Financial Fairplay. Eine Chance für mehr Competitive Balance in den europäischen Fußball-Wettbewerben?


Diplomarbeit, 2016

56 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... III

Abbildungsverzeichnis ... IV

Einleitung ... 1

1. Das Financial Fairplay (FFP) Reglement der UEFA und seine Ursachen ... 4
1.1 Entstehung und Zielsetzung ... 4
1.2 Allgemeine Bestimmungen ... 5
1.3 UEFA-Klublizenzierung ... 5
1.4 UEFA-Klub-Monitoring ... 6
1.4.1 Break-even-Vorschrift ... 7
1.4.2 Sonstige Monitoring-Vorschriften ... 8

2. Entwicklung vom Fußballverein zum Fußballunternehmen ... 8

3. Wirtschaftlicher Vergleich der europäischen Top-5-Ligen, Lizenzierungsverfahren und Ligastatuten ... 15
3.1 Lizenzierungsverfahren und Verbandsstatuten ... 15
3.2 Wirtschaftliche Situation der Vereine der Top-5-Ligen ... 16
3.2.1 Einnahmenstruktur ... 16
3.2.2 Ausgabenstruktur ... 18
3.2.3 Nettoverluste und Nettoverbindlichkeiten ... 19

4. Sportlicher Vergleich der europäischen Top-5-Ligen ... 20
4.1 Erfolge in den UEFA-Wettbewerben ... 21
4.2 Sportliche Ausgeglichenheit (Competitive Balance) ... 23

5. Regulation für mehr Competitive Balance ... 38
5.1 Salary Cap ... 38
5.2 Draft-System ... 39
5.3 Umverteilung der Fernsehgelder ... 40

6. Fazit und Ausblick ... 42

Quellenverzeichnis ... VI

Abkürzungsverzeichnis
[Dies ist eine Leseprobe. Verzeichnisse sind nicht enthalten.]

Abbildungsverzeichnis
[Dies ist eine Leseprobe. Verzeichnisse sind nicht enthalten.]

Einleitung

Der Fußballsport begeistert seit Jahrzehnten die Massen in großen Teilen der Welt. Im Laufe der Zeit fand eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs statt. Nicht nur die richtige taktische Einstellung und die Motivation der Mannschaft sind heute entscheidend für den sportlichen Erfolg, vielmehr stellt oftmals das finanzielle Potenzial die Basis dafür dar. Deswegen sind die Fußballvereine bemüht, neue Einnahmequellen zu erschließen. Der uruguayische Fußballverein1 Atlético Peñarol führte Mitte der 1950er-Jahre z. B. als weltweit Erster die Trikotwerbung ein.2 Im Jahr 1983 war der englische Verein

Tottenham Hotspur europaweit der Erste, dessen Aktie an der Börse gezeichnet wurde.3 Der Hamburger Sport-Verein verkaufte im Jahr 2001 als erster deutscher Fußballverein seinen Stadionnamen an einen Sponsor.4 Im Zuge der Kommerzialisierung kam es im europäischen Profifußball zu einer Einnahmenumverteilung. Wurde bis Mitte der 1960er-Jahre der Großteil der Einnahmen durch den „Spieltag“ erwirtschaftet, machen diese Einnahmen heutzutage einen deutlich kleineren Teil aus. In der Saison 2013/14 erwirtschafteten z. B. die Vereine der 1. Fußball-Bundesliga lt. des Bundesliga Reports 2015 der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) ca. 7 % aus Transfererlösen, ca. 8 % aus dem Merchandising, ca. 26 % durch Werbung, ca. 29 % durch die mediale Verwertung, ca. 10 % durch sonstige Einnahmen und nur noch ca. 20 % durch den „Spieltag“.5

Neue Vermarktungsmöglichkeiten und das gesteigerte Fußballinteresse in Deutschland führen dazu, dass die 1. Fußball-Bundesliga immer wieder neue Rekordzahlen erzielt. Die Umsätze steigen6 und es besuchen immer mehr Zuschauer die Fußballstadien.7 Zudem wurde in der Saison 2013/14 zum vierten Mal in Folge ein Gesamtjahresüberschuss erzielt; lediglich fünf der 18 Bundesligavereine wiesen kein positives Ergebnis aus.8 Im Gegensatz zu der Bundesliga sind viele der anderen europäischen Fußballligen finanziell defizitärer. Im Finanzjahr 2011 wiesen die europäischen Erstligavereine einen aggregierten Nettoverlust von ca. 1,7 Milliarden (Mill.) € aus.9 Im Vergleich dazu lag der Verlust im Jahr 2006 bei 216 Millionen (Mio.) €.10 Grund hierfür sind vor allem die gestiegenen Transfer- und Personalaufwendungen. Die Gehaltskosten mancher Vereine überschritten den Gesamtumsatz teilweise um mehr als 100%.11

Des Weiteren werden immer häufiger europäische Vereine von Investoren übernommen (in der 1. Fußball-Bundesliga lässt die Satzung des Deutscher Fußball-Bund e. V. (DFB) nur unter bestimmten Umständen zu, dass Kapitalanleger die Stimmenmehrheit übernehmen) 12, die teilweise mehrere hundert Mio. € für Spielertransfers und -gehälter aufwenden und millionenschwere Verluste in Kauf nehmen. Beispielhaft sind hier die Vereine Paris Saint-Germain, Chelsea FC und Manchester City zu nennen. Der letztgenannte Verein verbuchte im Geschäftsjahr 2011 einen Rekordverlust von 228 Mio. €.13

Um diesen zunehmenden finanziellen Verlusten der europäischen Fußballclubs entgegenzuwirken und um die Vereine anzuhalten, im Rahmen ihrer erwirtschafteten Einnahmen zu handeln, hat die Union of European Football Associations (UEFA) mit der Saison 2014/15 ihre Bestimmungen zur Lizenzierung verschärft und das Reglement um das sogenannte UEFA-Klub-Monitoring zum finanziellen Fairplay erweitert.

Die vorliegende Abschlussarbeit veranschaulicht und analysiert die finanzielle Situation der europäischen Top-5-Ligen aus Deutschland (1. Bundesliga), England (Premier League), Spanien (Primera División), Italien (Serie A) und Frankreich (Ligue 1). Sie erläutert u. a. die unterschiedlichen Lizenzierungsverfahren und Verbandsstatuten und gibt einen Einblick über die Einnahmen- und Ausgabensituation.

Des Weiteren werden die Top-5-Ligen hinsichtlich ihrer sportlichen Ausgeglichenheit (Competitive Balance (CB)) verglichen. Es wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen sportlichem und finanziellem Erfolg feststellbar ist. Die Abschlussarbeit behandelt die Frage, ob der regulative Eingriff durch das Financial Fairplay zu einer Zunahme der CB in den europäischen Vereinswettbewerben, der Champions League und der Europa League, führen kann.

Ferner führt sie andere Regulierungsverfahren, auch aus anderen Sportarten, auf, die angewendete werden, um eine höhere CB zu gewährleisten.

1. Das Financial Fairplay (FFP) Reglement der UEFA und seine Ursachen

Im Folgenden werden die Entstehungsgeschichte, die Zielsetzung und die Inhalte des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay14 näher erläutert.

1.1 Entstehung und Zielsetzung

Um der zunehmenden Verschuldung und den inflationären Gehalts- und Transferausgaben der europäischen Fußballvereine entgegenzuwirken, beschloss das UEFA-Exekutivkomitee im Jahr 2009 die Verschärfung ihrer Lizenzierungsbestimmungen. Es wurde ein Konzept erstellt, dass das oben genannte UEFA-Reglement um das Klub-Monitoring zum Financial Fairplay erweiterte. Das Klub-Monitoring überwacht dabei die finanzielle Situation der Vereine über eine langfristige Periode.15 Im Gegensatz zum Lizenzierungsverfahren erfolgt die Durchführung des Klub-Monitoring durch die UEFA selbst.

Die UEFA verspricht sich davon einen disziplinierteren Umgang der Fußballvereine mit ihren Finanzen. Ziel dabei soll die „Verringerung des Drucks auf Gehälter und Transfersummen und [die] Eindämmung der Inflation“ sowie ein Wirtschaften „[…] im Rahmen ihrer eigenen Einnahmen […]“16 sein. Es soll sichergestellt werden, dass die Vereine ihre Verbindlichkeiten rechtzeitig begleichen. Ferner soll das Reglement der Förderung von Nachwuchsmannschaften und infrastrukturellen Investitionen dienen.

Im Jahr 2010 wurde das Reglement schließlich genehmigt und in den Jahren 2012 und 2015 noch einmal modifiziert. Im Sommer 2011 wurden die Vereine erstmalig hinsichtlich ihrer überfälligen Verbindlichkeiten und mit Beginn der Saison 2013/14 erstmalig auf die Einhaltung der Break-even-Vorschrift überprüft und teilweise sanktioniert.17 Die Break-even-Vorschrift besagt, dass die Vereine nur einen bestimmten aggregierten Jahresfehlbetrag in einer Monitoring-Periode aufweisen dürfen. Der Fehlbetrag darf nur dann höher ausfallen, wenn er z. B. durch einen Investor abgedeckt wird.18

1.2 Allgemeine Bestimmungen

Die Allgemeinen Bestimmungen des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay sind in Teil I., Artikel 1 bis 3, definiert.19 Sie geben vor, für welche Wettbewerbe der UEFA diese Bestimmungen gelten, welche Anforderungen ein Mitgliedsverband der UEFA mindestens erfüllen muss, um als Lizenzgeber fungieren zu können und welche Kriterien er zu beachten hat, um eine Lizenz zu erteilen. Der Lizenzgeber für die Fußball-Bundesliga ist z. B die DFL.20

Zudem sind dort die Grundvoraussetzungen erfasst, die ein Lizenzbewerber erfüllen muss, um eine Lizenz zu erhalten. „Das [...] Reglement legt ferner die Rechte, Pflichten und Zuständigkeiten aller am UEFA-Klub-Monitoring-Verfahren [...] beteiligten Parteien fest […]“.21 Es werden dort die in Kapitel 1.1 dieser Arbeit genannten Ziele beschrieben, die die UEFA mit Hilfe dieses Reglements erreichen will.22

1.3 UEFA-Klublizenzierung

Der zweite Teil (Art. 4-54) des UEFA-Reglements befasst sich mit der UEFA-Klublizenzierung.23 Hier wird explizit erklärt, welche Aufgaben und Pflichten der Lizenzgeber, also ein UEFA-Mitgliedsverband, zu erfüllen hat. So müssen eine Lizenzadministration und zwei Entscheidungsorgane gebildet werden, die die von den Klubs eingereichten Unterlagen in erster Instanz prüfen, um zu entscheiden, ob eine Lizenz erteilt werden kann. Sofern die Lizenz verweigert wird, hat der Bewerber die Möglichkeit, in zweiter Instanz schriftlich Berufung einzulegen.24 Die Aufgabe der Lizenzadministration ist, die Klubs zu unterstützen und zu kontrollieren und als Austauschstelle zwischen den Administrationen der einzelnen Lizenzgeber zu dienen. Ferner unterliegt der Lizenzgeber der Pflicht, einen Sanktionskatalog zu erstellen, der beim Verstoß gegen die nun folgenden Lizenzkriterien greift.25 Das Reglement unterscheidet zwischen sportlichen, infrastrukturellen, personellen, rechtlichen und finanziellen Kriterien. Eines der sportlichen Kriterien ist die Ausarbeitung eines Programms zur Förderung der Jugendarbeit, in dem u. a. die organisatorischen Strukturen und infrastrukturellen Bedingungen des Jugendbereichs und der Ablauf der fußballerischen Ausbildung verzeichnet sind.26 Als infrastrukturelles Kriterium gilt, dass der Lizenzbewerber mindestens über ein Stadion der Kategorie 2 verfügt, das im UEFA-Stadioninfrastruktur-Reglement definiert ist.27 Zur Erfüllung personeller Kriterien müssen folgende Stellen vergeben sein: Sekretariat, Geschäftsführung, Finanzbereich, Medienbereich, medizinische Abteilung, Sicherheitsbereich und Trainerwesen.28 Rechtlich muss der Lizenzbewerber sicherstellen, dass er eine Erklärung zur Teilnahme an UEFA-Klubwettbewerben abgibt, in der er u. a. die Statuten der UEFA und das Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay anerkennt und einhält.29

1.4 UEFA-Klub-Monitoring

Wie bereits oben erwähnt, reglementiert „die Klublizenzierung der UEFA […] Anforderungen zur Erteilung einer Lizenz zur Teilnahme an den europäischen Klubwettbewerben, wobei die Implementierung und Überprüfung der Regelungen an die nationalen Mitgliedsverbände delegiert wurde. Das Klub-Monitoring […] beinhaltet hingegen eine zeitlich nachgelagerte finanzielle Überwachung der bereits lizenzierten Klubs durch die UEFA selbst“.30 Dafür zuständig ist die UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK).31 Sie beurteilt die durch den Lizenzgeber eingereichten Unterlagen über die Lizenznehmer und kontrolliert, ob die Break-even-Vorschrift32 und die sonstigen Monitoring- Vorschriften33 eingehalten wurden.

1.4.1 Break-even-Vorschrift

Die Break-even-Vorschrift besagt, dass die Lizenznehmer in einer Monitoring-Periode aggregiert höchstens ein Break-even-Defizit von 5 Mio. € aufweisen dürfen. Dieses Defizit ist als annehmbare Abweichung definiert. „Die Monitoring-Periode umfasst grundsätzlich das Geschäftsjahr der Klubs, das in dem Kalenderjahr endet, in dem die UEFAKlubwettbewerbe beginnen (Berichtsperiode T) sowie die beiden vorangehenden Geschäftsjahre (Berichtsperiode T-1 und T-2)“.34 Als erfüllt gilt die Vorschrift, wenn die Perioden T-1 und T-2 einen Break-even-Überschuss aufweisen und zusätzlich die Periode T-1 kein negatives Eigenkapital (EK) und die Periode T keine überfälligen Verbindlichkeiten verzeichnet.35 Das Break-even-Defizit darf allerdings auch höher ausfallen, wenn es z. B. durch Investoren oder Mäzene ausgeglichen wird. Jedoch ist auch dieses maximale Defizit begrenzt. Für die Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 wurde das Maximaldefizit auf 45 Mio. € und für die drei darauffolgenden Spielzeiten auf 30 Mio. € beschränkt. Wie hoch der Fehlbetrag ab der Saison 2017/18 sein darf, wurde noch nicht festgelegt. Zur Verdeutlichung der Break-even-Vorschrift dient die nachfolgende Abbildung (Abb.) 1.

[Dies ist eine Leseprobe. Abbildungen udn Tabellen sind nicht enthalten.]
Abbildung 1: Berechnung der annehmbaren Abweichung gemäß des UEFA-Reglements. Quelle: Entnommen aus: Strauß, M (2014), S. 308.

Das Break-even-Ergebnis ist die „[…]Differenz zwischen den relevanten Einnahmen und den relevanten Ausgaben[…]“.36 Als relevante Einnahmen bezeichnet die UEFA u. a. Einnahmen aus Ticketverkäufen, aus Fernsehrechten, durch Sponsoring und aus Transfererlösen.37 Zu den relevanten Ausgaben zählen u. a. Aufwendungen für Transfers, Material, Personal und Finanzen.38

1.4.2 Sonstige Monitoring-Vorschriften

Neben der Break-even-Vorschrift hat der Lizenznehmer noch weitere Vorschriften einzuhalten – so darf er u. a. zum 30.06. des Jahres, in dem die UEFA-Klubwettbewerbe starten, keine überfälligen Verbindlichkeiten bei anderen Klubs, seinen Angestellten oder Finanz- oder Sozialversicherungsbehörden aufweisen.39

2. Entwicklung vom Fußballverein zum Fußballunternehmen

Um die Frage zu beantworten, wieso die UEFA sich dazu entschied, der finanziellen Misswirtschaft vieler europäischer Fußballvereine mit Hilfe des Financial Fairplays entgegenzuwirken, wird der Autor im Folgenden den Wandel von Vereinen zu Unternehmen aufführen. Als Beispiel dieses Wandels wird die Entwicklung des Fußballs in Deutschland erläutert.

Als ältester Fußballverein in Deutschland gilt der 1888 gegründete Berliner Verein BFC Germania 188840, der noch heute besteht und in der Kreisliga B (10. Liga) spielt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts kam es bundesweit zu Neugründungen von Fußballvereinen, so dass der Wunsch nach einer gemeinsamen Organisation wuchs. Im Januar 1900 wurde schließlich der DFB gegründet41 und im Jahr 1902/03 wurde die erste Deutsche Meisterschaft ausgespielt. Der Fußball erfreute sich immer größer werdender Beliebtheit in der Bevölkerung. Zeitungen berichteten zunehmend von den Fußballergebnissen und auch erste Fußball-Fachzeitschriften kamen auf den Markt. Die Mitgliederzahl des DFB stieg von 9.300 im Jahr 1904 auf 190.000 im Jahr 1914.42 Aufgrund des Ersten Weltkriegs wurde von 1915 bis 1919 keine Meisterschaft ausgespielt. Erst in der Saison 1919/20 wurde mit dem 1. FC Nürnberg wieder ein Deutscher Fußballmeister gekürt.43 Der Fußball entwickelte sich immer mehr zum Massensport – bis zum Jahr 1932 stieg die Mitgliederzahl des DFB auf über 1 Mio.44

Die Haupteinnahmequelle der Vereine lag im Verkauf von Eintrittskarten. Erst im Laufe der Zeit erschlossen die Vereine neue Einnahmequellen. So kam es vermehrt zu Verträgen mit Brauereien, die dafür bezahlten, die Zuschauer in den Stadien exklusiv mit Bier zu versorgen. Damals war das sogenannte „Berufsspielertum“ verboten und die Spieler durften von den Vereinen keine regelmäßigen Gehaltszahlungen erhalten. Dies führte zu Schwarzgeldzahlungen, um z. B. Spieler von anderen Vereinen zu verpflichten. Der DFB entschloss sich, Reformen zu verabschieden, die das „Berufsspielertum“ erlaubten. Diese Reformen wurden allerdings nicht durchgesetzt, da 1933 die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland ergriffen und diese das „Amateurtum“ stützten.

Trotz des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) besuchten 1941 95.000 Zuschauer das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft im Berliner Olympiastadion.45 Der Krieg machte die Austragung von Fußballspielen zunehmend schwieriger und so wurde kein Deutscher Meister mehr in der Saison 1943/44 bestimmt. Nach dem Ende des Krieges fanden zunächst auch keine bundesweiten Meisterschaften statt. Die Besatzungszonen (amerikanische, französische, britische und sowjetische Zone) gründeten eigene Oberligen und spielten eigene Meisterschaften aus. Nach der Teilung Deutschlands in zwei unabhängige Staaten, die Bundrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR), fanden 1948/49 bzw. 1949/50 wieder gesamtdeutsche Meisterschaftsendspiele statt.46

Die BRD führte mit ihrer Gründung auch das sogenannte „Vertragsspielerstatut“ ein – nun durften die Spieler bis zu 320 Deutsche Mark (DM) im Monat verdienen.47 In anderen europäischen Ländern gab es Profiligen, die den Spielern deutlich höhere Gehälter boten. Horst Szymaniak z. B. wechselte 1961 nach Italien und erhielt dafür 200.000 DM Handgeld.48 Der deutsche Fußball drohte seine besten Spieler in das Ausland zu verlieren und so wurde 1962 auf dem DFB-Bundestag die Gründung einer bundesweiten Liga (1. Fußball- Bundesliga) beschlossen. Allerdings wurde das „Vollprofitum“ abgelehnt und dafür dem „Lizenzspielertum“ zugestimmt.49 Nun war es möglich, bis zu 1.200 DM Grundgehalt, zzgl. Prämien und Leistungszulagen, zu verdienen. Die maximale Ablösesumme wurde auf 50.000 DM, das maximale Handgeld für Spieler auf 8.000 DM festgesetzt.50 Auch nach der Gründung der Bundesliga erzielten die Vereine ihre Einnahmen überwiegend aus dem Ticketverkauf. In der Saison 1965/66 wurden dann erstmalig die Fernsehübertragungsrechte verkauft. Der Betrag steigerte sich von zunächst 640.000 DM auf 810.000 DM in der Saison 1966/67 und auf 2,6 Mio. DM in der Saison 1969/1970.51 Der Verkauf der Fernsehübertragungsrechte wurde neben dem Ticketverkauf also zur zweiten großen Einnahmequelle für die Vereine der Bundesliga.

[...]


1 Im Folgenden wird der Einfachheit halber von Vereinen oder Teams gesprochen, obwohl teilweise eine

Bezeichnung als Kapitalgesellschaft richtiger wäre.

2 Vgl. www.faz.net (2013).

3 Vgl. www.handelsblatt.com (2011a).

4 Vgl. ebd. (2001).

5 Vgl. DFL (2015a), S. 8.

6 Vgl. ebd., S. 6.

7 Vgl. ebd., S. 22.

8 Vgl. ebd., S. 28.

9 Vgl. UEFA (2015a), S. 9.

10 Vgl. UEFA (2011), S. 57.

11 Vgl. ebd., S. 68.

12 Vgl. DFB (2013a), S. 15.

13 Vgl. www.handelsblatt.com (2011b).

14 Vgl. UEFA (2015b).

15 Zur genaueren Erläuterung vgl. Kap. 1.4.

16 Vgl. de.uefa.org (2015c).

17 Vgl. de.uefa.org (2014).

18 Zur genaueren Erläuterung vgl. Kap. 1.4.1.

19 Vgl. UEFA (2015b), S. 1.

20 Vgl. www.bundesliga.de (2015), S. 4.

21 Vgl. UEFA (2015b), S. 1.

22 Vgl. ebd., S. 2.

23 Vgl. ebd., S. 10-37.

24 Vgl. ebd., S. 11-13.

25 Vgl. UEFA (2015b), S. 13.

26 Vgl. ebd., S. 17-18.

27 Vgl. UEFA (2010a).

28 Vgl. UEFA (2015b), S. 20-24.

29 Vgl. ebd., S. 26.

30 Vgl. Strauß, M (2014), S. 301.

31 Vgl. UEFA (2015c), S. 1-2.

32 Vgl. UEFA (2015b), S. 41-45.

33 Vgl. ebd., S. 45-48.

34 Vgl. Strauß, M (2014), S. 308.

35 Vgl. UEFA (2015b), S. 44-45.

36 Vgl. UEFA (2015b), S. 41-42.

37 Vgl. ebd., S. 84-88.

38 Vgl. ebd., S. 89-95.

39 Vgl. ebd., S. 45-48.

40 Vgl. www.dfb.de (2013b).

41 Vgl. www.dfb.de (2014).

42 Vgl. Schilhaneck, M. (2008), S. 5.

43 Vgl. www.dfb.de (2015).

44 Vgl. Schilhaneck, M. (2008), S. 6.

45 Vgl. ebd., S. 8.

46 Im Folgenden wird der Autor sich ausschließlich mit den Fußballmeisterschaften der BRD befassen.

47 Vgl. Schilhaneck, M. (2008), S. 10.

48 Vgl. www.bpb.de (2014).

49 Vgl. www.dfb.de (2012).

50 Vgl. Schilhaneck, M (2008), S. 13.

51 Vgl. ebd., S. 16-17.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Financial Fairplay. Eine Chance für mehr Competitive Balance in den europäischen Fußball-Wettbewerben?
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
56
Katalognummer
V320042
ISBN (eBook)
9783668192881
ISBN (Buch)
9783668192898
Dateigröße
811 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Financial Fairplay Fußball UEFA Competitive Balance Fußballökonomie CB Sportliche Aufgeglichenheit Finanzielles Fairplay Fair Play
Arbeit zitieren
Sebastian Friedrich (Autor), 2016, Financial Fairplay. Eine Chance für mehr Competitive Balance in den europäischen Fußball-Wettbewerben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320042

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