Wer sich mit der Chartanalyse beschäftigt wird an dem Thema „Markttechnik“ nicht vorbeikommen. Immer mehr Trader entschließen sich für einen markttechnisch orientierten Handelsstil, denn die Markttechnik ist gewiss kein starres Regelwerk, sondern viel mehr eine Betrachtungsweise auf die Börse aus der Sicht der Marktteilnehmer, daher auch der Name „Markttechnik“.
Ein markttechnisch orientierter Handelsstil muss nicht zwangsläufig nach bestimmten Chartmustern oder Indikatoren seine Einstiegssetups generieren, aber es ist möglich, die Freiheit alle Tools eine Chartanalysesoftware hinzufügen zu dürfen oder eben nicht zu berücksichtigen, erschließt einem Trader große Freiheiten, die in einem markttechnischen Rahmen abgesteckt sind. Diese Flexibilität ermöglicht ein Handeln auf nahezu allen Märkten und Zeiteinheiten, was im Umkehrschluss bedeutet, dass jeder Trader von dieser Art der Chartanalyse profitieren kann, egal ob Intradayhändler oder Vollzeithändler eines Hedgefonds.
Im Rahmen dieser Seminararbeit soll die Markttechnik in ihre Grundbausteine zerlegt werden, um Schritt für Schritt einen Blick für die Markttechnik zu schaffen und abschließend eine mögliche Handelsstrategie aus diesen Grundbausteinen wieder zusammen zu setzen. Ausgangspunkt wird die Vorstellung der Dow-Theorie, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch Charles Henry Dow erdacht und publiziert wurde, welche die Grundsätze liefert auf der die ursprünglichste Form der technischen Analyse basiert, die Markttechnik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dow-Theorie
2.1 Kernaussagen der Dow-Theorie
2.2 Bedeutung der Dow-Theorie für die moderne Markttechnik
2.3 Kritik an der Dow-Theorie
3. Markttechnik
3.1 Entstehung und Ursachen von Kursänderungen
3.2 Der Trend
3.3 Markttechnische Einstiege und Ausstiege
4. Zusammenführung der Elemente
4.1 Zeiteinheiten
4.2 Übergeordneter Trendverlauf: Großwetterlage:
4.3 Ein weiterentwickeltes, markttechnisches Setup
5.Resümee Markttechnik
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Markttechnik als eine methodische Sichtweise auf die Börse, die auf den Prinzipien der Dow-Theorie aufbaut. Das primäre Ziel ist es, die Markttechnik in ihre Grundbausteine zu zerlegen, um daraus ein Verständnis für die Kursbildung zu entwickeln und Handelsstrategien, wie das Setup „Ballkönigin“, fundiert herzuleiten.
- Historische Herleitung von der Dow-Theorie zur modernen Markttechnik
- Fundamentale Analyse der Entstehung von Kursbewegungen durch Angebot und Nachfrage
- Methodische Bestimmung von Trends und charttechnischen Einstiegssignalen
- Bedeutung der „Großwetterlage“ als Filter für Handelsentscheidungen
- Integration von Money- und Riskmanagement in markttechnische Strategien
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung und Ursachen von Kursänderungen
„Der Glaube vieler Marktteilnehmer, dass eine Veränderung des Kurses auf ein externes Ereignis zurückzuführen sei, ist für den praktischen Handel und die Umsetzung des markttechnisch orientierten Tradings haltlos,“ Voigt kritisiert offen die Finanzmedien, die oft einer sehr starken Kursentwicklung, im Nachhinein, eine passende Nachrichten anheften, ohne hundertprozentige Gewissheit ob dies wirklich die Ursache für die Kursentwicklung ist. Die Kurse werden also nicht von den Nachrichten an der Börse gemacht, sondern machen die Kurse in vielen Fällen die Nachrichten.
Die meisten Anleger glauben nämlich, dass alle Kursbewegungen immer ein spezielles Ereignis als Ursache haben, auch wenn dies natürlich nicht stimmen kann, welche Ursache die Kursbewegung nun hat ist in den seltensten Fällen zeitnah zu ermitteln, denn kein Investor muss bei einem Kauf oder Verkauf seiner Aktie angeben, warum er diese nun kauft oder verkauft, daher löst sich der Gedanke in Luft auf, genau die Ursachen für die Kursentwicklung herauszufiltern. Hier besteht ein direkter Zusammenhang zu der ersten Kernaussage der Dow-Theorie, wobei sich M. Voigt auf alle Märkte und deren Kurse bezieht, C. Dow schreibt nur von Indizes. Eine wichtige Annahme der Markttechnik: Der Kurs diskontiert alle Ursachen für Kursbewegungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Markttechnik als Handelsstil ein, der auf der Dow-Theorie basiert und Flexibilität bei der Analyse bietet.
2. Dow-Theorie: Dieses Kapitel erläutert die sechs Kernaussagen von Charles Dow und deren historische Bedeutung als Vorläufer der modernen Markttechnik.
3. Markttechnik: Hier werden die Grundlagen der Kursbildung sowie Definitionen von Trends und Einstiegssignalen basierend auf den Theorien von Michael Voigt behandelt.
4. Zusammenführung der Elemente: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor erlernten Bausteine und Zeiteinheiten zu konkreten Strategien und dem Konzept der Großwetterlage.
5.Resümee Markttechnik: Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion über die Freiheit des markttechnischen Handelsstils und die Rolle des Daytradings im heutigen Marktumfeld.
Schlüsselwörter
Markttechnik, Dow-Theorie, Chartanalyse, Handelsstil, Kursbildung, Trend, Einstiegssignale, Stopptechniken, Großwetterlage, Moneymanagement, Riskmanagement, Ballkönigin, Zeiteinheiten, Angebot und Nachfrage, Börsenhandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung der Markttechnik als Handelsansatz, beginnend mit den historischen Grundlagen der Dow-Theorie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung von Kursbewegungen, die Trenderkennung, die Bedeutung von Einstiegs- und Ausstiegsregeln sowie die psychologischen Aspekte des Tradings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das markttechnische Grundwissen zu vermitteln, um den Leser zu befähigen, Handelsentscheidungen auf Basis einer fundierten Marktbetrachtung statt auf stupidem Regelwerk-Nachhandeln zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Seminararbeit, die markttechnische Konzepte (insbesondere von Michael Voigt und Charles Dow) analysiert und systematisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Dow-Theorie, definiert markttechnische Grundlagen wie Trends und Einstiege, und führt diese in konkreten Setups und Stopplogiken zusammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Markttechnik, Trendfolge, Kursbildung, Risikomanagement und Großwetterlage beschreiben.
Was besagt die Dow-Theorie bezüglich der Kursbewegungen?
Die Dow-Theorie postuliert unter anderem, dass „Indizes alles diskontieren“, also sämtliche bekannten Faktoren in den aktuellen Kurs einfließen.
Was genau ist die „Ballkönigin“ in diesem Kontext?
Die „Ballkönigin“ ist ein fortgeschrittenes, markttechnisches Setup, das den Handel eines untergeordneten Trends aus der Korrektur heraus beschreibt.
Wie definiert die Markttechnik den Ausstieg?
Der Ausstieg wird als wichtiger als der Einstieg bewertet, da er maßgeblich darüber entscheidet, ob eine Position mit Gewinn oder Verlust geschlossen wird.
Warum ist die „Großwetterlage“ für einen Trader wichtig?
Sie dient als Filter, um nur jene Signale zu handeln, die im Einklang mit dem übergeordneten Trend stehen, und erhöht so die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Trades.
- Quote paper
- Anton Nikitin (Author), 2014, Handlungsstrategien für Trader. Die Entwicklung von der Dow-Theorie bis zur Markttechnik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320048