Beispiele transnationaler Mobilität. Ukrainische Arbeitsmigranten in den EU-Ländern


Hausarbeit, 2015

24 Seiten, Note: 1,0


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Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen
2.1. Transnationalismus und die transnationale Mobiliät
2.2. Die Arbeitsmigration

3. Ukrainische Gastarbeiter in den Ländern der Europäischen Union
3.1. Rechtliche Grundlagen für den Aufenthalt in den EU-Ländern
3.2. Die Zusammensetzung der Gruppen von ukrainischen Arbeitsmigranten
3.3. Motive der ukrainischen Arbeitsmigranten zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Ausland
3.4. Rekonstruktion der biografischen Lebensgeschichten
Beispiel 1:
Beispiel 2:

4. Ukrainische Arbeitsmigration im Spiegel der Interkulturalität
Beispiel 1:
Beispiel 2:
Beispiel 3:
Beispiel 4:
Beispiel 5:
Beispiel 6:
Beispiel 7:
Beispiel 8:

5. Jenseits der transnationaler weiblichen Arbeitsmigration
Beispiel:

6. Tendenzen und Aussichten für die ukrainische Arbeitsmigration in Europa

7. Zusammenfassung

Literatur

1. Einleitung

Laut UN-Statistik wohnt heute über drei Prozent der Weltbevölkerung nicht mehr in den Herkunftsländern (Vgl. Hyna 2007: 5). Birgit Glorius erklärt, dass die Migrationsentscheidungen und Mobilitätsprozesse zugleich eng sowohl mit Übergängen im Lebenszyklus als auch mit den strukturellen Rahmenbedingungen im Herkunfts- und Ankunftskontext verbunden sind (Vgl. Glorius, 16.11.2007). Eine der wichtigen Gründen dieser Prozesse ist die Suche nach ein ökonomisches Wohlergehen, das vorwiegend durch eine bezahlte Arbeit erreicht werden kann. Die Unwucht zwischen der Verfügbarkeit von Arbeit bei dem Mangel an Arbeitskräften in einigen Ländern und die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der Überbevölkerung in anderen Ländern bewegt die Menschen zur häufigen Wanderung und Übersiedlung. Moderne ArbeitsmigrantInnen verfügen heute daher über mehrere Identitäten, die sich gleich auf ihre Wahlländer beziehen (Vgl. Hyna 2007: 5).

Das seit der Antike bekannte Phänomen der Arbeitsmigration steht seit mehreren Jahrzehnten im Mittelpunkt des laufenden politisch-gesellschaftlichen Diskurses. Es bestätigt sich als Symbiose von vielen endogenen und exogenen Faktoren, die die transnationale Arbeitsmigration anregen und ihre Entstehung und Entwicklung an Zielorten beeinflussen und steuern. Dies wird in dieser Hausarbeit exemplarisch am empirischen Beispiel einiger den ukrainischen und migrantischen Medien entnommenen Lebensgeschichten ukrainischer Arbeitsmigranten in verschiedenen Ländern der Europäischen Union dargestellt. Im Fokus der vorliegenden Hausarbeit steht die heterogene Gruppe der ukrainischen WanderarbeiterInnen in den Ländern der Europäischen Union. Die unterschiedlichen Meinungen der Experten aus den Bereichen Migration und Integration bezüglich der Folgen der transnationale Arbeitsmigration aus einem der größten osteuropäischen Land in Europa haben die Verfasserin dieser Arbeit dazu veranlasst, dieses Thema aufzugreifen. Der Aspekt der Interkulturalität sowie auch Beobachtung der Entwicklung von aktuellen Tendenzen und Aussichten der Arbeitsmigration in den Ländern der Europäischen Union sind ebenfalls Themen, die in dieser Hausarbeit erleuchtet werden.

Die vorliegende Hausarbeit besteht aus sieben Kapiteln. Diese Arbeit zielt ab, einige Aspekte der transnationalen Prozesse der Arbeitsmigration und Mobilität der ukrainischen Staatsbürger im Kontext der Globalisierung zu beschreiben. In dem zweiten Kapitel der Hausarbeit werden Begriffe Transnationalismus und Arbeitsmigration erklärt. In dem dritten Kapitel wird der ukrainische Wanderarbeitertum dargestellt. Untersucht wird dabei auch die These von Dr. Kerstin Zimmer, dass die ukrainische Arbeitsmigration ein fester Teil der modernen europäischen Migrationsprozesse darstellt. Das vierte Kapitel setzt sich mit der Frage der interkulturellen Adaption der ukrainischen Arbeitsmigranten in die Aufnahmegesellschaft auseinander. Bis jetzt wurde dieser Aspekt in keiner der veröffentlichen Forschungen thematisiert. In der vorgelegten Arbeit werden einige den ukrainischen und von den Ukrainern im Ausland geführten Printmedien entnommenen Beispiele der biographischen Lebensgeschichten von Arbeitsmigranten dargestellt. In dem fünften Kapitel werden einige Folgen der transnationalen weiblichen Arbeitsmigration in Betracht genommen. Das sechste Kapitel befasst sich mit den Tendenzen zur Begrenzung der Arbeitsmigration in den Ländern der Europäischen Union. Die vorliegende Hausarbeit endet mit einer Zusammenfassung, die ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich der europäischen Migrationspolitik beinhaltet.

2. Begriffsklärungen

2.1. Transnationalismus und die transnationale Mobiliät

Seit über zwei Jahrzehnten werden transnationale Migrationsprozesse als ein Zeichen der Globalisierungsära betrachtet und dementsprechend erforscht Die Bindung von Menschen an ihre Heimat- bzw. Herkunftsorte ist heute nicht mehr so fest und stabil: sie migrieren gerne in der Welt, wechseln immer öfter Orte ihres Daueraufenthaltes und pendeln zwischen mehreren (Wohn-)Orten (Vgl. Nowak 2014: 15). Laut A.Portes (1997: 812) führen moderne transnationale Gemeinschaften “doppeltes Leben” auf mehreren Orten und Ebenen: die Meisten von ihnen verwenden oft zwei und mehrere Sprachen, fühlen ihre Zugehörigkeit zu mehreren Heimatorten gleichzeitig, bewegen sich (bewusst oder unbewusst) zwischen mehreren Kulturen und machen sich sowohl kulturell als auch gesellschaftlich-politisch in mehreren Ländern präsent (Vgl. Lüthi, 13.04.2005). Nowak bezeichnet dieses Phänomen als Transnationalismus, der eine Folge der Internationalisierungsprozesse ist und durch einen Komplex folgender charakteristischen Aspekte gekennzeichnet werden kann: positive Entwicklungen des Transfers von Ideen bezüglich des rechtlichen Schutzes von Migranten und eine neue Ebene der Kommunikation zwischen den Menschen und der Gesellschaft einerseits, und aktive Tätigkeit der organisierten profitgierigen Kriminalität in allen ihren negativen Erscheinungsformen (Menschen-, Drogen- und Organhandel als lukrative Profitquellen, andererseits (Vgl. Nowak 2014: 15). Schiller, Basch und Blanc-Szanton verstehen unter dem Transnationalismus ein sozialer Prozess, in dem Migranten geographische, politische kulturelle und soziale Felder überqueren und mehrere verschiedene ebenfalls grenzübergreifende familiäre, wirtschaftliche, soziale, organisatorische, religiöse und politische Lebensformen, Beziehungen und Maßnahmen zu ihrer Bewahrung entwickeln (Schiller, Basch und Blanc-Szanton 1992: 1). Bei der Betrachtung von individueller Perspektive der Migranten innerhalb eines Migrationssystems definieren Pries (1997) und Glorius (2007) die Transnationale Migration als einen mehrgleisigen, multidirektionalen Migrationsprozess, für den ein häufiger und grenzüberschreitender Wohnsitzwechsel charakteristisch ist. Laut Pries weist der Begriff ‘transnational’ auf Integration von Migranten in verschiedene geographischen Räume und Lebensverhältnisse und ihre Beteilung an der Schaffung eines grenzüberschreitenden sozialen und identitären Bezugsraum hin (Vgl. Glorius 2007: 4f). Durch die Trennung von dem „nationalstaatlichen Container“ schaffen Migranten ihre neuen raumzeitlich entankerten sozialen Räume entsprechend ihren eigenen, subjektiven Lebenswelt (Vgl. Glorius 2007: 5).

Heinz Fassmann schreibt über einen neuen Typus von Migration, der zwischen einer dauerhaften Auswanderung und einer Pendelwanderung platziert ist. Nach Fassmann ist die Transnationale Mobilität heute nicht von einem endgültigen, sondern eher von einem vorübergehenden Charakter (Vgl. Fassmann 2002: 346). Die transnationale Mobilität zwingt ihre „Teilnehmer“ nicht unbedingt zu dem Aufgeben ihres Lebensmittelpunktes in dem Herkunftsland, sondern ermöglicht den Migranten, zwei oder sogar mehrere Lebensmittelpunkte zu organisieren und zu unterhalten und dabei mit der lokalen Bevölkerung sowohl in dem Auswanderungs- als auch im Aufnahmeland aktiv zu interagieren (Vgl. ebd.). Dies erfordert neue Lebens- und Eingliederungsformen seitens der transnational mobilen Migranten als auch Herausarbeiten von entsprechenden passgenauen Integrationskonzepten und Ansätzen seitens der Einwanderungsstaaten. Auch Glorius findet, dass heute die transnationalen Konzepte und Ansätze im Kontext des laufenden politischen Diskurses bezüglich des Aufbaus der Migrations- und Integrationspolitik besonders aktuell sind (Vgl. Glorius 2007: 5). Bei der Analyse von transnationalen Aspekten der modernen Pendelmigration weist Nowak auf die Entstehung von pluri-lokalen Sozialräumen als Ergebnis einer anhaltenden Internationalisierung der Vergesellschaftung hin und bezeichnet damit den Transnationalismus als ein neues Paradigma (Vgl. Nowak 2014: 68). In diesem neuen Paradigma werden die Migranten und Migrantinnen selbst nicht mehr als aktive Teilnehmer des transnationalen Prozesses gesehen, (Vgl. Lüthi, 13.04.2005). Lüthi spricht von sichtbaren ökonomisch-politischen und soziokulturellen Auswirkungen, die die transnationalen Beziehungen auf die Identität, Mobilität, Familien oder Gruppen von Migranten und Migrantinnen haben:

„Dazu gehört beispielsweise die Auswirkung von Geldüberweisungen oder nicht monetären Gütern auf die lokalen Ökonomien und Arbeitsmärkte, ebenso wie die soziokulturellen Einflüsse auf die Verhandlung von Identitäten durch transkulturelle Ehen, religiöse Aktivitäten oder Medien. Auf politischer Ebene spielt etwa die Frage der “multiple citizenship” eine wichtige Rolle.“ (Vgl. ebd.)

2.2. Die Arbeitsmigration

Aus dem Latein wird Migration (migrare) als wandern bzw. wegziehen übersetzt. Moderne Prozesse der Globalisierung der Märkte, Internationalisierung und Intensivierung der Wanderungsbewegungen trugen der notwendigen Präzisierung bzw. Erweiterung der Semantik dieses mehrdimensionalen Begriffs bei. Ingrid Oswald versuchte die ganze Komplexität von diversen Migrationsprozessen zu erfassen und eine umfassende Formulierung für den Begriff Migration zu finden. Sie beschreibt die Migration als „ein Prozess der räumlichen Versetzung des Lebensmittelpunktes, also einiger bis aller relevanten Lebensbereiche, an einen anderen Ort, der mit der Erfahrung sozialer, politischer, und/oder kultureller Grenzziehungen einhergeht“ (Vgl. Oswald 2007: 13-15).

Mit diesem Begriff Arbeitsmigration bezeichnen Jan C. Jugl und Marianne Haas einen Prozess „der Aus- und Einwanderung von Menschen mit dem Ziel, die in einem anderen als ihrem Herkunftsland eine Erwerbstätigkeit“ aufzunehmen“ (Vgl. Jugl/Haas, 05.11.2007). Als Synonym verwenden sie auch die Wortkombination "arbeitsmarktbezogene Zuwanderung" (Vgl. ebd.). Laut Geisen bezieht sich der Begriff Arbeitsmigration auf die Menschen, die abgesehen von den wahren bzw. ursprünglichen Motiven ihrer Auswanderung aus dem Herkunftsland mittels Erwerbstätigkeit ihren Lebensunterhalt in einem Einwanderungsland selbst sichern (müssen) (Vgl. Geisen: 2005). Er betrachtet die Arbeitsmigration als einen besonderen Fall der Migration, der sich durch seine Spezifika, Merkmale und Ziele von anderen Migrationstypen durch seinen Zweck unterscheidet (Vgl. ebd.). Nach Geisen wird mit dem Begriff Arbeitsmigration nur der funktionale Aspekt von Migrationsprozessen bezeichnet, womit der Fokus lediglich „[...] auf die Ausübung einer spezifischen Tätigkeit und zwar auf das Arbeiten“ gerichtet wird (Vgl. ebd.).

3. Ukrainische Gastarbeiter in den Ländern der Europäischen Union

3.1. Rechtliche Grundlagen für den Aufenthalt in den EU-Ländern

Im Gegensatz zu den meisten Bürgerinnen und -Bürgern der Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist der europäische Binnenmarkt für die arbeitswilligen Drittstaaten-Angehörigen schwer zugänglich (Vgl. Haase/Jugl, 05.11.2007). Die Probleme entstehen aufgrund der selbständigen Regelung der Visa-Vergabe und des Zuganges von ausländischen Arbeitskräften aus den Drittstaaten zu nationalen EU-Arbeitsmärkten durch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die die EU-Regierung mit Hilfe der Entwicklung von einheitlicher Regelung der Arbeitsmigration zu beseitigen hofft (Vgl. ebd.). Bütow beschreibt sehr treffend die Schwierigkeiten, die die geltenden Visa-Bestimmungen der europäischen Länder den nicht Nicht-EU-Bürger bringen:

„Für einen Antrag auf Einreise verlangt die EU Bürgschaftserklärungen, Hotelrechnungen, Flugtickets, Kontoauszüge sowie Lohn-, Arbeits- oder Urlaubsbestätigungen vom Arbeitgeber. Die Antragsprozedur ist aufwendig, kostspielig und entwürdigend.“ (Vgl. Bütow, 26.02.2010).

Im Jahre 2008 schloss die ukrainische Regierung mit vielen Staaten internationale Abkommen über die Regulierung der Arbeitsmigration und zum Schutz von Wanderarbeitern ab (Vgl. Zimmer, 13.06.013). Dadurch wurden den UkrainerInnen die gleichen Rechte wie den Staatsbürgern der Aufnahmeländer gewährleistet. Allerdings betrifft das nur die legalen, regulären Arbeitsmigranten. Für diese Kategorie der Arbeitsmigranten gelten auch die zwischen den GUS- und einzelnen EU-Staaten abgeschlossenen Vereinbarungen über die gegenseitige Anerkennung und Auszahlung von Rentenanwartschaften. Im April 2013 haben die Ukrainische Staatsduma und das europäische Parlament ein Abkommen zur Änderung des Visaerleichterungsabkommens ratifiziert (Vgl. Harter, 13.06.2013). Die ukrainische Revolution der Würde im Jahre 2013 drehte wieder den Vektor der ukrainischen Staatspolitik in die Richtung der Annäherung mit der Europäischen Union. Das verspricht weitere Schritte zur gegenseitigen Erleichterung der Visa-Regelungen. Allerdings werden hier noch zahlreiche bürokratische Barrieren überwunden werden.

3.2. Die Zusammensetzung der Gruppen von ukrainischen Arbeitsmigranten

Nach der Auflösung der ehemaligen Sowjetunion erlebten die UdSSR-Nachfolgestaaten eine wirtschaftlich-finanzielle Krise nach der anderen, was zur deutlichen Verschlechterung der ökonomischen und sozialen Lage in diesen Ländern führte. Auch in der Ukraine, einst der zweitgrößten und reichsten Republik in der ehemaligen Sowjetunion, wurde der große Teil der Bevölkerung von der wirtschaftlichen Problemsituation und als deren Folge von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Menschen rechneten nicht mit der staatlichen Unterstützung und suchten selbständig nach verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten. Der Mangel an Arbeit in ihrem eigenen Land zwang viele erwerbsfähige Ukrainer und Ukrainerinnen zur Suche nach einer Arbeit im Ausland (Vgl. Ziane 2009: 12). Somit hat die große Auswanderung der Arbeitskräfte aus der Ukraine begonnen, die maßstäbliche Veränderungen in der gesamten ukrainischen Sozialstruktur bewirkte. Das Phänomen der Massenauswanderung ins Ausland zwecks Suche nach Arbeit und gute Arbeitsbelohnung wurde in der Ukraine Sarobitschanstwo (Wanderarbeitertum) genannt.

Wie jede andere Migrantengruppe ist die Gemeinschaft von ukrainischen Wanderarbeitern heterogen und kann folgendermaßen kategorisiert werden (Vgl. ebd.):

1. Personen, die über eine langfristige Aufenthaltserlaubnis im Ausland verfügen und dort vertragliche oder selbständige Tätigkeiten ausüben;
2. Die hoch qualifizierten weiblichen und männlichen Arbeitsmigranten, die auf legaler aber temporärer Basis in den Ländern ihrer Wahl sind und eine oder mehrere Tätigkeiten (Saisonarbeiten) ausüben (sehr oft leider unterhalb ihrem Qualifizierungsniveau);
3. Ukrainische Studierenden, die an den europäischen oder amerikanischen Hochschulen studieren, erste Arbeitserfahrungen im Ausland sammeln und ihre beruflichen Zukunftspläne in dem Herkunfts- und auch in den Gastländern realisieren möchten. Laut Markov wählen Vertreter der jungen Generation solche Länder, die ihren eigenen Vorstellungen über die Lebens- und Arbeitsstandarte entsprechen (Vgl. Markov, 23.09.2012).
4. Personen, die als eine Risikogruppe bezeichnet werden können, weil sie illegal (teilweise oder ganz) arbeiten und sehr oft freiwillig oder zwangsweise ihre Aufenthalts- und Arbeitsorte wechseln. Diese Menschen verfügen nicht über einen offiziellen migrantischen und arbeitsrechtlichen Status im Ausland und haben damit keinen Anspruch auf Kranken- und Rentenversicherung. Nicht selten geraten sie in die Abhängigkeit von den gut organisierten und vernetzten Kriminalitätskreisen. Auch nach dem Ablauf ihres Torlistenvisums, das ihnen ohnehin keine Aufnahme einer Erwerbstätigkeit erlaubt, bleiben viele von diesen Menschen in ihrem Zielland und arbeiten in dem „grauen“ Sektor oder „schwarz“ (Vgl. Zimmer, 13.06.013). Über die im Rahmen der zwischenstaatlichen Abkommen funktionierenden Förderprogramme und vorhandene Arbeitsvermittlungs- und Heimatrückkehrmöglichkeiten sind viele von diesen Arbeitsmigranten nicht informiert (Vgl. ebd.). Private Kontakte, Netzwerke oder Vermittlungsagenturen bleiben für sie die einzigen zugänglichen bzw. vertrauten Informationsquellen.

In der Regel registriert die ukrainische Migrationsstatistik als Emigranten nur Personen, die aus der Ukraine nach dem Erhalt einer permanenten Aufenthaltserlaubnis in einem anderen Land auswandern. Personen, die mit einem Touristen- oder Studentenvisum bzw. im Rahmen der bilateralen Abkommen zur Arbeitsmigration zwischen der Ukraine und anderen Ländern für eine kurze Zeit nach Ausland reisen, werden nicht als Migranten betrachtet und daher nicht von der Statistik erfasst (Vgl. ebd). Nach unterschiedlichen Angaben üben heute über zwei Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen im Alter von 17 bis 62 Jahren eine legale oder illegale Arbeit im Ausland aus.1 Im Jahre 2011 haben über 204.000 ukrainischer StaatsbürgerInnen eine Aufenthaltserlaubnis in der EU erhalten und bilden laut dem Jahresbericht der Europäischen Kommission für Migration und Flüchtlinge vom 17.06.2011 die größte Gruppe von legalen Migranten in der Europäischen Union2. Zimmer führt folgende Angaben auf:

„Die Weltbank geht davon aus, dass fast 15 Prozent der ukrainischen Bevölkerung zumindest zeitweise im Ausland gearbeitet haben. 2008 lebten nach Schätzungen der ukrainischen Caritas 500.000 Ukrainer in Italien, 450.000 in Polen, je 200.000 in Spanien und Tschechien, 75.000 in Portugal, 60.000 in Griechenland und bis zu zwei Millionen in Russland – nur etwa ein Drittel davon mit Genehmigung.“ (Vgl. Zimmer, 13.06.2013).

67 % der ukrainischen Arbeitsmigranten sind männlich und 33 % weiblich. Den Ergebnissen einer der neusten ukrainischen Studien zufolge entscheiden sich zwei Drittel (4,8 %) der ukrainischen Männer im Alter zwischen 15 und 70 Jahren für die Arbeitsmigration.3 17 % der ukrainischen ArbeitsmigrantInnen haben einen Basis- bzw. unvollständigen Schulabschluss. 59 % ArbeitsmigrantInnen verfügen über einen Abitur. 14% der Gesamtzahl der ukrainischen ArbeitsmigrantInnen sind Akademiker.4 Im Jahre 2012 arbeiteten 35,1 % der ukrainischen Migranten im Ausland legal und 20,4 % verfügten nicht über eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.5

54,3 % der Gesamtzahl der Arbeitsmigranten sind Dorfbewohner. Die größte Zahl der Arbeitsmigranten stammt aus der Westukraine (Transkarpatien und Bukovina), am wenigsten sind an der internationalen Wandermigration die Bewohner der Ostukraine beteiligt. Im Ausland sind die ukrainischen Arbeitsmigranten und Arbeitsmigrantinnen in den Bereichen Bau und Gebäudesanierung (54%), Kranken- und Seniorenpflege, Kinderbetreuung, private Haushaltshilfe (17 %), Handel und Landwirtschaft (9 %) und Industrie (6 %) tätig (Vgl. Kharcenko/Skavron, 21.03.014).

Dietz beschreibt die postsowjetische Ukraine als ein Sendeland von Arbeitsmigranten (Vgl. Dietz, 19.08.2008). Auch Geiger charakterisiert die Ukraine als ein der wichtigsten Exportländer für Arbeitsmigration (Vgl. Geiger 2007: 71). Die Zielländer von ukrainischen WanderarbeiterInnen können in zwei etwa gleiche Kategorien unterteilt werden: fast die Hälfte der Gesamtzahl der Arbeitsmigranten reisen nach Russland, und fast so viele gehen in die EU.6 Unter den größten Empfängerländern der ukrainischen Arbeitsrestkräfte sind die Russische Föderation (43, 2%), Polen (14,3 %), Italien (13,2 %) und die Tschechische Republik (12,9 %). In Polen stellen Ukrainer die größte Gruppe der Arbeitsmigranten dar und ersetzen dort die ausgewanderten polnischen Bürgern auf dem Arbeitsmarkt (Vgl. Herzing, 18.11.2009). Die ukrainischen WanderarbeiterInnen migrieren zwecks Arbeitssuche auch nach Spanien (4,5 %), Deutschland (2,4 %), Ungarn (1,9 %), Portugal und Weißrussland (1,8 %).

3.3. Motive der ukrainischen Arbeitsmigranten zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Ausland

Entscheidungsgründe und Motive der ukrainischen Arbeitsmigranten für das Finden einer Arbeit weit entfernt von eigenem Heimatort sind unterschiedlich. Dennoch lässt sich feststellen, dass die meisten ukrainischen Arbeitsmigranten ihr Herkunftsland verlassen, um in ihrem Zielland einen gut bezahlten Job zu finden und dadurch finanzielle Lage ihrer Familie zu sichern bzw. zu verbessern. Der Wunsch, eine würdige medizinische und Altersversorgung für sich und die Eltern zu sichern, teure Hochschulgebühren für das Studium ihrer Kinder bezahlen zu können, das Geld für den Kauf eines Hauses bzw. einer Wohnung, für die Gründung eigenes Unternehmens oder für Realisieren eigener Träume zu sammeln, bewegen die Menschen zur Arbeitsmigration. Die Hauptursachen der Auswanderung zwecks Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Ausland sind für viele UkrainerInnen die Arbeitslosigkeit, zu niedrige Löhne im Herkunftsort und bessere Verdienstaussichten im Ausland. Familiäre Verhältnisse wie z. B. Heirat mit dem Staatsbürger eines anderen Landes, Familiennachzug in den Familien von Arbeitsmigranten mit einem Daueraufenthalt im Ausland sowie auch ein Studium gelten oft auch als wichtige Motive für das Bleiben im Aufnahmeland mit Arbeitsaussichten. Zimmer merkt sehr treffend an, dass der sozial-ökonomische Anstieg der Arbeitsmigranten im Ausland zugleich auch ihren sozialen Abstieg bedeutet: wegen der Nichtanerkennung von in der Ukraine erworbenen Hochschulabschlüssen im Ausland müssen hochprofessionelle Fachkräfte mit ihrem großen intellektuellen Potential oft unqualifizierte Arbeiten ausüben (Vgl. Zimmer, 13.06.013).

3.4. Rekonstruktion der biografischen Lebensgeschichten

In diesem Kapitel werden zwei einzelnen Geschichten von ukrainischen Arbeitsmigranten und Arbeitsmigrantinnen in den EU-Ländern (auf der Grundlage der Presse- und Internetberichten) in eigener Übersetzung vorgelegt.

Beispiel 1:

Nach seinem erfolgreichen Hochschulabschluss 1994 war Alex B. sechs Monate lang in einer Molkerei in der Ukraine tätig. Sein Gehalt wurde ihm aber nur in der Form von Lebensmitteln ausgezahlt. Um seine Frau und den Sohn unterhalten zu können, fuhr er zwecks Arbeitssuche nach Russland. Dort verkaufte er die Käse. Sein Einkommen war aber sehr gering und nicht stabil. Zusammen mit seinem Freund reiste er dann als Arbeitsmigrant nach Portugal. Drei Jahre später kehrte er für eine kurze Zeit in die Ukraine und danach wieder nach Portugal zurück. Fast zehn Jahre pendelte er permanenter zwischen Ukraine und Portugal. Heute führt er sein eigenes Unternehmen in Portugal (Vgl. Abramov, 11.07.2009).

Beispiel 2:

Dmitrij R. kam zusammen mit seinem Vater aus Tscherkassy nach Spanien. Beide fanden schnell Jobs als Bauarbeiter. Im Sommer lernten sie schnell Spanisch und auch Putz- und Estrich. Wegen der Finanzkrise in Spanien verlor Dmitrij seine Arbeit und musste zurück in die Ukraine kehren. Sein Vater ist dagegen in Spanien geblieben, weil der Bauunternehmer mit seiner Arbeit sehr zufrieden war. Allerdings war der Lohn ziemlich niedrig. Später kam Dmitrij wieder nach Spanien. Zusammen mit seinem Vater und noch einem Freund mietet er heute eine kleine Wohnung für 600 Euro monatlich in einem Vorort von Madrid. Der Vater von Dmitrij verdient heute 1.400 Euro pro Monat, Dmitrij bekommt als unqualifizierter Bauarbeiter bis zu 900 Euro für seine Arbeit. […] Die Arbeitszeit beträgt acht Stunden täglich. Mehr wird es nicht nötig zu arbeiten, weil die Arbeit des Bauunternehmens perfekt organisiert wird (Vgl. Mukhan, 29.04.2011).

Beide Personen wurden aufgrund der finanziellen Not ihrer Familien zu der Veränderung ihrer Lebensform gezwungen und wagten einen Schritt in die transnationale Migration. Diese drei hier kurz skizzierten Schicksalsbeispiele sind typisch für die soziale Gruppe der Arbeitsmigranten aus der Ukraine in Europa. Sie zeigen, wie WanderarbeiterInnen ihre eigene Lebenswelt verlassen und sich an die Systemwelt im Ausland anpassen. Die Entscheidung von diesen drei Personen nach einem Daueraufenthalt in ihren Wahlländern, die Migration zwecks Arbeitssuche zu beenden, den Familiennachzug zu organisieren und ihre Existenz für sich und für ihre Familienangehörigen in ihren Gastländern aufzubauen kann ebenfalls als typisch betrachtet werden. Laut Zimmer haben immer mehr ukrainischen WanderarbeiterInnen die Absicht, in ihren Gastländern zu bleiben (Vgl. Zimmer 2013: 2).

4. Ukrainische Arbeitsmigration im Spiegel der Interkulturalität

Neben dem sichtbaren Wechsel des Wohnortes und der Gruppenzugehörigkeit bringt Migration mit sich auch die Notwendigkeit der interkulturellen Kontakte zwischen den Einwanderern und der lokalen Bevölkerung in dem Aufnahmeland. Dieser Aspekt der interkulturellen Interaktion zwischen den Migranten und den Einheimischen ist von großer Bedeutung, da interkulturelle Beziehungen viel Bereitschaft, psychosoziale Leistungen und entsprechende Kompetenzen von beiden Gruppen der Beteiligten fordern. Es geht dabei um die Überwindung nicht nur räumlichen, sondern auch emotionalen, religiösen und kulturellen Distanzen zwischen der Aufnahmegesellschaft und den Einwanderern abgesehen davon, welche Ziele sie in ihrem Gastland verfolgen: suchen sie nach einer Arbeit, einen Daueraufenthalt oder temporären Zuflucht. Bei der Migration spielen der Umgang mit den interkulturellen Situationen immer eine wichtige Rolle, weil sie nicht nur viele Chancen und neue Erfahrungen und damit Bereicherung, sondern auch Ängste, Unsicherheit, Heimatweh, Fremdheitsgefühle, Missverständnisse und ein hohes Konfliktpotential mit sich bringen. Trotz temporären Charakters der Anwesenheit von Arbeitsmigranten in den Zielländern ist Kontaktpflege von interkulturellen Beziehungen ein Teil der Realität.

Die Ukraine ist ein viel nationaler Staat mit langer Geschichte der interethnischen und interkulturellen Verbindungen im In- und Ausland. Die Ukrainer bewahren gerne ihre nationale Identität und pflegen ihre Sprache, Kultur und Traditionen. Gleichzeitig verstehen sich als ein Teil der europäischen Großfamilie und bringen ein großes Interesse an andere Kulturen und Traditionen mit, zu denen sie eine unglaubliche Empfänglichkeit nachweisen. Der Vorteil der UkrainerInnen besteht auch darin, dass sie ziemlich schnell Fremdsprachen lernen und sich schnell assimilieren und integrieren, d. h. den Lebensstil sowie auch kulturelle Werte der Gastländer übernehmen (Vgl. Erman, 01.02.2013). Trotzt großer Schwierigkeiten bei der Neuorientierung und dem Einleben in den neuen Bedingungen beweisen sie eine hohe Flexibilität, Toleranz, Freundlichkeit, Leistungsfähigkeit sowie auch kulturelle Lern- und Anpassungsfähigkeit im Ausland. Es funktionieren auch gute Vernetzungen unter den Arbeitsmigranten. Laut Markov stellt das Netzwerk ukrainischer Arbeitsmigranten eine besondere Struktur der Beziehungen einer bestimmten ethnosozialen Gruppe in der globalen Welt (Vgl. Markov, 23.09.2012). In Italien wird die Gemeinschaft der ukrainischen Arbeitsmigranten als sehr fleißig und friedlich geschätzt und genießt dementsprechend eine sehr positive Einstellung seitens der lokalen Bevölkerung (Vgl. Nesterova, 30.10.013). Auch in dem Nachbarland Polen, mit dem die Ukraine geografisch, historisch und kulturell eng verbunden ist, werden die ukrainischen Arbeiter sehr positiv wahrgenommen. Die handwerklich und künstlerisch begabten ukrainischen Arbeitsmigranten finden schnell die Arbeit in der Kulturbranche in den Aufnahmeländern. In Polen nehmen viele von ihnen z. B. an einem jährlichen Kulturfestival „Spotkanie Kultur“ in Szczecin teil. Im Ausland vertreten Ukrainer gerne ihre nationalen Traditionen und sind Vermittler zwischen den Kulturen ihres Heimat- und ihres Aufnahmelandes. Zugleich nehmen sie auch die kulturellen Traditionen der Aufnahmegesellschaft wahr und nutzen sie für ein erfolgreiches Eingewöhnen in den Gastländern. Die in diesem Kapitel vorgelegten kurzen biografischen Lebensgeschichten von ukrainischen Arbeitsmigranten und Arbeitsmigrantinnen in den Ländern der Europäischen Union (in eigener Übersetzung der Verfasserin aus dem Russischen und Ukrainischen in die deutsche Sprache) können als Bestätigung dafür gelten.

Beispiel 1:

Vor drei Jahren gewann der 28-jährige Andrej Z. aus Volyn ein Pizza-Wettbewerb in Italien. Im Februar 2014 realisierte er seinen größten Traum und öffnete eigene Pizzeria „Maestro-Pizza“ in Rom. Die Mutter von Andrej war eine Arbeitsmigrantin. Im Alter von 18. Jahren kam Andrej nach Italien, um seine Mutter zu besuchen. Er blieb in Italien, arbeitete seitdem als Pizzaiolo (Fladenbrot-Bäcker), Tischler und Elektriker. Heute kennt Andrej, ein gebürtiger Ukrainer aus Volyn, Dutzende von traditionellen italienischen Rezepten von Spezialitäten und Süßigkeiten und hat sogar letztendlich sein eigenes Rezept von Pizza namens „Andrea“ entwickelt. Seine Pizzeria, die er seit sechs Jahren zusammen mit seiner Ehefrau Yana führt, ist bei den Italienern sehr beliebt (Vgl. Kharcenko / Skavron (21.03.2014).

Beispiel 2:

Die ukrainische Maßschneiderin Galina B. (52 J.) wurde nähe Lemberg (Lwiw) geboren. In ihrer Heimat war sie als Schneiderin und Arbeitspädagogin tätig. Aus finanziellen Gründen hat Galina beschlossen als Arbeiterin nach Italien zu gehen. Ihr Ehemann reiste dagegen nach Moskau in der Hoffnung, dort einen Job zu finden. In Italien war die Ukrainerin mehrere Jahre lang in der Familie eines alten Admirals tätig, der ihr Talent der Schneiderin merkte. Er machte Galina mit seinem alten Freund bekannt, der ein altes renommiertes „priesterliches“Atelier im Herzen von Rom führt und die Kleidung für die Päpste und Erzbischöfe fertigt. Nach einer Probezeit wurde Galina bei diesem Unternehmen fest eingestellt und näht seitdem Mäntel, Tuniken und schneeweißen Gewände mit goldenem Umhang für die Päpste. Unter ihren VIP-Kunden waren Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus. Ihre wunderschöne Kunst der Schneiderin und die Handstickerei werden sehr hoch geschätzt. Ihre beiden Töchter hat Galina schon nach Italien geholt. Die Töchter von Galina behaupten, dass ihre Mutter den gleichen Lohn wie der Rest der Näherinnen im Studio verdient. Allerdings weigern sie, über die Höhe der Arbeitsbelohnung zu sprechen. Galina unterstützt finanziell ihre in der Ukraine lebenden alte, schwerbehinderte Mutter und eine leibliche Schwester (Vgl. ebd.)

Beispiel 3:

Natalia S. lebte in der Stadt Brusilov in der Nähe von Zhytomir. In der Ukraine war sie als Lehrerin der ukrainischen Sprache tätig. In Rom gilt sie heute als die Eis-Königin. Natalia ist eine Mitinhaberin eines Eis-Café in Via Arenula, das zu den zehn besten Eis-Geschäften der italienischen Hauptstadt gehört. Wie tausende Ukrainerinnen reiste Natalia aus finanzieller Notwendigkeit als Arbeitsmigrantin nach Italien. Hier arbeitete sie zuerst als Pflegekraft. Später absolvierte sie einen Back-Kurs und lernte ihren zukünftigen Ehemann Raffaello kennen. Gemeinsam eröffneten sie ein der besten römischen Eis-Café „Nettes Lächeln“. Der Sohn von Natalia arbeitete ebenfalls in dem Familienunternehmen. Laut touristischen Internetportalen gilt heute das Eis-Café von Natalia als eine Sehenswürdigkeit von Rom und genießt einen sehr guten Ruf, weil ihre Eis-Produkte keine Farb- und Konservierungsstoffe beinhalten. Täglich stehen lange Schlangen vor dem Eis-Café, weil Italiener und Touristen die ukrainisch-italienischen „kalten Süßigkeiten“ probieren möchten. Die populärsten Eissorten sind hier Vanillen-, Schokoladen- und Walnüssen-Eis. Die Walnüsse werden extra aus der Ukraine, aus Brusilov, geliefert (Vgl. ebd.).

Beispiel 4:

Die Mutter eines kleinen Sohnes und ausgebildete Lehrerin mit 14 Jahre Berufserfahrung ging Ivanna als Arbeitsmigrantin nach Italien und fand eine Stelle als Putzfrau in einem Hotel. Zuerst war sie sehr froh darüber, weil ihr Lohn viel höher war als ihr Gehalt der Lehrerin, der für das Leben ihrer kleinen Familie gar nicht ausreichte. Im Laufe der Zeit fand sie einen festen Job und konnte ihren Sohn zu sich nach Italien holen. Ihr fehlte aber sowohl eine geistige als auch eine berufliche Entwicklung. Dann begannen sie alle möglichen Kurse, Seminare und Tagungen zu besuchen. Zuerst besuchte sie nur kostenfreie Bildungskurse. Später verbesserte sie ihre italienischen Sprachkenntnisse, absolvierte eine Ausbildung bei einem Institut für Handel mit einem Diplom und bekam dort eine Stelle als Mitarbeiterin. Während ihrer Tätigkeit in Handelsschule arbeitete sie freiwillig auch als interkulturelle Vermittlerin und konnte sie ihren Bekanntenkreis erweitern. Gleichzeitig nahm sie an den zahlreichen Kulturvereinen Freiwilligenverbänden teil und machte es zu ihrem Lebensstil. Sie ist eine Intellektuelle und besucht sehr oft Theater und Museen. Wie viele anderen ukrainischen ArbeitsmigrantInnen interessiert sie sich für andere Kulturen. Zwecks Kulturreisen besucht sie an Wochenenden und Feiertagen gerne verschiedene große Städte Europas.7

Beispiel 5:

Tatiana K., einst eine ukrainische Arbeitsmigrantin, arbeitet jetzt offiziell als Beraterin in dem Rathaus von Rom und betreut die Arbeitskräfte aus Osteuropa.8

Beispiel 6:

In ihrem Heimatdorf Poberezhje in dem Ivano-Frankovsky Gebiet arbeitete Lesja I. elf Jahre lang als Vorsitzende des Gemeinderats. Im Jahre 2000 erkrankte ihre Tochter schwer. Die ärztliche Behandlung kostete sehr teuer. Der Familie fehlte das nötige Geld. Lesja musste in Spanien zu gehen. Um dort arbeiten zu können, lernte Um in Spanien arbeiten zu können, lernte sie die Sprache von Cervantes. In Spanien arbeitete sie zuerst als Köchin in einem Restaurant in der Nähe von Barcelona, dessen Eigentümer ihr beim Legalisieren geholfen haben. Von ihnen hat Lesja auch ihren ersten positiven Arbeitszeugnis im Ausland und beste Empfehlungen erhalten. Dann hat sie erfahren, dass die Familie von dem weltberühmten Fußballer Zidane nach einer Haushälterin sucht. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde Lesja als Küchen- und Haushaltshelferin und Kinderbetreuerin in der Zidane's Familie angestellt. Acht Jahre lang arbeitete sie bei der Familie von Zinedine Zidane als Dienstmädchen in Madrid und hat nur schönste Erinnerungen an diese Zeit. Das Haus von Zidane liegt in einem der wohlhabendsten Viertel der spanischen Hauptstadt. „In der Anlage gibt es zwei Dutzend Luxusimmobilien mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen in dem ganzen Wohngebiet. In Spanien musste die Bäuerin Lesja neue Rezepte zu lernen: statt Borschtsch und Knödel zu kochen musste sie lernen, verschiedene Sorten von z.B. Pizza zu backen, weil ihre Arbeitgeber- und Gastfamilie das italienisches Essen - Pizza, Pasta, Reis mit Meeresfrüchten – sehr mochte. Speziell für Lesja hat Zidane einen Koch bestellt, von dem sie die Kunst von Pizza-Backen lernte. Für die Kinder kochte sie auch Fleisch oder Fisch. Lesja hat warme Erinnerungen an Zidande, den sie auf Spanisch „hefe" nennt. Ihr Verdienst betrug 1.600 € monatlich. Dazu kamen noch regelmäßige Bonusse. Trotz der Unterschiede in der Mentalität (Lesja ist ukrainisch und christlich und Zinedine Zidane ist ein Franzose arabischer Herkunft, der aus einer muslimischen Familie stammt), behauptet Lesja, überhaupt keine Kommunikationsprobleme mit ihm und dem Rest der Familie gehabt zu haben. Der freundliche telefonische Kontakt zwischen Lesja und ihrem ehemaligen Arbeitgeber besteht immer noch. 2010 kehrte Lesja nach Hause zurück, heiratete ihre alte Liebe, wurde wieder zur Vorsitzende des Gemeinderates gewählt und leitet seitdem ihr Dorf (Vgl. Kharcenko / Skavron (21.03.2014).

Beispiel 7:

Seit fünf Jahren lebt der gebürtige Lemberger Alexander in Athen und scheut sich nicht, zu arbeiten. Mit seinem Roller liefert er Tee und Kaffee. Parallel arbeitet er auch als Judo-Trainer für Kinder und Erwachsene. Außerdem ist er ein Mitglied der griechischen Judo-Nationalmannschaft und verdient damit auch sein Geld. Über eine Rückkehr in die Ukraine denkt er nicht (Vgl. Boka, 20.06.2013).

Beispiel 8:

Andrej P. arbeitet seit sechs Monaten als Programmierer in einem IT-Unternehmen in Brno. Nach Tschechein kam er mit einem Green Card im Rahmen eines staatlichen Programms. Dafür musste er einen Brainbench-Test sowie einen Sun-Test erfolgreich absolvieren. Außerdem musste er seine Englischkenntnisse verbessern. Nach einer langen Suche fand er endlich eine Stelle als Programmierer und arbeitet heute in der Tschechischen Republik. Er verdient nicht mehr als in der Ukraine, aber den Lebensstandard schätzt er viel höher als in seiner Heimat ein. Sein Gehalt beträgt 1.000 Euro monatlich. In sechs Monaten kriegt er eine Gehaltserhöhung. Die Arbeit in diesem internationalen Unternehmen bedeutet für ihn ein Prestige und bietet weitere berufliche Perspektive. Außerdem kann er frei in Europa reisen, wa für ihn auch sehr wichtig ist (Vgl. Tokartchuk, 27.10.2009).

5. Jenseits der transnationaler weiblichen Arbeitsmigration

Die weibliche Arbeitsmigration aus der Ukraine begann am Ende 1990er Jahren als entsprechende Reaktion auf Veränderungen auf dem globalen Arbeitsmarkt. Mit Hilfe von billigen weiblichen Arbeitskräften aus den ökonomisch rückständigen Ländern konnte die Nachfrage auf die Dienstleistungen in den postindustriellen Volkswirtschaften erfüllt werden. Viele Ukrainerinnen, die von der Massenarbeitslosigkeit in ihrem Land betroffen wurden, zeigten sich als eine geografisch mobile und sehr anpassungsfähige soziale Gruppe. Diese hohe geografische und wirtschaftliche Mobilität von Arbeitsmigrantinnen, die unqualifizierten saisonalen Arbeiten übernahmen, bestimmte die Feminisierung der Arbeitsmigration in der Ukraine. Die sinkende Nachfrage nach männlicher Erwerbsbevölkerung auf dem globalen Arbeitsmarkt wird von dem steigenden Bedarf nach ukrainischen weiblichen Arbeitskräften auf dem begleitet. Das durchschnittliche Bildungs- und Qualifizierungsniveau der ukrainischen Frauen, die zwecks Ausübens von Erwerbstätigkeit in Ausland gehen, ist höher als bei den Männern.9 Frauen sorgen über den finanziellen Wohlstand und den sozialen Aufstieg ihrer Familien. Viele von ihnen arbeiten über 10 Jahren in den privaten Haushalten im Ausland (Vgl. Zimmer 2007: 4). Die Spezifika der postsowjetischen ukrainischen weiblichen Arbeitsmigration besteht darin, dass sich den Bäuerinnen auch die Vertreterinnen der verarmten Mittelklasse der ukrainischen Gesellschaft einschließlich ihrer oberen Schichten (Staatsbeamtinnen, Vertreterinnen der wissenschaftlichen Intelligenz, Verwaltungsangestellte) abgeschlossen haben.

Beispiel:

Nach der Scheidung ging Iryna nach Polen, um dort zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ihren zweijährigen Sohn hat sie ihrer Mutter anvertraut. Da die Mutter von Iryna beruflich tätig war und ihre Arbeit mit der Erziehung des Kindes nicht kombinieren konnte, musste Iryna zurück nach Hause kehren. Ihr Einkommen reichte aber nicht aus. Der einzige Ausweg für Iryna war eine Arbeit im Ausland. Nachdem ihr ehemaliger Ehemann zustimmte, die Verantwortung für ihren gemeinsamen Sohn zu übernehmen, ist Iryna zwecks Arbeiten nach Griechenland migriert. Dort verdiente sie das Geld, um den Lebensunterhalt für ihren Sohn und ihre Mutter in der Ukraine zu bestreiten. Einen großen Teil ihres Gehaltes schickte sie regelmäßig in die Ukraine ab (Zitiert nach: Tolstokorova, 2014: 104).

Die Arbeit von den Familienangehörigen in regelmäßigen Abständen im Ausland führte zur Entwicklung einer neuen Art von Familienverhältnissen, die als „transnationalen Familien“ bezeichnet wird. Laut verschiedenen Studien hat dieses Phänomen schwerwiegende sozialen und kulturellen Folgen sowohl für die Arbeitsmigrantinnen selbst als auch für ihre Familien. Besonders betroffen von der „transnationalen Mutterschaft“ sind Kinder der ukrainischen Arbeitsmigrantinnen, die oft unter Aufsicht von Verwandten oder Nachbarn aufwachsen und persönlichen und geistigen Kontakt zu ihren Eltern verlieren. Viele von ihnen erleben die Trennung sehr schwer und werfen ihren Eltern den Verrat vor. Viele Frauen haben ein Schuldgefühl ihren Kindern gegenüber. Sie opfern sich aber bewusst, um mit dem im Ausland verdienten Geld die Zukunft ihrer Kinder und Eltern sichern zu können. Die Adaption von Arbeitsmigrantinnen in den neuen Lebens- und Arbeitsverhältnissen im Ausland wird durch einen „Elternkulturschock“ deutlich erschwert. Nach Rückkehr erleben sie oft Entfremdung und Kommunikationsprobleme mit Familienmitgliedern. Gründe dafür sind Veränderungen ihrer eigenen Persönlichkeit unter dem Einfluss von kulturellen und sozialen Umfeld des Gastlandes einerseits, sowie auch die Änderungen in ihren Familien unter dem Einfluss von wechselnden ukrainischen Realitäten, andererseits. Die Zerstörung von Familien ist oft auch eine Folge des transnationalen Lebens.

6. Tendenzen und Aussichten für die ukrainische Arbeitsmigration in Europa

Die transnationale Arbeitsmigration ist ein der wichtigen Merkmale der modernen international-wirtschaftlichen Beziehungen (Vgl. Sergeev: 1999). Die Bevölkerung der EU-Länder altert. Heute bedürfen viele wirtschaftlich und industriell entwickelte Länder extrem eines Einsatzes von migrantischen Arbeitskräften aus den Drittstaaten. Laut Experten von Eurostat sollen die EU-Länder jährlich zwecks Aufrechterhaltung einer Balance zwischen erwerbsfähigen und nicht erwerbsfähigen Bevölkerung rund 13 Millionen Einwanderer aufnehmen (Vgl. Eremeeva, 23.01.2013). Gründe dafür sind der zunehmende Mangel eigener nationalen Abseitsressourcen und die Bildung der sich ständig vertiefenden und verbreitenden „Migrantenbeschäftigungsnischen“ (Vgl. Markov, 23.09.2012). Migrationsprozesse wirken vielseitig auf wirtschaftliche, soziale und politische Situationen sowohl in den Gastgeber- als auch in den Geberländern aus. Die spezifischen internen Bedingungen bestimmen die Balance zwischen den positiven und negativen Folgen für diese Länder (Vgl. Borisov 2005).

Die ukrainische Arbeitsmigration entwickelt sich entsprechend den aktuellen globalen Trends: es sind hier steigende Tendenzen zur Feminisierung, Verjüngung und Steigerung transnationaler Mobilität der Wanderung zu beobachten (Vgl. Dietz, 19.08.2008). Das Spektrum der Arbeitsmigration aus der Ukraine in die Staaten der Europäischen Union ist breit: dazu gehören saisonale und pendelnden ArbeiterInnen, Studierende und Familienangehörigen von Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die Erlaubnis erhalten, im Rahmen der Familienzusammenführung in EU-Länder einzureisen (Vgl. ebd.). Diese Transit- und PendelmigrantInnen, deren Anteil in allen Ländern Europas steigt, tragen zu der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Herkunftsländer bei: sie überweisen jährlich erhebliche Geldsummen in die Heimat zurück (Vgl. Zimmer 2013: 1-2). Heute neigen die ukrainischen Arbeitsmigranten zur kürzeren Migration beim öfteren Wechseln von Wohn- und Arbeitsorten (Vgl. Dietz, 19.08.2008). Dies ist nicht zuletzt mit der Begrenzung der Arbeitsmigration in Europa verbunden, die durch Finanzkrisen und Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in vielen europäischen Ländern bedingt wird. Die tobende Krise in Südeuropa verringert die Chancen der ukrainischen Arbeitsmigranten auf das Finden einer Arbeit. Wanderarbeiter, die hier noch vor kurzem von der lokalen Bevölkerung geduldet wurden, werden jetzt abgelehnt. Die erwerbslosen Europäer betrachten fleißige Arbeitsmigranten als Konkurrenten und übernehmen selbst unqualifizierte und nicht angesehen Jobs. Viele Arbeitgeber in Portugal, Spanien, Italien, Tschechien und Ungarn verzichten vor allem auf illegale ukrainische ArbeiterInnen.10 Die regulären Arbeitsmigranten verlieren ebenfalls ihre Arbeit, weil sie durch die noch billigeren Arbeitskräfte aus Asien und Afrika ersetzt bzw. verdrängt werden.11 Neben den positiven Aspekten der arbeitsmarktorientierten Zuwanderung aus der Ukraine wecken solche negativen Seiten der ukrainischen Arbeitsmigration wie z. B. Menschenhandel, Schmuggel von illegalen Migranten, illegaler Geld-, Drogen- und Warentransfer weltweit ein starkes Interesse der Medien. Viele Sarobitschane (Wanderarbeiter) kehren wegen der Krise aber nicht in die Ukraine zurück, sondern beginnen in der weiteren Suche nach Arbeit von Land zum Land zu migrieren.12 Ein Abstieg der temporären Arbeitsmigration ist also nicht in Sicht (Vgl. ebd.).

7. Zusammenfassung

Politische und wirtschaftliche Transformationen bewirken Prozesse der Internationalisierung bzw. Transnationalisierung und bestimmen Veränderungen auf dem globalen Arbeitsmarkt. Komplexe sozioökonomische Verhältnisse in den Herkunftsländern zwingen Menschen zu der Suche nach einer Arbeit im Ausland. Viele von ihnen verlagern immer öfter aus familiären oder beruflichen Gründen ihre Lebensmittelpunkte über die Grenzen ihres Wohnlandes hinweg (Vgl. Geist 2009: 8). Die transnationale Migration wird damit immer mobiler und flexibler und bildet auch in der Zukunft ein Teil der globalen alltäglichen Realität (Vgl. ebd.).

Die Ukraine ist ein Land, aus dem jährlich Tausende von Migranten zwecks Arbeit ins Ausland gehen. Dieser Strom von ukrainischen Arbeitsmigranten in Europa macht Ukraine zu einem wichtigen Teil des gesamteuropäischen Migrationssystem (Vgl. Zimmer 2013: 1-2). Diese These von Dr. Kerstin Zimmer findet ihre Bestätigung auch darin, dass ukrainische WanderarbeiterInnen aufgrund der schweren finanziellen Lage in ihrem Staat durch die Länder migrieren und dort auf legaler und illegaler Basis hauptsächlich die unqualifizierten Arbeiten aufnehmen. Für viele von ihnen wird Arbeits- bzw. Pendelmigration zur gewöhnlichen alltäglichen Lebensform, die ihr Denkweisen und Kultur bestimmt (Vgl. ebd). Nach einem langen Aufenthalt im Ausland müssen sich viele von ukrainischen Sarobitschanen entscheiden, ob sie einen Lebensmittelpunkt in den Gastländern aufnehmen oder zurück in die Ukraine kehren. Während das Bleiben in dem Aufnahmeland eher mit rechtlichen und bürokratischen Problemen verbunden ist, stoßen viele von den WanderarbeiterInnen bei ihrer Heimrückkehr auf Probleme der psychosozialen Adaption in ihrer Heimat. Sie fühlen sich selbst zwischen „hier“ (Ukraine) und „dort“ (Ausland) zerrissen, finden keine vertrauten sozialen und familiären Bindungen und keine Arbeit mehr und fühlen sich gleichermaßen fremd (Vgl. Markov, 23.09.2012; Zimmer 2013: 4). Daher wandern sie nach einem kurzen Aufenthalt in der Ukraine wieder aus. Besonders betrifft es die jungen Menschen im Alter von unter 30 Jahren, die über bessere Integrationsfähigkeit verfügen und ihren Platz in der globalisierten Koexistenz der Welt finden (Vgl. ebd.). Dies könnten ihnen die seit dem 2005 diskutierten Änderungen der EU-Aufenthaltsregelungen ermöglichen (Vgl. Haase/Jugl, 05.11.2007). Die Änderung der europäischen Gesetzgebung für Arbeitsmigranten könnte einen neuen Paradigmenwechsel auf dem europäischen und als dessen Folge auf dem globalen Arbeitsmarkt bedeuten. Allerdings werden hier Wille und gemeinsamen Bemühungen von den EU- und Herkunftsländer von Migranten bzw. Arbeitsmigranten benötigt.

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http://forum.zarobitchany.org/forum13/topic178-20.html am 25.05.2013 [Zugriff am 05.01.2015].

[...]


1 Vgl. Uzhe dwa milliona ukrinzev stali zarobitcanami. In: Puls Kieva am 23.04.2013

2 Vgl. Ukraina zachvatila liderstvo po cislu migrantov v strany Evrosojuza. In: ZN .ua am 18.06.2013

3 Vgl. Za rubezhom rabotajut okolo 1,2 Milliona Ukraincev, In: Puls Kieva am 31.10.2013

4 Vgl. Bolshe vsego ukrainskich zarobitchan iz Bukoviny i Zakarpatja, In: Molodyj Bukovinez' am 30.09.2011

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. Ukrainskije zarobitcane vybirajut libo Evropu, libo Rossiju. Am 05.02.2011.

7 http://forum.zarobitchany.org/forum13/topic178-20.html am 25.05.2013.

8 http://eu-company.info/million-ukrainians-in-italy/.html am 26.11.2011.

9 Uzhe dwa milliona ukrainzev stali zarobitcanami. In: Puls Kieva am 23.04.2013.

10 Evropa vse khuzhe ontnositsja k ukrainskim zarobitcanami, In: Minprom am 23.04.2013.

11 Kolicestvo zakarpatzev, rabotajutschikh v Vengrii, sokraschaetsja In: UA-Reporter. com am 07.02.2013.

12 Trud na export. Trudovaja migrazija. In: Expert, №1-2(332) am 23 .01.2012.

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Beispiele transnationaler Mobilität. Ukrainische Arbeitsmigranten in den EU-Ländern
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V320179
Dateigröße
6026 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transnationalismus und die transnationale Mobiliät, Arbeitsmigration
Arbeit zitieren
Eleonora Shakhnikova (Autor), 2015, Beispiele transnationaler Mobilität. Ukrainische Arbeitsmigranten in den EU-Ländern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320179

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