Analyse der touristischen Entwicklung in Abu Dhabi


Hausarbeit, 2016
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort.

1. Allgemeines
1.1 „Vision 2030“
1.2 Nachhaltigkeit

2. Arten des Tourismus

3. Hotel- und Tourismuszahlen

4. Touristische Destinationen
4.1 Bereits existierende Destinationen
4.2 Tourismusprojekte in Bau und Planung

5. Tourismusmarketing
5.1. Die Marke „Abu Dhabi“
5.2 Engagements als Sponsoren

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Vorwort

Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und insbesondere Städten wie Dubai und Abu Dhabi werden heute meist ähnliche Vorstellungen, wie spektakuläre und luxuriöse Hotels, weiße Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser und ein Urlaub wie im Märchen aus 1001 Nacht verbunden. Was genau verbirgt sich jedoch hinter dieser orientalischen Destination, die noch vor wenigen Jahrzehnten ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte war? Wie ist es diesem ehemals unbedeutenden Wüstenstaatgelungen, in einer mit kaum einer anderen Destination vergleichbaren Art und Weise innerhalb von nur 40 Jahren eine gedeihende Tourismusindustrie aufzubauen, die anscheinend weltweit ihres Gleichen sucht? Möglich geworden ist diese Entwicklung durch das schwarze Gold, welches dem Land ungeheuren Reichtum bescherte. Noch heute erwirtschaftet der Export von Erdöl einen großen Teil des nationalen Bruttoinlandsproduktes Abu Dhabis. Jedoch ist man sich auch der Endlichkeit dieser Ressource bewusst geworden und versucht, weitere Wirtschaftszweige aufzubauen. So wurden am Arabischen Golf die vorteilhaften Eigenschaften des Landes erkannt und genutzt, die unter anderem den erfolgreichen Aufbau einer Tourismusindustrie begünstigen.

In dieser Studienarbeit befasse ich mich mit der Analyse der touristischen Entwicklung des Emirats Abu Dhabi. Im Folgenden blicke ich auf die Besonderheiten des Landes, verschiedene Sehenswürdigkeiten und Tourismusarten, geplante und aktuell bereits abgeschlossene (Bau-)Projekte, sowie auf die Entwicklung der Tourismuszahlen. Anschließend analysiere ich, welche Marketingstrategien angewendet wurden, um dieseTourismuszahlen zu steigern und sich der Welt zu präsentieren. Das Fazit dieser Untersuchung soll zeigen, inwiefern es der Regierung von Abu Dhabi gelungen ist, durch die Förderung und den Ausbau des Tourismus als Alternative zum Erdölgeschäft ein anhaltendes Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.

1. Allgemeines

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich als eines der ersten Länder der Arabischen Halbinsel dem Wirtschaftszweig Tourismus geöffnet und mittlerweile ist der Tourismus im gesamten Nahen Osten ein immer wichtigeres Thema. Besonders die Wüstenemirate Dubai und Abu Dhabi hat sich in kürzester Zeit zu den bedeutendsten Tourismusdestinationen in der Golfregion gewandelt und gehören zu den am schnellsten wachsenden Destinationen weltweit.

Das Emirat Abu Dhabi ist mit mehr als 80% der Landmasse, das größte der insgesamt 7 der Vereinigten Arabischen Emirate. Mit einer aktuellen Bevölkerungszahl von rund 2.3 Mio. stellt es ein rasch wachsendes Land mit hoch gesteckten Zielen dar. Bemerkenswert dabei ist vor allem, dass von den 2.3 Mio. Einwohnern ganze 80% aus demAusland (Asien, Afrika, Australien, Europa und Nordamerika) stammen.[1] Hauptstadt des Emirats ist die gleichnamige Stadt Abu Dhabi, welche ebenfalls Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist. Wie in vielen Teilen der VAE war auch Abu Dhabi lange Zeit ein wichtiges Zentrum für den Perlenhandel. Zwar hatte Abu Dhabi um 1800 nur die Größe eines Dorfes, verfügte aber wegen seiner Bedeutung im internationalen Handel, neben Perlen nach und nach auch Lebensmittel und Gebrauchsgüter, bereits über einen Hafen von mehr als 400 Schiffen, wobei der Perlenhandel bis Mitte 1930das Kerngeschäft des Landes darstellte. Die Entdeckung der riesigen Ölvorkommen 1958 bedeutet den Beginn eines rasanten Aufstiegsdes Emirats zu einem der reichsten Ölförderungsländer der Weltund führt zu drastischenVeränderungen.Dank der Erdölförderung mit großen Absatzmengen konnte eine ökonomische Basis sichergestellt werden.Der Anteil Abu Dhabis an der täglichen Rohölproduktion der Vereinigten Arabischen Emirate betrug zwischen 2004 und dem ersten Halbjahr 2008 relativ konstant um die 95 Prozent. Außerdemtrug Abu Dhabi 2007 mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Arabischen Emirate bei und hatte gleichzeitig das höchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt.[2] Durch die Einnahmen des Ölexportes und die innovativen Ideen des damaligen Scheichs Zayed II. entwickelte sich Abu Dhabi von einer bescheidenen Lehmsiedlung zu einer, von Hochhäusern geprägten, internationalen Metropole. Dabei verstand er es die islamische und orientalische Tradition, mit einem westlichen Lebensstil und einem enormen Reichtum in Einklang zu bringen. Heute bietet Abu Dhabi eine faszinierende und einmalige Mischung aus Tradition und Fortschritt. Die Einnahmen wurden zukunftsorientiert in die Infrastruktur des Landes investiert und aus der ehemaligen Wüste entwickelte sich eine grüne, prächtige Oase. Die großen Gewinne aus dem Erdölabbau und die Gewissheit, über 10 Prozent der Welt-Rohölvorräte zu verfügen, erlaubt es Abu Dhabi, seiner Bevölkerung ein luxuriöses Leben zu gönnen. Dementsprechend stark ist dessen Wirtschaftjedoch auch von der Ölförderungabhängig.[3]

1.1 „Vision 2030“

Mit dem im Jahr 2008 gestarteten wirtschaftlichen Diversifizierungsprogramm, genannt „Vision 2030“, will das Emirat die starke Abhängigkeit vom Ölgeschäft reduzieren und sich vorrausschauend auf die Zeit danach einstellen. Um dem raschen Abbau der Ölvorkommen entgegenzuwirken, wurde bereits 2006 die Ölförderung gedrosselt, sodass das Land noch länger von den Einnahmen leben kann.Das Programm zur Diversifizierungder Wirtschaft sieht einen 22-Jahres-Plan beginnend ab 2008vor, mit dem Konzept, Jahr für Jahr die Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu reduzieren und Gewinne aus dem Nicht-Öl-Sektor Schritt für Schritt zu steigern. Dafür sind, neben einer Verbesserung der Infrastruktur, langfristige Investitionen in die Industrie, Immobilien und Einzelhandel, vor allem aber in den Tourismus vorgesehen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1 Economic Vision 2030 (Abu Dhabi „Economic Vision“, S. 11)

1.2 Nachhaltigkeit

Damit touristische Produkte, demnach also auch touristische Destinationen, langfristig erfolgreich sein können, ist eine nachhaltige Tourismusentwicklung von wichtiger Bedeutung.[5] Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung definiert im Brundtland Report 1987 wie folgt: „Eine Entwicklung ist nachhaltig, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[6] Bei der nachhaltigen Tourismusentwicklung werden grundsätzlich 4 wesentliche Dimensionen betrachtet: Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie. Abbildung 2 zeigt, dass die Schnittmenge der 4 Entwicklungsziele die nachhaltige Entwicklung fördert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2Viereck einer nachhaltigen Tourismusentwicklung (Bär 2006)

Noch heute ist Abu Dhabi ein relativ konservatives Emirat und auf eine Entwicklung im Einklang mit der Kultur und Tradition des Landes bedacht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Emirat keinen Fortschritt anstrebt, sondern vielmehr den Fokus auf eine gemäßigte und nachhaltige Entwicklung legt. Bedingt wird diese Einstellung durch die Geschichte des Emirates: S cheich Zayed bin Sultan Al Nahyan blieb während seiner gesamten Regierungszeit die Wahrung des traditionellen Erbes enorm wichtig. So wurde zwischen den Emiraten Dubai und Abu Dhabi eine Vereinbarung getroffen, die besagte, dass sich Dubai auf den Handel und raschen Wandel konzentrieren sollte, während Abu Dhabi das Kulturerbe pflegen sollte. Noch heute ist dies in den überwältigenden Bauprojekten zu sehen: In Abu Dhabi werden spektakuläre Kultur-, Wirtschafts- und Umweltprojekte nachhaltiger Art mit Bedacht realisiert. Auch der jetzige Regent Abu Dhabis, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan hält an den Werten seines Vaters fest. So gehören zu seinen erklärten Regierungszielen die Förderung von Kultur sowie die Aus- und Weiterbildung der neuen Generation von Führungskräften und der Ausbau von Industrie, Tourismus und des Bausektors unter Berücksichtigung des Umweltschutzes. Er plant und realisiert touristische Zukunftsprojekte, die wie in Dubai neben dem Ölsektor eine weitere wirtschaftliche Einnahmequelle darstellen sollen. Man ist jedoch stets darauf bedacht, nicht die gleichen Ausmaße wie der boomende Nachbar Dubai zu erreichen.[7] [8]

2. Arten des Tourismus

Der Begriff Tourismus beschreibt „die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus dem Reisen und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauerhafter Wohn- noch Arbeitsort ist. Demzufolge ist ein Reisender jemand, der einen vorübergehenden Ortswechsel zum Zweck der Erholung, einer Veranstaltung oder dem Gelderwerb vornimmt.[9] Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für ein Land wird am BIP, sowie am Anteil der Beschäftigten in dieser Branche gemessen.

Abu Dhabi gilt als eines der am schnellsten wachsenden Destinationen für Business- und Freizeittourismus weltweit. Dies hat das Emirat nicht zuletzt seiner einzigartigen geografischen Lage, Wirtschaft und Kultur zu verdanken. Mit Sonnenschein und warmen Temperaturen das ganze Jahr über, endlosen weißen Sandstränden und türkisblauem Wasser zieht es immer mehr Touristen in seinen Bann. So sind es aber vor allem die Shoppingmöglichkeiten, Luxusresorts, die spektakulärenEvents und die erhaltene einzigartige Tradition und Kultur Abu Dhabis, welche Urlauber immer wieder zurückkehren lässt.[10]

Abu Dhabi hat sich zunächst besonders auf den Geschäftstourismus spezialisiert. Der Bereich des Geschäftstourismus umfasst Reisen auf dem Gebiet des Konferenz- und Kongresstourismus, Messetourismus, Incentive-Reisen, bzw. die Teilnahme an Ausstellungen. Reisen, die zum Geschäftstourismus zählen, werden also aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gründen unternommen. Sie finden somit nicht in der Freizeit oder aus privaten Gründen statt. Geschäftsreisende geben in der Regel mehr Geld aus, als der normale Freizeittourist und zählen dadurch zum Kerngeschäft von vielen Hotels und Airlines.[11] Neben den höheren Einnahmen führt dieser Tourismuszweig außerdem verstärkt zu ausländischen Investitionen im Land, Kenntnisse in verschiedenen Bereichen können ausgetauscht werden und die internationale Zusammenarbeit diverser Branchen kann gefördert werden. Aber auch im Freizeittourismus erwartet das Land einen Boom. Neben den bereits bestehenden Attraktionen, wie die Ferrari World (siehe 4.2), werden in den nächsten Jahren viele weitere, wie z.B. ein Kulturdistrikt, folgen. Hierbei wird aber bewusst auf Massentourismus verzichtet, da das Land ein höheres Tourismussegment anstrebt. Mit der Entwicklung Abu Dhabis als eine erstklassige Destination sollen wohlhabende Touristen angeworben werden, die, genau wie Abu Dhabi, Luxus und Extraklasse gewöhnt sind.[12]

[...]


[1] Vgl. visitabudhabi.ae, Official Visitors Guide, Facts & Figures

[2] Vgl. International Monetary Fund 2007, S. 5-7

[3] Vgl. Abi Dhabi City: “Abi Dhabi Geschichte”

[4] Vgl. Abu Dhabi: „Economic Vision 2030“

[5] Vgl. Bär (2006)

[6] Vgl. World Commission on Environment and Development 1987, S. 43 in Bär (2006)

[7] Vgl. Economic Vision 2030 & TCA Abu Dhabi: “Sustainable Tourism Framework”

[8] Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Abu_Dhabi

[9] Vgl. Kaspar, 1996 in Berg, W. (2008). Tourismusmanagement

[10] Visit the UAE

[11] Peter Robinson: Tourism: The Key Concepts. Routledge. S. 18–22.

[12] Vgl. TCA Abu Dhabi, “Core Business Areas”.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Analyse der touristischen Entwicklung in Abu Dhabi
Veranstaltung
Freizeit & Tourismusmanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V320368
ISBN (eBook)
9783668286603
ISBN (Buch)
9783668286610
Dateigröße
738 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, entwicklung, dhabi
Arbeit zitieren
Mirko Waschkies (Autor), 2016, Analyse der touristischen Entwicklung in Abu Dhabi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320368

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