Die Exegese Philipper 4, 4-9. Analyse und Auslegung mit anschließender Auswertung


Hausarbeit, 2014

22 Seiten, Note: 1,75

T. Woodpecker (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Text und Textanalyse
1.1. Erste Textlesung
1.2. Übersetzungsvergleich
1.3. Textabgrenzung
1.4. Textgliederung
1.5. Der Kontext
1.6. Textbasis (Textkritik)
1.7. Textaufbau/ -analyse

2. Sach- und Inhaltsanalyse
2.1. Sachanalyse
2.2. Textparallelen
2.3. Begriffserklärung

3. Vers- für- Vers- Auslegung
3.1. Einführung
3.2. Vers- für- Vers Exegese

4. Textsynthese

5. Wirkungsgeschichte

6. Systematisch-theologische Auswertung

7. Die Systematisch-praxisbezogene Auswertung
7.1. Allgemeine Reflexion
7.2. Übertragung der Aspekte aus Schritt 6
7.3. Konkrete (Situation)- Praxisorientierte Situation

8. Anhang
8.1. Schaubild
8.2. Literaturverzeichnis

1. Text und Textanalyse

1.1. Erste Textlesung

Der wiederholte Ausruf über die Freude in Vers 4 zeigt, wie wichtig dies Paulus war.

Wir sollen uns allezeit freuen aber wir dürfen auch trauern?!

Das, was uns erfüllt, sollen wir andern Menschen zeigen (Vers 5)

Wir sollen alle Zeit das Gute tun. wenn es in unserer Macht steht (Vers 8)

Paulus nimmt sich selbst als Vorbild für ein Leben als Christ

Wenn wir den Menschen etwas Gutes weiter geben wird Gott uns auch etwas geben (Bewahrung von Herz und Gedanken)

1.2. Übersetzungsvergleich

Für den Übersetzungsvergleich wurden folgende Bibeln verwendet:

Elberfelder Bibel (ELB), Luther 1984 (LUT), Gute Nachricht Bibel (GNB)

Die GNB führt den Text am ausführlichsten aus, was mitunter zum Verständnis beiträgt, wie in Vers 8:“Richtet eure Gedanken…“. Dies ist wesentlich besser zu verstehen als z.B. „das erwägt“ wie es die ELB übersetzt. Insgesamt sind die Anmerkungen im Text jedoch zu vorgreifend bzw. schwächen den Text ab. So wird in Vers 5 von den Menschen in „eurer Umgebung“ anstatt aller Menschen gesprochen und das „Flehen“ im Gebet fehlt ganz.

Aus diesen Gründen habe ich mich zur Weiterarbeit gegen die GNB entschieden.

Die ELB und die LUT sind in ihrer Übersetzung sehr nah beieinander und unterscheiden sich nur in einzelnen Wörtern sowie der Satzstellung. Ich habe mich nach dem Übersetzungsvergleich für die ELB entschieden und zwar aus zwei Gründen:

In Vers 7 wird in der ELB „mit Verstand“ anstatt „mit Vernunft“ (LUT) übersetzt. In diesem Zusammenhang kling es in der LUT eher negativ bzw. kann es so verstanden werden, dass der Friede Gottes unvernünftig ist. Auch macht die ELB im Anschluss durch das Wort „wird“ deutlich das unsere Herzen bewahrt werden.

Aus diesen Gründen werde ich für die weitere Exegese mit der Elberfelder Bibel weiterarbeiten.

1.3. Textabgrenzung

Nachdem zunächst die Verse 2 und 3 eine konkrete Situation mit konkreten und genannten Personen betreffen, ändert sich ab Vers vier diese direkte personenbezogene Anrede. Der Text wird auch thematisch allgemeiner und spricht nicht mehr nur in eine bestimmte Situation hinein sondern in das Leben grundsätzlich.

Ab Vers 10 wechselt Paulus das Thema und spricht über die finanzielle Unterstützung, die ihm durch die Gemeinden in Philippi zu Teil wurde und bedankt sich für diese Gaben.

Somit grenzt sich der Text also nach „hinten“ thematisch ab und unser Text stellt eine in sich geschlossene Einheit da.

1.4. Textgliederung

1.5. Der Kontext

Unmittelbarer Zusammenhang & weiterer Zusammenhang

Paulus leitet mit Vers 1 den Abschluss seines Briefes an die Philipper ein. Die Verse 2-3 beinhalten die Aufforderung zur Beilegung von Streitigkeiten unter den Mitarbeitern in Philippi. Er fordert sie stattdessen zur Zusammenarbeit in der Gemeinde auf.

Im Anschluss wechselt Paulus das Thema und bedankt sich bei der Gemeinde für die finanzielle Unterstützung, die sie im zukommen ließen.

Weiterer Buch- bzw. Briefkontext

Der Philipperbrief ist als Dankesbrief von Paulus an die Gemeinde in Philippi verfasst worden. Er wurde von Paulus während seiner Gefangenschaft geschrieben und gilt als einer von vier sogenannten „Gefangenschaftsbriefen“. An welchem Ort und zu welcher Zeit der Brief verfasst wurde lässt sich nicht sicher sagen. Ein möglicher Ort wäre Rom um 60 n. Chr.[1]

Der Brief dient der Information der Gemeinde in Philippi über den Zustand von Paulus und Epaphroditus.

Der Brief ist im Gegensatz zu den anderen Paulusbriefen kein Brief der aufgrund von Problemen oder Konflikten geschrieben wurde, sondern beschäftigt sich mit Jesus als „Quelle der Freude und der Hoffnung auf ewiges Leben“[2].

Insgesamt ermutigt Paulus die Philipper, in ihrer Beziehung zu Christus vorwärts zu gehen und in Einheit, Demut, Freude und Frieden zu wachsen.[3]

Gesamtbiblischer Kontext

Die Freude im Herrn alle Zeit, egal unter welchen Umständen, zieht sich nicht nur durch unseren Text sondern ist auch eine wichtige gesamtbiblische Aussage. Sie findet sich so z.B. in Joel 2,23. Es ist im NT der Brief mit der stärksten Ausrichtung auf dieses Thema und macht deutlich wie wichtig es ist, dass unser Leben mit Gott auch nach außen hin positiv sichtbar ist, um somit auch ohne Worte Einfluss auf unsere Umwelt zu nehmen. So sollten auch die Israeliten als Volk durch ihr Verhalten die Herrlichkeit und Macht Gottes sichtbar machen.

1.6. Textbasis (Textkritik)

Aufgrund der nicht gegebenen Textkritik in den Kommentaren kann der Text als solches als gesichert gelten.

Vereinzelte Kritik gibt es nur hinsichtlich dessen ob der Brief ursprünglich aus mehreren Briefen bestand oder von Beginn an als Einheit vorlag wie wir ihn heute kennen. Die Kritik rührt daher, dass dem Brief mehrere Enden zugeschrieben werden. So wird dann Phil 4,10-20 als eigenständiger Brief angesehen und der eigentliche „erste Brief“ wäre mit Kap. 3,1 zu Ende gewesen. Phil, 3,2 bis 4,9 wird dann als ein dritter Brief betrachtet. Jedoch gibt es keine alten handschriftlichen Funde, die darauf hindeuten, und der Brief macht so wie er nun vorliegt in sich durchaus Sinn. [4]

1.7. Textaufbau/ -analyse

Wortarten:

4 Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!

Freut = Präsens, Imperativ, 2. Person Plural, aktiv

Will (sagen)= Präsens, Indikativ, 1. Person Singular, aktiv

5 Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe.

soll (bekannt werden)=Präsens, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

ist= Präsens, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

6 Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden;

seid (besorgt): Präsens, Imperativ, 2. Person Plural, aktiv

sollen: Präsens, Indikativ, 3. Person Plural, aktiv

7 und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. –

übersteigt=Präsens, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

wird (bewahren)= Futur I, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

8 Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!

ist/gibt/erwägt= Präsens, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

9 Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

(gelernt, empfangen, gehört, gesehen)habt= Perfekt, Indikativ, 2. Person Plural, aktiv

tut= Präsens, Imperativ, 2. Person Plural, aktiv

wird sein= Futur I, Indikativ, 3. Person Singular, aktiv

Personenangabe / Ortsangabe/ Zeitangabe/ Konjunktion/ Präposition/ Personalpronomen/ Verb/ Adverb

Fazit:

Der Text ist überwiegend im Präsens geschrieben wechselt jedoch an den

Stellen wo es um die Verheißungen geht in Futur 1. So in:

Vers 7: „…, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. –„

Vers 9: „… . Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“

Paulus gebraucht immer wieder den Imperativ, um den Leser selber zum Handeln und Umsetzen des Textinhaltes aufzufordern. In Vers 9 macht Paulus darüber hinaus durch den Gebrauch des Perfekt deutlich, dass die Philipper das weitergeben sollen, was sie selber schon gelernt, empfangen, gehört, gesehen haben.

Satzbau:

Fazit:

Der Großteil der Sätze in diesen sechs Versen sind Aufforderungs- und Aussagesätze. Das macht deutlich wie sehr Paulus die Aufforderung zum Handeln in den Mittelpunkt seines Textes stellt. Zwischen all den Aussagen fällt auf, dass es nur zwei Konditionalsätze gibt in denen Paulus eine Bedingung für seine Aussagen und Zusprüche festhält. Diese beziehen sich darauf wann die Brüder handeln sollen, so in Vers 8: wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt (das erwägt). Der Abschnitt beginnt mit dem Ausrufesatz: „Freut euch im Herrn allezeit“ und endet mit dem Aussagesatz: „und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“ Die Aussage zu Beginn kann somit auch als zusammengefasste Bedingung für die Aussage zum Schluss gesehen werden.

Schaubild im Anhang unter Punkt 8.1

2. Sach- und Inhaltsanalyse

2.1. Sachanalyse

Philippi: Philippi liegt im östlichen Makedonien und war zur Zeit des Apostel Paulus eine Römische Stadt und Militärstützpunkt. Die christliche Gemeinde in Philippi wurde von Paulus selbst auf seiner zweiten Missionsreise gegründet und war die erste Gemeinde, die Paulus in Europa gründete. Anschließend geriet Paulus hier zusammen mit Silas in Gefangenschaft und verließ nach der Freilassung die Stadt. Die Gemeinde in Philippi unterstützte sowohl Paulus als auch die Gemeinde in Jerusalem finanziell.[5]

Paulus: Paulus dürfte ungefähr zur selben Zeit wie Jesus in Tarsus geboren worden sein (vielleicht etwas später). Tarsus war die Hauptstadt der römischen Provinz Sizilien. Trotz starker Hellenistischer Strömungen war Paulus „durch und durch“ Jude und sein Denken nicht dadurch beeinflusst. Dies machte Paulus auch selber deutlich durch seine Beschneidung und die tiefe pharisäische Ausbildung die er durchlaufen hat. Aufgewachsen ist Paulus vermutlich in Jerusalem und war ein Schüler Gamaliels, einem der führenden Rabbiner der damaligen Zeit. Er war sehr gebildet und beherrschte mehrere Sprachen. Manche Forscher behaupten, dass Paulus Jesus persönlich kannte, es lässt sich aber nicht belegen. Auf dem Weg, die Judenchristen in Damaskus zu verfolgen und verhaften, erschien ihm Jesus in einem hellen Licht und sprach zu ihm wodurch sich Paulus bekehrte. Nach seiner Bekehrung unternahm Paulus verschiedene Missionsreisen und brachte dabei als Erster das Evangelium den Nichtjuden. Während dieser Reisen brachte Paulus das Evangelium auch als Erster nach Europa und verfasste viele Briefe, von denen wir 13 im heutigen Kanon finden. Ob der Hebräerbrief von Paulus stammt, ist bei den Forschern umstritten. Paulus starb schließlich in Gefangenschaft in Rom.[6]

[...]


[1] Vgl. W. de Boor, Der Brief des Paulus an die Phillipeer, 4.Teil, in: Wuppertaler Studienbibel, NT-Gesamtausgabe in fünf Bänden, Band 4, Witten 22005, 23ff.

[2] Stamps Studien Bibel, Züricher Bibel, Fassung von 2007, Zürich 2007, 2213.

[3] Ebd., 2213.

[4] B. T. Arnold, Paulus und seine Briefe, in: Studienbuch, Altes und Neues Testament, Wuppertal 22008,307-326, 316.

[5] Vgl. Stamps Studien Bibel, Züricher Bibel, a.a.o., 2212f.

[6] B. T. Arnold, Paulus und seine Briefe, in: Studienbuch, Altes und Neues Testament, Wuppertal 22008,307-326, 316.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Exegese Philipper 4, 4-9. Analyse und Auslegung mit anschließender Auswertung
Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
1,75
Autor
Jahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V320290
ISBN (eBook)
9783668197312
ISBN (Buch)
9783668197329
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, philipper, analyse, auslegung, auswertung
Arbeit zitieren
T. Woodpecker (Autor:in), 2014, Die Exegese Philipper 4, 4-9. Analyse und Auslegung mit anschließender Auswertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320290

Kommentare

  • Gast am 18.11.2020

    sehr schoener Text ,aber !!! warum wird Pauus hier als Sizilianer dargestellt, wieso wurde das nicht korrigiert ?{ Tarsus war die Hauptstadt der römischen Provinz Sizilien } Es ist doch wohl allgemein bekannt das sich Tarsus oder Antiochia von alters her im Sueden der Tuerkei befindet , Leicht nachzupruefen bei Tarsus Wikipedia Mit freundlichen Gruessen , Aikaterini

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