 Deutung des Romans

3. Zur gegenwärtigen Auseinandersetzung des Utilitarismus

3.1 Utilitarismus als Angriff auf die Würde des Menschen

3.2 Grenzen der Bioethik

III. Fazit / Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen des Utilitarismus und hinterfragt deren praktische Anwendungsmöglichkeiten und Gefahren anhand der literarischen Analyse von Dostojewskijs Roman „Schuld und Sühne“ sowie aktueller bioethischer Debatten.

  • Historische Entstehung und Grundprinzipien utilitaristischer Ethik
  • Literarische Verarbeitung utilitaristischer Ideologien in „Schuld und Sühne“
  • Kritische Analyse des Utilitarismus in Bezug auf die Menschenwürde
  • Diskussion bioethischer Grenzfragen und gesellschaftlicher Verantwortung

Auszug aus dem Buch

2.1 Raskolnikows Theorie über das Verbrechen

Ausgehend von einem unbekannten Naturgesetz klassifiziert Raskolnikow die Menschen in zwei Kategorien. Zur ersten Kategorie gehören die sogenannten „Ungewöhnlichen“. Er charakterisiert sie als fortschrittlich denkende Menschen, die zum Allgemeinwohl der Gesellschaft beitragen. Aus diesem Grund sei es ihnen grundsätzlich erlaubt, bestehende Gesetze und moralische Grenzen zu brechen, insofern die Durchsetzung ihrer Ziele andernfalls verhindert würde. Selbst einen Mord sieht er in einer solchen Situation durch den guten Zweck gerechtfertigt:

„Falls die Entdeckungen Keplers und Newtons der Menschheit infolge irgendwelcher Umstände nur hätten bekannt werden können, wenn einer, wenn zehn, hundert oder noch mehr Personen geopfert worden wären, die diese Entdeckung gestört oder verhindert hätten, dann hätte Newton das Recht gehabt, ja, wäre sogar verpflichtet gewesen ... diese zehn oder hundert Menschen zu beseitigen, um seine Entdeckungen der ganzen Welt mitzuteilen“ (Dostojewskij 1995, S 330).

Verpflichtet sind diese „Ungewöhnlichen“ dagegen nur ihrem eigenen Gewissen, sonst trifft sie keine Schuld. Gleichzeitig erklärt Raskolnikow alle bedeutenden Menschen schon deshalb für Verbrecher, als sie schon durch die Einführung einer neuen Idee die gegenwärtige zerstörten und somit das alte Gesetz brachen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz utilitaristischer Ethik anhand aktueller gesellschaftlicher Debatten wie Abtreibung, Euthanasie und moderner Ausstellungen, um die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema zu begründen.

II. 1. Zur utilitaristischen Ethik: Dieses Kapitel erläutert die historische Entstehung des Utilitarismus im 18. Jahrhundert sowie dessen zentrale Grundmerkmale, insbesondere die Bewertung moralischer Handlungen nach ihren Folgen für das allgemeine Wohl.

2. Literarischer Bezug: Dostojewskijs „Schuld und Sühne“: Hier wird anhand von Raskolnikows Theorie und seinem psychischen Zusammenbruch aufgezeigt, wie die radikale Umsetzung utilitaristischer Logik zu moralischer Selbstermächtigung und menschlichem Scheitern führen kann.

3. Zur gegenwärtigen Auseinandersetzung des Utilitarismus: Dieses Kapitel analysiert die Gefahren utilitaristischen Denkens in der modernen Bioethik, insbesondere im Kontext von Peter Singers Thesen und der drohenden Relativierung der unantastbaren Menschenwürde.

III. Fazit / Stellungnahme: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass der Utilitarismus als alleinige ethische Richtschnur unvollständig bleibt, da er gesellschaftliche Traditionen und die Komplexität menschlichen Miteinanders ignoriert, und fordert stattdessen ein patientenorientiertes, moralisch reflektiertes Handeln.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, Ethik, Menschenwürde, Bioethik, Dostojewskij, Raskolnikow, Moral, Handlungsfolgen, Zweckrationalität, Menschenrechte, Schuld, Sühne, Euthanasie, Fortschrittsdenken, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der utilitaristischen Ethik auseinander und untersucht, inwiefern eine rein zweckrationale Moral den Anforderungen an ein menschliches Zusammenleben gerecht werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die philosophische Definition des Utilitarismus, dessen literarische Reflexion in Dostojewskijs „Schuld und Sühne“ sowie die Anwendung auf bioethische Probleme der Gegenwart.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Utilitarismus bei einer strikten Anwendung moralische und menschliche Grenzen überschreitet, und für eine auf der Würde des Menschen basierende Ethik zu plädieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse ethischer Grundlagen mit der interpretativen Auswertung einer literarischen Vorlage und dem Transfer auf zeitgenössische bioethische Fragestellungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundelemente des Utilitarismus definiert, anschließend wird an Raskolnikows „logischem Kalkül“ die Gefahr der moralischen Selbstermächtigung demonstriert und schließlich die Problematik in der modernen Bioethik diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Utilitarismus, Menschenwürde, Bioethik, Zweckrationalität und die ethische Verantwortung der handelnden Akteure in Wissenschaft und Medizin.

Welche Rolle spielt Dostojewskijs Roman für die Argumentation?

Der Roman dient als anschauliches Fallbeispiel, um die theoretischen Schwachstellen des Utilitarismus in der praktischen Anwendung durch den Protagonisten Raskolnikow zu verdeutlichen.

Warum wird Peter Singer kritisch erwähnt?

Peter Singer wird angeführt, weil seine bioethischen Thesen, die zwischen „Personen“ und „Nicht-Personen“ unterscheiden, die utilitaristische Logik konsequent fortführen und damit die Unantastbarkeit der Menschenwürde gefährden.

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Details

Title
Welche Gefahren birgt die utilitaristische Ethik? Eine Untersuchung von Fjodor M. Dostojewskijs „Schuld und Sühne“
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Course
Anthropologische und ethische Grundlagen
Grade
1,3
Author
Christiane Lhotta (Author)
Publication Year
1998
Pages
14
Catalog Number
V320007
ISBN (eBook)
9783668186743
ISBN (Book)
9783668186750
Language
German
Tags
Utilitarismus Bioethik Dostojewskij Menschenwürde Abtreibung Euthanasie Medizin Forschung Sterbehilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Lhotta (Author), 1998, Welche Gefahren birgt die utilitaristische Ethik? Eine Untersuchung von Fjodor M. Dostojewskijs „Schuld und Sühne“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320007
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