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Rhetorik und Philosophie in der Antike. Der Dialog "Gorgias" von Platon

Title: Rhetorik und Philosophie in der Antike. Der Dialog "Gorgias" von Platon

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Svenja Schäfer (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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In dieser Hausarbeit soll das Verhältnis zwischen Rhetorik und Philosophie in der Antike sowie Platons Stellung zur Rhetorik verdeutlicht werden. Als Grundlage dient hierfür ein Werk Platons, nämlich der Dialog „Gorgias“. Die zentrale These, die im Laufe dieser Hausarbeit genauer beleuchtet und bewiesen werden soll, lautet: „Die Stellung Platons zur Rhetorik, wie sie im Dialog „Gorgias“ zum Vorschein kommt, ist in ihren Grundzügen eine Darstellung des Verhältnisses zwischen den beiden rivalisierenden Schulen Rhetorik und Philosophie“.

Der platonische Dialog „Gorgias“ behandelt die zu Lebzeiten Platons aktuelle Debatte zwischen den Philosophen und den Rhetoren. Der antike Philosoph Platon, Schüler des immer wieder in seinen Werken als Protagonist auftretenden Sokrates, gründete im Jahre 387 v. Chr. eine Schule, in der er philosophisch-wissenschaftlichen Unterricht erteilte. So entstand die Akademie, die erste Philosophenschule Griechenlands. Die Akademie stand jedoch in einer Rivalität zu einer Schule der Beredsamkeit von Isokates, einem Lehrer der Rhetorik.
Platons kritische Haltung zu den Bestrebungen des Isokrates kommt unter anderem in einem seiner Dialoge, nämlich dem „Gorgias“ sehr gut zum Vorschein.
Die Besonderheit des „Gorgias“ ist, dass das Streitgespräch zwischen Platons Protagonisten Sokrates und den Rhetoren Gorgias, Polos und Kallikles auf zwei Ebenen verläuft; einerseits auf einer theoretischen Ebene, in dem definitorische Schlüsse gezogen werden und andererseits auf einer praktischen Ebene, in der die Vertreter der Rhetorik mit dem Philosophen Sokrates anhand einer rhetorisch fesselnden Gesprächsführung streiten. Sieger dieser Auseinandersetzung ist die Philosophie, denn keiner der Rhetoren schafft es, der dialektischen Einsicht des Sokrates Stand zu halten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund

2.1 Die Geschichte der Rhetorik

2.2 Die Philosophie als Gegenströmung der Rhetorik

3. Der Dialog „Gorgias“

3.1 Das Gespräch zwischen Sokrates und Gorgias über die Beschaffenheit der Rhetorik

3.2 Das Gespräch zwischen Sokrates und Polos

3.2.1 Über die Rhetorik als Scheinkunst

3.2.1 Die Macht der Rede

4. Platons Haltung zur Rhetorik

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das antike Spannungsverhältnis zwischen Philosophie und Rhetorik, mit einem spezifischen Fokus auf die kritische Auseinandersetzung Platons mit der Rhetorik im Dialog "Gorgias". Ziel ist es, Platons Stellung zur Rhetorik als Reflexion der Rivalität zwischen den beiden Schulen darzustellen und zu klären, inwieweit seine Kritik auch einen konstruktiven Beitrag zur Entwicklung der Redekunst leistete.

  • Historischer Kontext der Rhetorik und Sophistik im klassischen Athen
  • Analyse des Dialogs "Gorgias" als Instrument der philosophischen Kritik
  • Gegenüberstellung von rhetorischer Überzeugungskunst und dialektischer Wahrheitssuche
  • Untersuchung von Machtverständnis, Gerechtigkeit und Ethik in der Rede
  • Platons Einfluss auf die theoretische Neuausrichtung der Rhetorik

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Gespräch zwischen Sokrates und Gorgias über die Beschaffenheit der Rhetorik

Das Gespräch zwischen Sokrates und Gorgias wird von der Frage bestimmt, was der eigentliche Gegenstand der Rhetorik ist. Sokrates behauptet, dass jede Kunst etwas hat, womit sie sich beschäftigt, somit also einen Gegenstand, der ihr innewohnt. Auf die Frage, was der Gegenstand der Rhetorik ist, antwortet Gorgias, dass dieser das Reden sei und die Redekunst sei somit „eine Kunstfertigkeit, die es mit Worten zu tun [habe]“. Doch Sokrates macht diese Antwort des Gorgias zunichte, indem er feststellt, dass die Rhetorik nicht die einzige Kunst sei, die sich mit dem Reden befasse. Die Bestimmung des Gorgias erweist sich also als zu allgemein, da jeder Fachmann in seinem Gebiet in der Lage zu sein scheint, zu urteilen und zu reden.

„Andere Kunstfertigkeiten aber gibt es, die alles mittels Worten vollbringen und dazu sozusagen überhaupt kein Werk brauchen oder nur in geringem Maße, wie z.B. die Zahlenlehre, die Rechenkunst, die Geometrie oder die Brettspielkunst und viele andere Kunstfertigkeiten, von denen einige beinahe gleich viel an Worten wie an Tätigkeiten haben, die meisten aber mehr Worte, und überhaupt geschieht ihre Tätigkeit und Durchführung durch Worte.“

Im nächsten Schritt wirft Gorgias ein, dass bei der Redekunst nicht das Darlegen von Fachwissen ausschlaggebend sei, sondern das Reden an sich. Es bezieht sich für Gorgias auf das Wichtigste und Beste Gut unter allen menschlichen Belangen. Für den Rhetor sei dieses höchste erreichbare Gut, also das, was die Rhetorik dem Redner verschaffe, die Freiheit. Sie ermögliche ihm, über andere zu herrschen und im Gegenzug von niemandem beherrscht zu werden. Durch die Fähigkeit des Redens sei man also in der Lage, beispielsweise vor Gericht, Ratsversammlungen oder Volksversammlungen, demnach vor politischen Versammlungen aller Art, überzeugend aufzutreten. Es stellt sich somit heraus, dass die Rhetorik die Kunst des Überzeugens ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Rivalität zwischen Rhetoren und Philosophen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Platons Rhetorik-Kritik im Dialog „Gorgias“ zu untersuchen.

2. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den Aufstieg der Rhetorik im 5. Jahrhundert v. Chr. und den damit einhergehenden Antagonismus zur aufkommenden Philosophie sowie die Bedeutung Platons.

3. Der Dialog „Gorgias“: Das Kapitel analysiert die sokratische Methode im Dialog und die Auseinandersetzung über die Beschaffenheit und den ethischen Stellenwert der Rhetorik.

4. Platons Haltung zur Rhetorik: Hier wird Platons Kritik vertieft und aufgezeigt, wie er in späteren Werken wie dem „Phaidros“ Ansätze für eine ethisch fundierte Rhetorik entwickelte.

5. Schlussfolgerung: Das Kapitel resümiert, dass Platons Kritik die Rhetorik nachhaltig zur Selbstreflexion zwang und eine wissenschaftliche Fundierung (Dialektik) als notwendige Bedingung für eine „wahre“ Rhetorik etablierte.

Schlüsselwörter

Platon, Sokrates, Gorgias, Rhetorik, Philosophie, Sophistik, Überzeugung, Dialektik, Gerechtigkeit, Redekunst, Wahrheit, Ethik, Politische Bildung, Antike, Wissensvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das historische Spannungsverhältnis zwischen der antiken Rhetorik und der Philosophie am Beispiel von Platons Dialog „Gorgias“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Definition der Rhetorik, das Verhältnis von Überzeugungskunst zur Wahrheitssuche und die Frage nach der ethischen Verantwortung von Rednern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Platons kritische Auseinandersetzung mit der Rhetorik aufzuarbeiten und zu prüfen, ob diese Kritik einen konstruktiven Beitrag zur Entwicklung der Redekunst leistete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse antiker Dialoge und bezieht sich dabei auf philosophische und fachdidaktische Sekundärliteratur zur antiken Rhetorikgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Dialogpassagen des „Gorgias“, in denen Sokrates mit den Sophisten debattiert, sowie Platons spätere Konzepte im „Phaidros“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Platon, Rhetorik, Philosophie, Dialektik, Überzeugung und Wahrheit.

Warum bezeichnet Platon die Rhetorik als „Scheinkunst“?

Nach Platon ist Rhetorik lediglich eine durch Routine erworbene Form der Schmeichelei, die auf Überredung abzielt, ohne ein grundlegendes Wissen über das „Gute“ oder das „Gerechte“ zu besitzen.

Wie unterscheidet sich die „wahre“ Rhetorik laut Platon von der Sophistik?

Die wahre Rhetorik erfordert laut Platon die dialektische Methode (Logik) und die Kenntnis der menschlichen Seele (Psychologie), um die Wahrheit mit der Lebenswirklichkeit zu vermitteln.

Welche Rolle spielt die Rivalität zwischen Platon und Isokrates für das Werk?

Die im „Gorgias“ dargestellte Auseinandersetzung zwischen Sokrates und den Sophisten spiegelt symbolisch den realen wissenschaftlichen und pädagogischen Wettstreit zwischen der platonischen Akademie und der Rhetorikschule des Isokrates wider.

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Details

Title
Rhetorik und Philosophie in der Antike. Der Dialog "Gorgias" von Platon
College
Technical University of Darmstadt
Grade
1,3
Author
Svenja Schäfer (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V320490
ISBN (eBook)
9783668196490
ISBN (Book)
9783668196506
Language
German
Tags
rhetorik philosophie antike dialog gorgias platon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svenja Schäfer (Author), 2016, Rhetorik und Philosophie in der Antike. Der Dialog "Gorgias" von Platon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320490
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