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Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes" als Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Theaterstück "Der Besuch der alten Dame"

Überlegungen zum intermedialen Kunstwerk der Literaturverfilmung

Title: Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes" als Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Theaterstück "Der Besuch der alten Dame"

Diploma Thesis , 2014 , 83 Pages , Grade: 16/20

Autor:in: Burrhus Njanjo (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Untersuchung zum Thema „Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes" als Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Theaterstück "Der Besuch der alten Dame". Überlegungen zum intermedialen Kunstwerk der Literaturverfilmung“ befasst sich mit theoretischen Fragen zu Intermedialität, Medienwechsel und Transformation. Die Intermedialität beruht auf der Theorie der Intertextualität, die in den späten sechziger Jahren von Julia Kristeva formuliert wurde und die eine Beziehung zwischen Texten formuliert. In solch einem „intertextuellen Dialog der Schriftmedien haben sich die Bilder ‚eingeschaltet‘, deren Interaktion nicht nur textuell, sondern darüber hinaus intermedial verstanden werden will.“ Demzufolge bestimmt Siebert Intermedialität als „eine produktive Medienkollision, die manifest oder verdeckt operiert und sich vom verwandten, lediglich akkumulierenden Prinzip der Multimedialität unterscheidet.“ Auf jeden Fall muss der theoretische Rahmen, in dem der Begriff Intermedialität verwendet wird, immer definiert werden. Denn Irina Rajewsky erkennt in Anlehnung an Umberto Eco den Intermedialität-Begriff als einen „termine ombrellone“ bzw. einen „Schirm-Begriff“ , dem eine Menge von unterschiedlichen Definitionen zugeschrieben wird. Rajewsky, die sich für eine wissenschaftliche Systematisierung des Begriffs eingesetzt hat, unterscheidet zuerst zwischen Intramedialität, Transmedialität und Intermedialität, die sie begrifflich auf dieselbe Ebene stellt. In der geplanten Studie sollen vor allem die Transformationsprozesse des literarischen Textes von Friedrich Dürrenmatt "Der Besuch der alten Dame" in das filmische Medium "Hyènes", eine Literaturverfilmung von Djibril Diop Mambéty untersucht und dargelegt werden. Die Studie ist deshalb wichtig, weil sie dazu beitragen kann, die Wechselbeziehungen zwischen den Medien Film und Buch transparent zu machen. Die Beschäftigung mit dem vorgestellten Thema soll einen Beitrag zur Diskussion über den Einsatz von Literaturverfilmungen in der Gestaltung des Literaturunterrichts in der Deutschlehrerausbildung in Kamerun leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINFÜHRUNG

Thema

Problemstellung

Aktueller Erkenntnisstand und Arbeitsziele

Theoretische Basis und methodische Strategie

Aufbau der Arbeit

1. PROBLEMFELD: INTERMEDIALITÄT – LITERATURVERFILMUNG

1.1. Was ist ein Medium?

1.2. Intermedialität: Zur Definition des Begriffes

1.2.1. Intermedialität vs. Intertextualität

1.2.2. Intermedialität vs. Multimedialität

1.2.3. Intermedialität vs. Transmedialität

1.3. Zu Irina O. Rajewskys Kategorien der Intermedialität

1.3.1. Medienkombination

1.3.2. Intermediale Bezüge

1.3.3. Medienwechsel

1.4. Zum geschichtlichen Abriss der Literaturverfilmung

1.4.1. Phase des Experimentierens

1.4.2. Phase des Stummfilms

1.4.3. Phase des Tonfilms

1.5. Zu einigen theoretischen Literaturverfilmungstypologien

1.6. Theoretischer Ansatz: Irmela Schneider - Der verwandelte Text

2. VOM THEATERSTÜCK ZUM FILM: ANMERKUNGEN ZUM MEDIENWISSENSCHAFTLICHEN VERFILMUNGSPROZESS

2.1. Zur Präsentation der beiden Medien

2.1.1. Zum Theaterstück Der Besuch der alten Dame

2.1.2. Zum Film Hyènes

2.2. Medienwissenschaftliche Analyse der Textstrukturierung der Literaturverfilmung

2.2.1. Zur Handlungslogik

2.2.1.1. Sequenzen

2.2.1.2. Aktanten

2.2.2. Ebene der sprachlich-spezifischen Codes

2.2.3. Ebene der Verhaltens- und Wertsysteme (Kulturelle Codes)

2.2.4. Ebene der Darstellungstechniken

2.2.4.1. Zu den Darstellungstechniken in Der Besuch der alten Dame

2.2.4.2. Zu den Darstellungstechniken in Hyènes

2.2.4.2.1. Mise-en-scène /Einstellungswechsel

2.2.4.2.2. Zur begleitenden Musik

2.2.4.2.3. On-/Off-Erzähler

2.2.5. Dauer der referentiellen Situationen im Verhältnis zur Dauer der Erzählzeit

2.2.6. Versuch einer Zuordnung

3. HYÈNES ALS IDEOLOGISCHES UND POLITISCHES PRODUKT DES REGISSEURS

3.1. Afrika: Ein Erdteil in der Krise

3.1.1. Zum luxuriösen Leben der Colobane-Einwohner auf Kredit

3.1.2. Zur Zerstückelung der Flagge von Colobane

3.1.3. Zu dem dunklen Anzug und der finanziellen „Spende“ von Linguère Ramatou

3.1.4. „Eine Milliarde“ vs. „Hundert Milliarden“

3.2. Diop Mamabétys feministisches Engagement

3.2.1. Linguère Ramatou, „reicher als die Weltbank“

3.2.2. Zum Reinigungsritual

4. LITERATURVERFILMUNG IN DER DEUTSCHLEHRERAUSBILDUNG IN KAMERUN

4.1. Zum Literaturunterricht an der ENS Yaoundé

4.2. Literatur und Film in der Unterrichtspraxis?

4.2.1. Methodische Betrachtungen

4.2.2. Anmerkungen zum Einsatz von Literaturverfilmung in der Lehrerausbildung: Probleme und Hindernisse

4.2.3. Zu einigen Lösungsvorschlägen

4.3. Medienkompetenz und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Transformationsprozess vom Theaterstück "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt zum Film "Hyènes" von Djibril Diop Mambéty. Ziel ist es, die intermedialen Wechselbeziehungen und die spezifischen Darstellungsstrategien zu analysieren, um das Verständnis für Literaturverfilmungen als semiotische Praxis zu vertiefen und deren didaktisches Potenzial für die Deutschlehrerausbildung in Kamerun aufzuzeigen.

  • Intermedialität und Transformation zwischen literarischen und filmischen Systemen
  • Semiotische und ästhetische Analyse von "Der Besuch der alten Dame" und "Hyènes"
  • Kritische Untersuchung ideologischer und politischer Aspekte im Film "Hyènes"
  • Rolle der Literaturverfilmung in der didaktischen Praxis der Deutschlehrerausbildung

Auszug aus dem Buch

2.2.4.2.1. Mise-en-scène /Einstellungswechsel

Die mise-en-scène kann zur Bestimmung des Films als Kommunikationspraxis zwischen dem Autor, dem Textgeschehen und dem Rezipienten dienen. Sie bezieht sich zwar auf den mimetischen Sprachgebrauch, aber nicht ausschließlich; er kann in Bezug auf den informativen Aspekt sein. Sie erhellt das Lokalkolorit, in dem die Geschichte läuft. Durch das Mobiliar, besonders die Kleidung der aufführenden Figuren vermittelt sie Indizien, um die Geschichte verorten zu können. Sie gibt die Reaktionsmuster der beteiligten Personen durch ihre Gestik und Mimik. Diese Schicht bringt eine Konzentration des Handelns von Figuren und deren Welt ans Licht. Wenn die Schicht der mise-en-scène etwas Anderes als dieses Handeln zeigt, dann übernimmt eine solche Sequenz informative Funktion, ihr mimetischer Aspekt bleibt zwar erhalten, aber die Mimesis wird da nur einer Oberflächen-Funktion zugeschrieben.

Dieses Verfahren kann an einem Beispiel erläutert werden: Im 23. Bild der 15. Sequenz, der Ehre, auf dem Draman nach der Unterhaltung mit den Colobane-Einwohnern, vor allem dem Bürgermeister in seines Sohns Wagen an dem Stadtausgang ist. Er wartet, dass der Wächter, der über ihn spottet, ihm den Übergang aufmacht. Dabei guckte Draman traurig den Aufseher oben in einer nahen Einstellung zu. Danach sieht man für einen Moment (hiermit beginnt eigentlich das 23. Bild) in einer Nahaufnahme ein Plakat und nicht mehr dessen Umgebung, auf dem in schwarzweiß zwei Porträtbilder von Draman mit den Aufschriften „District de Colobane ... WANTED“ stehen. Hier hat das Zeigen des Plakats nur an der Oberfläche eine mimetische Funktion. Im Kontext der Transformation signalisiert die momenthafte Konzentration des Blickes auf das Plakat eine Zäsur im Ablauf des Geschehens: der Aufseher wird in den Augen von Draman durch das Plakat ersetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINFÜHRUNG: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen der Intermedialität ab und erläutert die Relevanz der Untersuchung des Transformationsprozesses zwischen Dürrenmatts Drama und Mambétys Film.

1. PROBLEMFELD: INTERMEDIALITÄT – LITERATURVERFILMUNG: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Intermedialität und Literaturverfilmung und stellt den theoretischen Ansatz von Irmela Schneider vor.

2. VOM THEATERSTÜCK ZUM FILM: ANMERKUNGEN ZUM MEDIENWISSENSCHAFTLICHEN VERFILMUNGSPROZESS: Eine detaillierte medienwissenschaftliche Analyse der Textstrukturierung, die narrative Codes, Sprache und Darstellungstechniken in beiden Werken vergleicht.

3. HYÈNES ALS IDEOLOGISCHES UND POLITISCHES PRODUKT DES REGISSEURS: Hier wird der Film als allegorische Satire auf afrikanische politische, ökonomische und soziale Verhältnisse interpretiert.

4. LITERATURVERFILMUNG IN DER DEUTSCHLEHRERAUSBILDUNG IN KAMERUN: Dieses Kapitel beleuchtet didaktische Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von Literaturverfilmungen im universitären Kontext.

Schlüsselwörter

Intermedialität, Literaturverfilmung, Friedrich Dürrenmatt, Djibril Diop Mambéty, Hyènes, Der Besuch der alten Dame, Transformation, Adaption, Medienkompetenz, Deutschlehrerausbildung, Kamerun, Semiotik, Postkolonialismus, Erzähltechnik, Allegorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Theaterstück "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt durch den Regisseur Djibril Diop Mambéty in den Film "Hyènes" transformiert wurde, und beleuchtet dabei die intermedialen Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Medienwissenschaft (Intermedialität, Transformation), der postkolonialen Kritik (Afrika in der Krise, Kapitalismus) und der Filmdidaktik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, die ästhetisch-formalen Transformationsprozesse offenzulegen und zu prüfen, wie Literaturverfilmungen sinnvoll in die Deutschlehrerausbildung an der École Normale Supérieure in Yaoundé integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf den strukturalistischen und semiotischen Ansatz von Irmela Schneider, um die Analogiebeziehungen zwischen literarischem Text und Film zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Untersuchung von Narrativik, Sprachcodes, Wertsystemen und Darstellungstechniken, ergänzt durch eine Analyse des Films als ideologisches und politisches Produkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Intermedialität, Literaturverfilmung, Transposition, Semiotik, Postkolonialismus und Medienkompetenz.

Inwiefern spielt der postkoloniale Kontext eine Rolle für das Verständnis des Films?

Der Film wird als Allegorie auf die politische und wirtschaftliche Situation in afrikanischen Ländern der 1980er und 1990er Jahre interpretiert, wobei Mambéty den Kapitalismus und die Verschuldungspolitik kritisch reflektiert.

Warum wird der Film als "feministisches Engagement" bezeichnet?

Der Regisseur wertet die Rolle der Frau auf und inszeniert Linguère Ramatou als starke, unabhängige Machtfigur, was Mambéty als Beitrag zur afrikanischen Frauenapologie verstanden wissen möchte.

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Details

Title
Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes" als Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Theaterstück "Der Besuch der alten Dame"
Subtitle
Überlegungen zum intermedialen Kunstwerk der Literaturverfilmung
College
University of Yaoundé 1  (Pädagogische Hochschule Jaunde)
Grade
16/20
Author
Burrhus Njanjo (Author)
Publication Year
2014
Pages
83
Catalog Number
V320454
ISBN (eBook)
9783668191020
ISBN (Book)
9783668191037
Language
German
Tags
djibril diop mambétys film hyènes inszenierung friedrich dürrenmatts theaterstück besuch dame überlegungen kunstwerk literaturverfilmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Burrhus Njanjo (Author), 2014, Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes" als Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Theaterstück "Der Besuch der alten Dame", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320454
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