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Die Geschichte der Kibbutzbewegung

Titel: Die Geschichte der Kibbutzbewegung

Seminararbeit , 2003 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Claudia Karrasch (Autor:in)

Pädagogik - Familienerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das bürgerliche Familienbild entstand im Bürgertum des 19. Jahrhunderts und war bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts das Leitbild für weite Bevölkerungskreise. Es beruht auf einer Aufteilung der Welt in einen außerhäuslichen Bereich des Geldverdienens und der sozialen Kontakte sowie in einen familialen Bereich der Liebe und Kindererziehung. Diese Aufteilung impliziert dementsprechend eine scharfe Trennung der Geschlechtsrollen. Die Frau ist für die Binnenbeziehung der Familie, die Haushaltsführung und die Kindererziehung verantwortlich, während der Mann seine Familie nach außen hin repräsentiert, als einziger im Erwerbsleben steht und somit das Familieneinkommen sichert. Mit der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung ist eine ausgeprägte Autoritätsstruktur verbunden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Autorität und das bürgerliche Familienbild

1.1 Die bürgerliche Familie

1.2 Autorität

2. Kibbutz

3. Beschreibung Kibbutz

4. Geschichte und Entstehung der Kibbutzbewegung

5. Westeuropäische Einflüsse auf die Kibbutzbewegung

6. Einfluss der (jüdischen) Jugendbewegung auf die Kibbutzbewegung

7. Kollektiverziehung und Familienerziehung im Kindesalter

7.1 Das Konzept der Kollektiverziehung

7.1.1 Ziele und Prinzipien der Kollektiverziehung

7.1.2 Institutionen der Kollektiverziehung

7.1.3 Theoretische Grundlagen

7.1.4 Das Konzept des „multiple mothering“

7.1.5 Das erste emotionale Zentrum: Das Elternhaus

7.1.6 Das zweite emotionale Zentrum: Das Kinderhaus

8. „Informelle Erziehung“ und Sozialisation in der Adoleszenz (Jugendphase 13. – 18 Lebensjahr)

9. Vor und Nachteile der kollektiven Erziehung und die sozialen Folgen

10. Die Schule im Kibbutz

10.1 Die Grundschule

10.1.1 Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule – das erste Schuljahr im Kindergarten

10.1.2 Die didaktische Konzeption des Grundschulunterrichts

10.1.3 Spezifika der pädagogischen Arbeit in der Grundschule

10.2 Die Sekundarstufe

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die erziehungswissenschaftlichen Konzepte der Kibbutzbewegung mit einem besonderen Fokus auf die Transformation vom autoritären bürgerlichen Erziehungsmodell hin zur kollektiven Erziehung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Kibbutzmodell als radikaler Gegenentwurf zur Kleinfamilie fungierte und welche psychologischen sowie pädagogischen Prinzipien (wie „multiple mothering“ und „process learning“) dabei zur Anwendung kamen.

  • Die historisch-gesellschaftliche Genese der Kibbutzbewegung unter dem Einfluss des Zionismus und der europäischen Jugendbewegung.
  • Die Analyse der Kollektiverziehung als Instrument zur Formung einer egalitären Gesellschaft und eines „neuen Menschen“.
  • Das dualistische Konzept der emotionalen Zentren (Elternhaus vs. Kinderhaus) und dessen psychologische Implikationen.
  • Die pädagogischen Besonderheiten der schulischen Ausbildung, insbesondere die Verknüpfung von Leben und Lernen sowie der Stellenwert der körperlichen Arbeit.
  • Die kritische Reflexion des Wandels der Erziehungspraxis unter dem Einfluss gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse ab den 1960er Jahren.

Auszug aus dem Buch

7.1.4 Das Konzept des „multiple mothering“

Das System der Kollektiverziehung basierte auf dem Konzept der zwei emotionalen Zentren, die nicht nur lokal getrennt waren, sondern die für das Kind auch unterschiedliche Funktionen haben und deshalb emotional jeweils anders besetzt sein sollten. Das erste emotionale Zentrum bildete das Elternhaus mit der Mutter und der Familie im Mittelpunkt. Dieses sollte affektiv und expressiv-individualistisch orientiert sein. Hier stand das einzelne Kind im Zentrum der Beziehungen zu Erwachsenen, vor allem zu seinen Eltern. Das zweite Zentrum war das Kinderhaus mit der Metapelet und /oder Kindergärtnerin und der Altersgruppe im Mittelpunkt. Dieses sollte eher instrumentalistisch-kollektivistisch ausgerichtet sein; die Interessen der Gruppe waren hier vorrangig. Es galt nicht, die beiden Brennpunkte miteinander zu vergleichen oder zu fragen welches gleich sei. Beide Zentren hatten unterschiedliche Aufgaben. Beide Zentren sollten nicht antagonistisch, sondern kooperativ und komplementär arbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Autorität und das bürgerliche Familienbild: Analysiert die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie und deren repressive Autoritätsstrukturen aus psychoanalytischer Sicht.

2. Kibbutz: Definiert den Kibbutz als egalitäre Kommune und beschreibt den Übergang von autoritären Mustern zur neuen Lebensform.

3. Beschreibung Kibbutz: Skizziert die ökonomische und soziale Struktur der Kibbutzim sowie deren ideologische Grundlagen im anarchistischen Sozialismus und Zionismus.

4. Geschichte und Entstehung der Kibbutzbewegung: Beleuchtet die Einwanderungsbewegungen nach Palästina und die Entstehung des Kollektivismus als Antwort auf gesellschaftliche Notlagen.

5. Westeuropäische Einflüsse auf die Kibbutzbewegung: Beschreibt die Rolle der reformpädagogischen Bewegung und der Gründung von Landeserziehungsheimen für das Kibbutzmodell.

6. Einfluss der (jüdischen) Jugendbewegung auf die Kibbutzbewegung: Untersucht den Protest der Jugend gegen bürgerliche Normen und die Sehnsucht nach echter Gemeinschaft.

7. Kollektiverziehung und Familienerziehung im Kindesalter: Erörtert das Modell der Erziehung in Kinderhäusern und die spezifische Aufgabenverteilung zwischen Eltern und Erziehern.

8. „Informelle Erziehung“ und Sozialisation in der Adoleszenz (Jugendphase 13. – 18 Lebensjahr): Beschreibt die Bedeutung von Erziehungsgruppen und Jugendgesellschaften für die Identitätsbildung.

9. Vor und Nachteile der kollektiven Erziehung und die sozialen Folgen: Wägt die positiven Aspekte der kollektiven Betreuung gegen die Herausforderungen an die Eltern-Kind-Beziehung ab.

10. Die Schule im Kibbutz: Analysiert die Entwicklung der Grundschule und Sekundarstufe als Einheit von Leben und Lernen sowie den Einfluss der Arbeitserziehung.

Schlüsselwörter

Kibbutzbewegung, Kollektiverziehung, Reformpädagogik, multiple mothering, Kibbutz, Sozialisation, Identitätsbildung, Zionismus, Erziehung, Psychologie, process learning, Schulfarmen, Gemeinschaftserziehung, Adoleszenz, Autoritarismustheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Kibbutzbewegung und dem spezifischen erziehungswissenschaftlichen Konzept der Kollektiverziehung im israelischen Kibbutz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologischen Grundlagen der Erziehung, die Rolle der Jugendbewegungen, die Struktur der Kinderhäuser sowie die pädagogische Gestaltung der Schulbildung.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Ziel ist die Darstellung der Wandlungsprozesse von einer radikalen kollektivistischen Erziehungspraxis hin zu einem stärker individualisierten Modell unter Berücksichtigung sozial-psychologischer Faktoren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf psychoanalytischen Ansätzen und reformpädagogischen Diskursen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die detaillierte Beschreibung der Kollektiverziehung im Kindes- und Jugendalter sowie eine tiefgehende Untersuchung des Schulwesens im Kibbutz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kibbutz, Kollektiverziehung, Reformpädagogik, multiple mothering, Identitätsbildung und process learning.

Wie wurde das Konzept des „multiple mothering“ im Kibbutz verstanden?

Es war ein System mit zwei emotionalen Zentren: Das Elternhaus für die affektive Bindung und das Kinderhaus für die instrumentalistisch-kollektivistische Erziehung durch die Metapelet.

Warum haben sich die Konzepte der Erziehung nach 1960 gewandelt?

Der Wandel wurde durch die Pluralisierung der Lebensstile, den Einfluss westlicher Medien, die Kritik der Hospitalismusforschung und den Wunsch der Eltern nach akademischer Ausbildung ihrer Kinder ausgelöst.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Geschichte der Kibbutzbewegung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Sozialpädagogik
Note
1,3
Autor
Claudia Karrasch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V32017
ISBN (eBook)
9783638328586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Kibbutzbewegung Sozialpädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Karrasch (Autor:in), 2003, Die Geschichte der Kibbutzbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32017
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Leseprobe aus  36  Seiten
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