W. Eberlei und Th. Siebold sind Mitarbeiter des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF), das an die Fakultät Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg gehört.
Die Forschungsbereiche von INEF beinhalten die Gebiete Global Governance, Weltwirtschaft, Frieden und Entwicklung. Innerhalb dieser Bereiche schlägt INEF mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik.
Inhaltsverzeichnis
1. Zu den Autoren
2. Konzept und Inhalt des PRSP
3. Das partizipative Element im PRSP
3.1 Analyse des PRSP – Konzeptes
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das "Poverty Reduction Strategy Paper" (PRSP) als neues entwicklungspolitisches Instrument von IWF und Weltbank zur Armutsreduzierung. Dabei wird analysiert, inwiefern das Konzept eine tatsächliche Neuorientierung darstellt oder lediglich die Fortführung bisheriger Strukturanpassungspolitik unter neuem Namen bedeutet.
- Konzeptuelle Grundlagen und Ziele des PRSP
- Die Rolle der Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure
- Analyse der Finanzierungsinstrumente PRGF und PRSC
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit und der "Ownership"-Problematik
- Vergleich konkurrierender Einschätzungen zur Erfolgsaussicht
Auszug aus dem Buch
3.1 Analyse des PRSP – Konzeptes:
Die meisten Länder begrüßten die neue strategische Orientierung von IWF und Weltbank. Drei Jahre nach Bekanntgabe der entwicklungspolitischen Neuorientierung könne nach Eberlei/Siebold eine vorläufige Bilanz gezogen werden. IWF und Weltbank unterstreichen in ihrem im März 2002 veröffentlichten „Review Report of the Poverty Reduction Strategy Papers (PRSP) Appproach: Main Findings“ noch einmal den Prozesscharakter des PRSP -Konzeptes, der Zeit brauche und nicht unmittelbar zu der idealen Lösung für das Armutsproblem führen kann. In dem Review werden zahlreiche Schwachpunkte offen gelegt.
Eberlei/Siebold untersuchen in ihrer Bilanz über PRSP die erstellten Strategiepapiere von Burkina Faso, Ghana, Kenia und Sambia und nehmen dann eine allgemeine Beurteilung des PRSP-Konzeptes vor.
Nach Vorgabe der IFIs sollte das kreditnehmende Land unter Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Ausarbeitung der Armutsbekämpfungsstrategie in „the driver’s seat“ sitzen. Doch in annähernd jedem HIPC-Land fehlt die zivilgesellschaftliche Voraussetzung für eine breite Beteiligung. Zivilgesellschaftliche Akteure seien teilweise nicht bereit, sich intensiv im PRSP Prozess zu engagieren, da sie den Eindruck haben, dass über entscheidende Eckdaten der makroökonomischen Elemente in dem Prozess gar nicht verhandelt werden. Die Armen sind am Entscheidungsprozess nicht beteiligt. Sowie Gewerkschaften und andere unabhängige Gruppen der Zivilgesellschaft seien im besten Fall am Rande beteiligt worden. Bei gesellschaftlichen Akteuren entstand zusätzlich der Verdacht, dass mit dem Partizipationselement die Verantwortung für ein Scheitern der Programme in die Länder verschoben werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zu den Autoren: Kurzvorstellung der Autoren Eberlei und Siebold sowie ihrer Tätigkeit am INEF im Bereich der entwicklungspolitischen Forschung.
2. Konzept und Inhalt des PRSP: Darstellung der Entstehung des PRSP-Konzepts im Kontext der HIPC-Entschuldungsinitiative und Erläuterung der zugehörigen Finanzierungsinstrumente.
3. Das partizipative Element im PRSP: Untersuchung des Anspruchs auf Partizipation der Zivilgesellschaft und der tatsächlichen Umsetzung in den betroffenen Ländern.
3.1 Analyse des PRSP – Konzeptes: Kritische Bestandsaufnahme der praktischen Anwendung des Konzepts anhand der Bilanz von Eberlei/Siebold sowie Vergleiche mit alternativen Analyseansätzen.
Schlüsselwörter
Armutsbekämpfung, PRSP, IWF, Weltbank, Entwicklungspolitik, Partizipation, HIPC, Strukturanpassung, PRGF, PRSC, Ownership, Konditionalität, Zivilgesellschaft, Armutsreduzierung, Entwicklungsziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das PRSP-Konzept als Instrument zur Armutsreduzierung und prüft, ob dieses zu einer echten entwicklungspolitischen Neuausrichtung führt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Konzeptaufbau, der Rolle der Partizipation, den Finanzierungsinstrumenten und der kritischen Bewertung der Machtverhältnisse zwischen Finanzinstituten und Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll hinterfragt werden, ob das PRSP tatsächlich das kreditnehmende Land in die Verantwortung ("Drivers Seat") bringt oder ob die Dominanz von IWF und Weltbank fortbesteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener Expertenmeinungen, insbesondere der Bilanz von Eberlei/Siebold und der Analyse von Miriam Walther.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Analyse des Konzepts, der Rolle der Zivilgesellschaft in Partizipationsprozessen sowie der Kritik an der "One-size-fits-all"-Struktur der Programme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe umfassen Armutsbekämpfung, PRSP, Partizipation, Strukturanpassung, IWF, Weltbank und das Konzept der nationalen Ownership.
Inwiefern beeinflussen die Finanzinstrumente PRGF und PRSC die Umsetzung?
Diese Instrumente fungieren als Bedingungen für Schuldenerleichterungen, wobei das PRGF (IWF) und PRSC (Weltbank) eng an die Einhaltung der neoliberalen Vorgaben der Institutionen geknüpft sind.
Welche Kritik äußert Miriam Walther im Vergleich zu Eberlei/Siebold?
Walther kritisiert die fehlende Neuorientierung gegenüber der klassischen Strukturanpassung und bemängelt die mangelnde Analyse historischer Fehlentwicklungen in den Strategiepapieren.
- Citation du texte
- Sabriye Yasar (Auteur), 2003, PRSP - Das neue Konzept zur Armutsreduzierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32018